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Heraus zum 1. Mai in Gießen: Trotz Corona

Gießen | Am 1. Mai 2020, Tag der internationalen Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften, organisierte die DKP gemeinsam mit anderen Gruppen (ARAG,ABG, ) und Einzelpersonen in Gießen trotz Corona eine beeindruckende Demo.

Gut 110 Demonstrantinnen und Demonstranten trafen sich um 11 Uhr am Kirchenplatz.

Zum ersten Mal seit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes 1949 gab es 2020 keine Demos und Kundgebungen auf Straßen, zu denen die Gewerkschaften aufgerufen haben.

Die strengen Sicherheitsauflagen wurden eingehalten.
Wir markierten vorher Kreuze auf dem Pflasterboden mit drei Meter Abstand, auf denen man sich einzeln sammelte. Auch im Demonstrationszug lief man mit entsprechendem Abstand, alle trugen einen Mund- Nasen- Schutz.
Verschiedene politische Gruppen waren dabei und hielten Redebeiträge. Wir hörten kämpferische Reden von ARAG, Antifaschistische Basis Gießen, DKP, Internationalistisches Bündnis und der kurdische Gemeinschaft.

Hier der Redebeitrag der Deutschen Kommunistischen Partei Gießen:

„Solidarisch ist man nicht alleine!“ - Dieses Motto des DGB zum diesjährigen 1. Mai teilen wir uneingeschränkt.

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Es galt aber auch schon vor Corona und es wird erst recht nach Corona gelten.
Wir teilen jedoch nicht die Herangehensweise, alle öffentlichen Veranstaltungen abzusagen und den 1. Mai nur virtuell stattfinden zu lassen.
Wir sind heute am 1. Mai hier um die Interessen und Forderungen der arbeitenden Menschen auf die Straße zu tragen.
Die Bundesregierung hält auch in der „Corona-Krise“ daran fest, die Rüstungsausgaben bis 2024 nach den Vorgaben der NATO auf 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Das bedeutet eine Verdopplung.

Die BRD breitet weiter Kriegseinsätze, um ihre imperialistische Politik zu untermauern. Dazu gehört auch der Griff nach der Atomwaffe. In diesen Zugsamenhang gehört auch der Kauf der von 45 F-18-Kampfjets.

Wir brauchen das Geld für Soziales, Bildung und Kultur!

Es werden Hunderte Milliarden Euro zur Sicherung der Wirtschaft zur Verfügung gestellt. Davon profitieren im Wesentlichen die Banken und Konzerne.
Die Zeche sollen die arbeitenden Menschen zahlen.
Wenn wir uns nicht wehren wird die Arbeiterklasse auch nach Corona die Lasten tragen müssen, während die Konzerne Dividenden an die Aktionäre zahlen.
Wir sagen: Sicherung der Arbeitsplätze, Sonderabgabe auf hohe Einkommen und Vermögen, Gewinnabschöpfung bis hin zur Vergesellschaftung der großen Konzerne!

Grundrechte wie die Meinungsfreiheit und das Versammlungsrecht werden in Frage gestellt.
Der Schutz der Wohnung wird aufgehoben. Umfassende Handy-Überwachung und der Einsatz der Bundeswehr im Inland sollen durchgesetzt werden.
Parlamentarische Kontrolle wird teilweise beseitigt.
Was im Rahmen der Notstandsgesetze bisher nur für den Kriegsfall galt, soll in Friedenszeiten erprobt und möglich gemacht werden.

Wir sagen: Hände weg von unseren demokratischen Rechten, Hände weg vom Grundgesetz!
Das Gesundheitswesen wurde in den letzten Jahrzehnten gezielt – wie alle Bereiche der Gesellschaft - der kapitalistischen Verwertung unterworfen.

Die Gesundheit ist zu einer Ware geworden, mit der private Konzerne Profite und Dividenden erwirtschaften. Die Bevölkerung in Ländern wie England, Italien, Spanien, Frankreich zahlen den Preis dafür, dass ihre Herrschenden die dortigen Gesundheitssysteme noch grundsätzlicher kaputt gemacht haben als dies in Deutschland der Fall ist. Immer unter dem Diktat der seit dem Vertrag von Maastricht 1992 geltenden EU Konvergenzkriterien.
Aber auch in Deutschland, war auch vor Corona die Situation in den Krankenhäusern katastrophal, Corona hat sie verschärft.

Wenn wir nicht beginnen Widerstand zu leisten dann wird nach Corona so weitergemacht, als wäre nichts geschehen.

Wir sagen:

• Überführung des Gesundheitsbereiches in öffentliches Eigentum unter demokratischer Kontrolle!
• Aber nicht nur das, alle Bereiche der Daseinsfürsorge wie Wasserwerke, Stromproduktion, Wohnungswirtschaft müssen vergesellschaftet werden.

Corona ist eine weltweite Pandemie. Betroffen sind alle Länder dieser Welt. Dennoch halten die imperialistischen Staaten an den Sanktionen gegen Iran, Syrien, Russland, Kuba, Venezuela und weitere Staaten fest.
Sie sind direkt für die Toten in diesen Ländern mitverantwortlich.
Dem Nationalismus müssen wir die internationale Solidarität entgegensetzen!
Eine Welt ohne Kapitalismus, das ist der Sozialismus, eine Gesellschaft, in der die Macht der Konzerne und Banken ersetzt wird durch die politische Macht der arbeitenden Menschen. Eine Gesellschaft, die die wichtigsten Produktionsmittel sowie Grund und Boden vergesellschaftet.
Aber vor allem das Privateigentum an den Produktionsmittel abschafft!
Erst dadurch wird die Möglichkeit geschaffen werden, das die Ökonomie den arbeitenden Menschen dient und nicht die arbeitenden Menschen dem Kapital!

Wir sagen: Wer von der Krise spricht, darf vom Kapitalismus nicht schweigen.
Wer grundsätzlich etwas ändern will, muss den Kapitalismus bekämpfen und überwinden.
Auch dafür gehen wir am 1. Mai auf die Straße und deswegen sind wir heute hier!


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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.858
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.05.2020 um 15:13 Uhr
Die DDR ist für mich ein abschreckendes Beispiel für Sozialismus.
Nicole Freeman
10.706
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 01.05.2020 um 19:25 Uhr
für mich auch peter, genau wie china oder russland. die beiden letzteren staaten haben eine sehr interessante kultur und geschichte. aber für einen urlaub sind mir beide zu gefährlich, da ich einfach nicht die klappe halten kann.
Christian Momberger
11.265
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 01.05.2020 um 20:22 Uhr
Also ich fand es eine wirklich gelungene Aktion heute! Danke an die Organisatoren!
H. Peter Herold
28.858
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.05.2020 um 20:42 Uhr
Wenn ich nur "kämpferisch" also das ist nicht mein Stil.
Stefan Walther
4.777
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.05.2020 um 20:48 Uhr
Du meine Güte, vielleicht bringt ihr mal - sorry - was inhaltliches zum Beitrag oder klärt uns zumindest auf was ihr so macht, wo ihr euch engagiert, für die Interessen der arbeitenden Bevölkerung, vor allem und gerade auch am 1. Mai.
H. Peter Herold
28.858
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.05.2020 um 20:55 Uhr
Deine Zeit als "Kämpfer" ist vorbei und kämpferische Reden bringen nichts.
Wie wäre es mit inhaltlichen Reden ohne immer diesen Krampf vom Kampf
Christine Stapf
8.073
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 02.05.2020 um 10:12 Uhr
Im Leben müssen viele Kämpfe ausgetragen werden, Menschen die etwas bewegen wollen engagieren sich, opfern ihre Zeit um ungerechte Zustände zu verbessern. Die Arbeitswelt ist nicht besser geworden. Es gibt sie immer noch die Bespitzelung an gewissen Supermarktkassen. Im Gegensatz zu den Beschäftigten bei Amazon, um nur einen großen Arbeitgeber zu nennen, hatte ich 40 Jahre als Angestellte an meinem Schreibtisch bessere Bedingungen. Aber nur weil es mir besser ging kann ich doch nicht glauben, dass es überall so ist. Auch heute gibt es noch menschenverachtende Zustände, verursacht durch Herrschende, und das sind die Arbeitgeber. Unter Stefan seinem Beitrag stellte ich schon fest, dass solange sich die Erde dreht Menschen immer gegen die Ungerechtigkeit im Arbeitsleben kämpfen müssen. Kampf bedeutet nicht Blut und Tod wie man in der Sportwelt sehen kann, denn da geht es um Punkte und Plätze. Die 1. Mai Kundgebung steht für Gerechtigkeit.
Peter Herold ihr Arbeitsleben muss das Paradies gewesen sein. Und was Stefan betrifft, seit ich ihn hier bei der GZ lese ist sein Handeln sein Ziel die Gerechtigkeit. Und nein, seine Zeit als Kämpfer ist nicht vorbei, er lebt doch noch, oder Herr Herold ?
Martina Lennartz
6.223
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 02.05.2020 um 12:14 Uhr
Der Giessener Anzeiger spricht heute von 150 Teilnehmern!!

Liebe Christine, es gibt schon sehr lange Unterdrückte und Unterdrücker.
Aber es gab eine Zeit davor. Wir sind auch deshalb der Auffassung, dass eine bessere Welt möglich ist und kämpfen deshalb dafür.
Von selbst ändert sich in der Tat nichts- wer sich nicht wehrt- lebt verkehrt, denn vom Nichtstun werden unter anderem keine Kriege verhindert.
Klingt unglaublich simpel, ist es eigentlich auch.
Vielleicht sehen wir uns am 8.Mai um 17 Uhr am Kugelbrunnen;)
H. Peter Herold
28.858
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.05.2020 um 20:52 Uhr
Frau Stapf man sollte nicht über Menschen Urteilen die man nicht kennt.
Stefan Walther
4.777
Stefan Walther aus Linden schrieb am 02.05.2020 um 21:00 Uhr
Peter, es wäre schön wenn du wenigstens mal versuchen würdest auf die Kommentare konkret zu antworten = also, was ist falsch an dem was Christine Stapf geschrieben hat?
Christine Stapf
8.073
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 03.05.2020 um 12:32 Uhr
Herr Herold, ich habe über keinen Menschen geurteilt, nur meine Wahrnehmung über Ihren Kommentar geschrieben. Ich denke Sie sollten in Zukunft doch überlegen bevor sie Ihre Hände auf die Tasten legen. Im übrigen muss ich nichts über einen Menschen wissen, oft reicht mir da schon was ich von ihm lese.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Martina Lennartz

von:  Martina Lennartz

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Martina Lennartz
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