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DKP Gießen zur Corona-Krise

Gießen | Der Kreisvorstand der DKP Gießen befasste sich auf seiner letzten Sitzung, die aufgrund der Corona-Pandemie in Form einer Tele-Konferenz stattfinden musste, mit der derzeitigen Krise.

Zu Beginn wurde die Herausgabe des Gießener Echo gewürdigt, dessen Herstellung und Verbreitung auch unter den erschwerten Bedingungen im März gelungen ist. Gerade in Zeiten von Panikmache einerseits und Fake-News andererseits sei es wichtig, auch alternative Hintergrund-Informationen und Zusammenhänge aufzuzeigen, betonte die Kreisvorsitzende Erika Beltz.

Die Wirtschaftskrise der Konzerne, die jetzt mit Milliardenzuschüssen gestützt werden, sei nicht dem Corona-Virus geschuldet, sondern habe sich bereits im vergangenen Herbst abgezeichnet, erklärte Henning Mächerle. Schon vor Monaten sei absehbar gewesen, dass es, insbesondere auch in der Automobil-Industrie, zu Massenentlassungen und Kurzarbeit kommen wird. Dies werde jetzt unter den Tisch gekehrt und mit Verweis auf Corona Milliardengeschenke ans Kapital gerechtfertigt. Gleichzeitig würden die Armen der Gesellschaft, die von Hartz IV und Grundsicherung leben müssten, mit ihrer Not alleine gelassen, für sie gibt es – auch nach Schließung der Tafel und anderer Hilfseinrichtungen keinerlei Unterstützung.

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Martina Lennartz, Stadtverordnete der Fraktion Gießener Linke, ergänzte, dass sie entsprechende Fragen auch bezüglich der Unterstützung von Obdachlosen und der Frauenhäuser an den Magistrat gerichtet habe.

Die Folgen der brutalen Sparpolitik und Privatisierung im Gesundheitswesen, die nicht nur von der DKP seit Jahren kritisiert wurden, seien jetzt für alle offensichtlich geworden, stellte Gernot Linhart fest. Jetzt räche sich der seit Jahren bestehende Pflege-Notstand, der notwendige Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus erschwere.

Es könne zwar niemand voraussagen, wie lange dieser Krisenzustand mit gravierenden Einschränkungen der Grundrechte dauern werde, meinte der stellvertretende Kreisvorsitzende Rainer Grabowski; aber die Folgen für die abhängig Beschäftigten, die Arbeitslosen und alte Menschen würden verheerend sein.

Deutlich sei aber auch geworden, dass die Bekämpfung der Seuche im Kapitalismus nur eingeschränkt funktioniere, während zum Beispiel China, dem es innerhalb von drei Monaten gelungen ist, die Epidemie zu besiegen, jetzt großzügige personelle und materielle Hilfe in den am stärksten betroffenen Ländern leistet.

Kommentare zum Beitrag

Kurt Wirth
2.832
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 29.03.2020 um 14:18 Uhr
Nebenbei: In Paris ist vor ein paar Tagen Lucien Sève mit 93 an Corona/ Covid 19 verstorben. Sève war mehr als 60 Jahre in der Französischen Kommunistischen Partei und mehr als 30 Jahre in deren Zentralkomitee, ist aber 2010 mit 200 weiteren aus ihr ausgetreten. Der Philosoph war Autor des Buches "Marxismus und Theorie der Persönlichkeit", erschienen 1969 und seinerzeit auch an den Universitäten Gießen und Marburg sehr verbreitet.
Martin Wagner
2.652
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 29.03.2020 um 16:09 Uhr
Es ist geschenkt, wenn eine - von vielen - kommunistischen Parteien darauf hinweist, dass alles Mögliche mit der Existenz des Kapitalismus zusammen hängt. Damit wird signalisiert: Lasst uns dieses Witschaftssystem abschaffen, dann wird Alles besser.

Einmal dahin gestellt, ob die Welt nach solchen einfachen Mustern funktioniert oder nicht. Niemand wird es schaffen, dass bis zum 20. April 2020 der Kapitalismus in der BRD weg ist. Aber wir brauchen für die Nachepedemiezeit eine möglichst breit aufgestellte antikapitalistische Bewegung, damit sich das nicht noch einmal wiederholt.

D.h. für mich, wir müssen die Parteien des herrschenden Blocks (die willigen Vollstrecker der Kapitalisten) angreifen. Die sind bekannt, die haben eine Adresse .... im Gegensatz zu den meist in der Anonymität sich versteckenden Kapitalisten. Und es trifft keinen Unschuldigen; die sind auch für bestimmte Versäumnisse, welche zu dem Ausmass dieser Epedemie geführt haben, verantwortlich.

Beispiel: Die Gesundheitsministerin in Belgien hat keine Nachbestellungen der im Jahr 2019 "abgelaufenen" Altbestände der Masken für Epedemien veranlasst. Folge: x - Menschen in Belgien sind auf Grund der fehlenden Masken (am Anfang der Epedemie) gestorben. Ich hoffe sie wird wegen Totschlag / Mord / unterlassener Hilfestellung (oder wie immer der juristische Fachbegriff heisst) vor Gericht gestellt und mit mehreren Jahren Zuchthaus abgeurteilt.

Gut davon werden die verstorbenen Menschen nicht wieder lebendig, aber ich hoffe, dass das jeden anderen verantwortlichen Politiker eine Lehre ist und falls notwendig auch Massnahmen gegen die Kapitalisten ergreift. (Annahme dahinter: So viel Geld können die Kapitalisten einem Politikern garnicht offerieren, dass der so dumm ist jahrerlangen Knast in Kauf zu nehmen.)
Klaus Stadler
503
Klaus Stadler aus Reiskirchen schrieb am 30.03.2020 um 13:21 Uhr
Welche Massnahmen würden sie vorschlagen Herr Wagner?
Michael Beltz
7.711
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 30.03.2020 um 16:16 Uhr
Ihre Frage ist berechtigt. Als Nichtfachmann kann ich nur fordern: Weiterhin forschen, die Kapazitäten in den Krankenhäusern verbessern, bedürftige Menschen und vor allem kleine Betriebe wie Gastronomie finanziell zu unterstützen....
Herr Wagner hat sicher noch bessere Vorschläge.
Kurt Wirth
2.832
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 30.03.2020 um 17:20 Uhr
Soll nicht heißen, daß ich nicht dem Ausbremsen des Corona-Virus den absoluten Vorrang einräume, aber im letzten Absatz des Beitrags wird China zwar nicht expressis verbis als sozialistisches Land dargestellt, aber offensichtlich als "nichtkapitalistisches".

Im Oktober 2019 führte das Institut für sozialökologische Wirtschaftsforschung e.V. in München eine zweitägige Konferenz über die Entwicklung Chinas durch, auf der u.a. drei chinesische Hochschullehrer referierten. Sie stellten China als "sozialistische Marktwirtschaft" dar, in der die Marktwirtschaft Ressourcen effektiver als die traditionelle Planwirtschaft zuordnet. Das öffentliche Eigentum und das nicht-öffentliche Eigentum sind beides wichtige Bestandteile der sozialistischen Marktwirtschaft."In Chinas zukünftigerTransformation und Entwicklung muß die - von vielen als unvereinbar angesehene - Verbindung von Regierung, Markt und Gesellschaft interaktiv und symbolisch gemeinsam gestaltet werden, um einen größeren Erfolg zu erzielen". "Die Staatlichen Investitionen wachsen, aber die privaten Investitionen wachsen schneller". Es wird durchaus eine Polarisierung zwischen Arm und Reich eingeräumt. (Laut dem vielgeschmähten wikipedia gab es in China 2018 1,9 Mio Millionäre und 373 Milliardäre. Der reichste Mann Chinas, Ma Huateng, stand auf der Forbes-Liste 2018 mit 45,3 Mrd. USD an 17. Stelle. 10% der chinesischen Bevölkerung besaßen 71,9 % des Vermögens und die obersten 1% besaßen 47,0 % des gesamten Vermögens.) Laut einem der Referenten seien die "staatliche Handlungfähigkeit" und in zweiter Linie die Politik der KPCH der entscheidende Faktor in China, daß nichts aus dem Ruder läuft.

Diese "staatliche" Handlungsfähigkeit dürfte auch die entscheidende Ursache dafür sein, daß in China dem ausgebüxten Corona-Virus (wie und wem er da ausgebüxt ist wird sich vielleicht irgendwann zeigen) energisch begegnet werden konnte.

(Im Nachgang der genannten Konferenz ist eine Broschüre (3,50 Euro plus Versand) erschienen: isw-Report Nr. 119 "Der Aufstieg Chinas und die Krise des neoliberalen Kapitalismus", http://www.isw-muenchen.de )
Kurt Wirth
2.832
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 31.03.2020 um 07:45 Uhr
Mundschutz für alle ist m.E. ein sinnvolles Herangehen. Da wurde bisher die individualistische, egoistische Argumentation in den Vordergrund gestellt: Hilft nur , daß andere nicht von mir angesteckt werden, und nicht, daß ich von anderen angesteckt werde. Aber wenn alle einen tragen, wird die gegenseitige Ansteckung komplett unterbrochen. Unterbrochen kann man da natürlich nicht als Absolutheit sehen, sondern um Reduzierung in statistischen Wahrscheinlichkeiten.
Michael Beltz
7.711
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 31.03.2020 um 11:29 Uhr
China ist sicher kein entwickeltes sozialistisches Land. Allenfalls im Embrionalzustand. eine positive Entwicklung sehe ich in dem zunehmenden Abbau von Armut und Analfabetentum
360
Frauke Weber aus Gießen schrieb am 31.03.2020 um 18:13 Uhr
Seit Jahresbeginn war Corona bekannt, aber Westeuropa hat den Kopf in den Sand gesteckt. Das Ergebnis: zigtausend Tote.
Auch in der BRD wurden weder die erforderlichen Vorkehrungen getroffen, noch die notwendigen Artikel (Mundschutz, Desinfektionsmittel...) bereit gestellt. Die Maßnahmen kamen zu spät und bleiben Flickwerk.
Es zeigt sich einmal mehr, dass die Marktwirtschaft, egal ob sie sich "frei" oder "sozial" nennt, nur nach dem Profitprinzip funktioniert und - besonders in der Corona-Krise - untauglich ist.
Nötig ist eine an den Interessen der Menschen orientierte Planwirtschaft, das setzt das gesellschaftliche Eigentum an den Produktionsmitteln voraus.
Martin Wagner
2.652
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 31.03.2020 um 19:19 Uhr
Herr Stadler fragt mich nach konkreten Massnahmen für den Zeitraum nach der Epedemie.

Eine einigermaßen zufriedenstellende Antwort darauf würde mindestens ein halbes Dutzend Artikel erfordern. Ich fühle mich da überfordert. (Weniger inhaltlich, sondern ich vermag komplexere Zusammenhänge nicht so zusammen zu fassen, dass sich da keine Fehler einschleichen ....)

Muss ich eigentlich Antworten "liefern" oder reicht es nicht, dass in einem Online-Artikel Gedankenanstösse versucht werden zu vermitteln?

Auch wenn mir klar ist, dass so eine superkurze Zusammenfassung irgendwo falsch sein muss würde ich für die Nachepedemiezeit Folgendes für sinnvoll erachten:

1. Ausnutzung aller (noch) vorhandenen demokratischen Spielräume um die katastrophalen Versagern in der Politik dem
laufenden Betrieb entziehen zu können. (Politiker im Knast müssen ihr Amt abgeben.) Hoffnung dabei, dass es in der Politik noch einigermassen integere Persönlichkeiten zu finden sind.

2. Keinerlei Vertrauensvorschuss für die Parteien des herrschenden Blockes! (Die haben nur versagt und durch ihren Parteistatus ist es nur Verarschung, wenn sie davon reden "wir haben gelernt ...") Neue Wählerzusammenschlüsse müssen her.

3. Zusammenfassung aller antikapitalistischen Kräfte in geeigneten Zusammenschlüssen, damit der eigentliche Motor der Entwicklung - die Gier der Kapitalisten - abgestellt werden kann.
Stefan Walther
4.745
Stefan Walther aus Linden schrieb am 31.03.2020 um 19:36 Uhr
Michael, eine China-Diskussion würde hier weg vom eigentlichen Thema führen, aber dein Kommentar ist so abwegig, dass man ganz kurz darauf eingehen muss:
- China, ein Land im "Embrionalzustand hin zu einem sich entwickelnden sozialistischen Land"? Das ist einfach nur absurd, China ist durch und durch kapitalistisch, sowohl was die Innen- als auch die Außenpolitik betrifft...
- Bekämpfung der Armut und des Analphabetentums im heutigen China? Das ist fast schon makaber: wann wurde in China tatsächlich das Analphabetentum ( erfolgreich! ) bekämpft und wann gab es keine völlig verarmten hunderte Millionen von Wanderarbeitern in China und gleichzeitig auch keine ständig steigende Zahl von Millionären und Milliardären? Etwa im derzeitigen China???
Kurt Wirth
2.832
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 31.03.2020 um 21:11 Uhr
Hierzu lieferte allerdings einer der Referenten auf der besagten Konferenz ein paar Zahlen:
Ende 1978 lebten 770 Mio Menschen in Armut
Ende 2012 lebten 99 Mio Menschen in Armut
Ende 2018 lebten 16,6 Mio Menschen in Armut

Die ländliche Armutsquote betrug 1978 97,5%, 2012 10,2 %, 2018 1,7%. Allerdings werden die Zahlen - zumindest in der berichtenden Broschüre- inhaltlich und methodisch nicht näher erläutert.

Die Nation, die inzwischen die meisten Besucher von Schloß Neuschwanstein stellt, ist inzwischen China (früher Japan) :-)

Es wurden auch Zahlen zum Pro-Kopf-Einkommen genannt. Die sind aber m.E. wenig aussagekräftig, da es Durchschnittszahlen von Milliardären und kleinen Leuten sind.
Stefan Walther
4.745
Stefan Walther aus Linden schrieb am 31.03.2020 um 21:30 Uhr
Schade, auf diese "inhaltliche und methodische" Erläuterung wäre ich aber mal sehr gespannt... und z.B. die Wanderarbeiter ( man könnte auch noch erläutern warum es sie überhaupt gibt, würde aber hier jetzt zu weit führen ) spielten bei diesen Referenten gar keine Rolle?

Stimmt, da macht China keinerlei Unterschied zu anderen kapitalistischen Ländern, das Pro-Kopf-Einkommen sagt gar nichts aus über die tatsächliche Armut und den tatsächlichen Reichtum.
360
Frauke Weber aus Gießen schrieb am 01.04.2020 um 12:47 Uhr
Vielen Dank für die Zahlen, Herr Wirth. Auch die UN bestätigt, dass der weltweite Hunger nur aufgrund des beeindruckenden Rückgangs in China nicht schlimmer ist.
Herr Walther hat sicher einen Vorschlag, mit welchen Methoden das in China besser hätte erreicht werden können.
Stefan Walther
4.745
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.04.2020 um 15:35 Uhr
Vielleicht sollten Sie sich mal wirklich intensiv mit der Entwicklung Chinas beschäftigen Frau Weber, und nicht nur mit der Zeit nach der Restauration des Kapitalismus in China. Dann würden Sie evt. erkennen zu welcher Zeit die größten Erfolge in China gegen Armut, Hunger, soziale Ungleichheit, Analphabetismus... errungen wurden, dafür müssten Sie aber die "Scheuklappen" abnehmen. Und ausgerechnet die sonst als imperialistisches Machtzentrum ( zu Recht! ) bezeichnete UN als Zeuge zu benennen, das ist schon mehr als merkwürdig.
Michael Beltz
7.711
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 02.04.2020 um 11:11 Uhr
"....nach der Zeit der Restauration des Kapitalismus in China."
Damit kann doch nur die Zeit Maos gemeint sein. (oder?) Gut dass ich zu jener Zeit nicht in China gelebt habe, denn da wäre ich als Lehrer im Schweinestall gelandet.
Diese Mao-Verehrung durch die sog. Maoisten, der auch deine Partei (MLPD) huldigt, halte ich nicht für den Fortgang der Geschichte, sinnvoll.
Einig sind wir uns darin an dieser Stelle keine China-Diskussion zu führen
Stefan Walther
4.745
Stefan Walther aus Linden schrieb am 02.04.2020 um 15:27 Uhr
Michael, bisher habe ich - trotz aller Kritik die ich an Revisionisten habe - immer versucht konkret u.a. auch mit deinen Argumenten und Meinungsäußerungen umzugehen, sowie ich es auch bei anderen, z.B. der MLPD als Nichtmitglied(!) tue.

Aber das hier setzt der Unkenntnis die Krone auf:
- immerhin erkennst du an ( so zwischen den Zeilen ), dass es in China eine Zeit vor und eine Zeit nach der Restauration des Kapitalismus gab / gibt
- als Lehrer wärst du im Schweinestall gelandet? Nun, die Intellektuellen, also auch die Lehrer, haben sehr wohl auch praktische Arbeit geleistet, fast immer freiwillig. Und der Geruch von Schweinemist oder die Hilfe bei der Ernte - neben ihrer Haupttätigkeit als Lehrer! - ich denke nicht, dass dies ihnen geschadet hatte. Ja, "dem Volke dienen", dies war auch eine bewusste Entscheidung von Lehrern und vielen anderen Intellektuellen ( z.B. den Barfußärzten )
- Mao Verehrung und Personenkult? Ein Widerspruch in sich, Mao lehnte dies strikt ab... "das Volk und nur das Volk macht die Geschichte!". Es geht um die Ideen, um die Praxis vor allem in Zeiten als die Sowjetunion revisionistisch entartete, das sind die Verdienste die das chinesische Volk ( nicht irgendwelche "Maoisten" ) bis heute nicht vergessen hat...

Hat nichts mit dir persönlich zu tun Michael, aber so manchem Intellektuellen würde es auch heutzutage kein bisschen schaden wenn er sich auch mit dem Volk ( damals vor allem Bauern und Arbeitern ) nicht nur intellektuell sondern auch ganz praktisch verbinden würde / verbunden hätte, dann wäre evt. auch in China die Entwicklung eine andere gewesen?

Nun gut, "keine China Diskussion"? Das setzt aber voraus, dass solche haltlosen Aussagen wie in deinen Kommentaren unterbleiben.... es gab "Linke" die haben als junge Intellektuelle mit der "Mao Bibel" ( das kleine rote Buch ) in der Hand - auch in der BRD - demonstriert. Dass sie kein bisschen davon wirklich verstanden haben zeigt sich heute oft an ihrem regelrechten "Mao-Hass"... dabei haben sie höchstwahrscheinlich noch nie etwas aus dieser Zeit analysiert oder gelesen, ausser "Schriften" von Revisionisten "über" diese Zeit. Und wer waren die größten Beifallklatscher als der Bürokrat und Kapitalist Deng Xiaoping die Macht an sich riss? Ähnlich wie bei Chruschtschow, die US-Imperialisten! Das sollte doch jedem Linken zu denken geben!

Lange Antwort, ja, aber jetzt ist die China-Diskussion für mich auch vorbei.
Kurt Wirth
2.832
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 02.04.2020 um 20:07 Uhr
Da die Bekämpfung der Seuche im Beitrag selbst eine Gegenüberstellung zwischen China und der "kapitalistischen Welt" erfährt, ist doch eine Diskussion darüber legitim.
Stefan Walther
4.745
Stefan Walther aus Linden schrieb am 02.04.2020 um 21:01 Uhr
Ja, das stimmt, aber dann mit Fakten zu Corona und nicht mit Beurteilungen, die aus meiner Sicht falsch sind, zum derzeitigen und früheren Gesellschaftssystem in China...

Und warum wird dann nicht z.B. Südkorea als gutes Beispiel bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie angeführt? Weil es nicht ins Weltbild passt? Oder, wie wird das schwedische Vorgehen beurteilt ( ich bin da skeptisch )?
Die Behauptung der chinesischen Führung "wir haben das Virus besiegt", auch das bleibt erstmal abzuwarten. Natürlich würde ich es dem chinesischen Volk wünschen, aber auch da bin ich, wie bei den Zahlen anderer Länder auch, genauso skeptisch.
47
Jonas Seiler aus Staufenberg schrieb am 03.04.2020 um 00:41 Uhr
Also, dass das moderne China auf jeden Fall nicht sozialistisch ist, sollte meiner Meinung nach ziemlich klar sein.
Was die Person Maos betrifft finde ich es immer wieder interessant, wie massenhaft hoch angesehen Mao zeit seines Lebens sogar im "Westen" war.
Martin Wagner
2.652
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 03.04.2020 um 14:45 Uhr
Zurück zum Artikel:

Am Ende steht (....) "Deutlich sei aber auch geworden, dass die Bekämpfung der Seuche im Kapitalismus nur eingeschränkt funktioniere, während zum Beispiel China, dem es innerhalb von drei Monaten gelungen ist, die Epidemie zu besiegen, ......" (....).

Mit einer solchen Ausage wäre ich etwas vorsichtiger.

1.
Weil die unabhängige (= staatsferne) Informationslage zu China mir nicht besonders hoch erscheint. Denkbar wäre (ich behaupte das aber jetzt nicht), dass die offiziellen Zahlen (wie wohl überall in der Welt) "geschönt" waren und sind.

2.
Sollten die offiziellen Zahlen (zumindest in etwa) stimmen, bleibt die Frage: Mit welchen Mitteln ist dies dem Staat gelungen. Und hier wird es in meinen Augen sehr problematisch. Was in unseren Systemmedien verbreitet wird (ich denke ganz bewusst) ist: Das ist nur gelungen, weil dieser Staat den Bürger weit mehr kontrollieren kann (und es auch tut), als bei uns (Stichwort: Handysdaten, Gesichterkennungsprogramm öffentlicher Kameras, völlige Ein- bzw. Ausreisebeschränkungen lokaler Gebiete etc.). Ich sehe da "1984" langsam aber sicher auf uns zukommen.
Ich bin in diesen zugespitzten Zeiten durchaus für punktuelle Einschränkungen der Freiheitsrechte, aber ich weis nicht wer den Staat zwingen können sollte (falls er daran Gefallen gefunden hat) diese Rechte nicht übermäßig lang einzuschränken oder sogar einzelne Freiheitsrechte auf Dauer abzuschaffen. Die durch die jetzigen Parteien beherrschten Parlamente kann der Bürger als Kontrollorgan schlicht und einfach vergessen. Ob die Justiz da in die Bresche springen kann? Ich bin da sehr verhalten optimistisch. Logisch wäre den massenhaften Druck der Straße zu organisieren und so viele Mitbürger aufzurütteln, dass auch die bräsige Regierung daran nicht vorbei kommt. Aber gerade das wird ja im Moment gerade von der Verwaltung schlichtweg ausgehebelt.*

* Laut Lokalpresse wurde vorgestern eine angemeldete Demonstration vor dem Giessener Rathaus (Veranstalter machte vorher genaue Angaben, wie bei dieser Demonstration das Abstandsgebot eingehalten werden sollte) verboten. Der Weg nach Kassel zum Gericht war auch nicht erfolgreich. Zu hoffen gilt, dass es dem Veranstalter beim Bundesverfassungsgericht gelingt seine Klage gegen das Verbot vorzulegen und das Gericht (wegen der generellen Bedeutung) die Klage annimmt.
Klaus Stadler
503
Klaus Stadler aus Reiskirchen schrieb am 03.04.2020 um 16:14 Uhr
Zur Erinnerung: Die von 1968-1970 tobende Hongkong-Grippe war viel aggressiver als Corona. Weltweit starben mehr als eine Million Menschen.Davon in Deutschland 40000,ohne dass deswegen Schulen oder Fabriken geschlossen wurden. 2017/2018 starben 25000 Menschen an einer Grippewelle. Davon wurde nur am Rande berichtet. Und jetzt sitzt Herr Wieler vom RKI jeden Tag vor der Kamera und gibt seine wechselnden Meinungen zum Besten.
Kurt Wirth
2.832
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 03.04.2020 um 22:52 Uhr
Meinen Sie, Herr Stadler, die fehlenden Intensivbetten in diversen europäischen Ländern sind getürkt und in Wirklichkeit vorhanden? Oder die überlasteten Bestattungsinstitute und Krematorien nur Show? Gab es das 1968-70 oder 2017/18 auch? Corona läuft ja auch parallel und zusätzlich zur alljährlich üblichen Grippewelle. Ich glaube, wenn es irgendwie möglich gewesen wäre, hätten China, Trump und Putin das auf kleiner und kleinster Flamme gekocht. Da muß schon was dran sein.
Michael Beltz
7.711
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 06.04.2020 um 16:48 Uhr
Herr Seiler, dass Mao zu seiner Zeit auch in Westen z.T. angesehen war ist richtig; ich besitze auch noch eine Mao-Bibel. Niemand hat hier behauptet China sei sozialistisch. Ich sehe Chancen, dass es auf einem Weg dorthin ist.
47
Jonas Seiler aus Staufenberg schrieb am 12.04.2020 um 02:08 Uhr
Nun, Herr Beltz, dann erklären Sie mir bitte was China nun ihrer Meinung nach ist, wenn es weder kapitalistisch noch sozialistisch ist. Ich finde die Annahme berechtigt, dass wenn jemand China als Gegenbeispiel zu typischeren kapitalistischen Ländern anführt, dass er es dann für sozialistisch hält.

Aber gut.

Was genau meinen Sie mit ihrem letzten Satz?
Doch nicht etwa, dass die KP Chinas oder gar die Regierung zum Sozialismus hinarbeitet?
Günter Seibert
997
Günter Seibert aus Gießen schrieb am 14.04.2020 um 16:40 Uhr
Liebe Stalinisten


keine Links populistischen Sprüche kloppen , sondern alles mit Fakten und Zahlen belegen . Das war aber leider bei dem Beitrag über Corona nicht der Fall. Welches Verhalten soll man von Stalinisten den auch erwarten, die haben sich zum Ende 1920 und und im Verlauf bis zum Börsencrash im Oktober 1929 lieber um sich gekümmert und nicht um die hungernden Bauern und Arbeiter , sondern eher um Ihre politischen Gegner und die Intellektuellen in Russland die von der GPU verhaftet wurden . Ihr seit keine Wohltäter und werdet es auch nie werden ! Und noch ein eins zum Schluss , es gibt keine Diktatur des Proletariats sonder nur die Macht der Partei und Ihren Apparaten , dem Zentralkomitee und dem Politbüro.
Günter Seibert
997
Günter Seibert aus Gießen schrieb am 14.04.2020 um 16:54 Uhr
Mehr gibt es nicht zu sagen !

https://www.bpb.de/politik/extremismus/linksextremismus/33618/trotzkisten
Günter Seibert
997
Günter Seibert aus Gießen schrieb am 14.04.2020 um 16:58 Uhr
https://diefreiheitsliebe.de/politik/trotzkismus-heute-die-bedeutung-der-ideen-leo-trotzkis-fuer-das-21-jahrhundert/
Stefan Walther
4.745
Stefan Walther aus Linden schrieb am 14.04.2020 um 22:17 Uhr
Was soll das jetzt sein? Ein bisschen geifern mit antikommunistischen bürgerlichen Kampfbegriffen der Trotzkisten? Und, wo bleiben die Fakten zu Corona?
Eigentlich ist es völlig überflüssig auf Trotzkisten überhaupt einzugehen!
Michael Beltz
7.711
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 16.04.2020 um 18:45 Uhr
Na Günter, worum geht es dir? Bleibe lieber beim Fußball und nenne die Chancen des Gießener FC.
Günter Seibert
997
Günter Seibert aus Gießen schrieb am 17.04.2020 um 15:57 Uhr
Nur das China nach neusten Erkenntnissen falsche Zahlen verbreitet hat, das wird geleugnet . Ist ja typisch für die stalinistischen Betonköpfe ,die immer noch Glauben in der DDR hätte der real existierende Sozialismus geherrscht . Für die ist Gorbatschow bis auf den heutigen Tag am Niedergang der DDR Schuld obwohl diese schon viel früher am Ende war . Nichts gelernt , von Reformen noch nie etwas gehört , na sowas, hilft nur noch eins auf dem Wildtiermarkt in Wuhan einkaufen gehen , den der hat wieder geöffnet !!!

https://www.spiegel.de/politik/ausland/wuhan-heiko-maas-nennt-korrigierte-zahl-der-corona-toten-besorgniserregend-a-f8e4fe2c-917a-4f11-a542-7a0085e38053
Günter Seibert
997
Günter Seibert aus Gießen schrieb am 17.04.2020 um 16:17 Uhr
Seit Corona kochen ALLE !!! ihre politischen Süppchen, Die Betonung liegt auf ALLE.
Wichtig ist , das die Menschen , die es betrifft im Mittelpunkt stehen und für die so schnell wie möglich ein Impfstoff entwickelt wird und in Umlauf kommt. Da müssen sich nun mal alle Parteien und die Wirtschaft hinten anstellen bis man die Krise bewältigt hat . Priorität hat momentan nur eins , ein Mittel gegen Corona .
Michael Beltz
7.711
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 18.04.2020 um 16:24 Uhr
Vor Jahren hast du auf die PDS geschimpft, jetzt auf die Stalinisten. Hilft niemandem weiter
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Michael Beltz

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Michael Beltz
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