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Nötiges Grundangebot auf Lahntalbahn und Vogelsbergbahn nicht gewährleistet - PRO BAHN Regionalverbände Osthessen und Mittelhessen kritisieren erneut den RMV

Gießen | Ab dem 23.03.2020 besteht auf der Lahntalbahn und der Vogelsbergbahn nur noch ein Zwei-Stunden-Takt bis kurz nach 19:00 Uhr - Vogelsbergkreis und Altkreis Oberlahn rund um Weilburg damit abgeschnitten.

Als einen deutlichen Schritt zu weit und regionale Ausgrenzung bezeichnen die PRO BAHN Regionalverbände Mittelhessen und Osthessen die durch den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) veranlassten drastischen Fahrplankürzungen auf der Lahntalbahn und der Vogelsbergbahn ab dem 23.03.2020 wegen des Corona-Virus.

Dass man während der Corona-Krise nicht den kompletten Wochentags-Fahrplan aufrechterhalten muss, das erschließt sich auch den Fahrgastvertretern. Man sehe aber die Samstags- und Ferienfahrpläne als Basis. Viele Bereiche des Arbeitslebens und der Daseinsvorsorge seien jedoch aufrecht zu erhalten und dazu müsse auch eine entsprechende öffentliche Personenbeförderung bestehen bleiben. Gerade Berufsfeldern, welche bislang nur gängige Arbeitszeiten wie von 7:30 Uhr bis 16:00 Uhr kannten, hätten nun zur Schichtarbeit im Zweischichtsystem übergewechselt, so dass nicht die gesamte Belegschaft im Falle einer Corona-Infektion in Quarantäne muss.

Daher ist es unverantwortlich, dass die letzten Fahrten der Vogelsbergbahn und der Lahntalbahn nun kurz nach 19:00 Uhr fahren zu lassen und danach Betriebsruhe besteht. Tagsüber bestehe nur noch ein 2 Stunden-Grundtakt, das ist völlig inakzeptabel, was nur noch durch die RB 45 der Hessischen Landesbahn zwischen Fulda, Gießen und Limburg abgedeckt wird. Völlig unverständlich ist, warum die Regional-Expresszüge zwischen Gießen und Koblenz der Linie RE 25 komplett entfallen. Zwischen Limburg und Koblenz bestehen nur noch einzelne Fahrten der RB 23.

Menschen, die für den Alltagsbetrieb gebraucht werden, kommen nicht mehr zu ihren Arbeitsplätzen. Der Vogelsbergkreis und dem Altkreis Oberlahn sind nun von der Grundversorgung abgeschnitten. Diese muss aus einer stündlichen Verkehrsbedienung tagsüber und aus einem Betrieb bis 22:00 Uhr bestehen, so der Stellv. Vorsitzende und Regionalsprecher Werner Filzinger.

Der RMV greife fortwährend in seinen Entscheidungen immer zu Lasten von Mittelhessen und Osthessen. Es bedarf nach der Corona-Pandemie einer weitreichenden Analyse, wie künftig in vergleichbaren Krisen der Öffentliche Personenverkehr in ganz Hessen in einem vorsorglich ausgearbeiteten Grundangebot mit Stufenkonzeption aufrechterhalten werden kann, so die die PRO BAHN Regionalverbände Mittelhessen und Osthessen.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.650
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 23.03.2020 um 18:37 Uhr
Richtig ihr Fahrgastvertreter.

Wir brauchen dringend Fast-Geisterfahrer-Züge damit die wenigen Fahrgästen isoliert sitzen können.

D.h.

- hängt mehr Waggons an!
- keine Ausdünnung des Fahrplans (Faustregel: die stehen gebliebenen Fahrgäste quetschen sich in den nächsten Zug - drastische Erhöhung der Ansteckungsgefahr!)
- Ein- und Ausstieg weit weg vom Fahrer
- Verzichtet auf Fahrkartenkontrollen - Nutzer kauft Fahrkarten!

Solange der RMV genug gesunde Fahrer hat - fahrt mindestens den normalen Fahrplan. Es hat Zeit die ausgefallenen Gelder zusammen zu zählen (und sich beim Staat wieder zu holen). In Zeiten der Klimakatastrophe ist der OEPNV wichtiger den je.

(Und nicht zu vergessen. Zwingt nicht die letzten OEPNV-Treuen auf die Dreckschleuder Auto umzusteigen!)
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