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Grasfrosch-Suche! Aufruf der HGON e.V. in der Stadt Gießen

Grasfrösche im Huckepack
Grasfrösche im Huckepack
Gießen | Wenn im Frühling milde Nächte und ausreichend Regen zusammenkommen, macht sich Inga Hundertmark auf die Suche nach Erdkröte und Grasfrosch. „Diese beiden Arten sind die ersten, die sich nach der Winterruhe auf die Wanderung zu ihren Laichgewässern machen.“ erklärt die Biologin. „Für mich als Herpetologin sind sie der Startschuss für die Amphibiensaison.“ Grasfrösche halten sich nur kurz am Gewässer auf und veranstalten keine weit hörbaren Konzerte, wie man sie von anderen Froscharten kennt. Wenn Inga und ihre Mitstreiter von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON e.V.) wissen möchten, ob Grasfrösche ein Gewässer zur Fortpflanzung nutzen, suchen sie deshalb zuerst nach Laichballen. Jedes Weibchen setzt einen Laichballen mit mehreren Tausend Eiern in der Flachwasserzone ab, den man deutlich erkennen kann.
Der Grasfrosch ist eine der häufigsten Amphibienarten in Hessen und kommt in fast allen Landesteilen vor. Die erwachsenen Tiere leben meist in Wäldern, aber auch Wiesen und Gärten werden besiedelt. Daher werden auch nicht selten naturnah gestaltet Gartenteiche zum ablaichen aufgesucht.
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Wie alle Frösche beginnt der Grasfrosch sein Leben als Larve (Kaulquappe) im Wasser. Hier ist der Grasfrosch nicht wählerisch und nutzt alles von schwach strömenden Bächen und Gräben, bis hin zu Tümpeln und Seen oder auch nur großen Pfützen. In Zeiten des Klimawandels kann ihm das zum Verhängnis werden. In warmen Jahren trocknen häufig Gewässer aus, bevor die Kaulquappen ihre Umwandlung (Metamorphose) vom Wasser- zum Landtier abgeschlossen haben. Das gefährdet das Fortbestehen der Population. Deshalb steht der Grasfrosch schon seit 2010 auf der Vorwarnstufe der sogenannten Roten Liste Hessens. Im Jahr 2019 wurden im Rahmen der Landeskartierung zahlreiche Untersuchungsgebiete in ganz Hessen auf die Anwesenheit des Grasfrosches untersucht, indem die vorhandenen Laichballen gezählt wurden. „Selbst das größte Vorkommen hatte nur 300 Laichballen. Für eine wirklich gute, stabile Population müssten es mindestens 500 sein.“ so Inga Hundertmark. In vielen Bereichen war die Zahl deutlich geringer, oder die Art war gar nicht zu finden.
Der Arbeitskreis Gießen der HGON möchte dieses Jahr herausfinden, wie es um die Grasfrösche im Stadtgebiet von Gießen bestellt ist. Denn nur bei Kenntnis der Bestände können Maßnahmen ergriffen werden, um
Grasfrosch - Laich mehrerer Individuen
Grasfrosch - Laich mehrerer Individuen
unsere einheimischen Amphibienarten zu schützen. Daher ruft die HGON die Mitbürger*innen von Gießen auf, Laichgewässer des Grasfroschs zu melden. Wer dieses Projekt unterstützen möchte, der kann entsprechende Gewässer aufsuchen, die Laichballen zählen und evtl. fotografieren und diese unter Angabe des Fundortes an die HGON melden. Falls sich die Masse der Laichballen nicht genau zählen lässt, dann zumindest eine Schätzung abgeben, wie „mind. 20 Ballen“ oder „20-30 Laichballen“. Hierbei sind aber Betretungsverbote für Naturschutzgebiete und Privatflächen natürlich zu beachten. Die Naturschutzgebiete im Stadtgebiet werden von der HGON kontrolliert. Die Meldungen von den Gewässern (entweder mit einer mitgelieferten Karte oder einer sehr genauen Beschreibung des Fund-Gewässers) werden für eine Hochrechnung auf die Gesamtzahl der Tiere genutzt. Zudem wird sich die HGON darum bemühen, dass diese Gewässer auch zukünftig erhalten und gepflegt werden. Größere gemeldete Vorkommen werden evtl. von der HGON nachkontrolliert. Übrigens lässt sich der Laich des Grasfrosches spielend leicht von dem der Erdkröte unterscheiden: Kröten setzen ihre Eier in Form von langen, dünnen Schnüren ab.
Meldungen und Fragen bitte an Inga Hundertmark (inga.hundertmark@hgon.de), gerne kann auch die Anwesenheit weiterer Arten mitgeteilt werden.

Grasfrösche im Huckepack
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