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Viel Lob für Behandlungskonzept von Vitos in Gießen

Die Vitos-Klinik in Gießen. (Foto: Vitos)
Die Vitos-Klinik in Gießen. (Foto: Vitos)
Gießen | Besuchskommission des Hessischen Sozialministeriums nimmt Klinik unter die Lupe

Gießen, 12. Februar 2020. Wie sieht es in der Klinik aus und wie werden die Patienten dort therapiert? Mit diesen Fragen im Gepäck ist die Besuchskommission des Hessischen Sozialministeriums jetzt an der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Gießen zu Gast gewesen, um sich selbst ein Bild zu machen. Dabei befragten die Kommissionsmitglieder auch Mitarbeiter und Patienten nach einer Einschätzung. Am Ende gab es viel Lob.

Zum Hintergrund: Die Besuchskommissionen, von denen es in Hessen fünf gibt, haben die Aufgabe, alle psychiatrischen Kliniken im Land mit einem unabhängigen Blick von außen zu bewerten und Verbesserungsvorschläge an das Ministerium weiterzugeben. Sie sind zusammengesetzt aus Ärzten, Psychotherapeuten, Betreuungsrichtern, Vertretern von sozialpsychiatrischen Diensten, Beschwerdestellen sowie Betroffenen- und Angehörigenverbänden. Sie beschäftigen sich mit dem Behandlungskonzept der Klinik, fragen zum Beispiel nach, ob beim Thema Unterbringung alles juristisch korrekt abläuft, oder in welcher Form die Angehörigen in die Therapie eingebunden werden.

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Eigenes Konzept der Therapie-Basics

Die Kommission hatte ihr Kommen in Gießen einen Tag vorher angekündigt. Nachdem das Klinikteam die Angebote der Einrichtung vorgestellt hatte, machten sich die Besucher auf mehreren Stationen selbst ein Bild von den Räumlichkeiten, sprachen mit Patienten und Mitarbeitern und prüften stichprobenartig die Dokumentation.

Das Behandlungskonzept, das Vitos Gießen-Marburg in der Erwachsenenpsychiatrie in die Umsetzung gebracht hat, enthält zum Beispiel die sogenannten GIMA Therapiebasics. Diese wurden unter Federführung des Ärztlichen Direktors, Prof. Dr. Michael Franz, im Haus entwickelt. Sie bestehen aus verschiedenen Modulen, die den Behandlungsteams helfen sollen, achtsam, validierend und zielorientiert mit den Patienten zu arbeiten. „Ziel ist es, wenn wir mit einem Patienten in Kontakt sind, so früh wie möglich mit ihm herauszufinden, welches seines Ziele sind und wie man diese therapeutisch nutzen kann, damit er möglichst bald wieder ohne die Hilfe der Klinik leben kann“, so Prof. Franz.

Wichtiges Ziel: Deeskalation

Weiterhin wird viel im Bereich der Deeskalation getan. So hat Vitos Gießen-Marburg bereits zwei Programme aufgesetzt, um Mitarbeiter auf Station darin zu schulen, sich in brenzligen Situationen deeskalierend zu verhalten – zum eigenen Schutz und zum Schutz der Patienten. Darüber hinaus ist ein gestuftes Raumkonzept zur Deeskalation in Planung, um Menschen in hohen Erregungszuständen ein Angebot abseits des Überwachungsraums machen zu können.

Das Fazit der Kommission: Die Klinik verfüge über einen Neubau mit ruhigen, offen gestalteten Stationen. „Wir haben insgesamt einen sehr guten Gesamteindruck gewonnen. Sie haben hier ein sehr gutes Behandlungskonzept. Die Umsetzung aller juristischen Vorgaben und Pflichten ist einwandfrei. Das alles hat uns sehr beeindruckt.“

Und auch die Mitarbeiter wurden lobend hervorgehoben: Die Befragten trügen das Behandlungskonzept gut mit. „Die Prozesse, die in Gang gesetzt wurden, gehen in die richtige Richtung. Die Ideen, die Sie hier haben und die teils auch schon umgesetzt sind, sind beeindruckend.“

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von:  Susanne Richter-Polig

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