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Klöckner in Gießen - sponsored by Vodafone?

Gießen | "G5 an jeder Milchkanne" wird die globale Landwirtschaft und damit "die Welt" retten. So die Landwirtschaftsministerin mit ihrem gestrigen Vortrag "Landwirtschaft quo Vadis? " in der Uni-Aula Gießen.

Eigentlich hätte sie ein Magenta Sakko tragen müssen, so dachte ich mir, bis mir einfiel, dass ja die Firmenfarbe von Vodafone knallrot ist.

Ob die anwesenden Bauern durch diesen Unfug besänftigt werden können, wage ich zu bezweifeln. Gefaehrlich ist er dennoch, da suggeriert wird, man müsse nur ein technisches Wundermittel aus dem Hut zaubern um den ganzen maßlosen Verschwendungswahnsinn weiter wie bisher treiben zu können.

Bei aller verständlichen Wut der Bauern ist es leider fatal, wenn sich diese nun gerade verstärkt gegen Umweltschützer zu richten beginnt, anstatt massiv diejenigen torpediert, welche Handelsvertraege mit z. B. Kanada (CETA) oder Südamerika vorantreiben, um von dort unter Unterlaufung von Umweltstandards Billigfleisch aus Massenproduktion zu importieren.

Auf diesem Hintergrund ist es geradezu perfide, wenn Frau Klöckner globale Umweltstandards postuliert!

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.858
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 11.02.2020 um 13:50 Uhr
… diesen Unfug besänftigt werden können, vage ich zu bezweifeln.

Ich vage? es nicht zu bezweifeln, ich unterstelle es sogar. Dabei müssen sich die Landwirte auch an das Hemd fassen wenn sie ihre Gülle und Düngemittel im Übermaß auf Wiesen und Felder bringen.
Hier liegt einiges im Argen wenn man an das Thema Umwelt und Klima denkt.

;-)) an Ecken zu urinieren ist auch nicht Umweltbewusst.
Christoph Schäfer
782
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 11.02.2020 um 15:20 Uhr
Da ist in der Tat sehr viel im Argen, z. B. Unser exzessiver Fleischkonsum. Aber Verzicht will kein Politiker predigen, obgleich auch dieser durchaus mehr befriedigen kann als permanente Übersättigung.
Stefan Walther
4.777
Stefan Walther aus Linden schrieb am 11.02.2020 um 18:59 Uhr
Die Bauern sind keine "Umweltverbrecher"!
Sie wehren sich - völlig zurecht - gegen den Würgegriff in dem sie gefangen sind = Agrarindustrie, Düngemittelhersteller, Maschinenbauindustrie und Märkte wie Aldi, Lidl usw. bestimmen die Preise und die Art der Produktion. Die Folgen haben nicht die Bauern zu verantworten: immer größere Betriebe, immer mehr Kleinbauern die aufgeben müssen... nicht artgerechte Massentierhaltung, Monokultur, brachliegende Böden usw. haben nicht die Bauern zu verantworten, sondern die die mit den Bauern ihren Profit machen.
Und der so genannte Bauernverband und auch die hier erwähnte Landwirtschaftsministerin vertreten nicht die Interessen der kleinen und mittleren Bauern, sie sind willfährige Handlanger der Agrarindustrie.
Nicht Umweltauflagen sind schuld an den niedrigen Erzeugerpreisen ( und auch nicht die Verbraucher wie immer gern behauptet wird ) sondern einzig und allein Agrar- und Handelsmonopole.

Warum haben denn die Bauern zu Tausenden gemeinsam mit Fridays for future für Umweltschutz und gegen die drohende Klimakatastrophe demonstriert? Weil ihnen der Umweltschutz und die Zerstörung der Böden am A... vorbei geht?
H. Peter Herold
28.858
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 11.02.2020 um 19:28 Uhr
Fest steht aber auch kein anderer selbständig Arbeitender wird so subventioniert wie die in der Landwirtschaft. Das alles nur an der Lebensmittelversorgung festzumachen ist einseitig
Stefan Walther
4.777
Stefan Walther aus Linden schrieb am 11.02.2020 um 20:22 Uhr
Wer wird vor allem subventioniert? Die Klein- und Mittelbauern? Trugschluss = je größer der Betrieb umso höher die Subventionen.
Peter, wieso kommt es denn deiner Meinung nach sonst zur Ruinierung tausender Klein- und Mittelbauern?
Und das kann man schon vergleichen mit sonstigen Subventionen = während sich kleine Selbständige oft am Rand des Existenzminimums bewegen, wird der Großindustrie das Geld ( der Steuerzahler ) in den Hintern geblasen... geschweige denn davon zu reden dass sie obendrauf oft noch nicht mal Steuern bezahlen...
47
Jonas Seiler aus Staufenberg schrieb am 12.02.2020 um 01:19 Uhr
Stefan, ich muss dir da voll und ganz beipflichten.

Ich finde auch, gerade Klein- aber auch Mittelbauern sind teilweise unglaublich vorbildlich, nicht nur was das Ökologische betrifft sondern auch was die relative Produktivität ihrer Betriebe betrifft.

Die Landwirtschaft ist meiner Meinung nach ein besonders gutes Beispiel dafür, dass der Kapitalismus die Produktivkräfte einengt.
Die vor allem in der großlandwirtschaftlichen Agrarindustrie gängigen riesigen Felder von Monokulturen, diese unglaubliche Ausweitung der Fleischproduktion sind eigentlich in einem horrenden Maße ineffektiv die Menschheit zu ernähren.

Monokulturen machen die Böden über Zeit immer ertragsärmer und bringen vergleichsweise minderwertige Früchte.
Mal abgesehen davon, dass Massentierhaltung Krankheiten heraufbeschwört und ebenfalls zu minderwertiger Qualität führt, ist Fleisch als Energie- und Nährstoffquelle einfach inneffizient.
Das Tier selbst braucht ja den absoluten Großteil davon selbst zum aufwachsen und dann allein zum bloßen Leben.

Zur Zeit des Feudalismus waren da die gängigen Methoden teilweise besser als Heute. Gut, weniger Fleischkonsum ist natürlich auch bedingt durch die Zeit, aber man nutzte zum Beispiel spezielle Fruchtfolgen, die die Böden schonen und bei denen sich die Saaten so ergänzten, dass sie gegenseitig ihren Ertrag und die Qualität verbesserten. Natürlich ist die in Monopolen zentralisierte kapitalistische Landwirtschaft der feudalistischen Kleinlandwirtschaft um Längen überlegen.
Und die Monopole scheren sich natürlich nicht um so "kleinigkeiten" wie die Ernährung der Menschheit, sondern einzig und allein um ihren Profit.

Fest steht, wohl die meisten kleineren landwirtschaftlichen Betriebe würden bereits nicht mehr existieren ohne die Subventionen und viele müssen trotzdem Dicht machen.
Wenn alle zu machen müssen haben wir hier ein ziemliches Versorgunsproblem, was Nahrungsmittel betrifft.
Das widerum wäre auch für andere Akteure, wie die viel mächtigeren Automonopole, ziemlich ungünstig; ohne Essen keine Arbeit, die man Ausbeuten könnte; oder noch viel schlimmer für sie, es kommt zu Aufständen, wie das schon unzählige male bei akuter Nahrungsnot überall auf der Welt immer passiert ist.
Christoph Schäfer
782
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 12.02.2020 um 09:55 Uhr
Herr Walther und Herr Seiler, ich gehe völlig d'accord mit Ihnen. Daher ist es ja gerade so wichtig den Widerstand der Bauern aus kleineren landwirtschaftlichen Betrieben mit den Umweltschützern gegen diese Agrarindustie zu vereinen und den Versuch der Regierenden zu vereiteln diese gegeneinander auszuspielen.
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