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Interview mit Arno Enner im Gießener Anzeiger

Gießen | Soll eine seriöse Tageszeitung dem Vertreter einer
populistischen, fremdenfeindlichen, in Teilen rechtsradikalen und rassistischen Partei mit einem Interview ein Forum zur Selbstdarstellung bieten?
Eine heikle Frage!
Ich denke, die AfD in dieser Frage anders zu behandeln als andere Parteien würde ihr nur einen Vorwand liefern, sich
( wieder einmal) als diskriminiertes Opfer zu inszenieren, wie sie es so gerne und gekonnt zelebriert,
Es würde ihr also im Endergebnis sogar nützen,
Da sie in verschiedenen Parlamenten vertreten ist, mit denselben Rechten wie andere Parlamentarier, ist es wohl von Seiten der Presse am klügsten, ebenso mit ihr umzugehen wie mit den Vertretern anderer Parteien.
Man sollte sich aber davor hüten, ihrer Doppelstrategie auf den Leim zu gehen, sich bei Anlässen wie einem Interview oder einer Podiumsdiskussion vernünftig und staatstragend zu
geben, während bei öffentlichen Veranstaltungen mit Anhängern und Sympathisanten ohne Rücksicht auf Anstand und Gesetz Hass und Ressentiment geschürt werden.
Die Angegriffenen sind immer die gleichen, und dass
dabei die Gewaltbereitschaft ihnen gegenüber steigt, wird gerne in Kauf genommen.
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Ich selbst habe Herrn Enner schon bei einer Podiumsdiskussion erlebt, wo er sich zu Beleidigungen gegenüber ausländischen Studentinnen äußerte, die er selbstverständlich ablehnte und keinerlei Zusammenhang mit den Aktivitäten seiner Partei sah.
Während des letzten Kommunalwahlkampfs habe ich aber auch
beobachtet, wie Menschen beim Vorbeigehen am Stand der AfD angepöbelt und beleidigt wurden.
Angesprochen auf offen rechtsradikale und rassistische Äußerungen aus seiner Partei verwies Herr Enner im Rahmen dieser Podiumsdiskussion auf die rechtsaußen agierenden Schandflecken von SPD und CDU , Sarrazin und Irmer, deren Ansichten ja auch nicht von der Partei geteilt würden.
Ganz ähnlich jetzt seine Äußerungen zum sogenannten Flügel.
Sollen wir nun glauben, die AfD würde sich nach Entmachtung
dieses Flügels zu einer normalen politischen Partei wandeln?
Tatsache ist, dass bisher bei jedem Personalwechsel, jeder "Säuberung" die Partei immer weiter nach rechts gerückt ist.
Dass sich an ihrer Grundausrichtung nichts ändern wird, lässt sich auch an der letzten Äußerung Herrn Enners über den Verteilungskampf auf dem Wohnungsmarkt ablesen.
Die Hauptursache für die Wohnungsknappheit soll nicht etwa in Spekulation oder in politischen Fehlentscheidungen gesehen werden, sondern "natürlich" bei den Migranten--- obwohl es mehrere Statistiken gibt, die belegen, dass gerade sie es sind, die es bei der Wohnungssuche am schwersten haben.
Oft genügt schon ein ausländisch klingender Name, ein Akzent oder ein "südländisches" Aussehen, um für den Vermieter nicht in Betracht zu kommen.
Eine Befragung deutscher Bürger nach den von ihnen gewünschten Nachbarn hat gezeigt, dass viele von ihnen sowohl Ausländer als Juden als Nachbarn ablehnen würden.
Sicher waren das nicht nur Anhänger der AfD.
Aber an den Erfebnissen dieser Befragung lässt sich ablesen, wo das Potential dieser Partei liegt:
Ihr Nährboden liegt im Ressentiment, im Wunsch, ohne schlechtes Gewissen die negativen Seiten des eigenen Charakters ausleben zu könne, und in den Versäumnissen und Heucheleien der anderen Parteien.

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von:  Gertraud Barthel

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