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DKP zur Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen

Gießen | Die AFD ist ein Ergebnis der Rechtsentwicklung in Deutschland. Zu dieser Rechtsentwicklung gehören die Aggressivität nach außen, die Kriegspolitik und Hochrüstung, und die Aggressivität nach Innen, mit Militarisierung, Polizeigesetzen und Agenda-Politik.

Diese Rechtsentwicklung wird nicht nur von den Unionsparteien und der FDP forciert und getragen, sondern auch von SPD und Grünen.

Die AFD wird genutzt um den Widerstand gegen Kriegspolitik, Sozialraub und Demokratieabbau zu spalten, um von den Treibern dieser Politik in Kapital und Kabinett abzulenken. Sie wird genutzt, um die Leidtragenden dieser Politik aufeinanderzuhetzen, aber auch als reaktionäre Option, wenn das nicht mehr gelingt.

Die Wahl eines FDP-Ministerpräsidenten mit den Stimmen von AFD und CDU wird nun auch von den Verursachern der Rechtsentwicklung als Dammbruch bezeichnet. Ja, das ist eine neue Qualität. Allerdings eine neue Qualität, die sich folgerichtig in die Politik der herrschenden Klasse in Deutschland einreiht.
Es spricht vieles dafür, dass diese Entwicklung weitergeführt wird, wenn die erste Aufregung verklungen ist.

Gestoppt werden kann sie nur durch Massenbewegung für Frieden, für soziale und demokratische Rechte, durch antifaschistischen Kampf, der auch die Verursacher der Rechtsentwicklung benennt.

Zur Klarheit in diesem Kampf gehört nämlich auch die Erkenntnis, dass der Schmusekurs, die Anbiederung an die unsoziale und geschichtsfälschende Politik, wie sie von der Mehrheit der Linkspartei in Thüringen betrieben wurde, nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems ist.

Stellungnahme von Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP und Volkmar Schneppat, Landesvorsitzender der DKP Thüringen

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.607
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 06.02.2020 um 18:48 Uhr
Das kommt selten vor, aber diese politische Stellungnahme "der Moskau-Fraktion" kann ich unterschreiben.

Das kommt davon, wenn die Karrieristen der "Links"partei vom Wähler abgestraft werden bzw. wenn es für eine Anti-Rechts-koalition nicht mehr zahlenmäßig reicht.

Meine Forderung: Rein in die Parlamente - Opposition, dass die Schwarte kracht und dann mit 50 Prozent und einer Stimme den ganzen Laden übernehmen. Alles andere ist nur Anpassung an das herrschende System.
Günter Seibert
889
Günter Seibert aus Gießen schrieb am 07.02.2020 um 08:40 Uhr
Zustände wie in der Weimarer Republik !!! Die sogenannte Mitte macht gemeinsame Sache mit dem Nazi Höcke und der AfD. Der Liberale Naive nimmt die Wahl . Und die Linken SPD , Linke und DKP zerfleischen sich gegenseitig anstatt gemeinsam gegen Rechts anzukämpfen. Macht alle nur weiter so dann werdet ihr sehen was ihr davon habt !!! Noch ein Wort zur DKP, liebe Stalinisten auch die DDR war nie Nazifrei nur keiner wollte dies zugeben !!!
Günter Seibert
889
Günter Seibert aus Gießen schrieb am 07.02.2020 um 09:27 Uhr
Bodo Ramelow äussert sich bei Spiegel Online zum Thema !!!

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bodo-ramelow-nach-ministerpraesidentenwahl-in-thueringen-alle-haben-geheult-a-07e500d3-dd62-4e55-b475-ee292fe70417
Günter Seibert
889
Günter Seibert aus Gießen schrieb am 07.02.2020 um 10:23 Uhr
Man hat in Thüringen durch Macht -und Intrigenspiele die rote Linie schon lange überschritten nur keiner wollte es merken. Mich würde nicht wundern wenn der Mike Mohring bald die Partei wechselt und dann sich dann für die AfD zur Wahl stellt, in Thüringen ist inzwischen alles möglich .
Günter Seibert
889
Günter Seibert aus Gießen schrieb am 07.02.2020 um 10:45 Uhr
Noch eine Bemerkung am Rande, die DKP ist in Thüringen überhaupt nicht zur Wahl angetreten, deshalb ist die Stellungnahme von Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP und Volkmar Schneppat, Landesvorsitzender der DKP Thüringen komplett fehl am Platze.
Helmut Appel
47
Helmut Appel aus Gießen schrieb am 07.02.2020 um 13:15 Uhr
Seit heute mittag ist klar:es gibt wahrscheinlich keine Neuwahlen.Warum? Die neueste Forsa Umfrage zeigt,das die Linkspartei auf 37% kommt,die CDU 12%,FDP fliegt raus und Grüne und SPD leichte Gewinne.B.Ramelow käme mit seiner Koa auf 53%.Da jede Menge CDUler ihren Mandat verlieren ,nimmt man lieber Ramelow und Co inkauf.Ja ja die Fleischtöpfe will man nicht verlieren .....
Günter Seibert
889
Günter Seibert aus Gießen schrieb am 07.02.2020 um 13:26 Uhr
Wenn die Forsa Umfrage sich bestätigen würde , da könnte ich mit leben. Is klar die Herrschaften kleben auf Ihren Sesseln.

Quelle RTL Presseportal
https://www.presseportal.de/pm/72183/4513954


Thüringen-Umfrage: CDU verliert 10, Linke gewinnt 6 Prozentpunkte - FDP nicht mehr in Landtag - 68 Prozent der Thüringer für Neuwahlen
Wolfgang Seibt
63
Wolfgang Seibt aus Wettenberg schrieb am 07.02.2020 um 15:50 Uhr
Für Rechtsaussen wurde der Boden jahrelang gut gedüngt, die Menschen immer weiter verarmt und rechte Umtriebe nicht wahrgenommen.
War nun folgte war abzusehen und Höcke schiebt seine Figuren auf dem Brett noch weiter vor. Und siehe da, FDP und CDU keuchen und verdrehen vor Erregung ihre Augen. Rücktritt? Er sagt nicht wann. Neuwahlen? Wollen AfD und der CDU-Chef in Thüringen nicht. Sollte der seinen Laden besser im Griff haben als Kramp-Karrenbaurer den ihrigen, dann wird es noch lustig (im negativen Sinn) werden. Die Bundesführung hat schnell Lindner im Amt bestätigt und Merkel ist froh es nicht mehr zu haben.
Ich denke, dass es sich in den nächsten Tagen entscheiden wird, wohin FDP und CDU jetzt steuern werden und wer dann noch in der Führung sitzen wird.
Und Herr Seibert, entscheiden Sie hier wer im Land etwas sagen darf? Das wäre mir aber neu.
Sie sollten mal etwas darüber sagen wie es kam, dass eine ehemalige SED-Blockpartei plötzlich nach Rechtsaußen marschiert. Oder waren das die Nazis, die Sie damals gesehen haben?
Michael Beltz
7.619
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 07.02.2020 um 17:58 Uhr
Günter Seibert, wir beziehen Position auch wenn wir nicht zu einem Parlament kandidieren. Darfst du auch machen.
Martin Wagner
2.607
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 10.02.2020 um 16:50 Uhr
Helmut Appel schrieb:

(...) "Da jede Menge CDUler ihren Mandat verlieren, nimmt man lieber Ramelow und Co inkauf. Ja ja die Fleischtöpfe will man nicht verlieren ....." (...)

Richtig erkannt, aber dieser Vorwurf - wenn mann / frau ihn macht - muss doch in Richtung der Partei "dieLinke" gehen. Monatelang pokerte deren Ministerpräsident nach der Wahl damit, dass er die Wahl zum Ministerpräsident irgendwie doch übersteht und er im Nachgang (hauptsächlich seine) Minister, Staatssekretäre, Ministerialbeamter und ..... so weiter am Gulaschtopf halten kann.

Mir sind die genaue Anzahl der Postenwechsel bei neuen Regierungskoalitionen in den einzelnen Bundesländern nicht bekannt. Sie dürften aber sicher bei mehreren Dutzend liegen.

Mir ist schon bekannt, dass es in der BRD unüblich ist mit einem Expertenkabinett zu regieren (keiner hat ein Parteibuch in der Tasche ....) in anderen Ländern geht das schon.

Ich denke es ist auch deswegen unüblich, da in deutschen Parlamenten sich die Unsitte eingeschlichen hat, dass nach der Koalitionsbildung kaum noch eine richtungsweisende Arbeit im Parlament geleistet wird. Das ist aber bei einer Expertenregierung zwingend notwendig, denn das erfordert ja, dass einerseits die Regierung engmaschig durch das Parlament kontrolliert wird und dass anderseits jedes Gesetz in zäher Kleinarbeit in allen Fraktionen "sich seine Mehrheit suchen muss".

Aber ich finde die Parlamentarier auf allen Ebenen sind viel zu gut bezahlt. Die sollten mal etwas für ihr vieles Geld vom Steuerzahler schaffen.
Kurt Wirth
2.562
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 10.02.2020 um 17:47 Uhr
Der Begriff der "Expertenregierung" beinhaltet ja, daß andere Regierungen von keinen Experten gebildet werden :-)

Ich dachte ja bis eben, dass sich die österreichische Expertenregierung nur mit der Abwicklung formaler Angelegenheiten und dem Allernötigsten befaßt habe. Dem scheint nicht so zu sein: "Dutzende von Gesetzen werden verabschiedet, in einem Tempo, das anderen Parlamenten nur schwindlig werden würde" hieß es in der Tagesschau vom 4.7.2019:
http://www.tagesschau.de/ausland/oesterreich-uebergangsregierung-103.html
Hingegen schrieb das Göttinger Tageblatt vom 24.7.2018, daß die damalige österreichische Regierung bis Ende des genannten Jahres die Hälfte aller 5000 Gesetze abschaffen wolle:
http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Regierung-streicht-die-Haelfte-der-Gesetze
Das dürfte wohl eher nur eine "populistische" Planung gewesen sein.

Das Arbeitstempo der Expertenregierung ist aber offensichtlich der Nichtexistenz einer Opposition zu danken. Ergo: Vorsicht bei "Expertenregierungen"!
Martin Wagner
2.607
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 11.02.2020 um 11:14 Uhr
Nein Herr Wirth - da muss ich widersprechen!

1.
Es ist Fakt, dass bei der Partei-Diktatur die obersten Stellen mit in der Regel nicht Experten besetzt werden. Das sind meist aalglatte Parteikarrieristen mit einem Sachverstand von (wenn es hoch kommt) Studenten nach dem Grundstudium. Das fällt zumeist nur nicht auf, weil der Beamtenapparat im Rücken die gröbsten Schnitzer dieser ...... verhindert.

2.
Ich redete von einer Expertenregierung in der ganzen Laufzeit und nicht von einer Übergangsregierung. (Warum in Thüringen wieder den Wähler zur Wahlurne "treiben" - da kommt kein wesentlich anderes ergebnis heraus.)

3.
Ich schrieb doch eindeutig, dass bei einer Expertenregierung viel mehr Arbeit auf die einzelnen Abgeordneten zukommt. Die in der Regel hochbezahlten "Sesselfurzer" sollen endlich mal etwas arbeiten. Die Anzahl der verabschiedeten Gesetze sagt nicht automatisch etwas über deren Qualität (Motto: viele Gesetze gleich viele schlechte Gesetze) aus. Für was bezahlen wir Steuerzahler, denn nicht nur den einzelnen Parlamentarier, sondern auch deren fachlich Mitarbeiterstab? (Dieser sollte doch in der Lage sein dem Parlamentarier fachkundig zuzuarbeiten.)

4.
Herr Wirth, sie reden bei einer Expertenregierung von einer Opposition. Natürlich gibt es bei den einzelnen Gesetzen eine Opposition, aber die generelle Aufteilung (und ich finde das gut) hier "Regierung" dort "Opposition" gibt es dann nicht.

Ist es denn aus Sicht des Wählers zu viel verlangt, dass der einzelne Abgeordnete sich auf den "Hosenboden" setzt und über alle Fraktionsgrenzen hinweg bei Dinge die anstehen (nicht zu vergessen die strikte Kontrolle der Expertenregierung) eine Mehrheit sucht.

Fazit: Traut Euch was in diesen verqueren Zeiten: Riskiert eine Expertenregierung!

(Und hört auf rumzujammern! Der herrschende Block hat es doch selber zu verantworten, dass die Rechten/Rechtsextreme so stark geworden sind, dass eine Mehrheitsregierung ohne dieses Spektrum schwer aufzustellen ist.)
Michael Beltz
7.619
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 11.02.2020 um 16:54 Uhr
Wer hat denn die AfD stark gemacht? Eine Politik im Dienste der Großkonzerne, der Monopole und der Banken, also der Mächtigen,
ist dazu angetan, den Ohnmächtigen nicht zuzuhören und ihre Sorgen und Ängste nicht ernstzunehmen.
Und ein Herr Ramelow, der mit der CDU kuschelt, vertritt wohl kaum die Interessen der Arbeiter, Rentner oder der Jugend.
Zur Frage möglicher Neuwahlen hat Helmut Appel bereits auf die Fleischtöpfe hingewiesen.
Günter Seibert
889
Günter Seibert aus Gießen schrieb am 13.02.2020 um 15:44 Uhr
Man kann den ganzen Mist rund um die Wahl in Thüringen nicht mehr hören . Die Politiker sollten sich mal nicht mehr um sich und Ihre Diäten und Privilegien kümmern , sondern um das was den Leuten unter den Nägeln brennt !! Wenn wundert es dann wenn das Intresse an der Politik und den Politikern immer mehr und das zurecht , schwindet. Die sitzen in Talkshows und bejammern was alles falsch gelaufen ist und wie man es besser machen könnte und zum Schluß kommt eh nix bei raus . Alles nur heisse Luft , von allen auch von Ramelow. Auf welch hohem Roß sitzen die alle ??? So wie Ramelow gestern bei Maischberger. Nee mir reicht es jetzt mal !!! Die Räterepublik muß her!!!
Michael Beltz
7.619
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 14.02.2020 um 19:09 Uhr
Räterepublik: Der Abgeordnete kann jederzeit abberufen werden.
Günter Seibert
889
Günter Seibert aus Gießen schrieb am 15.02.2020 um 10:39 Uhr
So ist es !!!

Die Räte sind direkt verantwortlich und an die Weisungen ihrer Wähler gebunden. Ein solches imperatives Mandat steht im Gegensatz zum freien Mandat, bei dem die gewählten Mandatsträger nur „ihrem Gewissen“ verantwortlich sind. Räte können demgemäß von ihrem Posten jederzeit abberufen oder abgewählt werden.
Ulrich Nass
56
Ulrich Nass aus Buseck schrieb am 15.02.2020 um 22:14 Uhr
Irgendwie sind die Diskussionsbeiträge 'aus der Zeit gefallen'. Sorry. Die Brillen von gestern ermöglichen selten einen scharfen Blick auf die Welt der Gegenwart.
Kurt Wirth
2.562
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 15.02.2020 um 22:55 Uhr
die "Brillen von gestern": So lange gesellschaftliche Probleme nicht gelöst werden, nützen auch neue Brillen nichts.
Ulrich Nass
56
Ulrich Nass aus Buseck schrieb am 16.02.2020 um 02:24 Uhr
das stimmt wohl.
Stefan Walther
4.613
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.02.2020 um 17:30 Uhr
Herr Nass, ich finde ja auch dass hier manches an den Kommentaren wenig zielführend ist, z.B. die Forderung nach einer "Expertenregierung" ( fragen muss man sich natürlich auch warum ausgerechnet die AfD diese Forderung aufgestellt hatte ), als ob so genannte "Experten" neutral wären, oder auch den aktuellen antifaschistischen Kampf quasi abzulehnen in dem man sagt "die Räterepublik muss her", na ja, habe mich deshalb hier auch nicht weiter eingeklinkt...

Was mich aber doch jetzt interessieren würde Herr Nass: wie sehen denn Ihre Analysen der Gegenwart aus, und welche Vorschläge - Lösungsvorschläge - haben Sie denn? - so mit einer "neuen Brille von heute"? Die Leserinnen und Leser sind bestimmt gespannt auf Ihren "scharfen Blick auf die Welt der Gegenwart"!?
Ulrich Nass
56
Ulrich Nass aus Buseck schrieb am 16.02.2020 um 19:16 Uhr
Schöner ironischer Versuch Herr Walther.Nur so viel, fundierte historische Kenntnisse sind hilfreich. Sie können aus meiner Sicht immer nur recht oberflächlich sein. Zu groß ist die Komplexität dessen, was man im Blick haben müsste, um Handlungsstrategien für unsere derzeitigen Probleme zu entwickeln.
Allein, gehandelt werden muss und auch gute Absichten können zu unerwünschten Ergebnissen führen. Ein Dilemma, aus dem es keinen Ausweg gibt.Experten dafür gibt es nicht.Unsere Welt funktioniert nach nicht vorhersagbaren nichtlinearen Prinzipien. Gewaltenteilung sollte das Grundprinzip
bleiben. Der Akkumulation von Macht und Reichtum muss die Politik entschiedener entgegentreten. Dabei ist wie beim Thema Klima jeder gefordert.
Mein Hinweis auf die ' Brillen von gestern' bezog sich primär auf die schwer nachvollziehbaren Gedankengänge von M.B. . . . die Diskussionsbeiträge erzeugen bei mir den Eindruck als seien wir noch in der Mitte des letzten Jahrhunderts.Räterepublik,Expertenregierung,Rechtsentwicklung etc. Nur so viel von mir : Ramelow sollte Ministerpräsident werden und die CDU ihr lächerliches Äquidistanz-Konzept aufgeben.Und bitte nicht F. Merz als Kanzler. Mehr und nicht weniger Europa. Endlich ein Tempolimit. Ein Ende des SUV und Kreuzfahrten- Booms, Schluss mit der Massentierhaltung,
unnötiger Bodenversiegelung, Fremden- und Judenhetze. Mehr Solidarität, Kampf den Ideologien usw, etc .
Das war's von mir. Ich bin hier raus.
Stefan Walther
4.613
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.02.2020 um 21:12 Uhr
Schade Herr Nass, es hätte ggf. eine gute Diskussion, ein guter Meinungsaustausch werden können.
Gestatten Sie mir eine Bemerkung ( auch wenn Sie hier raus sind ): Sie sprechen zu recht zahlreiche Dinge an die die Umwelt zerstören und bringen einige Beispiele von Reformen und Reförmchen. Denken Sie wirklich damit würde sich die drohende Umwelt- und Klimakatastrophe verhindern lassen?
Wie sagen immer mehr Umweltaktivisten? =
"System change not climate change"!
Denken Sie mal drüber nach, das Gesellschaftssystem ist immer die entscheidende Grundlage wie was und in wessen Interesse gemacht oder auch nicht gemacht wird... und das hat nichts mit "alter oder neuer Brille" zu tun, das ist die Realität.
Ulrich Nass
56
Ulrich Nass aus Buseck schrieb am 17.02.2020 um 08:41 Uhr
Dann doch nochmal kurz Herr Walther.Setzen Sie bitte für 'Brille' die Begriffe Theorie, Erkenntnisstand, Analyse . . . dann wird deutlicher, was ich sagen wollte.
Realität ist übrigens ein schlecht zu fassender Begriff.Die meisten Menschen
beschäftigen sich nicht mit diesem Thema.
Die Gedanken und Theorien großer Denker, Wissenschaftler, Philosophen unserer (Kultur- Geistes- Wissenschaftsgeschichte, waren limitiert durch den Horizont ihrer Zeit, wie könnte es anders sein.Der Volksmund formuliert es ganz gut mit : Hinterher ist man meist klüger. Das entwertet übrigens nicht die Leistungen von Marx, Darwin, Freud, Einstein . . . aber für die Analyse der heutigen komplexen Welt benötigt es neue Konzepte.( Brille) Kampfbegriffe von gestern treffen es heute nicht mehr im gesellschaftlichen Bereich. Es gibt zahlreiche zeitgemäße Soziologen, die ein besseres Verständnis reflektieren. A. Nassehi, A.Reckwitz etc. Moderne Erkenntnisse aus Biologie, Physik, Neurowissenschaften, KI-Foschung gehören unbedingt auch in die Betrachtung, wenn man unsere Lebenswirklichkeit ein wenig verstehen möchte. Es kann nur in Ansätzen gelingen.Ich hoffe meine Ausführungen waren geeignet, meine Position zu erhellen.Liebe Grüße.
Michael Beltz
7.619
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 18.02.2020 um 16:49 Uhr
Herr Nass, in einigen Punkten stimme ich Ihnen gerne zu. Anererseits versuche ich zu erkennen, wo die Richtung in diesem mir erscheinendem Wirrwar der Gedanken zu finden ist. Sie nennen Wissenschaftler, ohne jedoch ihre Gedanken und Theorien auch nur anzudeuten.
An anderer Stelle fordern Sie Kampf den Ideologien. Welche Ideologien sind gemeint?
Ulrich Nass
56
Ulrich Nass aus Buseck schrieb am 18.02.2020 um 20:23 Uhr
Die Richtung ist doch mehrmals schon angesprochen. Die Genies der Vergangenheit hatten durch die Bank ein großes Handicap, sie konnten nicht ahnen, in welch unglaublichem Ausmaß sich die Welt verändern würde
und welche Ideen, Theorien und Erklärungen von klugen Köpfen der Zukunft ersonnen und entdeckt würden. Dieses Schicksal trifft Wissenschaftler und Philosophen gleichermaßen. In allen Zeiten. Pantha Rhei . . .
Hume, Locke, Rousseau, Leibniz, Newton, Einstein, Darwin -die Liste ist zu lang-
sind in wesentlich Teilen ihrer Theorien widerlegt. Das gilt natürlich auch für den großen Marx und in seiner Nachfolge andere talentierte Denker.Oft bleiben von ihrem Werk Teile relevant und öfter noch wurde die Theorie dadurch überholt, weil die Welt nicht mehr existiert, auf die sie sich bezog.Es kann nicht anders sein.
Meine kritischen Kommentare gründeten auf diesen Überlegungen, irrtierten mich doch die aus meiner Sicht überholte Sprache und Kampfbegriffe von ihnen beiden, Michael und Stefan. Unsere Gedankenwelten sind nicht kompatibel. Ihnen scheint es gut zu gehen mit dem Raster ihrer Weltmodelle, in die sie alle Widersprüche einzusortieren in der Lage zu sein scheinen. Erinnert mich ein wenig an Menschen die an Gott glauben und die dann alles, was nicht zu verstehen ist, stimmig in ihre Glaubensgebäude einfügen. Nix für mich. Ich bin ein Adept O. Marquardts, von Camus, der Philosophie, der modernen Wissenschaften und ein überzeugter Skeptiker.
Könnte mich nie politisch festlegen, in einer Partei sein etc.
Das ist nicht vereinbar mit meinem Wesen und meiner Neugier. Jeden Tag gibt es neues zu lernen. Das Konzept der Aufklärung halt. Ideologien rechter und linker oder anderer Couleur sind mir unerträglich. Und sie ängstigen mich, wenn sie sich mit Macht verbinden.
Utopien sind legitim. Man sollte wissen, wo man hin will. Misstrauen sollte man immer den eigenen Überzeugungen ( B. Russell), man könnte falsch liegen. Sie sind etwas für einfache Gemüter. Und Komplexität ist ein Signum unsrer modernen Welt. Steuerungsmöglichkeiten, Umbau von Gesellschaften . . . das grenzt an Hybris.Ein wenig Einfluss nehmen können wir auf die dynamischen Prozesse der gesellschaftlichen und ökonomischen Systeme. Die Gesetze ähneln denen, die wir auch in unserem Gehirn antreffen. Auch dieses ist zu komplex, um von einem zentralen ' Machthaber' gesteuert zu werden. Die beste Analogie :
ein Orchester mit guten Musikern ohne Dirigent, welches von Augenblick zu Augenblick harmonisch zusammenzuspielen. Ein Wunder, vergleichbar dem Funktionieren der gigantischen Metropolen Tokio, Shanghai, Saõ Paulo etc.
Wer könnte sie steuern ? Wer könnte die Gesellschaft steuern ?
Diktatoren oder KI-Systeme der Zukunft. Oder beide gemeinsam. China?
Das sind tatsächlich Alpträume.
Ich wünsche euch beiden alles Gute .
Michael Beltz
7.619
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 21.02.2020 um 13:46 Uhr
Zum Problem der Systemalternativen liegt noch keine Antwort vor. Stefan hatte dies schon angemahnt.
Stefan Walther
4.613
Stefan Walther aus Linden schrieb am 21.02.2020 um 20:38 Uhr
Ich erwarte von einem Skeptiker da nichts mehr Michael. Wer nicht die wissenschaftliche Weiterentwicklung erkennt / anerkennt, und stattdessen behauptet, dass kluge Köpfe wie Einstein, Darwin oder auch Marx "widerlegt" worden seien, den kann ich nicht sonderlich ernst nehmen.
Kurt Wirth
2.562
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 22.02.2020 um 08:01 Uhr
Es ist logisch, daß man keine Systemalternative braucht, wenn man von einer evolutionären Fortentwicklung in Reformen desselben ausgeht. Diese Menschen nehme ich durchaus ernst, denn es sind die allermeisten, mit denen ich zusammenlebe, auch nach 170 Jahren Kommunistischem Manifest.
Michael Beltz
7.619
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 24.02.2020 um 13:20 Uhr
Na Kurt ich lebe auch mit vielen Menschen zusammen, die ich nicht alle ernst nehme. Mit dem netten Herrn Nass kann ich nicht viel anfangen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Michael Beltz

von:  Michael Beltz

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Michael Beltz
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