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„Die Arbeitslosigkeit ist deutlich gestiegen

Gießen | Die Zahl der Menschen ohne Arbeit hat sich im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen erhöht. Alle Personengruppen waren vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Im Januar waren insgesamt 17251 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber Dezember von 1215 Personen. Die Quote stieg um 0,4 Prozentpunkte auf nun 4,7 Prozent.
Im Gießener Bezirk waren im Januar des Vorjahres 753 Menschen weniger erwerbslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,5 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit ist deutlich gestiegen und der Bestand an offenen Arbeitsstellen gesunken“, kommentiert Eckart Schäfer, Leiter der Arbeitsagentur Gießen, die aktuellen Zahlen von Januar. „Zum Teil ist dies auf eine saisonale Entwicklung zurück zu führen. Betrachtet man jedoch den mittelfristigen Verlauf, sind Anzeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung erkennbar. Dies gilt es genau zu beobachten. Wir sind gut gerüstet, um beispielsweise auf vermehrte Meldungen von Kurzarbeit bei Unternehmen zu reagieren. Für Beschäftigte böte sich eine Weiterqualifizierung zur Überbrückung an. So können Arbeitgeber Entlassungen vorbeugen und dem Fachkräftebedarf, mit dem verstärkt in den nächsten Jahren zu rechnen ist, entgegenwirken. Die Vermittlungsfachkräfte der Arbeitsagentur stehen dabei gerne beratend zur Seite.“


Unterbeschäftigung
Im Januar ist die Zahl der Menschen gestiegen, die in der sogenannten Unterbeschäftigung im engeren Sinne registriert waren. Nach dem Zugang von 795 Personen waren es jetzt insgesamt 23947. Ein Jahr zuvor waren 662 Personen weniger verzeichnet.

Gemeldete Stellen
Während der Zugang an neu gemeldeten Stellen sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegt, ist der Stellenbestand im Vorjahresvergleich deutlich zurückgegangen.
Arbeitgeber meldeten im Bezirk der Gießener Arbeitsagentur insgesamt 1220 neue Stellen. Dies waren 25 Stellen mehr als im Januar letzten Jahres.
Der Stellenbestand an unbesetzten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen hat sich im Vergleich zu Januar 2019 um über zehn Prozent oder 750 Stellen reduziert. Damit sind derzeit 5869 offene Stellen registriert.

Männer und Frauen
Bei den Frauen und Männern ist die Anzahl der Arbeitslosen im Januar gestiegen. Für die Jahreszeit üblich, waren mehr Männer als Frauen davon betroffen.
Im Januar waren bei der Arbeitsagentur Gießen 10144 Männer arbeitslos gemeldet. 856 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 auf nun 5,2 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 500 Männer weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 5,0 Prozent.
7107 Frauen waren im Januar im Bezirk der Gießener Agentur arbeitslos gemeldet. Einen Monat zuvor waren es noch 359 weniger. Die Quote stieg um 0,2 auf nun 4,1 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren damals 253 Frauen weniger arbeitslos gemeldet. Seinerzeit lag die Quote bei 4,0 Prozent.

Besondere Personengruppen
Jugendliche und Ältere waren vom Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar betroffen.
Die Anzahl der jungen Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, hat sich im Januar um 75 Personen erhöht. 1545 Personen unter 25 Jahren waren insgesamt registriert. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf nun 3,8 Prozent. Im Januar des Vorjahres waren 66 weniger gemeldet. Damals lag die Arbeitslosenquote ebenfalls bei 3,8 Prozent.
Die Zahl der über 50-jährigen Erwerbslosen ist im Januar gestiegen, bewegt sich jedoch auf dem Vorjahresniveau. Im abgelaufenen Monat waren 5546 Ältere arbeitslos gemeldet, 345 mehr als noch einen Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,3 Prozentpunkte auf nun 4,3 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 37 ältere Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,4 Prozent.

Regionale Unterschiede
Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren alle drei Landkreise im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen, der Landkreis Gießen, der Wetteraukreis und der Vogelsbergkreis, im Januar betroffen. Der prozentual stärkste Anstieg wurde im Vogelsberg verzeichnet, der nominale im Landkreis Gießen.
Im Kreis Gießen waren im Januar insgesamt 8216 Menschen erwerbslos gemeldet, 570 Arbeitslose mehr gegenüber dem Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozent auf nun 5,7. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,4 Prozent. Damals waren 464 Menschen weniger registriert.
Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 384 Personen auf jetzt 6774 gestiegen. Die Quote erhöhte sich auf 4,0 Prozent, 0,2 höher als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 288 Erwerbslose mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 3,9 Prozent.
Im Vogelsbergkreis ist die Zahl der Erwerbslosen im Januar deutlich gestiegen. 2261 Personen waren arbeitslos gemeldet, 261 Personen mehr als noch im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 auf nun 3,9 Prozent. Im Vorjahresmonat war ein Erwerbsloser mehr gemeldet. Die Quote lag damals ebenfalls bei 3,9 Prozent.

Die beiden Rechtskreise (nach dem Sozialgesetzbuch II und III)
Im Januar hat sich die Arbeitslosigkeit bei den Rechtskreisen, im Zuständigkeitsbereich der Jobcenter und nach dem Sozialgesetzbuch III (Arbeitslosenversicherung) erhöht. Saisonbeding wurde ein stärkerer Anstieg im Bereich des SGB III verzeichnet.
Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im Januar 6903 Personen gemeldet, 790 mehr als im Vormonat Dezember. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl derer damit heute um 514 Personen höher.
Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen stieg um 425 Personen auf nun 10348. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 239 Personen weniger geführt.
Das Jobcenter Gießen betreute im Januar 5550 Arbeitslose, 229 Personen mehr gegenüber Dezember.
Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 3621 Arbeitslose gemeldet, 135 Personen mehr als im Vormonat Dezember.
Im Vogelsbergkreis wurden bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) insgesamt 1177 Arbeitslose im Januar betreut, 61 mehr als im Dezember.

 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.651
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 30.01.2020 um 19:04 Uhr
Sehr geehrte/r Artikelschreiber/in

Sicherlich ist es nicht einfach eine ellenlange Presseerklärung mit auflockernden Bildern zu versehen.

Das ästhetisch schöne (untergehende Sonne als Gegenlicht) Bild vom Bau (passt thematisch, denn es werden immer noch - nicht so horrend viele wie in den 50ern - Bauarbeiter im Winter entlassen) ist leider eine schlechte Auswahl. Zu sehen sind eine heutzutage spezialisierte Arbeit; die Eisenflechterei. Sie ist seit etwa 2 bis 3 Jahrzehnten fast vollständig an Subunternehmen (teilweise an Subsubunternehmer) abgeben. Hier tummeln sich überwiegend ausländische Firmen mit Landsleuten. Da werden die Kontrolleuren vom Zoll öfters bei teilweise schwerwiegenden Verstößen "pfündig" - anderes Thema. Oder doch nicht ganz. Denn auf dem Bild sind zirkusreife Konstruktionen von Arbeitsbühnen bzw. - sitzgelegenheiten zu "bewundern". Wenn das eine Frau bzw. ein Mann von der Berufsgenossenschaft sieht stehen ihr / ihm "die Haare zu Berge".

Korrekt wären zugelassene Gerüste (die Art hängt von der Arbeitshöhe ab) um die zu bewehrende Säule aufzustellen. Das kostet eben Zeit und die wird versucht von den Subunternehmern sich einzusparen. Auf Kosten der Kollegen, denn wenn eine der provisorischen Sitzgelegenheiten nicht hält, gibt es einen Arbeitsunfall aus dem Sturz mit nicht zu unterschätzenden Krankenhausaufenthalt usw. (hier geschätzt die Absturzhöhe um die 2,50 Meter).

Vielleicht kann die / der Artikeleinsteller dieses Bild ersetzen.

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