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„Das wünschen wir uns doch alle“ - Alexander Galbacs gelingt mit viel Kraft und Unterstützung die Rückkehr ins Berufsleben

Blicken auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit (v.l.n.r.): Anthony Müller (Geschäftsführer AWO Pflegeeinrichtungen Gießen-Land gGmbH), Alexander Galbacs, Thomas Backes und Petra Emin (beide Lebenshilfe Gießen).
Blicken auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit (v.l.n.r.): Anthony Müller (Geschäftsführer AWO Pflegeeinrichtungen Gießen-Land gGmbH), Alexander Galbacs, Thomas Backes und Petra Emin (beide Lebenshilfe Gießen).
Gießen | Lollar/Pohlheim (-). Nicht immer verläuft das Leben geradlinig. Manchmal vermögen bestimmte Lebensereignisse alle persönlichen Pläne, Wünsche und Hoffnungen über den Haufen zu werfen. Das passiert mal mehr, mal weniger heftig – von heute auf morgen. Nicht allen Menschen gelingt im Anschluss die Rückkehr in den sogenannten Alltag. Hin und wieder sind die Schranken einfach unten, bleiben auch erst einmal unten. Einer, der diese Schranken wieder mit viel Kraft, Motivation und Hilfe öffnen konnte ist Alexander Galbacs.

Alexander Galbacs ist gelernter Metallbauer. Heute ist er für die AWO Pflegeeinrichtungen Gießen-Land gGmbH als Mitarbeiter der Haustechnik unterwegs, übernimmt für mehrere Standorte im Landkreis diverse Hausmeistertätigkeiten, beteiligt sich aber auch an der Trinkwasserausgabe an die BewohnerInnen. Erst seit wenigen Monaten arbeitet er als Festangestellter. Keine Selbstverständlichkeit, denn vor einigen Jahren wurde der Handwerker mit einer psychischen Erkrankung konfrontiert. Er konnte lange Zeit nicht arbeiten - und fand nur mit viel Mühe, beachtlichem Kraftaufwand, aber auch dank Unterstützung zurück in den Alltag.

„Es war nicht einfach. Man braucht viel Geduld. Sehr dankbar bin ich auch meiner Familie“, erklärt Alexander Galbacs, der seit anderthalb Jahren in einer Wohngemeinschaft in Reiskirchen lebt, von wo aus er täglich mit dem Zug zu seinem Arbeitgeber nach Lollar reist. „In letzter Zeit nimmt mich aber auch häufig ein Kollege mit. Außerdem plane ich meinen Führerschein zu machen“, so der AWO-Mitarbeiter, der in seinem neuen Job angekommen und sich wohlzufühlen scheint: „Ich habe hier super Kollegen, über die lasse ich nichts kommen. Sie haben mich voll in ihren Kreis angenommen, akzeptieren mich so wie ich bin.“

Der Weg von Alexander Galbacs zurück in die Arbeitswelt erfolgt schrittweise und behutsam. Eine wichtige Rolle spielte hierbei die Lebenshilfe Gießen, bei der Galbacs über die Agentur für Arbeit eine berufliche Reha-Maßnahme (Berufsbildungsbereich) in Anspruch nahm. Statt seine Eingangszeit in einer Werkstatt der Lebenshilfe Gießen zu absolvieren, wie üblich, arbeitete Alexander Galbacs allerdings von 2017 an durchgehend als Praktikant bei den AWO Pflegeeinrichtungen Gießen-Land gGmbH. „Das Gute daran war, dass Mitarbeiter und Betrieb erst einmal schauen können, ob es miteinander harmoniert“, erläutert Petra Emin (Lebenshilfe / Leitung berufliche Integration).
Das Praktikum Galbacs‘ wurde hierbei mehrfach verlängert, zudem steigerte sich schrittweise die Arbeitszeit – aufgrund der persönlichen Fortschritte und des größer werdenden Belastungsvermögens – sukzessive.
2018 wechselte er in den sogenannten Arbeitsbereich, somit in die Kostenträgerschaft des Landeswohlfahrtsverbands Hessen (LWV), und galt fortan formal als Lebenshilfe-Werkstattmitarbeiter, der jedoch an einem externen Arbeitsplatz tätig war. „Wenn irgendwas schiefgegangen wäre, dann hätte er jederzeit zurückkommen können, in den geschützten Bereich der Werkstätten“, erklärt Emin. Alexander Galbacs indes hatte ein Ziel vor Augen, wollte einen festen Arbeitsvertrag.

Einer, der den beeindruckenden Werdegang von Alexander Galbacs in den vergangenen beiden Jahren hautnah miterlebte, ist Anthony Müller (Geschäftsführer AWO Pflegeeinrichtungen Gießen-Land gGmbH). „Natürlich waren und sind wir mit seiner Arbeit sehr zufrieden. Es muss immer von der Person und von der Tätigkeit her passen – wenn es in dem Fall nicht gepasst hätte, wäre der Festanstellungsvertrag nicht zustande gekommen“, so Müller, der sich sicher ist: „Wer gewisse Schicksalsschlage hatte, der bewerte Strukturen im Alltag, die Arbeit in einem Team anders, als andere, die mehr oder weniger problemlos durchs Leben gegangen sind. Diese Menschen sind immer etwas motivierter.“

Petra Emin freut sich über das Engagement der AWO Pflegeeinrichtungen Gießen-Land gGmbH und wünscht sich für die Zukunft noch viele weitere mittelhessische Arbeitgeber, die sich auf eine Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Gießen im Rahmen der beruflichen Integration einlassen. Anthony Müller, der die Kooperation mit der Lebenshilfe weiterhin pflegen möchte, pflichtet ihr bei und berichtet von seiner positiven Erfahrung: „Für uns als Arbeitgeber war der Arbeitsaufwand in der Anfangsphase enorm niedrig gewesen. Die Dienstleistung der Lebenshilfe war vollumfänglich, sie haben sich um alle Termine und organisatorischen Angelegenheiten gekümmert. Die Lebenshilfe Gießen bot einen Rahmen - auch mit der Praktikumsbetreuung oder der Versicherung. Etwas anspruchsvoller ist es allerdings, im eigenen Haus die richtige Tätigkeit für die entsprechende Person zu finden. Das kann einen Moment dauern, lohnt sich dann aber auch.“

Ebenfalls froh über das Durchhaltevermögen und das positive Beispiel von Alexander Galbacs ist Lebenshilfe-Mitarbeiter Thomas Backes, der Galbacs binnen zwei Jahre als Arbeitssbegleiter zur Seite stand: „Er hat es geschafft dank seiner Familie, aber auch dank seiner eigenen Motivation. Alexander Galbacs ist ein gutes Beispiel dafür, was man alles erreichen kann.“ Galbacs zeigt sich dankbar: „Herr Backes hatte immer ein offenes Ohr, ich konnte ihn immer anrufen.“
Petra Emin betrachtet Alexander Galbacs als ermutigendes Beispiel für andere und betont: „Wenn jemand sagt: Ich will nach draußen gehen, dort arbeiten, dann schauen wir, wo es geht, was wir machen können. Wir möchten die Menschen, die es wollen und können, darin unterstützen, ins alte Leben zurückzukehren.“

Sie wünschen weitere Informationen zur beruflichen Integration der Lebenshilfe Gießen? Frau Petra Emin (Telefon: 06404 804-170 / E-Mail: p.emin@lebenshilfe-giessen.de) steht Ihnen bei Fragen zur Verfügung.

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