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Feuerwerke in Gießen bleiben weiterhin erlaubt,

Gießen | denn das Stadtparlament stimmte gegen den Antrag der Gießener Linken, auch wenn Ärzte, das Umweltbundesamt, Landesämter, Tierschützer, Umweltschützer und viele vernünftige Menschen die Gefahren erkennen und davor warnen.

Hier die Rede, die ich im Oktober in der Stadtverordentenversammlung hielt:

"...für unsere Fraktion bitte ich Sie, dem Antrag,
dass Feuerwerke in Gießen nur noch an Silvester gezündet werden dürfen, und dann nur an wenigen ausgewiesenen Stellen, zuzustimmen.



Die Deutsche Umwelthilfe hat in 31 Städten ein Verbot privater Silvesterböllerei beantragt - als Maßnahme zur Luftreinhaltung. Es gehe vor allem um belastete Innenstadtbereiche.
Da komplette Verbote wahrscheinlich unrealistisch sind – plädieren wir für eine Einschränkung.

Die Fakten:

1. Feuerwerkskörper schaden der Umwelt mindestens so sehr wie Dieselabgase, über die sich zu Recht viele Menschen beschweren.

2. Schwerverletzte: Schon oft gab es Schwerverletzte beim Umgang mit Feuerwerken, ob mutwillig oder fahrlässig- vor allem auch bei Kinder und Jugendlichen. Besonders in Verbindung mit Alkohol ist das Hantieren mit Feuerwerken sehr gefährlich.

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3. Müll: Nach den Feuerwerken landet Müll auf den Straßen und auch in Hinterhöfen, die Gifte landen auch im Wasser und auf der Erde, die dann durch Regen/Schnee ins Grundwasser gelangen. Dies betrifft vor allem die Feuerwerke an der Lahn und vor allem in dem Biotop und Naherholungsgebiet Schwanenteich.

4. Feinstaubbelastung: Feuerwerke sorgen für eine hohe Feinstaubbelastung. So ist die Luftbelastung am ersten Tag des neuen Jahres mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht und oft bis zu 30-fache des Erlaubten überschritten. Das bedeutet im Klartext: In der Silvesternacht wird 20% des Feinstaubs in die Luft geblasen wie durch den gesamten Autoverkehr eines Jahres.

5. Brandgefahr: Feuerwerke stellen immer eine Brandgefahr da, besonders in den trockenen und heißen Sommermonaten.

6. Belastung der Steuerzahler: Vor allem an Silvester haben wir jedes Jahr sogar eine hohe Belastung der Steuerzahler durch Schäden in zweistelliger Millionenhöhe. Diese werden hervorgerufen durch Brände, Sachbeschädigungen, Verletzungen und Vorsätzlichkeiten wie das Zünden von Feuerwerkskörpern in Containern und Briefkästen.

7. Eingriffe in Ökosysteme: Das Zünden von Feuerwerken stellt jedes Mal einen Eingriff in Ökosysteme dar. (Schwanenteich, Lahnufer…) Wurden Ökosysteme einmal durch menschliche Eingriffe geschädigt, erholen sie sich selten vollständig.

8. Schaden für Haus- und Wildtiere: Immer wieder entlaufen und sterben Haustiere, für Wildtiere sind Feuerwerke oft ein Spießrutenlauf. Auch die ohnehin schon stark schwindenden Vogelbestände werden durch Feuerwerke gefährdet.

Da sich all diese Punkte in den letzten Jahren immer weiter verstärkt haben, bitten wir Sie den Beispielen vieler Städte in Frankreich, Dänemark, Luxemburg, Holland zu folgen und ein generelles Verbot für Privatpersonen auszusprechen. Alternativ könnte in jeder Gemeinde zu einem festen Zeitpunkt ein Feuerwerk von professionellen Pyrotechnikern abgebrannt werden. So könnte man in Zukunft an einem Ort Feuerwerk genießen, ohne die ganzen negativen Auswirkungen.

Bisher hat der Magistrat mit der Begründung reagiert, dass Städte nur mit altem Fachwerk das Abbrennen von Feuerwerken in den Stadtzentren verbieten.

Aber dazu bitte auch beachten:

Styropor ist das am häufigsten verwendete Material zur Dämmung von Außenfassaden, welche in Gießen- auch im Stadtzentrum gerne verwendet wird. Styropor ist schnell brennbar. Da sei nur das Stichwort London ausreichend.

Die Umwelthilfe plädiert sogar aus allen genannten Gründen dafür, Feuerwerke am besten nur noch am Stadtrand abzubrennen, was auch für Gießen machbar wäre. In der Innenstadt befinden sich das Altenhilfezentrum Johannisstift, Vitanas Seniorenzentrum an der Lahn und das Alloheim Residenz Gießen, deren Bewohner besonders zu schützen sind. Gleichzeitig wohnen viele Familien mit kleinen Kindern in der Innenstadt, die den Feinstaub einatmen müssen.
Grundsätzlich ist laut Bundessprengstoffgesetz das „Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen“ verboten.
Viele Kommunen – so auch Gießen- bestreiten, gegen private Feuerwerke zu Silvester Verbote verhängen zu dürfen, aus diesem Grund hat die Umwelthilfe ein Rechtsgutachten vorgelegt: Dies beweise, dass die Städte vor Ort durchaus Handlungsmöglichkeiten gegen die traditionelle Böllerei haben.
Man kann also nicht begründen- dass die Vernünftigen es schon sein lassen können- es geht um den Schutz derer die sich nicht wehren können.

(Siehe : http://www.waz.de/politik/eugh-urteilt-ueber-stickoxid-grenzwerte-und-messstationen-id226293863.html )

Laut Innenministerium haben die Kommunen immerhin die Möglichkeit, Feuerwerk zu verbieten, wenn die öffentliche Sicherheit gefährdet ist. Die Deutsche Umwelthilfe hat die Bundesregierung deshalb aufgefordert, den Städten ein Verbot von Silvester-Feuerwerk und Böllern zu vereinfachen.

Vieles sei gemacht, aber noch vieles zu tun, so Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD). »Klimaschutz muss ein Prüfstein werden für alle künftigen Maßnahmen der Stadt.« Mit dem Votum für das Klima-Ziel 2035 sind allerdings noch keine konkreten Maßnahmen beschlossen worden.

Unser Antrag wäre ein Anfang. Wir bitten Sie um ihre Zustimmung!

In der BauAusschussitzung teilte Frau Weigel Greilich mit, dass es viel mehr Anträge auf Feuerwerke jährlich gäbe, denen nicht allen stattgegeben werde. Also kann man es doch verbieten?

Es gäbe keine rechtliche Grundlage?

Im Gießener Anzeiger vom 30.12.2015 lesen wir :„Aus Sicherheitsgründen und wegen möglicher Ängste von Flüchtlingen ist auf dem Gelände vieler Asylunterkünfte das Feuerwerk an Silvester verboten. Dies gelte für die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) in Gießen samt Außenstellen an insgesamt 37 Standorten sowie die 18 Notunterkünfte, teilte das Regierungspräsidium Gießen mit."

Also kann man Feuerwerke doch verbieten??!!

Es gibt also rechtliche Möglichkeiten und unzählige Gründe die Feuerwerke über das Jahr zu verbieten und an Silvester einzuschränken. Wir bitten deshalb um Zustimmung. "

ALLE PARLAMENTARIAR LEHNTEN UNSEREN ANTRAG AB!!

 
 
 
 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Friedel Steinmueller
3.727
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 31.12.2019 um 16:30 Uhr
Man muss leider immer wieder darauf hinweisen!
Besser jetzt nochmal lüften.
Kommende Nacht werden wir hier eingeräuchert wie eine Mettwurst.
Es geht kein Wind. Extremer Nebel wird erwartet.
Sichtweite wohl unterhalb des "Lidrandes!"
Leider sind sich viele Menschen noch immer nicht im klaren über die möglichen Folgen beim Anzünden von Feuerwerkskörpern.
Bernt Nehmer
2.162
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 31.12.2019 um 20:40 Uhr
Nach Japan fliegen, um dem Feuerwerk zu entgehen, ist auch nicht eine Lösung.
Friedel Steinmueller
3.727
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 01.01.2020 um 10:02 Uhr
So ist es! Und jetzt ist eh alles rum!
Jutta Skroch
13.589
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 02.01.2020 um 13:59 Uhr
Was nutzen Verbote, wenn die Einsicht fehlt und Kontrollen so gut wie unmöglich sind, außer an markanten Plätzen. Ein Umdenken wäre dringend erforderlich.
Martina Lennartz
6.159
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 02.01.2020 um 14:20 Uhr
Liebe Jutta.
Das wäre schön, aber utopisch.
Hälst du also auch das
* Verbot des Rauchen in Kneipen ( Nichtraucherschutzgesetz)
* die Anschnallpflicht
* ....und weitere Regeln und Vorschriften für sinnlos?


http://www.rechtslupe.de/allgmeines/warum-brauchen-wir-so-viele-gesetze-3118830o
Jutta Skroch
13.589
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 03.01.2020 um 00:38 Uhr
Ich sehe speziell beim Feuerwerksverbot keine Möglichkeit es auch nur ansatzweise durchzusetzen. Es ist ja auch vor und nach Silvester verboten, aber es halten sich auch nicht alle dran. Wie will man die erwischen?
Kein Feuerwerksverkauf mehr, wäre die einzige Alternative, aber in Zeiten des Internets ebenfalls utopisch.
Ich halte Rauchverbot, Anschnallpflicht, usw. keineswegs für sinnlos. Wer sich nicht anschnallt, schadet in erster Linie sich selbst, sekundär könnte er natürlich auch anderen schaden.
Ohne Sanktionen funktioniert vieles nicht, wir haben ein Handyverbot und wieviele schert es?
Der link scheint nicht vollständig zu sein, die Seite wurde nicht gefunden.
Ilse Toth
37.816
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 03.01.2020 um 10:37 Uhr
Wieviele Auto müssen wie lange ihre Motoren laufen lassen , bis sie die Feinstaubwerte der Feuerwerkskörper erreichen?
Welchen Politiker interssiert die Angst vieler Kinder und Erwachsenen, der Haus- und Wildtiere? Da wo finanzielle Interssenen dahinter stehen und durch ein Verbot Wähler "vergrämt" werden könnten- da gibt es keine Einschränkungen. Ich war an Sylvester angenehm überrascht, dass in Heuchelheim viel weniger Böllerei war, als noch im letzen Jahr.
Martina Lennartz
6.159
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 03.01.2020 um 16:19 Uhr
Warum bekommen es andere Städte hin das Feuerwer an bestimmten Stellen oder ganz zu verbieten?
http://www.google.com/amp/s/www.morgenpost.de/vermischtes/article216049339/Silvester-Wo-Feuerwerke-dieses-Jahr-verboten-sind.html%3fservice=amp



Hier noch mal der andere link- ich hoffe dass es diesmal klappt

http://www.rechtslupe.de/allgmeines/warum-brauchen-wir-so-viele-gesetze-3118830
Kurt Wirth
2.644
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 03.01.2020 um 18:19 Uhr
Die Städte Lustenau (Vorarlberg) und Konstanz am Bodensee verzichteten auf Feuerwerk und boten stattdessen Licht- und Lasershow:
http://www.all-in.de/lindau/c-lokales/lustenau-und-konstanz-setzen-an-silvester-auf-lasershow-statt-feuerwerk-was-halten-sie-davon_a5051847?ref=curate
Jutta Skroch
13.589
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 03.01.2020 um 23:05 Uhr
Hallo Martina,
jetzt hat es geklappt mit dem Link. Damit du mich nicht falsch verstehst, ich hätte absolut nichts, aber auch gar nichts gegen ein Feuerwerkverbot einzuwenden.
Wir haben Gesetze, die brauchen wir auch, sonst würde das Zusammenleben nicht funktionieren. Manchmal würde ich mir auch höhere Strafen wünschen, obwohl die leider Straftaten auch nicht verhindern. Denn der Straftäter geht ja davon aus, nicht erwischt zu werden. Das klappt leider oft genug.
H. Peter Herold
28.478
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.01.2020 um 19:52 Uhr
Nur zu. CO2 ist 2019 zurückgegangen und wen interessiert schon Feinstaub
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Martina Lennartz

von:  Martina Lennartz

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Martina Lennartz
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