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„Bedarf für den Austausch ist hoch“ - Volles Haus beim Netzwerk Begleitete Elternschaft

V.r.n.l.: Martina Ertel (Lebenshilfe-Bereichsleitung Ambulante Hilfen), Dr. Karoline Klamp-Gretschel (JLU), Jutta Becker (Diakonie), Stadträtin Gerda Weigel-Greilich, Hans-Peter Stock (Kreisbeigeordneter) sowie Dr. Marion Michel (Uni Leipzig).
V.r.n.l.: Martina Ertel (Lebenshilfe-Bereichsleitung Ambulante Hilfen), Dr. Karoline Klamp-Gretschel (JLU), Jutta Becker (Diakonie), Stadträtin Gerda Weigel-Greilich, Hans-Peter Stock (Kreisbeigeordneter) sowie Dr. Marion Michel (Uni Leipzig).
Gießen | Umtriebig trugen die Helfer am Morgen noch Stühle in das alte Flughafengebäude im Gießener Depot. Der Andrang beim großen hessischen Netzwerktreffen zum Thema Begleitete Elternschaft, organisiert von der Lebenshilfe Gießen, überstieg die Anmeldungen bei weitem. Unter den TeilnehmerInnen befanden sich auch Stadträtin Gerda Weigel-Greilich, Hans-Peter Stock (Hauptamtlicher Kreisbeigeordneter) sowie Thomas Knierim, zuständiger Regionalmanager des Landeswohlfahrtsverbands Hessen (LWV).

„Es ist schön und ermutigend, diese Resonanz zu sehen. Sie zeigt wie hoch der Bedarf für den Austausch zu diesem Thema in Hessen ist und dass wir hier mit unserer Veranstaltung genau richtig liegen“, kommentierte Dirk Oßwald, Vorstand der Lebenshilfe Gießen, das geschäftige Treiben.

Die Veranstaltung, die aus einem Fachtag der Lebenshilfe Gießen im Januar 2019 resultierte, bot den vielen hessischen Praktikern fachlichen Input zum Thema Begleitete Elternschaft und Gelegenheiten zum Austausch mit Experten aus anderen Bundesländern. Denn mancherorts gibt es bereits Angebote für behinderte Menschen, die Eltern werden.

Den Tenor des Tages gab Dr. Marion Michel (Universität Leipzig) mit ihrem Impulsreferat vor. In diesem skizzierte sie den vorhandenen rechtlichen Rahmen der Begleiteten Elternschaft, der unter anderem aus der UN-Vereinbarung über die Rechte von Menschen mit Behinderung resultiert. Auch regelt das Bundesteilhabegesetz seit 2017 das Recht auf unterstützte Elternschaft durch Elternassistenz und begleitete Elternschaft.

Darüber hinaus blickte Dr. Michel auf den Umgang vieler Jugend- und Sozialämter mit Eltern mit Behinderung, die häufig nicht ausreichend wahrgenommen und unterstützt werden. Generell fehle es momentan noch, so Michel, an einer umfassenden Sensibilisierung für Eltern mit Behinderung in diversen relevanten Berufszweigen: Von Medizinern über Sozialarbeiter bis hin zu Juristen.

In Hessen mangelt es aktuell an den nötigen Strukturen, um Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung die Möglichkeit zu bieten, mit ihren Kindern als Familie zusammenzuleben. Dies möchte die Lebenshilfe Gießen zeitnah ändern und arbeitet daher gemeinsam mit Stadt und Landkreis Gießen, dem hessischen Sozialministerium sowie dem Landeswohlfahrtsverband an dem Aufbau eines Unterstützungsangebots für Mittelhessen, das über den konventionellen ambulanten Rahmen hinausgeht.

„Über die Fortschritte und die Ausgestaltung diese zukünftigen Unterstützungsangebots wird auf den kommenden Netzwerktreffen gesprochen“, versicherte Martina Ertel (Lebenshilfe-Bereichsleitung Ambulante Hilfen) und ergänzte: „Bei dieser Resonanz und dem durchweg positiven Feedback, werden wir die Vernetzung in diesem Bereich mit anderen Mitstreitern vorantreiben.“

Sie interessieren sich für das Thema Begleitete Elternschaft? Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Frau Christine Hasenauer, Bereichsleitung Wohnen der Lebenshilfe Gießen (06404 804-287 / c.hasenauer@lebenshilfe-giessen.de).

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