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Tierheime in Deutschland sind in ihrer Existenz bedroht

Gießen | Wie kann die Zukunft gesichert werden?
Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Letztlich geht es aber am Ende immer um eines, die Finanzierbarkeit.

--> TIERHEIME MÜSSEN SICH HEUTE OFT VERÄNDERTEN HERAUSFORDERUNGEN STELLEN
Dazu gehören zum Beispiel Animal Hoarding Fälle (zu dt. Tiersammelsucht) – die zu massiven personellen und finanziellen Belastungen führen. In kurzer Zeit muss eine große Anzahl an Tieren versorgt werden. Einige Beispiele dafür waren die Beschlagnahmung von zwei Dutzend Hühnern und Nandus aus einem illegalen Transport quer durch Europa, der spektakuläre Fall von über 60 Chihuahuas, die im März 2018 im Tierheim Gießen abgegeben wurden, 120 Rassekatzen aus einer Stadtwohnung oder 70 Stubentiger aus einem kleinen Haus im Landkreis, die im Tierheim aufgenommen wurden. Waren es in der Vergangenheit noch einzelne Fälle, stieg die Anzahl mittlerweile auf mehrere Fälle im Jahr!

--> INTERNETHANDEL HAT HÄUFIG NICHT GEAHNTE FOLGEN
Hinter den sogenannten Privatvermittlungen über gängige Anzeigenplattformen stecken keinesfalls verzweifelte Menschen, die ihre Tierkinder in guten Händen wissen wollen, sondern leider oft ausländische Tierschmuggler oder kalt kalkulierende inländische Vermehrer, die sich auf Kosten der tierischen Schicksale die Taschen füllen wollen.Man ist sich beim Billigtierkauf nicht bewusst, kranke und häufig stark
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verhaltensgestörte Tiere ins Haus zu holen, der Preis lockt. Wenn die Probleme aber doch den Geldbeutel oder die eigenen Fähigkeiten übersteigen, landen diese Vierbeiner im Tierheim. Dort fallen nicht nur die Kosten der Versorgung, sondern auch ein enormer Trainingsaufwand an, um einem verstörten Häufchen Elend wieder Vertrauen in die Menschheit zu geben.
Im Internet oder auf Börsen für wenige Euro erworbene Reptilien oder andere exotische Haustiere, werden häufig wieder ausgesetzt und zwingen Tierheime zu Umbauten zwecks tiergerechter Haltung und Tierpfleger zu Fortbildungen. Jeder Bürger muss sich darüber im Klaren sein, dass kleine Preise beim Tier-
kauf niemals ein gutes Zeichen sind.

--> ALT, SCHWIERIG, KRANK - ABSCHIEBUNG INS TIERHEIM
Die Erwartungen an die Tiere im Zusammenleben mit dem Menschen stellen sich heute verändert dar. So
wird der langhaarige Herdenschutzhund gekauft, weil er als großer Hund so hübsch und wuschelig aussieht.
Er, der in seiner Heimat Nutztiere gegen Wolf
und Bär verteidigt, soll sich nun in der Stadtwohnung als Familienkuscheltier wohlfühlen. Wenn das nicht klappt, heißt es: ab ins Tierheim! Es sind vor allem die schwer oder sogar unvermittelbaren Tiere, die den größten Kostenfaktor darstellen. In den richtigen Händen, mit großer Erfahrung und Verantwortung geführt, können solche Tiere ein gutes Leben haben. Da solche Plätze aber schwer und selten zu finden sind, warten sie lange in Tierheimen auf ihre Menschen, manchmal sogar vergeblich. Abgeschoben werden vermehrt auch Tiere, die alt und krank sind. Allein im Tierheim Gießen stieg ihre Zahl merklich.

--> TIERHEIME WERDEN MEHR DENN JE GEBRAUCHT
Denn, wohin mit all den vernachlässigten und gequälten Tieren? Tierheime sind die professionellen Auffangstationen. Welche Privatperson könnte spontan einen verstörten, aggressiven Hund aufnehmen und dabei für die Sicherheit im Umgang mit diesem sorgen oder die Unterbringung von einer enormen Anzahl Kleintieren stemmen? Ein gut geführtes Tierheim, mit all seinen Kosten, ist also für die Aufrechterhaltung des Tierschutzes unabdingbar.
--> Wie kann die Zukunft gesichert werden?
Da sich die Einnahmen der Tierheime meist durch Spenden und Erbschaften ergeben, sind wir auf dauerhafte
Unterstützer angewiesen. Unterstützend sind natürlich auch Gelder aus Fundtierverträgen von Städten und Gemeinden, leider decken aber auch diese bei Weitem nicht die anfallenden Kosten. Neben Futter und Personalkosten sind auch die allgemeinen Betriebskosten wie Heizung, Strom und Wasser, sowie Tierarztkosten und Aufwendungen zur Einhaltung von Hygienemaßnahmen nicht zu vernachlässigen. Aber nicht nur in Gießen kämpft man daher an vielen Fronten. Mitgliederwerbung, neue Gönner, Firmensponsoring und Patenschaften sollen Sicherheit bringen. Aufklärung aller Bürger sowie die Vernetzung und Zusammenarbeit der Tierheime ist der Schlüssel zum Erfolg.

--> UNTERSTÜTZUNG
Wer glaubt, nur mit viel Geld Tierbesitzer oder Tierheimunterstützer werden zu können, der irrt. Schon für 3,33 Euro im Monat kann man als Mitglied
des Tierschutzvereins Gießen zum Überleben beitragen. Oder man wird ab 5 Euro im Monat Pate für einen tierischen Notfall.

» Jede kleine Spende auf das Konto bei der Sparkasse Gießen DE 76 5135 0025 0200 5054 24 ist willkommen.
Kleinvieh macht auch Mist, wer wüsste das besser als die Mitarbeiter egal ob ehren- oder hauptamtlich des
Tierheims Gießen.

 
 
 

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