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Heute vor 75 Jahren, am 6. Dezember 1944, fielen Bomben auf Gießen

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Gießen | Die von den Nazis im 2. Weltkrieg überfallenen und zerstörten Länder hatten zurückgeschlagen. Das Stadtzentrum wurde zu 86% zerstört, 390 Menschen starben. In den Reden wird der Toten gedacht und an den Krieg erinnert - an Vergangenes.
Gleichzeitig werden neue Kriege vorbereitet, werden Bundeswehrsoldaten in alle Welt geschickt bis ins Südchinesische Meer, wie Kriegsministerin Kramp-Karrenbauer jüngst verkündete.

“Es ist nicht unvermeidbar, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass wir in 15 Jahren mit China im Krieg sein werden”, sagte am 25.10.2018 der frühere Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa Ben Hodges dem Spiegel. Am 17.12.2018 hat er den Zeitabstand auf 10 Jahre verkürzt. Was sagt er heute?

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Kommentare zum Beitrag

Bernt Nehmer
2.293
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 06.12.2019 um 13:14 Uhr
Der Krieg wird ein wirtschaftlicher sein, wie man heute schon sehen kann.
6
Johannes Feldner aus Gießen schrieb am 06.12.2019 um 19:02 Uhr
Die Wahrscheinlichkeit, daß in den nächsten Jahren kriegerische Auseinandersetzungen zwischen USA und China ähnlich wie seit Jahren mit Rußland in der Ukraine entwickelt werden, steigt von Jahr zu Jahr. Die Straßenkämpfe in Hongkong sind ja nur ein Vorspiel. Welche Rolle dabei westliche Geheimdienste spielen, kann man sich getrost vorstellen, ohne gleich in Verschwörungstheorien abzudriften. Andererseits macht China keinen Hehl aus seinem Machtanspruch gegenüber Taiwan und verschiedenen Inseln im südchinesischen Meer. Dabei ist es bereits zum offenen Konflikt mit Vietnam und den Philippinen gekommen. Japan gibt den vefassungsmäßigen Pazifismus auf, um ggf Chinas militärischer Stärke selbst entgegen zu treten. Und die USA sind nicht dafür bekannt, ihre Stützpunkte und wirtschaftlichen Einflußsphären aus reiner Friedensliebe aufzugeben.
Kurt Wirth
2.830
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 06.12.2019 um 19:19 Uhr
Und mit "Defender 2020", der "umfangreichsten Verlegung von Soldaten aus den USA nach Europa in den vergangenen 25 Jahren" (so der SPIEGEL), werden im kommenden Jahr 37.000 Soldaten gegen Rußland mobilisiert. 19 Staaten sind daran beteiligt. Deutschland ist dabei die logistische Drehscheibe.
360
Frauke Weber aus Gießen schrieb am 07.12.2019 um 11:45 Uhr
Hodges hat keinen Wirtschaftskrieg gemeint, Herr Nehmer. Der findet bereits seit Jahren statt und tötete schon sehr viele Menschen, denen aufgrund von Boykotts und Sanktionen Lebensmittel und Medikamente vorenthalten werden.
Wolfgang Seibt
63
Wolfgang Seibt aus Wettenberg schrieb am 08.12.2019 um 13:25 Uhr
Zum Kapitalismus gehörte schon immer der Krieg.
Für die USA ist der Krieg ein ergänzendes Mittel der Politik.
Es sollte sich niemand im Falle eines herbeigetricksten Zwischenfall gegen Russland der Hoffnung hingeben, dass die Truppen der USA uns beistehen würden.
Übrigens, eine sogenannte Wiedervereinigung mit der DDR wollten weder, Frankreich, noch Groß Britannien und auch nicht unser Freund, die USA. Die haben sich ihr Jawort teuer bezahlen lassen. Unsere Freunde kaufen wir uns. Aber unsere Politiker rasseln schon wieder mit den Säbeln um sich als Musterschüler zu zeigen. Dabei werden sie in der NATO nur milde belächelt. Auch der Metzger sprach früher beruhigend auf das Schaf ein, ehe er das Messer zückte.
Stefan Walther
4.744
Stefan Walther aus Linden schrieb am 08.12.2019 um 17:35 Uhr
Richtig Herr Seibt, der Satz hat immer noch Gültigkeit = "Krieg ist die Fortsetzung der Politik - nur mit anderen Mitteln".
Aber eins darf man dabei nicht vergessen, nicht unterschlagen: das gilt sowohl für die kapitalistische USA als auch für das kapitalistische China und Russland!
H. Peter Herold
28.739
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.12.2019 um 18:12 Uhr
Empfehle die Lektüre "DER SPIEGEL 46/2001", auch schon wieder ein welchen her.
Michael Beltz
7.711
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 08.12.2019 um 19:39 Uhr
Ja Stefan, Russland ist ein kapitalistisches Land geworden. Derzeit muss es der russischen Regierung darum gehen, der Einkreisung ihres Landes durch die NATO entgegenzutreten. Kurt hat vor einige Zeit Russland als Möchtegern-imperialistisches Land beschrieben: (Hoffentlich erinnere ich mich richtig)
Stefan Walther
4.744
Stefan Walther aus Linden schrieb am 08.12.2019 um 21:53 Uhr
...und die Einkreisung - ja, die NATO hat das vor, richtig - geht dann bis nach Syrien?
Weißt du Michael, man sollte sich nicht so viele Gedanken darüber machen um was es den einzelnen kapitalistischen / imperialistischen Regierungen angeblich geht, sie alle stehen nicht auf der Seite der Ausgebeuteten und Unterdrückten, und das allein ist der Maßstab, nicht wie "schwach" oder stark der Eine oder Andere Imperialist ist... sie alle verfolgen nur ihre eigenen imperialistischen Interessen.
Wolfgang Seibt
63
Wolfgang Seibt aus Wettenberg schrieb am 09.12.2019 um 10:57 Uhr
Ist schon klar, dass die nie auf der Seite der Ausgebeuteten und Unterdrückten stehen. Das verbieten denen schon ihr Glaube an ihre garantierten Sonderrechte.
Aber leider wird das so deutlich in den selbsternannten Qualitätsmedien nie gesagt. Dabei wissen die es doch auch.
Kurt Wirth
2.830
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 09.12.2019 um 12:36 Uhr
Michael, das ist richtig mit den "Möchtegernimperialisten". Willi Gerns, der sich in der Materie besser auskennt als ich, spricht von einem "Imperialismus mit Besonderheiten". Ich meinte damit u.a. auch, daß Rußland nicht alle Kriterien der Leninschen Imperialismusdefinition erfüllt: z.B. liegt es im Kapitalxport "nur" an 25. Stelle in der Welt (während z.B. China an zweiter Stelle nach den USA liegt). Rußland hat in manchen Bereichen noch die Züge eines Schwellenlandes (einseitige Abhängigkeit von Rohstoffexporten).

Man kann nicht alle kapitalistischen oder imperialistischen Länder in einen Topf werfen, auch wenn natürlich die Leidtragenden immer und überall dieselben sind. Und wenn sich hier in Mitteleuropa eine gefährliche Situation zusammenbraut, wie das Säbelrasseln an der russischen Grenze, so ist mir das Hemd eben näher als der Rock.
360
Frauke Weber aus Gießen schrieb am 09.12.2019 um 12:44 Uhr
Sie wissen schon, Herr Walter, dass russische Truppen auf ausdrücklichen Wunsch von Syrien dort sind.

Wären sie das nicht, wäre ganz Syrien ein chaotisches zerfallenes Trümmerfeld wie der Irak, wie Libyen...
Stefan Walther
4.744
Stefan Walther aus Linden schrieb am 09.12.2019 um 14:49 Uhr
Ach ja Frau Weber, auf ausdrücklichen Wunsch des in weiten Teilen verhassten Assad-Regimes wollten Sie sicher sagen, oder?
Also wollen die Russen Syrien vor dem Chaos bewahren und nicht etwa ihren eigenen Einfluss sichern? Denken Sie das wirklich???

Und wären weder die Russen, noch die Amerikaner, Türken, Saudis, Iraner usw. usf. in Syrien, was wäre dann? = dann könnten die Menschen in Syrien - endlich - selbst über ihre Zukunft entscheiden!
360
Frauke Weber aus Gießen schrieb am 09.12.2019 um 16:05 Uhr
Schon mal was von Völkerrecht gehört, Herr Walter?
Stefan Walther
4.744
Stefan Walther aus Linden schrieb am 09.12.2019 um 18:50 Uhr
Ist das die ganze Antwort Frau Weber? Also die einzige imperialistische Macht, die in Syrien nicht gegen das Völkerrecht verstösst ist Russland ( weil sie ja von der syrischen Regierung um "Hilfe" gebeten wurde ) - und damit ist die Welt für Sie in Ordnung?

Schon mal was von imperialistischen Interessen gehört Frau Weber? Und die Erde ist keine Scheibe, und nicht nur im Westen gibt es imperialistische Länder...
47
Jonas Seiler aus Staufenberg schrieb am 10.12.2019 um 02:29 Uhr
Ich denke es ist klar, dass sich die Widersprüche zwischen den Imperialisten manchmal ganz von allein vorteilhaft, wenn auch in noch so geringem Rahmen, für die Unterdrückten ausdrücken. Vor allem aber müssen sie von Revolutionären erkannt und genutzt werden. Dabei finde ich muss klar sein und auch immer wieder betont werden, dass jeder Imperialist unser Feind ist.
Ich habe auch schon mit einigen selbsternannten Marxisten diskutiert, die sich doch tatsächlich wünschen, dass China die USA möglichst schnell als vorherschende imperialistische Macht ablöst, weil "wenn es den leuten in den ehemaligen Unterdrückernationen dann als Konsequenz wirtschaftlich schlechter geht wird die Revolution einfacher"... Verkehrte Welt.
Stefan Walther
4.744
Stefan Walther aus Linden schrieb am 10.12.2019 um 08:55 Uhr
"Ausnutzen der Widersprüche zwischen den Imperialisten" und "sich auf die Seite eines Imperialisten schlagen", sind jedoch völlig verschiedene Dinge, ich denke da sind wir einer Meinung Jonas.
Beispiel: so haben die Kurden ( und die SDF ) es gut verstanden diese Widersprüche auszunutzen und sowohl mit den USA als auch teilweise mit Russland taktische Bündnisse im Kampf gegen den IS geschlossen. Und trotzdem vertrauten und vertrauen sie keinem von beiden, sondern fordern wie viele andere in Syrien auch = Abzug aller(!) ausländischen Truppen, aller Besatzer, aus Syrien!
360
Frauke Weber aus Gießen schrieb am 10.12.2019 um 16:31 Uhr
Herr Walter, nein, die Welt ist für mich nicht in Ordnung, nicht in Syrien, nicht in Deutschland, nicht in Russland und vor allem nicht in den USA.
Natürlich sind die russischen Truppen nicht aus Altruismus in Syrien, sondern vertreten auch auch die eigenen Interesen.

Aber ich werfe nicht Kraut und Rüben durcheinander, sondern verweise auf das Völkerrecht, das die Souveränität jedes Staates garantiert.
Und demnach verstoßen die US-Truppen, die kein UN-Mandat dafür besitzen, mit ihrer Präsenz in Syrien eindeutig gegen die UN-Beschlüsse, nicht aber Russland. So ist das nun mal. Und das sollte man einfach zugeben.
Stefan Walther
4.744
Stefan Walther aus Linden schrieb am 10.12.2019 um 20:07 Uhr
Habe ich das bestritten Frau Weber? Nur, für mich und viele andere ist das nicht der entscheidende Punkt, entscheidend ist, dass auch Russland ( genauso wie andere ausländische Truppen ) dort nicht im Interesse der einheimischen Bevölkerung agieren... Und genau dies muss man bei jeder Äußerung zu den aktuellen Verhältnissen in Syrien kritisieren, genauso wie man die anderen Akteure ( von der Türkei, über die USA bis hin zum Iran ) kritisiert / kritisieren muss.
Aber gut, es besteht die Gefahr der Wiederholung, wir drehen uns etwas im Kreis, weder Sie noch ich bringen neue Argumente...
Für mich bleibt es dabei = alle ausländischen Truppen raus aus Syrien, das ist die einzig richtige Forderung!
Kurt Wirth
2.830
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 11.12.2019 um 10:13 Uhr
Es ist wohl nicht so einfach, das "Interesse der einheimischen Bevölkerung" festzustellen (man denke insbesondere an die Kurden, die m.E. übrigens nicht meisterhaft verstanden, imperialistische Widersprüche auszunutzen, sondern verzweifelt nach allen Seiten Unterstützung suchten und von den USA und Rußland "in die Pfanne gehauen" wurden). Ich vermute mal, daß sich die Mehrheit nach einem Schweigen der Waffen sehnt (und damit haben wir auch einen Bezug zum Beitrag: das dürfte auch bei der Gießener Bevölkerung 1944/45 so gewesen sein. Ansonsten gab es auch da erhebliche Meinungsverschiedenheiten darüber, wie es danach weitergehen sollte).

Nach einem Abzug der ausländischen Truppen würden vermutlich verstärkt Geld, Waffen u.a. von außen ins Land gebracht werden, um die unterschiedlichen Interessen zur Geltung zu bringen (man siehe z.B. den Jemen) und die verschiedenen Bevölkerungsteile gegeneinander jagen.

Es bleibt aus meiner Sicht nur der Verhandlungs- und Konferenzweg und ein schnellstmöglicher Waffenstillstand.
Kurt Wirth
2.830
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 13.12.2019 um 19:28 Uhr
Eine interessante kurdische Einschätzung der Lage in Syrien bietet:

http://anfdeutsch.com/hintergrund/syrienkrieg-dritter-weg-im-wirrwarr-internationaler-interessen-15958
Stefan Walther
4.744
Stefan Walther aus Linden schrieb am 13.12.2019 um 20:44 Uhr
Danke Kurt, gute Analyse zu den verschiedenen Akteuren! Allen gemeinsam = Rojava ist ihnen ein Dorn im Auge.
Also so "verzweifelt" waren die Kurden dann wohl doch nicht was ihre taktischen Bündnisse betraf...
Hast du auch den nächsten Artikel gelesen Kurt? Nicht minder interessant, logische Folge der imperialistischen Interessen...
Kurt Wirth
2.830
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 13.12.2019 um 21:56 Uhr
Ich würde es mir und den Kurden wünschen, dies zu pessimistisch gesehen zu haben. Aber wie inzwischen die Lage ist, in den türkisch besetzten Gebieten und den Gebieten, aus denen die kurdischen Kräfte abziehen mußten, und wie die Kurden ihre Perspektive aktuell einschätzen, ist aus dem Artikel nicht ersichtlich.

Daß man sich für die Teilnahme der Kurden an allen Verhandlungen über die Zukunft Syriens einsetzen muß, versteht sich.
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von:  Michael Beltz

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