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Wenn Kinder und Jugendliche vom Suizid reden

Gießen | Vortrag aus der Reihe „Psyche & Seele. Die Vitos Gesundheitsgespräche“ am 4. Dezember

Marburg/Gießen. Wenn Kinder und Jugendliche davon sprechen, sich das Leben zu nehmen, ist das für Eltern ein Schock. Dann ist es wichtig, aufmerksam zuzuhören, und nach den Ursachen zu suchen. Darum geht es am Mittwoch, 4. Dezember 2019, um 18 Uhr beim Vortrag „Dann bringe ich mich eben um! Wenn Kinder und Jugendliche vom Suizid reden“ im Festsaal der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Marburg. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Psyche & Seele. Die Vitos Gesundheitsgespräche“ von Vitos Gießen-Marburg.

Rund 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben schon einmal daran gedacht, sich das Leben zu nehmen, sagt Dr. Jens P. Pfeiffer, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut an der Vitos Klinik Lahnhöhe und Referent des Abends. Wobei nur ein Teil davon tatsächlich konkrete Pläne zur Umsetzung macht.

Ein Zeichen für Überlastung

„Lebensmüde Gedanken sind fast immer ein Überlastungssignal“, so Dr. Pfeiffer. Dass sie in der Pubertät gehäuft vorkommen, hat mehrere Gründe. Zum einen gehen im Körper starke hormonelle Veränderungen vor sich, die die Jugendlichen zum Beispiel viel emotionaler reagieren lassen. Auch lösen sie sich langsam vom elterlichen Schutzmantel und fokussieren sich stärker auf Gleichaltrige.

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Darüber hinaus erleben sie völlig neue Aufgaben und Gefühlswelten: Die erste Liebe, der erste Liebeskummer, vielleicht Ausgrenzung in der Schule. Und: „In jungen Jahren hat man in der Regel noch nicht so viele Strategien gelernt, mit schwierigen Situationen umzugehen“, sagt Dr. Pfeiffer. „Ältere Menschen wissen: Es gibt ein Leben danach, die Erfahrung stärkt einen.“

Das alles kann dazu führen, dass sich Kinder und Jugendliche schneller überlastet, verzweifelt und in einer emotional ausweglosen Situation fühlen. So kommt manchen eben der Gedanke, sich das Leben zu nehmen.

Nicht in Panik geraten, Hilfe holen

Oft wissen Eltern nicht, wie sie damit umgehen sollen. „Auf jeden Fall nicht in Panik geraten!“, empfiehlt der Therapeut. „Sehen Sie die Suizidgedanken Ihrer Kinder als Hilferuf. Zeigen Sie Ihren Kindern, dass Sie für sie da sind und reden Sie mit ihnen darüber, was sie bedrückt.“ Wichtig sei auch, sich professionelle Hilfe zu holen. Denn feststellen, ob die Suizidgedanken tatsächlich lebensgefährlich sind oder nicht, könne letztendlich nur ein Facharzt oder Psychotherapeut.

Wer mehr zum Thema wissen möchte, ist herzlich eingeladen, den Vortrag „Dann bringe ich mich eben um! Wenn Kinder und Jugendliche vom Suizid reden“ zu besuchen. Er findet am Mittwoch, 4. Dezember 2019, um 18 Uhr im Festsaal der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Marburg (Cappeler Straße 98, 35039 Marburg) statt.

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von:  Susanne Richter-Polig

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