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Insekten - Das "Bauernopfer" der Agrarindustrie

Gießen | Angesichts des dramatischen Artensterbens der Insekten ist es geradezu grotesk, dass eine "Gruppe von unabhängigen, engagierten Landwirten" sich erblödet das vergleichsweise zögerliche Agrarpaket der Bundesregierung zu torpedieren, weil ihr u.a. der Insektenschutz zu weit geht.
Dass man das falsche Opfer ans Kreuz genagelt hat, werden diese Landwirte spätestens erkennen, wenn sie ihre Pflanzen selbst bestäuben müssen.

Die Umstellung vieler Landwirte auf "biologische" Landwirtschaft wird bedauert statt begrüßt, unglaublich angesichts Klimakrise und Diversitätsverlust.

Vielmehr sollte diese "Gruppe von unabhängigen, engagierten Landwirten" vor dem Verbraucher offensiv Aufklärung über den Wert regionaler Agrarprodukte betreiben angesichts der Tatsache, dass ca. ein Drittel konsummierbarer Lebensmittel vernichtet werden; viele davon schon beim Erzeuger selbst. Das Bewußtsein beim Verbraucher zu schaffen, dass z.B. eine naturbelassene krumme Freilandgurke wesentlich besser munden kann als eine langweilige überzüchtete makellose Treibhausgurke, ist das Gebot der Stunde!

Gleichzeitig sollte die Gruppe mit viel mehr Nachdruck das Freihandelsabkommen zwischen EU und Mercosur torpedieren, und zwar nicht im Hinblick auf mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, welche aufgrund der dort gegebenen Produktionsmaßstäbe eh aussichtslos ist. Vielmehr sollte der heimische Verbraucherschutz, welchem der großzügige Umgang mit Pflanzenschutzmitteln in diesen südamerikanischen Staaten entgegen steht, ebenso in den Focus genommen werden, wie die angesichts der dramatischen Erderwärmung unverantwortliche Brandrodung zur Gewinnung von Weide- und Anbauflächen.
Diese notwendige Kritik wird die Gruppe umso besser an den Mann/die Frau bringen können, so sauberer sie selbst produziert; d.h. unter Verzicht auf Pflanzenschutzmittel bei gleichzeitigem Artenschutz der Insekten mittels z.B. Blüh- und Ackerrandstreifen.

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