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Zog der Priester ihn zu langsam raus, bekommst Beratung du in unsrem Haus. Bessser Nicht.

Gießen | Möglicherweise ist den einen oder anderen Haushalt diese Woche ein Anzeigenblättchen in den Briefkasten gesegelt mit der Werbeanzeige einer Schwangerschaftsberatung. Dazu vielleicht ein kurzer Kommentar. Es handelt sich hierbei nicht um ein seriöses Angebot einer anerkannten Beratungsstelle. Auch wenn der Name „Pro Femina“ klingt wie eine seriöse und anerkannte Beratungsinstitution verschwinden dahinter bereits die Gemeinsamkeiten.
Hier geht es nicht darum Frauen eine offene Beratung anzubieten welche auch die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs beinhaltet, hier geht’s es klar darum Frauen diese Möglichkeit auszureden.
Auch kann diese Beratungsstelle keine Beratungsnachweise ausstellen die für einen Schwangerschaftsabbruch benötigt werden, so können Frauen die möglicherweise unter Zeitdruck stehen unter Umständen keiner seriöse Beratung mehr erhalten. Sie werden richtiggehend ausgetrickst.
Gießen ist die Stadt, aus der gerade eine Frauenärztin für eine bessere und direkte Beratung von Schwangeren durch alle Instanzen streitet. Ebenfalls zieren in dieser Stadt solche Anzeigen momentan auch Linienbusse und der Austräger bringt die Werbung sogar noch frei Haus.
Empfohlen von der Evangelischen Allianz. Gute Christen die sich zum Beispiel auch gegen Homosexualität und ein Verbot von Konversionstherapien aussprechen, oder kreationistische Lehren im Schulunterricht fordern.
Ich hoffe ja dass man derart miesen Pseudoberatungsschuppen per Gesetz den Laden dicht macht. Bis dahin aber muss einfach immer wieder erinnert werden dass es sich hierbei nicht um eine gesetzlich vorgeschriebene Schwangerenberatung handelt sondern um die Indoktrinationsversuche von Menschen die auch an sprechende Schlangen glauben.

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Kommentare zum Beitrag

2.458
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 06.10.2019 um 15:55 Uhr
Diese Werbung auf den Bussen ist geschickt gemacht.
Wer nicht Bescheid weiß, könnte wirklich glauben, es handele sich um ein seriöses Hilfsangebot.
Meine Frage: Warum wussten es die Stadtwerke nicht besser?
Ging es einfach darum, dass man bei einem lukrativen Werbeauftrag nicht so genau hinschaut, um heraus zu finden, für wen man da eigentlich Werbung macht?
Oder hat ein Sympathisant der Evangelischen Allianz dort die Interessen
seiner Glaubensgemeinschaft durch gesetzt? Dürfen die das?
Und wie geht es weiter?
Bernd Zeun
11.355
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 07.10.2019 um 00:47 Uhr
Herr Beltz hatte das am 12.9. auch schon mal angeprangert und laut seinem Kommentar vom 20.9. wollte die Stadt das prüfen. Wahrscheinlich kommt das Ergebnis, nachdem der Werbevertrag ausgelaufen ist.
2.458
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 07.10.2019 um 09:40 Uhr
Das befürchte ich auch!
Jutta Skroch
13.527
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 07.10.2019 um 19:25 Uhr
Im Seltersweg sind sie zur Zeit auch an Samstagen mit einem Stand anzutreffen. Die Stadt kommt, glaube ich, momentan nicht aus dieser Nummer heraus. :-(((((
Florian Schmidt
4.774
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 07.10.2019 um 20:40 Uhr
Die haben einen Stand in der Stadt? Wo ist der immer so aufgebaut? Frage für einen Freund.
Jutta Skroch
13.527
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 07.10.2019 um 23:15 Uhr
Ich bin nicht ganz sicher, ich sage mal zwischen Kreuzplatz und den Schwätzern. Wenn man vom Kugelbrunnen her kommt auf der linken Seite.
2.458
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 08.10.2019 um 15:58 Uhr
Ich denke, dass es in diesem Fall um einen Verstoß gegen das Gesetz gegen irreführende geschäftliche Handlungen geht.
Dort heißt es unter Anderem:
Eine geschäftliche Handlung ist auch irreführend, wenn sie im Zusammenhang mit der Vermarktung von Waren oder Dienstleistungen einschließlich vergleichender Werbung EINE VERWECHSLUNGSGEFAHR MIT EINER ANDEREN WARE ODER DIENSTLEISTUNG oder mit der Marke oder einem anderen Kennzeichen eines Mitbewerbers hervorruft.
Es handelt sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bussgeld von
bis zu 300 000 Euro geahndet werden kann.
Wer also wirklich was dagegen tun will, sollte sich juristischen Rat holen.
Zum Beispiel bei" Mehr Demokratie wagen".
Ein Beratungsgespräch bei einem guten Rechtsanwalt ist teuer.
Wenn aber eine Gruppe engagierter Bürger dafür Geld zusammen legen,
würde ich mich auch daran beteiligen!
Elke Jandrasits
1.208
Elke Jandrasits aus Buseck schrieb am 13.10.2019 um 12:20 Uhr
Etwas Gutes hat die Werbeaktion:
Die Information, dass dies KEINE anerkannte Beratungsstelle ist, dürfte sich hoffentlich etwas mehr herumgesprochen haben!
2.458
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 13.10.2019 um 14:36 Uhr
Hoffentlich!
Christoph Schäfer
746
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 14.10.2019 um 15:55 Uhr
Kaum zu glauben ist, dass, während die Gießener Ärztin Hänel vor den Kadi gezogen wurde, Profemina auf seiner Website ganz unverblümt "Informationen" zum Schwangerschaftsabbruch veröffentlichen kann und, man höre und staune, dabei sogar noch als gemeinnütziger Verein anerkannt ist. Unbelievable!
2.458
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 14.10.2019 um 16:49 Uhr
Die "Freie Evangelische Gemeinde" hat vermögende und einflussreiche Mitglieder, die es als ihre Aufgabe ansehen, zu missionieren und die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen zu verändern.
Dabei schrecken sie auch nicht davor, Gesetze zu umgehen, wenn sie
Aussicht haben, damit durch zu kommen.
Respekt vor den Überzeugungen anderer ist von einer Sekte nicht zu erwarten.
Man muss ihnen gegebenenfalls klar Einhalt gebieten!
Ich erinnere mich, dass vor etwa dreißig Jahren häufig Mitglieder dieser
Gruppierung in Arztpraxen auftauchten, vorzugsweise in den Wartezimmern
von Allgemeinärzten und Internisten, wo viele alte Patienten zu finden sind.
Dort haben sie dann diesen Menschen von Gott und der Hölle erzählt, in der Hoffnung, dass man sie durch das Schüren von Angst bekehren könnte.
Als die Ärzte bemerkt haben,was da passiert, haben sie dem schnell einen Riegel vor geschoben.
Ein Unrechtsbewusstsein wegen dieser infamen Taktiken war bei den Anhängern der Gemeinde nicht festzustellen!
Jutta Skroch
13.527
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 14.10.2019 um 23:13 Uhr
Heute in der Hessenschau:

https://www.hessenschau.de/tv-sendung/streit-um-buswerbung-fuer-pro-femina,video-104568.html

Die Stadt will in Zukunft besser aufpassen, wer werben darf und womit.
Christoph Schäfer
746
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 15.10.2019 um 11:36 Uhr
Diese blutleeren Gelöbnisse unserer Politiker gilde sind schwer in Mode und unerträglich.

Dennoch ist pikant, dass die OB von Werbung spricht, was bedeutet, daß §219 zwar für frei praktizierende Ärzte und Ärztinnen, nicht aber für evangelikale Cliquen gilt!

War da nicht mal die Rede davon, dass vor dem Gesetz alle gleich seien... ;)

Eine Klage gegen die Werbung auf den Bussen unter Berufung auf den unsäglichen §219 wäre doch mal was.
2.458
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 15.10.2019 um 13:18 Uhr
Der § 219 richtet sich ja gegen Werbung FÜR Abtreibung.
Auf den kann man sich also nicht berufen, wenn man gegen diese Plakate vorgehen will.
Christoph Schäfer
746
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 16.10.2019 um 12:04 Uhr
Liebe Frau Bartel, Frau Hänel wirbt keineswegs für Abtreibungen! Vielmehr berät sie mit ihrer Sachkompetenz zum Thema Schwangerschaftsabbruch. Allein dies schon gestattet §219 offenkundig nicht. In diesem Sinne tut profemina nichts anderes, ausser, dass die Informationen nicht sachkundig sondern idiologisch sein dürften. Eine Beratungskompetenz auf dem Niveau einer qualifizierten Ärztin ist mit Sicherheit bei profemina nicht gegeben.
2.458
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 16.10.2019 um 14:27 Uhr
Ich bin auch der Meinung, dass Frau Hänel nicht für Abtreibungen wirbt!
Aber darum geht es hier gar nicht.
Was ich sagen wollte: Frau Hänel wurde angeklagt, weil man ihr Werbung für Abtreibung zur Last legte, nach $219.
Gegen pro femina kann man diesen Paragraphen nicht anwenden, weil
sie keine Beratungsscheine ausstellen und ihre Beratung ausschließlich
darauf ausgerichtet ist, die Schwangere zur Akzeptanz ihres Schicksals
und des ungeborenen Kindes zu bewegen.
Was man ihnen aber vorwerfen kann: Mit ihrer Werbung, die der anderer (echter ) Angebote zur Schwangerenberatung nachempfunden ist, täuschen sie die Betroffenen, die eine echte Beratung erwarten.
Was man ihnen vorwerfen kann, ist Täuschung der Angesprochenen und Nachahmung ähnlicher Angebote. Damit verstoßen sie gegen Gesetze zur
Sicherstellung des fairen Wettbewerbs. Deswegen könnte man sie verklagen!
2.458
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 16.10.2019 um 14:34 Uhr
Genauer: Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb
Christoph Schäfer
746
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 21.10.2019 um 15:52 Uhr
Nach §219 Absatz 2 hat die Beratung durch eine staatlich anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle zu erfolgen, welche Pro Femina eindeutig nicht ist. D. h. Pro Femina bietet mit offensiver Werbung eine Beratung an, zu welcher Sie gemäß §219 nicht autorisiert ist. Gleiches wurde Frau Hänel im Prozess vorgeworfen.
2.458
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 21.10.2019 um 18:58 Uhr
Frau Hänel ist autorisiert, Schwangerschaftsberatung und Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen.
Was man ihr vorgeworfen hat: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche !
Pro Femina stellt keine Beratungsscheine aus und ist daher nicht für eine Schwangerschaftsberatung autorisiert.
Das täuschen sie aber vor, unter anderem auch durch die Gestaltung des Plakats und den Namen Pro Femina, der zu einer Verwechslungmit Pro Familia führen kann.
Das ist ein Verstoß gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, genauer gesagt, eine irreführende geschäftliche Handlung, und deswegen
müssteman sie verklagen können.
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von:  Florian Schmidt

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