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Kunst, Insekten, durchwachsenes Wetter - ein Tag in Bad Homburg

Geradezu futuristisch und regennass spiegelnd noch eindrucksvoller, die Röhre aus 900 Getränkekisten von Wolfgang Winter und Berthold Hoerbelt
Geradezu futuristisch und regennass spiegelnd noch eindrucksvoller, die Röhre aus 900 Getränkekisten von Wolfgang Winter und Berthold Hoerbelt
Gießen | "Donnerstags ist alles gut", so heißt eines der spektakulärsten Kunstwerke der 12. Blickachsen, dem alle zwei Jahre über das gesamte Rhein-Main Gebiet verteilten Kunstevent. Am letzten Donnerstag, gleichzeitig auch der letzte Donnerstag des Events, denn am 6.10. endet es, war ich mit Freunden in Bad Homburg, das auch die meisten der Kunstwerke vorzuweisen hat. Das Wetter war durchwachsen, von Sonne bis Regen war alles dabei, was aber gar nicht nachteilig war, wenn man fotografieren wollte. Der Regen ließ die Vegetation in satten Farben erscheinen, die Schirme der Besucher lockerten die Szenerie auf und setzten teilweise kräftige Farbtupfer und die Nässe sorgte für ein paar interessante Spiegelungen.

Da am Vormittag das Wetter noch gut war, wurde erst einmal der 48m hohe Schlossturm bestiegen und die Aussicht bis in den Vogelsberg, Frankfurt und den Taunus genossen. Anschließend wurden die ersten Kunstwerke in dem mit imposantenBäumen bestückten Schlosspark besichtigt, ehe es weiter zu den Ausstellungsstücken im Kurpark ging. Nicht alle Werke waren gleich beeindruckend, aber ein paar stachen sowohl durch Größe als auch Originalität hervor. Bei ein paar Objekten kamen mir aber auch ein paar ketzerische Gedanken.

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Kunst (565)Insekten (198)Bad Homburg (14)
Ein erster Regenschauer ließ sich gut in einem der Cafés des Kurparks aussitzen, ehe der Rest des Parks erlaufen wurde. Anschließend ging es wieder hoch zum Schloss, zum dort befindlichen Sinclair-Haus und die Ausstellung "Flügelschlag - Insekten in der Kunst", deren Werke zeigen, wie Künstler sich von Insekten zu teilweise erstaunlichen Arbeiten haben inspirieren lassen. Herkömmliche Techniken wie Scherenschnitt oder modellartige Arbeiten mit Papier und Draht finden sich neben Arbeiten, die Computer und ausgeklügelte Programme erfordern, wie die Installation, in der der Besucher gefilmt auf einer Leinwand erscheint, wo sich dann ein Schwarm Insekten auf ihn stürzt und jeder seiner Bewegungen folgt.

Fazit nach beiden Ausstellungen: Donnerstag war alles gut!

Die "Blickachsen 12" enden wie geschrieben am Sonntag, und wie es aussieht wird das Wetter bis dahin kaum noch zu einem Besuch ermuntern, die Webseite zeigt aber alle Werke und Informationen zu den Künstlern. Die Ausstellung im Sinclair-Haus ist noch eine Woche länger bis zum 13.10. 2019 zu sehen.

http://www.museumsinclairhaus.de/ausstellungen/
http://www.blickachsen.de/blickachsen-12

Geradezu futuristisch und regennass spiegelnd noch eindrucksvoller, die Röhre aus 900 Getränkekisten von Wolfgang Winter und Berthold Hoerbelt
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Von der Orangerie aus, Blick auf den 48m hohen Schlossturm
Erlöserkirche
Blick vom Schlossturm über Bad Homburg in die Wetterau
Schlossteich von oben und Blick in den Taunus
15km Luftlinie entfernt die Skyline von Mainhatten
Imposante Zeder vor dem Schloss
Sirous Namazi: untitled (fence). Der ineinander geschachtelte Lattenzaun umrahmt im Inneren eigentlich ein leeres Feld. Die Kastanien scheinen Besucher hineingeworfen zu haben.
Im Kurpark auch der angeblich älteste Golfplatz Deutschlands
Wer wird denn gleich in die Luft gehen, greif lieber nach dem Ball.
Es sind sogar sechs überdimensionierte Bälle von Anne Thulin, die über den Kurpark verteilt in den Bäumen gelandet sind.
Einem geht allerdings die Puste aus, er muss aber auch nur noch kurze Zeit durchhalten.
Arik Levy: Giant Log. Der Riesen-Balken ist eines der eindruckvollsten Kunstwerke
David Zink Yi: Washingtonia. Zwei nachgebildete <i>Washingtonia robusta</i> Palmen
Kaarina Kaikonen: There must be a way out of here oder bei dem Wetter: Die größte Wäscherei für 200 Jacketts
oder Polonaise Homburgese
Als wollte die Natur zeigen, ich kann das auch. Schwefelporling am Fuß einer Eiche, also ein Fußpilz
Fredrik Wretman: Big Half Foot. Vergrößerter Fußabguss des Künstlers
Zum Unterschlupf bei Regen war die Röhre jedenfalls nicht geeignet
Von den echten Insekten im Schlosspark ging es gleich nebenan zu den künstlerischen im Sinclair-Haus
Bertozzi & Casoni "Vaso con mazzo di fiori" (Vase mit Blumenstrauß)
Und etliche Käfer gehörten auch dazu
Papierschnaken von Lili Fischer
Scherenschnitt-Mücken
Rosenkäferarten aus der Senckenberg-Sammlung
In Bernstein eingeschlossenes Insekt
Hier werden die Besucher von Insektenschwärmen verfolgt
Sensationelle Fleißarbeit aus Schmeißfliegen und Löwenzahnsamen
Bemalte Gottesanbeterin des Japaners Akihiro Higuchi
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Kommentare zum Beitrag

Bernt Nehmer
1.878
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 05.10.2019 um 10:51 Uhr
Das Sinclair Museum ist also dermaßen Behinderten unfreundlich, dass man einen eigenen Artikel schreiben müßte.
Christine Stapf
7.587
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 05.10.2019 um 12:38 Uhr
Herr Nehmer Sie sind seit 2011 als Bürgerreporter hier angemeldet. Seit dieser Zeit habe ich in unterschiedlichen Berichten auf fehlende Barrierefreiheit in Giessen hingewiesen, was für Sie kein Thema war, Reaktionen blieben aus. Jetzt als "Neu - Rollstuhlfahrer" wollen Sie Artikel schreiben. Das Problem das zu wenig für Menschen mit Handicap passiert ist, das der Großteil der Menschen erst aufmerksam wird, wenn sie selbst betroffen sind.
Elke Jandrasits
1.166
Elke Jandrasits aus Buseck schrieb am 05.10.2019 um 15:12 Uhr
Vielen Dank für den informativen Bericht!
Bernt Nehmer
1.878
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 05.10.2019 um 17:23 Uhr
Frau Stapf, der Vorwurf könnte berechtigt sein, wenn nicht mein Engagment gegen Ungerechtigkeiten unberücksichtigt bliebe.
Irmtraut Gottschald
7.312
Irmtraut Gottschald aus Heuchelheim schrieb am 06.10.2019 um 17:29 Uhr
Ganz toller Bericht und Bilder, lieber Bernd . Hab ich leider versäumt bzw. gar nicht gewußt.
Bernd Zeun
11.291
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 07.10.2019 um 00:39 Uhr
Danke, Irmtraut. Ich wollte eigentlich auch die Objekte in den anderen Städten sehen, habe ich aber auch nicht mehr geschafft. In zwei Jahren gibt es ja wahrscheinlich die nächste Veranstaltung.
Bernt Nehmer
1.878
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 07.10.2019 um 11:07 Uhr
Der ÖPNV in Bad Homburg und anderswo müsste besser werden, nicht nur für Rollis.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Bernd Zeun

von:  Bernd Zeun

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Bernd Zeun
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