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Familiengeschichte. Was mir am Nationalfeiertag durch den Kopf gehtt.

Gießen | Anders als die Familie meines Vaters, deren verschiedene Zweige im Laufe des achtzehnten Jahrhunderts aus einem nicht genau definierbaren Osten kommend in Wien eingefallen sind, hat die Familie meiner Mutter die letzten 500 Jahre mehr oder minder immer am selben Ort gelebt.
500 Jahre Bauern im Salzkammergut!
Die nächste Stadt, das provinzielle Salzburg, war in ihrer Vorstellung schon sehr weit entfernt und überhaupt so etwas wie ein unheimliches Sündenbabel, das man nur aufsuchte, wenn es gar nicht zu vermeiden war, für einen Besuch beim Arzt oder beim Notar, oder um auf dem Markt Butter und andere Produkte zu verkaufen.
Und doch sehen die Mitglieder dieser Familie aus, als kämen sie aus ganz verschiedenen, weit auseinander liegenden Ländern.
Mein Großvater zum Beispiel, dunkelhäutig und schwarzhaarig, mit seinem riesigen schwarzen Schnauzbart und dicken schwarzen Augenbrauen sah immer ein wenig türkisch aus, und wenn er in seiner lebhaften Art erzählte und gestikulierte, hätte ein Beobachter, der ihn nicht kannte, bestimmt auf ein typisch südländisches Temperament geschlossen.
Eine der Schwestern meiner Mutter sah ihm ähnlich, so dunkel von Haut und Haaren, dass sie im Dorf die "schwaschze Nan"
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(die schwarze Anna) genannt wurde. Nur ihre Augen waren blau, ein seltsamer und attraktiver Kontrast. Genau so war es bei einem Cousin meiner Mutter. Mindestens ein Familienmitglied in jeder Generation ist so ein südländischer Typ gewesen.
Der Bruder meiner Mutter dagegen sah sein Leben lang aus wie Hafis al Assad.
Das machte ihm nicht viel aus, weil er nur wenig über diesen Diktator wusste.
Und einmal, als ich mir in Gießen ein Taxi nahm, saß am Steuer mein Großvater, der sich aber dann als ein Türke aus Konja entpuppte .
Auch in Bayern gibt es häufiger Menschen von diesem Typus.
Wie es dazu kommt?
In der Römerzeit, .als Salzburg eine römische Stadt war und seine Umgebung eine römische Provinz, gab es dort eine Garnison mit syrischen Soldaten. Die haben ihre Spuren hinterlassen, die auch nach fast 2000 Jahren noch sichtbar werden.
Wie viele Menschen auch bei uns wohl von Menschen aus dem nahen Osten abstammen?
Verwandt mit den Flüchtlingen, die sie als so fremd empfinden und die ihnen doch viel näher sind, als sie wahr haben wollen?

Auch ein schwedischer Soldat, den es im 30-jährigen Krieg in die Salzburger Gegend verschlagen hatte, soll in die Familie ein geheiratet haben.
Ob das stimmt?
Jedenfalls gibt es neben den kräftigen dunklen Typen auch die langen Blonden und alle möglichen Varianten dazwischen.

Man sieht, selbst Menschen aus so sesshaften Familien wie dieser tragen in ihren Genen die ganze Welt in sich, und man ist im Grunde mit allen verwandt!

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von:  Gertraud Barthel

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Interessensgebiet: Gießen
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