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Klimakampf ist Klassenkampf

Gießen | Heute, am 20.9.2019, wurde zum internationalen Klimastreik aufgerufen. 150 Länder beteiligten sich.
In Deutschland waren in 600 Städten 1,4 Millionen Menschen auf den Straßen - beeindruckend!!

Anlass war der Klimagipfel der Vereinten Nationen am Montag in New York.
Heute hat das Klimakabinett in Berlin diskutiert.

Hier die Anzahl der Demonstranten in folgenden Städten:
Berlin: 270.000
Köln: 70.000
Hamburg: 70.000
Düsseldorf: 20.000
Münster: 20.000
Bonn: 15.000
und viele andere.

In Gießen waren gut 2000 Kinder, Jugendliche, Erwachsene (Eltern, Lehrer, Omas, Ärzte usw.) in Gießen unterwegs, um gegen die aktuelle Politik der Regierung zu demonstrieren, weil sie erkennen, dass ihr Leben und das der nachfolgenden Generationen wegen des Profits des Kapitals aufs Spiel gesetzt wird.

Die Demo war zugleich der Auftakt der "Week for Climate". Bis zum 27. September stehen zahlreiche Veranstaltungen an. Interessenten finden Informationen im Internet unter fffgiessen.de.

"Fast überall auf der Welt wird den Menschen ein schlechtes Gewissen eingeredet:
Nehmt das Fahrrad statt des Autos,
esst weniger Fleisch,
vermeidet Plastik,
spart Energie!
Das Ende der Menschheit ist in Sicht!

Mehr über...
Ganz bewusst werden dabei die wahren Umweltzerstörer verschwiegen:
In Kriegen werden natürliche Ressourcen verbraucht und belastet, öffentliche Infrastrukturen zerstört, der Bevölkerung die Existenzgrundlage genommen. Den US-amerikanischen Atombomben in Hiroshima und Nagasaki fielen nicht nur hunderttausende Menschen zum Opfer, die gesamte Natur ist auf Jahrzehnte radioaktiv verseucht.

Mit den heutigen rund 15.000 Atomwaffen könnte ein Atomkrieg die Atmosphäre so stark verdunkeln, dass das Leben auf der Erde gefährdet ist.

Die Zerstörung der Umwelt durch das Militär geht jedoch weit über die vernichtenden Kriege hinaus. Kriegsflugzeuge und -schiffe haben einen enormen Treibstoffverbrauch und somit entsprechend hohe klimaschädliche Emissionen. Ein Eurofighter verbraucht ca. 70 - 100 Liter Flugbenzin pro Minute.

Der verwendete Treibstoff JP-8 ist hochgiftig und krebserregend. Aus undichten Tankanlagen gelangt er in das Grundwasser, verseucht Pflanzen, Tiere und Menschen.

Der Kapitalismus ist nicht friedensfähig! Kriege und Aufrüstung gehören zu seinem Wesen. Ohne seine Abschaffung wird die Menschheit nicht überleben können. "
(von R.Grabowski)

Schlussendlich ist es wichtig, dass so viele Menschen auf die Straße gehen und merken, weil es um ihre Zukunft, um unsere Zukunft, geht.
Es ist genauso wichtig, die richtigen Fragen zu stellen:

Wer sind die echten Verursacher der aktuellen Klimakatastrophe?
Wer vertritt wessen Interessen?
Wer verdient an der Klimaverschmutzung?
Welche Schritte sind nötig, um diese Prozesse zu entschleunigen?
Und dann...
...was ist nötig, um unsere Zukunft zu sichern?

Oder ist es nicht so, wie Greta sagt:

„Wenn es unmöglich ist, Lösungen im bestehenden System zu finden, sollten wir das System an sich ändern.“


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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.306
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 21.09.2019 um 00:15 Uhr
Ich bin Pazifist und halte nichts vom Kampf. Fleisch esse ich ganz wenig. Fahrrad fahren kann ich nicht mehr. Das Auto brauche ich, wie soll ich sonst due Wege zurück legen. Wohne in keiner Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Kurt Wirth
2.408
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 21.09.2019 um 08:28 Uhr
Mir ist da einiges zu sehr vereinfacht und schematisch.

Der Systemwechsel allein wird das Problem auch nicht lösen. Das zeigten die Versuche mit nichtkapitalistischen Systemen in der Vergangenheit in Sachen Umwelt. Das "System" ist sozusagen die objektive Bedingung, der subjektive Faktor muß da hinzukommen.

Werden die "wahren Zerstörer" von den Initiatoren des Klimastreiks wirklich "bewußt verschwiegen"? Ich glaube, da handelt es sich auch um mangelnde Kenntnisse. Du und andere benennen diese ja seit geraumer Zeit. Hoffen wir auf etwas mehr Resonanz.
2.458
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 22.09.2019 um 10:21 Uhr
Vielleicht braucht es ja eine "friedliche Revolution"?
Das würde heißen, dass wir die Grundprinzipien unseres Wirtschaftens ändern müssten!
In den Verfassungen verschiedener Bundesländer, die nach
Kriegsende beschlossen wurden, sind noch Regelungen enthalten, die
eine derartige Anhäufung von Macht und Vermögen wie heute in den Händen weniger verhindern sollten!
Unsere Marktwirtschaft war als eine "soziale" Marktwirtschaft gedacht und hätte sich in dem Sinne weiter entwickeln sollen.
Die neoliberale Wirtschaftspolitik und der Glaube an einen Markt, der sich selbst in einem positiven Sinn regulieren könne, haben quasi zu einer Diktatur des Marktes geführt, der sich die Mehrzahl der Politiker nur zu gerne
unterwerfen.
Eine "marktorientierte Demokratie " nennt das unsere Bundeskanzlerin.
Und so haben die Lobbyisten der großen Wirtschaftsakteure übermäßigen Einfluss auf politische Entscheidungen und sind sogar in die Verfassung von Gesetzestexten einbezogen.
Echte Reformen sind nur mit ihrem Einverständnis möglich.
"Politik ist das, was möglich ist!"
Eine traurige Einsicht! Und ein Eingeständnis von Machtlosigkeit und Mutlosigkeit!
Unsere Jugendlichen zeigen uns jetzt, dass es nicht so sein muss!
H. Peter Herold
28.306
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.09.2019 um 13:02 Uhr
Aber gerade diese Jugendlichen berücksichtigen nicht, dass nicht alle Menschen mit dem Fahrrad fahren können und eventuell nur sehr schwer größere Strecken gehen können. Sollen die sich vom Acker machen?
Was jetzt in Berlin verabschiedet wird ist zum Weinen. Es werden wieder nur die Armen geschröpft. Was ist das für ein Wahn. Eine richtige Reduzierung von CO2 sieht anderst aus.
2.458
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 22.09.2019 um 13:18 Uhr
Ja, allein schon der Preis von 10 Euro für die Tonne CO2!
Dieses Paket will möglichst niemandem weh tun, vor allem aber nicht den Auto - und Energiekonzernen.
Aber die Vertreter der Wissenschaft und der Umweltverbände sind sich einig in der Meinung, dass das zu wenig ist, sogar innerhalb der Industrie gibt es Widerspruch.
Ich denke, man muss den Druck auf die Regierung beibehalten, um eine Verbesserung zu erreichen!
H. Peter Herold
28.306
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.09.2019 um 13:21 Uhr
Gestern im Fernsehen wurde gesagt es müsste 50 mal so hoch sein! Wenn ich das höre ... ich habe das gestern nicht mehr aus dem Kopf bekommen.
Da bleibt einem doch nur noch ein Ausweg ... Sozialverträgliches Ableben, denn das kann keiner bezahlen.
Pariser Abkommen war 2012. Damals hätte unsere Regierung was tun sollen und nicht nur in Merkelscher Manier abgewartet... ja auf was denn?
14
Jonas Seiler aus Staufenberg schrieb am 23.09.2019 um 00:59 Uhr
Ja, dass abgewartet wird bis es faktisch schon zu spät ist und dann noch versuch wird die Krisenlasten auf den Rücken der Bevölkerungsmassen abzuwälzen ist schon typisch für die Regierungen (nicht nur von Merkel).

Ich vermute hinter den Plänen der Klimakommission einen Plan zur Verschärfung der Umverteilung von Unten nach Oben, so wie üblich.

Richtig wäre das ganze erst, wenn die Konzerne, die für die drohende Klimakatastrophe verantwortlich sind, durch so eine "Bepreisung" praktisch enteignet würden und der Reichtum der ganzen restlichen Gesellschaft zugute käme (Natürlich müssen sie dann auch gezwungen werden ihre Arbeiter deswegen nicht noch stärker auszubeuten).

Ob das irgendeine Regierung mit den jetzigen Berliner Parteien durchsetzen kann oder auch nur will, steht denke ich wohl auch kaum mehr in den Sternen...


Und was manche vielleicht nicht ganz überlegte Forderungen von manchen Jugendlichen (aber auch Älteren!) betrifft: Wirklich Durchblick zu haben ist auch nicht ganz einfach bei der Flut an Desinformation und Scheinlösungen die einem regelrecht ständig eingetrichtert werden. Gerade deswegen müssen der Protest generationenübergreifend sein und es muss über tatsächliche Lösungen diskutiert werden, die nicht die Schuldigen in den Massen ("Den Alten", "Den Jungen", "Den Fleischessern", etc) sehen und die tatsächlich Verantwortlichen auch zur Rechenschaft ziehen!
Stefan Walther
4.558
Stefan Walther aus Linden schrieb am 23.09.2019 um 10:38 Uhr
Zitat Jonas:
"Richtig wäre das ganze erst, wenn die Konzerne, die für die drohende Klimakatastrophe verantwortlich sind, durch so eine "Bepreisung" praktisch enteignet würden und der Reichtum der ganzen restlichen Gesellschaft zugute käme (Natürlich müssen sie dann auch gezwungen werden ihre Arbeiter deswegen nicht noch stärker auszubeuten)."

Wie meinst du das? Soll das eine realistische Forderung ( eine Reform ) im Kapitalismus sein? Enteignung der Konzerne im Kapitalismus und Zwang zur nicht weiteren / stärkeren Ausbeutung der Arbeiter?
Das ist genauso - sorry - Unsinn wie die Forderung nach einer Zurückdrängung der Macht der
Konzerne, der Forderung nach einer so genannten "Antimonopolistischen Demokratie".

Eine Enteignung der Monopole bedeutet die Überwindung des derzeitigen Gesellschaftssystems, denn das Internationale Finanzkapital ist die derzeit herrschende Klasse....
Bernt Nehmer
1.965
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 23.09.2019 um 11:36 Uhr
Ich glaube nicht, das ein "Umbau" in N.Y. verhandelt wird. Die Straße der Unwilligen wird in dieser Woche auch auf dem Berliner Platz praktiziert.
14
Jonas Seiler aus Staufenberg schrieb am 24.09.2019 um 01:04 Uhr
Ja, da hast du Recht Stefan, das ist wirklich keine realistische oder auch wirklich sinnvolle Forderung. Ich hatte versucht sie als solche darzustellen aber mit so einer Formulierung konnte das eigentlich nur misslingen...

Die Enteignung der Konzerne ist ohne Arbeitermacht ohnehin nicht realistisch aber noch dazu: was soll es bringen wenn dann nicht der echte Sozialismus aufgebaut wird? Es können ja dann nur neue Kapitalisten die Alten abgelöst haben. Also, Einführung von bürokratischem Kapitalismus à la DDR? Oder soll dann doch alles beim Alten bleiben? Klingt auch nicht so erstrebenswert.

Ich halte aber immernoch die Forderung nach einer "Schadstoffbepreisung", die den Monopolen weh tut und nicht dazu benutzt wird die Umverteilung von Unten nach Oben zu verstärken, für prinzipiell richtig, auch wenn das höchstens eine Sofortmaßnahme sein kann, die auch erst massiv gegen den Widerstand der Monopole und ihrer Regierungen erkämpft werden muss.
H. Peter Herold
28.306
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.10.2019 um 22:54 Uhr
Ich meine die Industrie tut nur das was man (die Regierung) ihr zulässt.
Kurt Wirth
2.408
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 01.10.2019 um 22:56 Uhr
Vielleicht auch umgekehrt?: Die Regierung tut nur das, was die Industrie zuläßt :-)
H. Peter Herold
28.306
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.10.2019 um 23:00 Uhr
Dann weg damit mit der Regierung. Wird ja anscheinend nicht benötigt.
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