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„Die Zufriedenheit der Familie ist uns wichtig“ - Frühförder- und Beratungsstelle der Lebenshilfe Gießen blickt auf hohe Nachfrage im Jahr 2018

Eltern und Familien erfahren bereits seit 1981 Unterstützung durch die Frühförder- und Beratungsstelle der Lebenshilfe Gießen. (Symbolbild; Quelle: Lebenshilfe/David Maurer)
Eltern und Familien erfahren bereits seit 1981 Unterstützung durch die Frühförder- und Beratungsstelle der Lebenshilfe Gießen. (Symbolbild; Quelle: Lebenshilfe/David Maurer)
Gießen | Giessen (-). Die Frühförder- und Beratungsstelle der Lebenshilfe Gießen, heute in der Grünberger Straße 222 in Gießen beheimatet, besteht schon seit 1981. Bereits seit 1983 wird diese wichtige Instanz zur Entwicklungsförderung von Kindern bis zum Schuleintritt von Martina Ertel geleitet – sie ist zugleich Leiterin des übergeordneten Lebenshilfe-Bereichs „Ambulante Hilfen“.

Zu Beginn der 1980er Jahre wurde die Beratungsstelle aus dem Impuls eines ganzheitlich pädagogischen Ansatzes heraus gegründet: Eine Entwicklungsstörung oder die Behinderung eines Kindes sollten nicht mehr nur für sich betrachtet, sondern auch die Eltern beziehungsweise die Familie in den Blick genommen und gestärkt werden. „Frühförderung war und ist in diesem Sinne aber immer freiwillig“, betont Martina Ertel, der ferner wichtig ist zu konstatieren, dass sich die Frühförderung nicht nur Kindern mit Behinderung annimmt, sondern beispielsweise auch Frühgeborener oder Kinder, die sich langsamer oder anders entwickeln als Gleichaltrige. „Die Kitas können uns dann für eine heilpädagogische Fachberatung kontaktieren. Wir beraten die Kindergärten fallbezogen und für die Einrichtung selbst kostenfrei“, erläutert Ertel.

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Die Frühförder- und Beratungsstelle, in der insgesamt 22 Pädagogen sowie eine Verwaltungskraft tätig sind, arbeitete allein im Jahr 2018 mit insgesamt 626 Familien zusammen. „Die Zahlenverhältnisse decken sich hierbei mit den Verhältnissen in der Gesellschaft an sich“, resümiert Martina Ertel. So sind rund 40 Prozent der genannten Familien respektive „Fälle“ Alleinerziehenden zuzuordnen. „Das passt statistisch gesehen zu Gießen und zeigt uns: Die Menschen werden auch erreicht“, so die Leiterin, die ergänzt: „Wir sind von unserer Öffnung und von unserem Zugang her eine Einrichtung, die alle Familien erreichen möchte – und das gelingt uns auch relativ gut. Unsere Angebote sind hierbei nicht nur für deutschsprechende Deutsche oder die klassische Mittelschicht - für diese natürlich auch -, sondern eben für alle Personen, die hier leben und die unsere Hilfestellung benötigen.“

Von den genannten 626 Familien konsultierten 290 die Frühförder- und Beratungsstelle im Jahr 2018 erstmalig – die Vermittlung erfolgte meist durch die Kitas aus dem gesamten Gießener Stadtgebiet und Landkreis. „Es gibt mittlerweile mehr Kitas in der Region und insbesondere mehr Kitas, die eine Betreuung ab dem ersten Lebensjahr gewährleisten. Dadurch ist natürlich auch der Bedarf an der heilpädagogischen Fachberatung größer geworden“, ordnet Martina Ertel die Zahlen des zurückliegenden Jahres ein und hält außerdem fest: „Es gibt mittlerweile mehr chronisch kranke Kinder. Durch manche dieser Erkrankungen manifestieren sich auch vermehrt Entwicklungsverzögerungen.“

Die Beratung durch die Lebenshilfe-Mitarbeiterinnen ist für Eltern kostenlos. Die Frühförderstelle berät sowohl im häuslichen Rahmen als auch in den eigenen Räumen in der Grünberger Straße. Ebenfalls befinden sich dort drei eigenständige Praxen für Ergo- und Physiotherapie sowie für Logopädie, die auch als Kooperationspartner fungieren. Darüber hinaus pflegt die Frühförder- und Beratungsstelle einen interdisziplinären Ansatz, an dem zahlreiche Kinderärzte, niedergelassene Therapeuten und beispielsweise die Gießener Kinderklinik beteiligt sind.

„Eltern können sich gerne bei uns melden, wenn sie sich Sorgen um ihre Kinder – von der Geburt bis zum Schuleintritt - machen. Bei uns ist es möglich, einen Termin ohne Verordnung oder Überweisung zur Erstberatung zu erhalten“, sagt Martina Ertel. Als größte Ziele der Beratungsstelle hält sie darüber hinaus fest: „Uns ist es wichtig, dass Eltern das Gefühl haben, dass sie angenommen und verstanden werden – ebenso natürlich die Zufriedenheit der Familie an sich. Schön zu sehen ist es, wenn man gemeinsam Veränderung auf den Weg bringen konnte, die zum Erfolg führen. Allerdings geben wir nie etwas vor – die Eltern entscheiden, wir begleiten und beraten sie nur. So gut es geht.“

Getragen wird die wichtige Arbeit der Frühförder- und Beratungsstelle durch eine Pflichtfinanzierung des Staates, die durch den Landkreis umgesetzt wird. Hinzu kommen weitere freiwillige Mittel durch das Land Hessen. „Wir hoffen für die Zukunft, dass wir in Anbetracht des neuen Bundesteilhabegesetztes weiterhin eine stabile Finanzierung gewährleistet bekommen“, wünscht sich Martina Ertel.

Weitere Informationen zur Frühförder- und Beratungsstelle sowie zum Bereich Ambulante Hilfen der Lebenshilfe Gießen erhalten Sie über Frau Martina Ertel (Telefon: 0641-79798-114 / E-Mail: m.ertel@lebenshilfe-giessen.de).

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