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Wanderung zum Schwarzen Grat bei Isny

von Kurt Wirtham 14.09.2019409 mal gelesen2 Kommentare
Start- und Endpunkt der Wanderung: der Eschacher Weiher. Im Hintergrund links der Grünten,  noch weiter hinten der Allgäuer Hauptkamm
Start- und Endpunkt der Wanderung: der Eschacher Weiher. Im Hintergrund links der Grünten, noch weiter hinten der Allgäuer Hauptkamm
Gießen | Der Schwarze Grat liegt im Adelegggebiet östlich von Isny, ist 1.118 m hoch, zuzüglich einem Aussichtsturm von 28.5 m. Ohne den stünde man mitten im Wald und würde nicht viel sehen. Von der Turmplattform hat man eine phantastische Fernsicht - wenn es nicht gerade so diesig ist, wie bei meiner Tour vor drei Tagen. Ich liefere sicher bei Gelegenheit Panoramafotos nach. Eine Erläuterungstafel auf dem Geländer des Turms zeigt als östlichste Landmarke den Laber bei Oberammergau, nach Westen zu folgen (optisch) die Ammergauer Alpen, das Wettersteingebirge mit der Zugspitze, Allgäuer Alpen, Bregenzer Wald Berge, die Schweiz. Dort sieht man bei guter Sicht die am weitesten weg gelegenen Gipfel: das Schreckhorn (4.078 m, 196 km entfernt). Säntis und Altmann bei St.Gallen sind da fast schon zum Greifen nah. Man überblickt den Bodensee mit dem Hohentwiel im Norden und ganz weit hinten den Feldberg im Schwarzwald. Im Norden wird der Horizont begrenzt von der Dampfwolke über dem Kühlturm vom Kernkraftwerk Gundremmingen bei Günzburg an der Donau (früher waren es zwei aufsteigende Wolken, ein Block ist stillgelegt), wenn nicht
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gerade wieder mal ein Störfall anliegt. Man sagt, der Schwarze Grat sei der höchste Berg von Württemberg (nicht Baden-Württemberg mit dem Feldberg!). Der jetzige Aussichtsturm steht seit 1971. Sein 1928 errichteter Vorgänger ist 1968 nach Blitzschlag abgebrannt. Der wäre inzwischen auch viel zu niedrig. Um 1900 herum, als im Allgäu der Skilauf in Mode kam, war der Schwarze Grat völlig baumlos und ein beliebter Skiberg. Der Turm wurde gebaut und wird unterhalten vom Schwäbischen Albverein.

Das Waldgebiet am Gipfel und den Schwarzen Grat herum bis zur ein paar hundert Meter südöstlich des Gipfels verlaufenden Grenze Bayern/Baden-Württemberg gehört Seiner Durchlaucht Fürst Quadt zu Isny. Auf bayrischer Seite ist Staatswald. Nach Südosten hin gibt es zwischen den Waldstücken jedoch die großen Weideflächen der Alpe Wenger Egg. Heute waren da noch 140 Stück Vieh, die am 21.9. zum Viehscheid nach Wengen abziehen. Zur Alpe Wenger Egg führt von Wengen aus ein für jedermann benutzbarer Mautweg. Für ängstliche Autofahrer aber nicht sehr geeignet. Bei Gegenverkehr gibts manchmal erhebliche Probleme, zumal das Strässchen streckenweise hart am Rand eines steilen Tobels entlangführt.

Ersteigen kann man den Schwarzen Grat ebenfalls von
Das Ziel: der Aussichtsturm auf dem Schwarzen Grat
Das Ziel: der Aussichtsturm auf dem Schwarzen Grat
Wengen (im Wengener Tal) aus, oder von Bolsternang/Rehaklinik Überruh (der wohl kürzeste, aber auch steilste Aufstieg), von Rohrdorf bei Isny aus über die Schletteralpe oder Herrenberg und Zengerlesalpe, weiter von Kreuzthal/Eisenbach aus (hier verläuft die Landesgrenze zwischen den beiden Ortsteilen), wie auch vom Eschachtal, Parkplatz am Batschen, aus auf dem Glasmacherweg. Der führt an einer früheren Köhlerstelle vorbei, die Holzkohle zur Glasherstellung im Adelegggebiet produzierte.

Mein Weg vor drei Tagen startete am Eschacher Weiher (bei Eschach, Markt Buchenberg, Kreis Oberallgäu). Das ist wohl der längste, aber auch flachste Weg. Der Gipfel des Schwarzen Grats liegt gerade mal 120 m höher als der Eschacher Weiher, ein beliebter Badesee. Er führt vorbei am Hohen Kapf (1.122 m), über die europäische Wasserscheide Rhein/Donau, zu den Wiesen der Alpe Wenger Egg. Einige Jahre war die Wenger Egg Alpe im Winter ein Trainingszentrum des deutschen Skiverbandes für Langlauf in der Jugendarbeit. Eine Fahne an der Wenger Egg Alpe zeigt an, daß diese bewirtschaftet ist (sog. kleine Konzession: kalte Getränke aus der Flasche, Wurst- und Käsebrot. Mehr nicht.) Ein Schlenker führt mich auf einem kleinen Umweg über das Ragger Horn, von dem man erstmals auf der Wanderung (bis dato gings nur durch Wald) eine schöne Aussicht über das Wengener Tal auf die Allgäuer Berge hat. Zum Schluß wirds noch etwa 50 m hoch etwas steil und unwegsam durch Baumwurzeln bis zum Gipfel des Schwarzen Grats.

Siehe auch die Unterschriften bei den Fotos. Fotos anklicken zum Vergrößern.

Start- und Endpunkt der Wanderung: der Eschacher Weiher. Im Hintergrund links der Grünten,  noch weiter hinten der Allgäuer Hauptkamm
Das Ziel: der Aussichtsturm auf dem Schwarzen Grat
Wasserscheide westlich vom Hohen Kapf
Viel blüht nicht mehr um diese Jahreszeit (Geisbart und Fruchtstand der Distel)
dies sieht man aber häufig in den Wiesen: stengellose, handtellergrosse Alpina Cuhfladia.
auch das gibts in grossen Mengen: das indische Springkraut. Inzwischen verflucht, aber doch eine reizvolle Blüte
die Alpe Wenger Egg. Über dem roten Dach am Waldhorizont sieht man ein paar Meter vom Turm auf dem Schwarzen Grat
ob essbar oder nicht? Ich kenne mich da nicht aus.
Zaundurchgang für Wanderer. Das Vieh - und die Mountainbiker - haben da Probleme
Siesta zum Wiederkauen auf dem Raggenhorn
elegante Strassenführung
die Panoramatafel zeigt, was man sehen könnte, wenn es nicht so dunstig wäre
Blick über das Eschachtal zur Kreuzleshöhe
Blick auf Isny
Blick zur Alpe Wenger Egg
Freie Auswahl am Fusse des Aussichtsturms
Jägers Ruh und Rehleins Tod
Borkenkäfers Festmahl
Wer hat Dich Du schöner Wald...
Waldeslu-u-ust
Mannshohes Farnkraut
Blick vom Eschacher Weiher auf Buchenberg
Rückkehr zum Eschacher Weiher
Eschacher Weiher - von den Kemptener Fürstäbten angelegt zur Fischzucht und Wasserversorgung Kemptens
hier gibts auch einen Durchgang für Mountainbikes und Fahrräder
In jüngerer Zeit gibt es zunehmend Probleme zwischen Naturgeniessern und Kühen
hier ist gut sein
kurz vor dem Parkplatz.
Blick vom Parkplatz auf die Vierergruppe der Tannheimer Berge: Rote Flüh, Gimpel, Köllespitze, Gehrenspitze (v.r.) Über dem Funkmast rechts: hell und schwach die Zugspitze. Pyramide über den zwei Häusern: der Säuling

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.191
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 14.09.2019 um 21:41 Uhr
Schau gerade Robin Hood König der Diebe an. Spätef bist du dran :-)
H. Peter Herold
28.191
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.09.2019 um 15:09 Uhr
Habs geschafft. So was würde ich gerne machen. Leider geht es nicht mehr.
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