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Heimkinder wider Willen eine Reportage von ZDF Zoom

von E Thenam 13.09.2019305 mal gelesenkein Kommentar
Gießen | Als ehemalige Pflegeoma hat mich diese Dokumentation sehr berührt. Ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen wurden vor mehreren Jahren gegen den Willen der leiblichen Mütter aus der Familie gerissen und leben seitdem im Heim, mit dramatischen Folgen für ihre Entwicklung.

Das Verständnis für überforderte Mitarbeiter im Jugendamt ist dennoch da. Nur sollten diese gegen ihre schlechten Arbeitsbedingungen kämpfen, und nicht gegen Eltern und Pflegeeltern.

Fehler zugeben ist kein Zeichen von Schwäche, auch wenn die Folgen für die Familien nie wieder gut zumachen sind, wäre eine Entschuldigung angebracht, statt kämpfende Eltern für psychisch krank zu erklären und jegliche Hilfe zu verwehren.

Das Kindeswohl hat einen höheren Stellenwert, als die kommunale Selbstverwaltung.


"Nach zuletzt dramatischen Misshandlungsfällen nehmen Jugendämter häufiger Kinder in Obhut - teils, ohne dass eine Gefährdung des Kindes vorliegt. Bundesweit wurden 2018 40.389 Kinder aus den Familien genommen, so viele wie noch nie, die Mehrzahl ohne konkreten Verdacht auf Gewaltanwendung. Reagieren die Jugendämter über, als Reaktion
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auf die Aufsehen erregenden Fälle der vergangenen Jahre? "ZDFzoom" geht am Mittwoch, 11. September 2019, 22.45 Uhr, in "Heimkinder wider Willen - Jugendämter unter Druck?" der Frage nach, warum Jugendämter immer häufiger Kinder aus den Familien herausnehmen und welche Folgen das haben kann.

"ZDFzoom"-Autor Detlef Schwarzer erhielt Einsicht in hunderte Briefe verzweifelter Eltern, die um die Rückkehr ihrer Kinder kämpfen. Die Briefe gingen beim familienpolitischen Sprecher der CDU/-CSU-Fraktion ein; Marcus Weinberg sieht großen Handlungsbedarf seitens der Politik: "Viele Eltern fühlen sich in Familiengerichts- oder Jugendamtsverfahren gedemütigt und genötigt. Jedes einzelne Fehlurteil, jedes einzelne unter Fehleinschätzungen leidende Kind ist unser Auftrag, das System zu überprüfen."

"ZDFzoom" spricht mit betroffenen Eltern, lotet aus, welche Auswirkungen die Fremdunterbringung der Kinder hat, und spricht mit den Beteiligten, die für die Inobhutnahme verantwortlich sind. Nach monatelangen Vorgesprächen erhielt der Autor Gelegenheit, in Jugendämtern zu drehen und die Sozialarbeiter bei ihrer schwierigen Arbeit zu begleiten. Die Jugendsozialarbeiter berichten von teils unzumutbaren Arbeitsbedingungen, zu kurzen Einarbeitungszeiten, von bis zu 200 Fällen pro Mitarbeiter. Experten bestätigen, dass ab einer Zahl von 40 Fällen pro Sozialarbeiter eine angemessene Betreuung der Schutzbedürftigen nicht mehr möglich ist.

Besonders überfordert seien junge, unerfahrene Kräfte in den Ämtern. Mit schweren Folgen: Viele Sozialarbeiter sitzen nur noch am Schreibtisch und entscheiden von dort aus, ob Kinder aus Familien genommen werden, ohne die Familienumstände jemals richtig gesehen zu haben. So kann es zu massiven Fehlentscheidungen kommen, bestätigt eine Leiterin im Jugendamt."

Hier der Link zur Mediathek:
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom

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