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Hermann Löns: Grün ist die Heide - um diese Jahreszeit weniger

Die Lüneburger Heide, wie man sie kennt
Die Lüneburger Heide, wie man sie kennt
Gießen | "Grün ist die Heide" - so der Titel eines Gedichtes von Hermann Löns, dem "Heidedichter" und eines Heimatfilms aus 1951. Er starb durch Herzschuss 1914 bei einem Sturmangriff französischer Truppen in Loivre bei Reims. Seine Gebeine erlebten eine Irrfahrt über mehrere Begräbnisstationen. Auch unter verschiedenen nationalsozialistischen Institutionen entwickelte sich ein Kampf um die sterblichen Überreste von Löns: SA-Angehörige entführten den Sarg aus der Friedhofskapelle in Fallingbostel und beerdigten ihn auf einem Privatgrundstück des Gauleiters. Die Reichswehr grub den Sarg wieder aus und bestattete ihn in geradezu einem Staatsakt am 2.August 1935 bei Walsrode, dem Jahrestag des Beginns des I.Weltkrieges. Dem Grab beigegeben wurde ein von Hitler unterzeichnetes Dokument.

Löns selbst führte alles andere als ein vorzeigbares nationales Bürgerleben: Über weite Strecken Alkoholiker, Macho sondersgleichen in seinen Partnerschaftsbeziehungen, vorzeitiger Abbruch seiner verschiedenen Studiumsansätze, häufiger Stellenwechsel seiner anfänglichen Journalistenlaufbahn.

Wie alle Schriftsteller, die sich viel mit Kampf gegen die Naturgewalten und das Abringen von kultiviertem Land von Nordsee, Mooren, Alpen etc. befassten, konnte er (und wurde er) von den Nazis nahtlos in ihre Publizistik integriert (werden).

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Die beigeordneten Fotos sind nicht aktuell, ich bekam sie gerade in die Hände im Rahmen meiner Scan-Aktion alter Dias. Sie entsprechen aber wohl der aktuellen Jahreszeit. Sie entstanden in der Umgebung von Wilsede und dem Wilseder Berg, mit 169 m der höchsten Erhebung der Lüneburger Heide und der norddeutschen Tiefebene, und dem Totengrund. Bei der Heidelandschaft handelt es sich aber nicht aus einer gewachsenen, sich selbst überlassenen Naturentwicklung, sondern einer von Menschen kultivierten Weidelandschaft, hauptsächlich für Schafe. Ohne menschliches Einwirken wäre hier nur Wald - vielleicht auch nicht schlecht.

Der Totengrund beim Wilseder Berg ist durch Kauf von Pastor (!!!) Wilhelm Bode aus Egestorf mit Spendengeldern im Jahre 1906 zu einem der ersten Naturschutzgebiete in Deutschland geworden.

Die Lüneburger Heide, wie man sie kennt
Der Totengrund bei Wilsede
Wacholderbüsche
Wacholderbüsche
am Totengrund
Blick vom Wilseder Berg nach Nordwesten
am Wegesrand
Schafstall bei Wilsede - Foto aus dem Spätherbst

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.840
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 26.08.2019 um 19:36 Uhr
Ich habe Löns gesammelte Werke, es waren einige Bände, vor 25 Jahren für 200 DN verkauft.
28
Hans-Wolfgang Dr. Steffek aus Gießen schrieb am 31.08.2019 um 13:20 Uhr
Trotz aller hurrapatriotischen Stellen in seinen Werken und seiner Macken ist und bleibt Hermann Löns vermutlich der beste Beobachter und Schilderer der europäischen Tierwelt in unserer Sprache.
H. Peter Herold
28.840
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 31.08.2019 um 13:23 Uhr
Ich hab ihn nicht gelesen, nur versilbert:-)
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