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Sommervernissage der Lebenshilfe Gießen mit „Adam, Eva und die Hannelore“

Birgit Gigler (Mitte) stellte ihre Bilder - zusammen mit Matthias Roth und Andrea Lührig - vor.
Birgit Gigler (Mitte) stellte ihre Bilder - zusammen mit Matthias Roth und Andrea Lührig - vor.
Gießen | Gießen (-). Im Gästebuch der Galerie 23 findet sich der Eintrag „Ich finde die Ausstellung schön, weil man die Freiheit sehen kann.“ Diese Freiheit empfindet auch Andrea Lührig, Leiterin der Galerie 23: „Ich habe mich gefragt, ob ich ‚das hier‘ aufhängen darf – aber für mich zeigt das die Potenz der Lebenshilfe an.“ Gemeint waren die gemusterten Stoff-Objekte der Gießener Künstlerin Vanessa Wagner, die in unterschiedlichen Größen und Formen als Phallus-Symbole von der Decke der Galerie 23, dem Ausstellungsraum der Lebenshilfe Gießen im Seltersweg, hängen. Die Ausstellung anlässlich des 60. Geburtstages der Lebenshilfe Gießen trägt den Titel „Adam, Eva und die Hannelore“ und bezieht sich im ersten Teil des Titels auf ein Werk des Schweizer Künstlers Heinz Lauener, dessen stark farbige Styropor-Figuren die Lebensfreude – auch in ihrer Geschlechtlichkeit – feiern. „Die Hannelore“ spielt hingegen auf ein großformatiges Werk der Künstlerin Birgit Gigler an. Dieses zeigt die Schauspielerin Hannelore Elsner als explosiv weibliche Hauptdarstellerin in Oskar Roehlers Film „Die Unberührbare“.

Lebensfreude und die Liebe
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zu den Menschen schien auch das unausgesprochene Motto der Sommervernissage gewesen zu sein - diese ist Teil des Veranstaltungsreigens des 60. Jubiläums der Lebenshilfe Gießen. Das liegt nicht zuletzt an Andrea Lührig selbst, die es versteht - gemeinsam mit ihrem Kollegen Mirko Westermayer - ihren KünstlerInnen gleichermaßen eine Bühne und einen sicheren Hafen zu bieten. Für Lührig, die seit 30 Jahren für die Lebenshilfe arbeitet, geht es in ihrer Arbeit als Begleiterin von KünstlerInnen, Kunstvermittlerin und Kuratorin um die Liebe zu den Menschen: „Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass die Liebe zu den Menschen eine große pädagogische Kraft darstellt.“ In diesem Sinne begrüßte auch Matthias Roth, langjähriger Mitarbeiter der Lebenshilfe, als Schirmherr des Jubiläumsjahres die Gäste, unter denen sich auch die Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe, Maren Müller-Erichsen, Magnus Schneider, Geschäftsführer der Sophie-Scholl-Schulen und Vorstand Dirk Oßwald befanden.

Dr. Stefan Neubacher, neuer Leiter des Kulturamtes der Stadt Gießen, würdigte die Arbeit der Galerie 23 als selbstverständlichen Bestandteil der Gießener Kunstszene, „weil sie ein attraktiver und zentraler Raum für Begegnungen ist und mit ihrem Programm einen unverwechselbaren
Beitrag zum vielfältigen Kunstleben in Gießen macht. Dabei erfüllt sie einen wichtigen kultur- und gesellschaftspolitischen Auftrag – nämlich gelebte Inklusion“. Dass dies gelingt, liegt nach Auffassung von Neubacher an der hohen künstlerischen Qualität im Atelier 23, in der die meisten nun ausgestellten Werke entstehen. Neubacher verriet den neugierig zuhörenden Besuchern, die in großer Zahl erschienen waren und die Galerie bis in die Nachtstunden bevölkerten, dass er sich beim Betrachten der Bilder immer wieder dabei ertappe, sich zu fragen, welche Bilder wohl von Menschen mit Handicap gemalt seien. Er wisse aber, dass dies zwecklos sei und trotzdem fühle er sich provoziert – was schließlich einen lebendigen Kunstgenuss ausmacht.

Wie sehr es der Lebenshilfe ein Anliegen ist, die Kunst in die Welt hinaus zu tragen, zeigte auch der große Andrang bei der Verlosung von 60 Kunstwerken aus dem Atelier 23, die anlässlich des Jubiläums der Lebenshilfe Gießen, verlost wurden.

Die Bilder, Fotografien, Figuren und Skulpturen von Hanna Fiand, Verena Franke, Birgit Gigler, Mirka Holsteinová, Heinz Lauener, Vanessa Wagner und Clemens Wild sind noch bis zum 22. November in der Galerie 23 im Seltersweg 22 zu sehen. Öffnungszeiten: Di-Fr 14-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr.

Birgit Gigler (Mitte) stellte ihre Bilder - zusammen mit Matthias Roth und Andrea Lührig - vor.
Birgit Gigler (Mitte)... 
 

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