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Wanderung über das Koblat (Allgäuer Alpen)

von Kurt Wirtham 14.08.2019358 mal gelesen4 Kommentare
Schneereste am Koblatsee
Schneereste am Koblatsee
Gießen | Das Koblat ist eine Karst-Hochfläche, die sich an der Südseite der Gipfel und Grate des Hindelanger Klettersteigs hinzieht, sozusagen eine Etage tiefer. Ausgangspunkt für diese Tour war die Station Höfatsblick der Nebelhornbahn (an der sich auch das Edmund-Probst-Haus des Alpenvereins befindet). Nach einem Aufstieg von ca. 200 m zieht sich der Fußsteig durch fels- und steindurchsetztes Gelände ohne allzu große Höhenunterschiede unterhalb von westlichem und östlichem Wengenkopf, Großem und Kleinem Daumen über das Plateau.
Man erreicht zunächst den Koblatsee, oft bis spät in den Sommer mit Schnee und Eis bedeckt, dann den Laufbichlsee und schließlich den Engeratsgundsee. Der eine oft türkisblau, der andere meist grasgrün. Südlich des Weges türmt sich nur die Laufbichlkirche, ein steiler Grasberg auf. Ansonsten hat man nach Süden freien Blick auf die Allgäuer und Lechtaler Alpen und das Bärgündletal mit dem Hochvogel als Abschluß. Vom Engeratsgundsee geht es dann ziemlich anstrengend 1.100 Höhenmeter abwärts zum Giebelhaus im Ostrachtal. In der Schwarzenberghütte der Alpenvereinsektion Günzburg kann man eine Rast einlegen, wie auch in der Engeratsgundalpe, Laufbichlalpe oder Käseralpe.

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Das Koblat wird auch im Winter von Skitourengehern gerne begangen und befahren, wobei auch der Gipfel des Grossen Daumen einbezogen wird. Dort befindet sich auch ein Gedenkkreuz an den ehem. NS-General der Gebirgstruppe Ritter Georg von Hengl, der dort 1952 bei dieser Skitour einen Herzinfarkt erlitt.

Jüngst, am Sonntag, 4.August, stürzte ein 54-jähriger Familienvater auf dem Koblat vor den Augen seiner Frau und der 9-jährigen Tochter tödlich ab. Die Familie gelangte von dem an sich ungefährlichen Weg ab und geriet in steiles Grasgelände. Dort suchte der bergerfahrene Mann nach einem Ausweg, rutschte im Grasgelände aus und fiel über eine hohe Felskante.

Vom Giebelhaus gibt es eine Busverbindung nach Hinterstein bzw. Hindelang, ansonsten ist das Tal für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Würde man die Strecke zu Fuß oder mit Fahrrad bewältigen, könnte man an der tiefen Schlucht der Eisenbreche Station machen. Nur, bis nach Oberstdorf, unserem Ausgangspunkt ist es mit öffentlichen Verkehrsmitteln noch ein weiter Weg. Über Hindelang nach Sonthofen mit dem Bus, und dann mit der Bahn nach Oberstdorf. Wir hatten frühmorgens ein Auto in Hinterstein geparkt, und waren mit einem zweiten nach Oberstdorf gefahren, das wir dann abends wieder abholten.

Schneereste am Koblatsee
Abfluss des Koblatsees
unterhalb der Wengenköpfe
unterhalb der Wengenköpfe
Alpenrosen
3
Alpenrosen
Alpenrosen
der Laufbichlsee mit Daumen im Hintergrund
hier hat man den Koblatwanderern auch ein "Gipfelkreuz" gegönnt
Blick an der Laufbichlkirche vorbei zum Hochvogel
Alpenrosen, rechts die Flanke der Laufbichlkirche (so heißt der Berg)
Der Engeratsgundsee mit dem Daumen
Abstieg zum Giebelhaus: Blick ins Bärgündletal und auf den Hochvogel
die Eisenbreche im Ostrachtal

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.304
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 15.08.2019 um 11:08 Uhr
Sehr gut beschrieben. Ja die Grashänge. Ihre Gefährlichkeit wird oft unterschätzt.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Kurt Wirth

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