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Armstrongs "Ausrutscher" auf dem Mond

Gießen | "Ein kleiner Schritt für einen Menschen - ein großer Sprung für die Menschheit",

so lautet üblicherweise die deutsche Übersetzung eines der berühmtesten Zitate - Armstrongs erste Worte, als er heute vor 50 Jahren am 21.7.1969 den Fuß von der Leiter der Landefähre auf den Mond setzte. Es war genial ausgedacht, aber die Übersetzung geht höflich darüber hinweg, dass Armstrong das nicht sagte, zumindest kann man es nicht hören. Was man hört ist

"That's one small step for man - one giant leap for mankind."

Im Englischen hat aber "man" ohne den unbestimmten Artikel "a" davor die selbe Bedeutung wie "mankind", beide bedeuten "Menschheit". Im Englischen wird der Satz damit zu Unsinn, "Ein kleiner Schritt für die Menscheit - ein riesiger Sprung für die Menschheit".

Armstrong hat lange behauptet, er habe "a man" gesagt "ein Mensch", aber wer hinhört kann bei aller Mühe kein "a" heraushören. Der australische Autor Greg Matthews machte diese Geschichte zum opening gag seines Buches "Little Red Rooster",
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eine Coming-of-Age Geschichte eines unterschätzten, altklugen Jungen mit einer Behinderung, der nicht glauben kann, dass Armstrong sich diesen Satz selbst ausgedacht haben soll, sondern, dass die Public Relations Strategen der NASA lange vor dem Start zum Mond dran gearbeitet und ihn ausgebrütet hatten. Er amüsiert sich also darüber, wie in der NASA die Public Relations Strategen fiebernd vor dem Fernseher sitzen und auf den Satz warten und wie sie sich die Haare raufen als Armstrong in der Aufregung des Augenblicks patzt und den Text vermasselt. Armstrong sagte allerdings, er habe sich den Text in den Stunden nach der Landung auf dem Mond bis zum eigentlichen Ausstieg ausgedacht.

Es wurde lange darüber diskutiert und alle möglichen phonetischen Untersuchungen angestellt, ob er das "a" gesagt hat oder ob er es nur sehr undeutlich ausgesprochen hat. Eine Audio Analyse des Programmierers Peter Shann Ford soll ergeben haben, dass das "a" durch statische Entladung bei der Übertragung ausgelöscht worden sein soll. Nach einer anderen Analyse soll das Wort in Armstrongs Mikrophon gesprochen, aber vor der Übertragung nicht aufgezeichnet worden sein.

Dem Autor James Hansen, der seine Biographie "First Man" (deutsch: Aufbruch zum Mond) geschrieben hat, hat Armstrong gesagt "Es klingt, als ob für das Wort keine Zeit gewesen wäre" und, dass er hoffe, dass die Geschichte ihm den Spielraum gebe, die Silbe fallen zu lassen und zu verstehen, dass sie gewiss beabsichtigt war, auch wenn sie nicht gesagt worden wäre - obwohl das tatsächlich hätte gewesen sein können.

Aber wer hinhörte, wird festgestellt haben, er macht nach "man" eine ziemlich lange Pause, als ob er den Fehler bemerkt hätte und denkt "shit, was mach ich, fang ich noch mal an?", setzt dann mit "one" fort, noch mal ein Zögern, ehe er den Text zu Ende bringt.

Ich glaube er patzte - und das macht ihn eher sympathisch und tut seiner und der seiner Kollegen Aldrin und Collins Leistung kein bisschen Abbruch. Lieber so eine kleine sprachliche Panne als eine der Technik.

Die ersten auf dem Mond gesprochenen Worte waren übrigens "The Eagle has landet", allerdings noch in der Landefähre gesprochen.

Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.808
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 21.07.2019 um 12:02 Uhr
Entscheidend ist für mich ja der zweite Satz von Armstrong auf dem Mond sagte: "Good luck Mr. Miller."
Als Armstrong ein Kind war flog einmal sein Ball in den Garten der Millers und als er ihn holen wollte hörte er einen Streit.
MS Miller: "Du willst das wir was machen?"
MR. Miller: "Bitte, ich habe das auf Fotos gesehen und wir könnten es doch einfach nur mal kurz probieren."
MS. Miller: Darauf kannst du warten bis der kleine Armstrong auf dem Mond spaziert."
Bernd Zeun
11.526
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 21.07.2019 um 12:42 Uhr
Die Geschichte ist gut erfunden aber ein hoax, In der ursprünglichen Form hieß es auch "Good luck, Mr. Gorsky!" http://de.wikipedia.org/wiki/Good_Luck,_Mr._Gorsky
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