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„Bedarf ist nach wie vor hoch“ - Der Familienunterstützende Dienst und die Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung ziehen Bilanz für das Jahr 2018

Der Familienunterstützende Dienst (FuD) der Lebenshilfe Gießen ist unter anderem bei der Durchführung von Freizeitaktivitäten zur Stelle. (Symbolfoto: David Maurer/Lebenshilfe)
Der Familienunterstützende Dienst (FuD) der Lebenshilfe Gießen ist unter anderem bei der Durchführung von Freizeitaktivitäten zur Stelle. (Symbolfoto: David Maurer/Lebenshilfe)
Gießen | Die „Ambulanten Hilfen“ sind – neben den Bereichen Arbeit und Bildung, Wohnen sowie Kindertagesstätten - einer der vier großen Säulen der Lebenshilfe Gießen. Verschiedene Dienste und Beratungsangebote prägen das Wesen dieses Bereichs, der in diesen Tagen eine Bilanz für das vergangene Jahr 2018 zieht. So auch für den Familienunterstützenden Dienst (FuD) sowie für die Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung, die seit Jahrzehnten wichtige Institutionen und Anlaufstellen für Personen mit einem entsprechenden Hilfebedarf sind.

Starkes Wachstum beim Familienunterstützenden Dienst

Der FuD, der bereits seit den 1980er Jahren besteht und in Stadt sowie im gesamten Landkreis Gießen tätig ist, richtet sich in seiner ambulanten Funktion an Kinder, Jugendliche und insbesondere Erwachsene mit Behinderung sowie deren Familien. „Ziel des FuD ist es, dass man die Menschen in ihren Familien unterstützt, dabei individuelle Familiensituationen respektiert und das System Familie an sich stärkt. Personen mit Behinderung erhalten Hilfsangebote in Form von Einzel-, aber auch Gruppenmaßnahmen. Insbesondere bei der Durchführung von Freizeitaktivitäten ist der FuD zur Stelle. Ferner werden Eltern und Angehörige durch Begleitung und Beratung bei Anträgen auf Kostenübernahmen unterstützt“, erläutert Martina Ertel, Bereichsleiterin Ambulante Hilfen.

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Insgesamt sind beim Familienunterstützenden Dienst aktuell sechs MitarbeiterInnen in Teilzeit angestellt, hinzukommen Verwaltungskräfte sowie rund 100 studentische Aushilfen. Im Jahr 2018 arbeitete das FuD-Personal mit circa 300 Kunden zusammen. „Wir erhielten und erhalten nach wie vor sehr viele Anfragen. Leider können wir nicht immer alle sofort erfüllen, suchen aber immer nach einer passenden Lösung. Wir freuen uns immer über Menschen, die bei uns mitarbeiten möchten“, erläutert Ulrike Lorenz-Häuser, die als stellvertretende FuD-Leitung fungiert.

Der Familienunterstützende Dienst blickt für das Jahr 2018 auf beachtliche Wachstumsdaten zurück. So stiegen etwa die Beratungen der Hauptamtlichen auf 987. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 führte der FuD noch 630 Beratungen durch. Auch bei den Leistungsstunden der nebenamtlichen MitarbeiterInnen gab es Zuwachs: Erbrachten diese 2017 noch 19 200 Stunden, waren es im vergangenen Jahr bereits 21 103 Stunden, -allerdings galt es 2018 auch rund 20 Kunden mehr zu bedienen.

Eine weitere Auffälligkeit im Kontrast zum Jahr 2014 besteht darin, dass der Anteil der Kunden mit einer schweren Behinderung stark gestiegen ist. Machten diese damals nur rund die Hälfte aller Betreuten aus, handelt es sich heute um rund vier Fünftel aller Kunden. Ebenso hat sich die Altersstruktur der Klienten in dem genannten Zeitraum verändert. „Seit 2014 zählen mehr Kleinkinder und Senioren zu unseren Kunden. Das hängt durchaus mit dem zwischenzeitlichen Inkrafttreten der Pflegestärkungsgesetze in den Jahren 2015 und 2017 zusammen. Diese hatten generelle Auswirkungen auf die Zahlen beziehungsweise des Wachstums in den vergangenen Jahren. Aufgrund der Umstrukturierung erhalten beispielsweise Kleinkinder mittlerweile eher einen Pflegegrad, als eine Pflegestufe und gehören somit auch früher zu unseren Kunden“, erläutert Martina Ertel.

Ein Jahr des Umbruchs in der Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung

Die Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Gießen erlebte 2018 einen personellen Wechsel: Stefan Lind folgte auf die damalige Leiterin und langjährige Mitarbeiterin Romana Zutautas, die im August 2018 in Rente ging und die Beratungsstelle fünf Jahre lang geführt hatte.

Das Hauptaugenmerk der in der Gießener Siemensstraße 6 beheimateten Einrichtung liegt in der Beratung und Unterstützung von erwachsenen Menschen mit Behinderung aus unterschiedlichen Fachbereichen der Lebenshilfe Gießen sowie deren Angehörige bei den zahlreichen Herausforderungen des Lebens. Sowohl Einzelpersonen als auch Familien, Eltern, Paare und Teams aus Wohn- und Werkstätten der Lebenshilfe werden von den vier Fachkräften mit pädagogischer, psychologischer oder therapeutischer Ausrichtung um Stefan Lind beraten. Im Jahr 2018 arbeitete die Beratungsstelle mit insgesamt 184 Klienten zusammen, davon 89 Frauen sowie 95 Männer. Die MitarbeiterInnen sind hierbei beispielsweise in Themenfeldern wie Krisenberatung, psychosoziale und psychologische Beratung tätig.

Der Großteil der 184 Klienten der Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung entstammte 2018 der Stadt Gießen sowie der Gemeinde Pohlheim, was vornehmlich aus den dort vorhandenen größeren Lebenshilfe-Standorten resultiert. Mit Abstand dahinter folgen die Städte und Gemeinden Lich, Staufenberg, Heuchelheim sowie Fernwald und Hungen und Lollar.

„Das Personal der Beratungsstelle arbeitet vertraulich und steht unter Schweigepflicht. Personen mit einer Anbindung an die Lebenshilfe Gießen können sich an uns wenden, wenn Menschen mit Behinderung unter Ängsten, Über- und Unterforderungen, herausfordernden Verhaltensweisen, Trauer und Beziehungsproblemen leiden. Zudem beraten und unterstützen wir in Bereichen zu Fragen der Sexualität und Ablösungen aus dem Elternhaus. Wir bieten Fortbildungen für Menschen mit geistiger Behinderung an, führen im Berufsbildungsbereich sexualpädagogische Kurse durch und moderieren in persönlicher Zukunftsplanung. Für die Zukunft planen wir weitere Gruppenangebote für Menschen mit Behinderung“, schildert Stefan Lind.

Martina Ertel konstatiert: „Das Angebot unserer Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung ist für die Klienten kostenfrei. Es richtet sich in erster Linie an Angehörige oder MitarbeiterInnen der Lebenshilfe Gießen. Die aktuellen Zahlen belegen, dass der Bedarf an professioneller Beratung nach wie vor hoch ist.“

Fragen zum Familienunterstützenden Dienst beantworten Frau Christa Kröll sowie Frau Ulrike Lorenz-Häuser (Telefon: 0641-966250 / E-Mail: fud@lebenshilfe-giessen.de). Weitere Informationen zur Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung erhalten sie bei Herrn Stefan Lind (Telefon: 0641-9721055210 / E-Mail: familienberatung@lebenshilfe-giessen.de), während Ihnen Frau Martina Ertel (Telefon: 0641-797980 / E-Mail: m.ertel@lebenshilfe-giessen.de) bei allgemeinen Rückfragen zum Lebenshilfe-Bereich „Ambulante Hilfen“ zur Verfügung steht.

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