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Glückliche Kühe im Allgäu?

auf dem Riedberger Horn
auf dem Riedberger Horn
Gießen | Report Mainz (ARD) und die Süddeutsche Zeitung haben gerade einen grauenhaften Fall von Tierquälerei öffentlich gemacht. Im Milchviehbetrieb Endres bei Bad Grönenbach im Unterallgäu mit 1.800 Kühen (mit Jungvieh und Gastaufnahmen zeitweise bis 3.000 Tiere) wurden von der Augsburger Tierschutzgruppe "Soko Tierschutz" verdeckt Videos gedreht, die grauenhafte Szenen zeigen.

http://www.br.de/nachrichten/bayern/entsetzen-ueber-tierquaelerei-in-allgaeuer-milchviehbetrieb,RVjYh2x

http://www.swr.de/report/report-mainz-fakt-und-die-sueddeutsche-zeitung-decken-neuen-tierschutzskandal-auf-tierquaelereien-in-einem-der-groessten-deutschen-milchviehbetriebe/-/id=233454/did=24151650/nid=233454/1v9koqw/index.html

Trotz regelmäßiger
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Kontrollen durch die zuständigen Behörden und trotz der Vermutung, daß bei dieser Grössenordnung fast täglich ein Tierarzt vor Ort sein müßte, bedurfte es wieder einmal der Tierschutzaktivisten, um solch einen Skandal aufzudecken. Es stellt sich die Frage, ob Ställe dieser Größenordnung überhaupt noch überschaubar und beherrschbar sein können, zumal die Personalkosten natürlich bis zum Gehtnichtmehr gedrückt werden (müssen) und die Rentabilität des eingesetzten Kapitals für die hochgradig automatisierte Anlage gesichert sein muß.

Noch bis vor etwa fünf Jahren kannte man solche riesigen Ställe auf der "grünen Wiese" im Allgäu nicht. Die Kühe verlassen die Ställe, von dem Zeitpunkt an, zu dem sie Milch liefern, nicht mehr bis zum Lebensende. Davor wußte man, daß man zwischen 16.30 Uhr und 17.30 Uhr besser nicht auf Nebenstrassen über die Dörfer fahren sollte. Denn da wurde das Vieh von den Weiden in den Stall zum Melken eingetrieben. Und das Vieh hatte sich immer die Vorfahrt genommen und das Recht, die Strassen und gegflls. die Autos mit der "stengellosen, handtellergrossen Alpina Kuhfladia" zu versehen (im örtlichen Dialekt "Kuapflatter"). Jeder Bauer gab jeder Kuh von Kleinauf ihren Namen und kannte sie alle einzeln. Und er wußte, daß Streicheleinheiten die Milchproduktion fördern.

Die jahrtausendealte Übung, das nicht milchgebende Jungvieh (die "Schumpen") im Sommer auf die Alpen (bayrisch: Almen) zu treiben hat sich bis jetzt noch gehalten. Auch dieses Jahr halten sich von Juni bis September ca. 30.000 Tiere auf den Allgäuer Alpen auf.

auf dem Riedberger Horn
auf dem Riedberger Horn 
ebenfalls auf dem Riedberger Horn
ebenfalls auf dem... 
auf dem Mariaberg bei Kempten
auf dem Mariaberg bei... 
auf dem Stuiben (Allgäuer Nagelfluhkette)
auf dem Stuiben... 
schwarzweisse Minderheit im Allgäu /Auf dem Stuiben
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bei der Alpe Wenger Egg am Schwarzen Grat
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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.07.2019 um 20:46 Uhr
Heute 21:45 auf ARD
Bernd Zeun
11.140
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 10.07.2019 um 08:50 Uhr
Solchen Leuten müsste sofort die Erlaubnis einen Tierbetrieb zu führen, entzogen werden und Veterinärämter, die ihre Aufsichtspflicht derartig verletzen, müssten dafür belangt werden.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.07.2019 um 09:41 Uhr
1.800 Kühe - ein Wahnsinn. Angeblich haben die Ämter keine besonderen Feststellungen gemacht
Seien immer nur Momentaufnahmen gewesen
Es wurde anscheinend nur sporadisch nachgeschaut
Motto ist ja nicht so schlimm
Kurt Wirth
2.062
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 10.07.2019 um 09:54 Uhr
Die zuständige Stelle des Landratsamtes habe sehr wohl anlaßbezogene (d.h. nach Hinweisen) als auch unabhängige Kontrollen durchgeführt. Dabei seien auch tierschutzrechtliche Verstösse festgestellt worden. Allerdings "im unteren und mittelgradigen Bereich". Der Fisch stinkt schon vom Kopf her.
Nicole Freeman
10.057
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 10.07.2019 um 13:49 Uhr
MIR KOMMT DAS KOTZ....
Knast ist da angesagt. Das geht garnicht. Sofortigen Tierhalteverbot !!!
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.07.2019 um 18:29 Uhr
Milch und Vieh von Hof werden nicht mehr angenommen
Kurt Wirth
2.062
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 10.07.2019 um 18:56 Uhr
Um es etwas deutlicher auszudrücken: Die Champignon-Käsewerke in Heising bei Kempten haben den größten Teil der Milch von Endres abgenommen und schon vor der Fernsehausstrahlung den Liefervertrag storniert. Champignon hat aber auch für Weihenstephan sozusagen als "Subunternehmer" produziert - wie es sich auf diesem Strang verhält, ist unklar.

Weiterhin nimmt der Schlachthof Vion in Buchloe (Ostallgäu) keine Tiere von Endres mehr an. Wobei natürlich dort schon eher festzustellen gewesen wäre, in welchem Zustand die Tiere angeliefert werden. Der Milch kann man schwerlich ansehen, unter welchen Bedingungen sie erzeugt wurde.

Meines Erachtens sind dies rein markttaktische Reaktionen und Imagepflege vorübergehender Natur. In wenigen Wochen läuft sicher wieder alles wie gewohnt.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.07.2019 um 19:00 Uhr
Hoffentlich nicht Wozu brauchen wir denn Kontrollen
Kurt Wirth
2.062
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 10.07.2019 um 19:08 Uhr
Übrigens gibt es in ganz Bayern nur 5 Betriebe mit mehr als 500 Kühen. Im Durchschnitt hat ein bayrischer Milchviehbauer 40 Kühe. Aber auch bei denen werden die Kühe immer weniger auf die Weide gelassen, sondern ständig in Laufställen gehalten. Die Bauern hatten die letzten Jahre ja arg unter dem permanent sinkenden Milchpreis zu leiden und immer mehr gaben ihren Betrieb auf, sofern sie nicht einen Ausweg in der Bio-Produktion suchten.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.07.2019 um 19:14 Uhr
Provokante Frage: Braucht Deutschland noch Bauern.
Kleine Mittelständische Betriebe müssen die nicht ohne Zuschüsse auskommen?
Kurt Wirth
2.062
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 10.07.2019 um 19:28 Uhr
Da kann man sicher nicht Deutschland für sich betrachten. Man muß das zunächst schon mal europaweit sehen. Nun kenne ich mich da ja überhaupt nicht aus, mit dem ganzen Subventionsunwesen und was da alles exportiert und importiert wird. Aber die weltweite landwirtschaftliche Produktion verläuft offensichtlich total chaotisch und unausgeglichen und vor allem mit größten ökologischen Problemen. In Europa wie in der dritten Welt können immer weniger kleine und mittlere Bauern von ihrer Arbeit leben und die umweltfeindliche Großproduktion weitet sich aus.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.07.2019 um 19:36 Uhr
... und nur die Großen erhalten dazu noch Zuschüsse. Da kommen die Kleinen nicht mehr mit. 1.800 zu 40. Das passt nicht. Wenn dann noch unsere Wirtschaft den Bach runter geht. Gute Nacht Deutschland. Einer der Totengräber ist VW.
Kurt Wirth
2.062
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 11.07.2019 um 10:24 Uhr
Laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erhielt der hier zur Diskussion stehende Betrieb im vergangenen Jahr etwa 143.700 Euro Subventionen von der EU. Meldet heute die "Allgäuer Zeitung". Nun hat man natürlich keine Vergleichszahlen, um beurteilen zu können, ob das viel oder wenig ist, bzw. man müßte erst mühsam nachforschen. Seit einigen Jahren werden diese Subventionen grundsätzlich bis herunter auf die einzelnen Empfänger veröffentlicht.

Im gleichen Artikel wird eine örtliche Tierärztin zitiert, die berichtet, daß bei den Kontrollen mehr Zeit in den Büros der Landwirte mit Belegprüfung verbracht wird, als in den Ställen nach dem Rechten zu sehen. Die Veterinäre hätten bei den insgesamt zu kurzen Kontrollen kein großes Interesse daran, Tierschutzverstösse zu finden. Das bestätigt ein weiterer Tierarzt während andere von einer guten Zusammenarbeit mit dem örtlichen Veterinäramt sprechen. In den letzten 5 Jahren wurde der genannte Betrieb 34 mal kontrolliert, davon 15 Mal nach Hinweisen auf Tierschutzvergehen. Der Landwirt habe dabei jedes Mal die festgestellten Mängel beseitigt.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 11.07.2019 um 10:28 Uhr
Beseitigt? Aber nicht endgültig wie es ausschaut
Kurt Wirth
2.062
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 12.07.2019 um 09:52 Uhr
Hier eine Zusammenfassung aller Artikel in der "Allgäuer Zeitung":
http://www.all-in.de/tag/Tierskandal%20Bad%20Gr%C3%B6nenbach
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Kurt Wirth

von:  Kurt Wirth

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