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Über den Tellerrand geblickt - Küchentausch zwischen Tandreas- und Lebenshilfe-MitarbeiterInnen

Zufriedene Gesichter nach einem gelungenen und anregenden Seitenwechseltag. U.a. zu sehen sind: Swen Groß (links), Tanja Steinbrecher-Levoux (rechts), Monika Bernklau und Andreas Will (beide mittig 1. Reihe) sowie Timo Fago (Mitte).
Zufriedene Gesichter nach einem gelungenen und anregenden Seitenwechseltag. U.a. zu sehen sind: Swen Groß (links), Tanja Steinbrecher-Levoux (rechts), Monika Bernklau und Andreas Will (beide mittig 1. Reihe) sowie Timo Fago (Mitte).
Gießen | Giessen/Pohlheim (-). Es ist 13 Uhr mittags. Timo Fago, Küchenchef im Gießener Tandreas, einem Vier-Sterne-Hotel mit Restaurant und Weinlounge, steigt gutgelaunt von seinem Fahrrad. Er kommt gerade aus der nagelneuen Zentralküche der Lebenshilfe in Pohlheim-Garbenteich. Fago, der im Tandreas seit vier Jahren ein kleines Team von vier Köchen dirigiert, hat heute miterlebt, wie es zugeht, wenn täglich rund 2.000 Essen für die Kunden der Lebenshilfe produziert werden. Er zeigt sich beeindruckt: „Jeder weiß, was er zu tun hat. Alles ist klar geregelt und die Abläufe funktionieren wie geschmiert.“ Der smarte Küchenchef, der es gewohnt ist, selbst die Ansagen zu machen, hat sich an diesem Morgen gut eingegliedert und sich von den Lebenshilfe-Mitarbeiterinnen Julia Schupp und Sarah Sames zeigen lassen, wie man 1.000 Schnitzel möglichst effizient portioniert.

Zeitgleich arbeiten Lebenshilfe-MitarbeiterInnen Andreas Will und Monika Bernklau in der Küche des Tandreas an der Licher Straße. Swen Groß, Geschäftsführer der proLiLo Gastrowelt, einem gastronomischen Inklusionsbetrieb der Lebenshilfe Gießen, hatte Andreas Will
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und Monika Bernklau eingeladen, mit ihm zusammen einen Tag im Tandreas zu arbeiten. Groß, gastronomischer Frontmann der Lebenshilfe, pflegt schon seit Jahren engen Kontakt zum Tandreas. Tanja Steinbrecher-Levoux, Inhaberin des Tandreas, ist es ein inneres Anliegen, karitative und öffentlichkeitswirksame Events der Lebenshilfe zu unterstützen: „Ich möchte mit Veranstaltungen wie dem heutigen Seitenwechsel zur Vernetzung der Arbeitgeber in unserer Region beitragen und damit die Mitarbeiter – mit und ohne Behinderung – fördern. Wir alle erhalten dadurch neue Perspektiven.“

Monika Bernklau, die an diesem Tag ihr 35. Betriebsjubiläum bei der Lebenshilfe feiert, weiß genau, was Tanja Steinbrecher-Levoux meint. Bernklau ist ein Küchenprofi. Sie ist es gewohnt, immer wiederkehrende Aufgaben zu haben, die sie eigenständig bewältigt. In der Kantine der Limeswerkstatt in Pohlheim-Garbenteich ist sie unter anderem für die Kaffeebar und die Spülküche zuständig. In der Küche des Tandreas kommen in kurzer Zeit vielfältige Aufgaben auf Bernklau und Wöll zu, was die beiden als spannend und herausfordernd empfinden. Bernklau ist ein gute Beobachterin und resümiert: „In meiner Arbeit sind die einzelnen Bereiche voneinander getrennt, hier gibt es viele Überschneidungen.“

Andreas Will (rechts) verlässt für einen Tag seinen gewohnten Arbeitsplatz in der LiLo-Polizeikantine im Schiffenberger Tal und lernt die Abläufe im Tandreas-Restaurant kennen.
Andreas Will (rechts) verlässt für einen Tag seinen gewohnten Arbeitsplatz in der LiLo-Polizeikantine im Schiffenberger Tal und lernt die Abläufe im Tandreas-Restaurant kennen.
Simon Klotz, Koch im Tandreas, vermittelt den Eindruck als habe er Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderungen. Tatsächlich ist es das erste Mal, dass er mit behinderten Kollegen zusammenarbeitet. Mit großer Zugewandtheit erklärt er Andreas Will, wie er mit dem sehr scharfen japanischen Gemüsehobel Möhren zu zarten Julienne-Streifen verarbeitet.

Nach einigen Stunden der gemeinsamen Arbeit beginnt Andreas Will eigenständig zu schauen, wann das Rinderfilet in der Grillpfanne umgewendet werden muss. Will ist als Mitarbeiter der Lebenshilfe Gießen in der Polizeikantine im Schiffenberger Tal tätig. Dort kocht er am liebsten Chili con Carne. Wobei er mit einem Schmunzeln zugeben muss, dass die hausgemachten Tagliatelle mit Pfifferlingen und Erbsen im Tandreas auch ziemlich gut sind.

Zum Abschluss des gemeinsamen Küchenvormittags isst die Tandreas-Lebenshilfe-Crew gemeinsam im Restaurant. Es gibt gebackenes Schweinekotelett mit Kartoffel-Radieschen-Gurken-Salat. Danach geht es für Monika Bernklau und Andreas Will für heute in den verdienten Feierabend. Simon Klotz, Martin Bonk, Nina Lang und ihr Chef Timo Fago haben noch die Abendschicht vor sich und stehen ab 17 Uhr wieder in der Küche.

Zufriedene Gesichter nach einem gelungenen und anregenden Seitenwechseltag. U.a. zu sehen sind: Swen Groß (links), Tanja Steinbrecher-Levoux (rechts), Monika Bernklau und Andreas Will (beide mittig 1. Reihe) sowie Timo Fago (Mitte).
Zufriedene Gesichter... 
Andreas Will (rechts) verlässt für einen Tag seinen gewohnten Arbeitsplatz in der LiLo-Polizeikantine im Schiffenberger Tal und lernt die Abläufe im Tandreas-Restaurant kennen.
Andreas Will (rechts)... 
Monika Bernklau schaut dem Tandreas-Küchenteam für einen Vormittag über die Schultern und hilft tatkräftig mit.
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