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Auf dem Gottesackerplateau (Kleinwalsertal)

von Kurt Wirtham 23.06.2019799 mal gelesen4 Kommentare
Alpenrosen am Abgrund
Alpenrosen am Abgrund
Gießen | Das Gottesackerplateau am Hohen Ifen im Kleinwalsertal ist eine aus Schrattenkalk bestehende zerklüftete Karstlandschaft mit unzähligen Löchern und Höhlen. Im Winter deckt der Schnee (zumeist muß man heute sagen) alles so weit zu, daß man es als Skitour begehen und befahren kann. Zumindest wenn man sich an die durch Stangen markierte Route hält, läuft man keine Gefahr, irgendwo reinzustürzen. Im Sommer muß man sich ebenfalls an die mit roter und gelber Farbe auf Stein und Fels aufgemalten Markierungspunkte halten. Die Gefahr, durch einen Fehltritt in ein Loch zu stürzen ist da erheblich grösser. Das Gottesackerplateau ist die Heimat einer Vielfalt von Tieren und Pflanzen.

Auf halbem Weg über das Plateau gibt es eine Abtiegsmöglichkeit durchs Kürental. Dort fand man steinzeitliche Raststätten von viehtreibenden Hirten unter überhängenden Felswänden. Aschereste und Hinterlassenschaften von Lagerfeuern.

Das Wasser verschwindet bei Regen schnell in den Löchern und Spalten und fließt unterirdisch über die Subersach in Bodensee und Rhein. Es gibt auch etliche Höhlen auf der Hochfläche. Beim Abstieg durchs Mahdtal
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kommt man am Hölloch vorbei, ein 77 m tiefer Schacht der zu einer Höhle führt, die bislang auf ca. 13 km Länge erforscht ist. Der grössere Teil von ihr erstreckt sich auf deutschem Gebiet, der kleinere samt den beiden Zu-bzw.Ausgängen im österreichischen Kleinwalsertal. Das Hölloch ist die z.Zt. größte vermessene Höhle Deutschlands. Einer der zwei Erstbegeher (praktisch nur des Einstiegslochs) war übrigens der örtliche Kaplan. 1935 fuhr ein Skifahrer, ein 27-jähriger Rechtsanwalt versehentlich in den Schacht und fand den Tod. 1936 fand ein Bergsteiger und Höhlenforscher aus Kempten in der Höhle den Tod: Ein plötzlicher Regeneinbruch ließ die Hanfseile, mit denen die Forscher in die Höhle abgestiegen waren, aufquellen, so daß sie nicht mehr durch Rollen und Ösen liefen. Er ertrank am Seil hängend in den in den Schacht stürzenden Wassermassen.

Alpenrosen am Abgrund
Alpenrosen am Abgrund
Im schmalen Spalt finden sich Nährstoffe
Grün erkämpft sich Gelände
Stillleben mit Rucksack. Links hinten der Hohe Ifen
Auch Bergschuhe brauchen Erholung.
Wäschetrocknen an der Torkopfscharte
Karstlandschaft. Man sieht die gelben Wegmarkierungen.
Die letzten Schneereste
Spalte
Schacht
Schrattenkalk, vom Wasser bearbeitet
Karstlandschaft
Schrattenkalk. Schwierig, einen Weg zu finden.
Skulptur, von der Natur geschaffen.
Blick über das Plateau auf den Ifen
Das Gipfelkreuz vom Hahnenköpfle, dahinter der Hohe Ifen
Plateau mit Ifen. Die Steinmännchen wurden von Wanderern aufgestellt
1
Blick vom Hahnenköpfle übers Plateau
ebenso, im Hintergrund der allgäuer Hauptkamm
Abstiegsmöglichkeit ins Kürental

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.153
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.06.2019 um 20:24 Uhr
Beim Titel des Beitrags wundert es mich hier der hoffentlich nicht Einzige zu sein, der sich äußert.
Jetzt am Handy, aber wegen der Bilder muss der PC bemüht werden.
Kurt Wirth
2.235
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 24.06.2019 um 13:41 Uhr
Wie so oft in der Bergwelt weiß niemand den genauen Ursprung der Bezeichnung. Meistens wird er leicht negativ besetzt erklärt: Öde, menschenleer, lebensfeindlich, zu nichts zu gebrauchen. Das positive Interesse von Wanderern und Bergsteigern an dieser Gegend ist ja jüngeren Ursprungs.
H. Peter Herold
28.153
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 24.06.2019 um 16:29 Uhr
Eine grandiose Landschaft. Dein Beitrag hat mich inspiriert im Internet zu recherchieren. Seit 9.000 Jahren sind hier schon Menschen nachweisbar. Die Alpe auf dem Gotteackerplateau einst höchstgelegene Alpe auf 1.835 in der Gemarkung Tiefenbach war über 200 ha groß. Noch 1820 wurde sie als Sennalpe erwähnt. wegen der Klimaverschlechterung und dem Wassermangel wurde die Alpe im 19. Jahrhundert aufgelassen. Die Hütte ist verfallen. QuelleGottesackeralpe - Oberstdorf-Lexikon
Weitere Hinweise dem Beitrag "landschaft-erleben-gottesackerplateau-kleinwalsertal" entnommen und dort der Reportage "Das Gottesackerplateau"

„Ernst Haller wandert sein ganzes Leben lang – am liebsten im Kleinwalsertal, seiner Heimat. Bei einer Wanderung auf das Gottesackerplateau hat er uns seine Geschichte erzählt – „

TEXT: ANNE SCHÜSSLER

Einen Hinweis auf die Entstehung des Namens "Gottesacker" auch gefunden: "Einer Sage nach fragte ein Bettler auf einer Alpe nach etwas Schmalz. Im Gefäß unter der dünnen Schmalzschicht war jedoch Mist. Für diese Verhöhnung strafte Gott den Senn und seine Familie – aus der Alpweide wurde diese Felslandschaft."
Am Ende der Reportage kann ein Video aktiviert werden, in dem Bergführer Ernst Haller eine Wanderung zum Gottesackerplateau kommentiert.
Also Danke Kurt. Es war sehr anregend den Beitrag ergänzend im Internet zu verfolgen.
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von:  Kurt Wirth

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Kurt Wirth
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