Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Schäfer-Gümbel über die Grünen

Gießen | Die Grünen versuchen im Moment, alles Elend dieser Welt zu reduzieren auf die Frage des Klimawandels. Das halte ich für falsch. Die AfD erklärt die Migrationsfrage zum Übel der Welt. Auch das halte ich für grundfalsch. Beides verkürzt Politik in grotesker Weise.

Die Grünen stehen für Kapitalismus mit gutem Gewissen. Den Grünen ist die soziale Frage schnurzegal. Sie spielt überhaupt keine Rolle in ihrer Programmatik. Sie präsentieren sich als fortschrittliche Kraft, aber sie sind keine fortschrittliche Kraft. Ich erlebe sie in politischen Prozessen eher als autoritär.

Sie sind in den vergangenen zwei Jahren in eine programmatische Beliebigkeit abgeglitten. Es gelingt ihnen, im Moment gar keine Position mehr zu vertreten und sich so zum Objekt politischer Heilserwartungen zu stilisieren.

aus einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel vom 14. Juni 2019

Mehr über

Stöbern Sie in den Stichworten (Hilfe), um verwandte und ähnliche Beiträge zu entdecken:

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Das Vorstandsteam im Ortsverband Hungen von Bündnis 90/Die Grünen (v.l.): Rudolf Welter, Gerhard Weissler, Andrea Krüger, Alexander Kargoscha.
Hungener Grüne: Es gibt viel zu tun
Bei der Jahreshauptversammlung des Ortsverbands von Bündnis 90/Die...
Indischer Bischof besucht Gießen
Baden-Württembergs Ministerpräsident Wilfried Kretschmann ist...
Die neue Unterführung; Von Gleis 2 zu Gleis 1
Lollarer GRÜNE: Der lange Weg zur Barrierefreiheit;
Studien belegen, dass neben dem Fahrpreis und dem Angebot...
Gute Straßen kosten gutes Geld
Gute Straßen ohne Beiträge?
Hungener Grüne: Gute Infrastruktur gibt es nicht zum Nulltarif...
GRÜNE und GAL im Lumdatal für Erhalt bezahlbarer Mietwohnungen
GRÜNE und GAL im Lumdatal blicken mit Besorgnis auf die Entwicklung...

Kommentare zum Beitrag

Wolfgang Seibt
59
Wolfgang Seibt aus Wettenberg schrieb am 14.06.2019 um 15:13 Uhr
Sonderbar, was der ewige Verlierer da von sich gibt.
"Die Grünen stehen für Kapitalismus mit gutem Gewissen. Den Grünen ist die soziale Frage schnurzegal."
Hat Schäfer-Gümpel mal darüber nachgedacht, warum seine Partei seit Jahren keinen Stich mehr macht, sich nur noch dank Merkel in Berlin an der Regierung halten kann?
Wie sagt der Volksmund so treffend, wer mit einem Finger auf Andere deutet sollte immer daran denken, dass dabei drei Finger auf ihn selbst zeigen.
"Sie sind in den vergangenen zwei Jahren in eine programmatische Beliebigkeit abgeglitten. Es gelingt ihnen, im Moment gar keine Position mehr zu vertreten und sich so zum Objekt politischer Heilserwartungen zu stilisieren."
Aber Herr Schäfer-Gümpel. Sie haben wohl ihre Zettel vertauscht. Das war die Antwort auf die Frage über den Zustand ihrer Partei, die SPD. Sie waren wohl in Gedanken bereits bei Ihrem neuen Job.
Kurt Wirth
2.370
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 14.06.2019 um 18:45 Uhr
Vielleicht hat ja TSG die UZ - Zeitung der DKP gelesen: Dort schreibt Olaf Matthes am 31.5.19 in Auswertung der EU-Wahl:

"Grüne, die so viel von Klima und offener Gesellschaft sprachen, dass ihnen für die alltäglichen Probleme der arbeitenden Menschen die Luft fehlte".

Aber damit sind sie ja ziemlich gut gefahren, die Grünen. Ich für meine Person halte den Erhalt der für Menschen notwendigen Lebensbedingungen auf der Erde auch für die primäre Frage unserer Zeit. Sie betrifft ausnahmslos alle Menschen, unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einer Klasse, Schicht, Nation, Religion oder sonst was. Also z.B. zuerst SUV-Produktion einstellen und sich dann Sorgen um die Automobilarbeitsplätze machen. Dafür wird dann schon noch Luft genug da sein, bzw. muß dafür da sein.
Nicole Freeman
10.312
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 16.06.2019 um 07:26 Uhr
das sozial hat die spd schon lange aus den augen verloren. waren es nicht die spd geführten jahre in denen die hartzgesetze eingeführt wurden? Waren es nicht die spd geführten jahre in denen die zeitarbeitsfirmen wie pilze aus dem boden wuchsen und die moderne sklaverei ein eurojober erfunden wurde? waren es nicht die spd geführten jahre.. ach ich könnte weitermachen aber für mich hat die partei ihe wurzeln schon lange vergessen und arbeitet für aufsichtsräte und nicht für die menschen um die sie sich kümmern müssten. die sozial schwachen werden immer mehr!
112
Julius Epstein aus Gießen schrieb am 17.06.2019 um 12:29 Uhr
Einfach nur peinlich, dieser ewige Looser!
Michael Beltz
7.552
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 17.06.2019 um 16:43 Uhr
Jetzt ist die Frage zu stellen, wer befasst sich noch mit der sozialen Frage: GRÜNE, SPD, CDU? Vor allem: wer tut etwas für die Belange derjenigen, die Unterstüzung brauchen?
Kurt Wirth
2.370
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 22.06.2019 um 20:02 Uhr
"Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun".
So übersetzte 1910 Emil Luckhardt den französischen Text der Internationale, den Eugene Pottier als führender Kämpfer der Pariser Commune 1871 so formulierte: "Producteurs, sauvons-nous nous memes".

Das wirft ein paar Fragen auf:
In wieweit hat die traditionelle "Stellvertreterpolitik" (wir wählen Euch und Ihr macht das) heutzutage noch Sinn?
In wieweit ist das "Parteienmodell", entstanden in den bürgerlichen Revolutionen Frankreichs und Englands vor der französischen Revolution, heute noch effektiv?
In wieweit ist die leninistische Fortentwicklung dieses Parteienbegriffs (Vorhut der Arbeiterklasse, der bewußteste Teil der Arbeiterklasse) heute noch brauchbar? Oder deuten die Wahlergebnisse für DKP, MLPD etc. eventuell darauf hin, daß das alles etwas realitätsfremd ist?
Zeigen die Aktionen von "Fridays for Future" und anderer Klimaaktivisten nicht, daß diese Frage höchste Priorität hat? In dem Sinne: "Eine bewohnbare Erde ist nicht alles, aber ohne bewohnbare Erde ist alles nichts!"

Ich sage mal für mich als ziemlich genauer bundesdeutscher Durchschnittsrentner: Ich sehe in der Klimakatastrophe die größte Bedrohung.
Stefan Walther
4.537
Stefan Walther aus Linden schrieb am 22.06.2019 um 23:09 Uhr
Lieber Kurt,
die Stellvertreterpolitik "wir wählen euch und ihr macht das", das hat noch nie Sinn gemacht! Den Einfluss von Parteien oder (Wahl-) und anderen Bündnissen kann man nicht allein an Wahlergebnissen festmachen, vor allem wenn es um betriebliche Kämpfe der Arbeiterklasse geht - oder auch hier bei deinem angesprochenen dür dich wichtigsten Thema "drohende Klimakatastrophe" muss man sich die Frage stellen "wer unterstützt den Kampf für Arbeitsplätze UND Umweltschutz - und wen sieht man da nie... "

Aber was ich nicht verstehe Kurt, warum klinkst du dich dann nicht in die ausführliche Diskussion ein, die unter einem anderen Beitrag hier in der GZ gelaufen ist? Da ging es vor allem um die drohende Klima- und Umweltkatastrophe, um Verursacher und Ursachen... und auch darum was kann ( nur ) die Lösung sein und wer führt evt. die Proteste in die Sackgasse... oder liegt`s allein daran, dass das kein "DKP-Beitrag" war und du nur unter DKP-Beiträgen kommentierst ( ich hoffe du verstehst ein wenig Spaß :-) )

http://www.giessener-zeitung.de/heuchelheim/?page=content%2Farticle_detail.php&source_page=article_list.php&sitenr=1&docid=129391#comment
Kurt Wirth
2.370
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 23.06.2019 um 09:01 Uhr
Den CO²-Beitrag hatte ich erst registriert, als die Diskussion schon so weit fortgeschritten war, daß ich nichts Neues dazu hätte beitragen können oder sich vom Thema zu weit entfernt hatte.

Es finden sich durchaus DKP- oder Beltz- oder Lennartz-Beiträge, wo ich nicht drunter stehe. Da steckt bei Dir irgendwie ein Vorurteil drin. Abgesehen davon vetrete ich dann auch durchaus nicht immer Positionen der gegenwärtigen DKP-Führung.
Kurt Wirth
2.370
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 23.06.2019 um 09:18 Uhr
Siehe z.B. den gerade wieder aktualisierten Beitrag von Michael Beltz zu Gauck (der im übrigen nicht 97752 mal gelesen wurde, sondern 7752 mal, glaube ich. Da hatte die gz mal ein paar Tage ein technisches Problem). Da bin ich nicht dabei.
Michael Beltz
7.552
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 23.06.2019 um 12:38 Uhr
Kurt, du solltest mal in der jw den Artikel von KarlHeinz Peil lesen. (22./23.6)
In eurer Absolutheit stimme ich euch nur teilweise zu. Umweltatastrophe und Krieg sehe ich als die größten Gefahren der Menschheit.
Im nächsten Gießener Echo zitieren wir Prof. Moegling mit seinen Aussagen in der Hessenschau vom 21.Juni 2019, mit dem wir übereinstimmen.

Auch die Fragen von Stefan halte ich für berechtigt.
Kurt Wirth
2.370
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 24.06.2019 um 19:37 Uhr
Michael, sofern Du diesen Artikel meinst:
http://www.jungewelt.de/artikel/357250.protest-gegen-us-drohnenkrieg-das-milit%C3%A4r-ist-der-gr%C3%B6%C3%9Fte-umweltzerst%C3%B6rer-weltweit.html

so bestätigt der ja genau meine Prioritätensetzung. Aber wenn ich von Prioritäten spreche, so heißt das nicht daß ich alles andere wie Frieden bzw. Kriege, soziale Fragen, weltweite Migration u.a. beiseite schiebe.
Stefan Walther
4.537
Stefan Walther aus Linden schrieb am 24.06.2019 um 23:27 Uhr
Kurt, evt. habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt, ich habe keine "Vorurteile", ich habe auch nicht behauptet dass du unter jedem DKP-Beitrag etwas kommentierst oder immer der gleichen Meinung mit den Beitrageinstellern wärst. Es ist aber auffällig, dass sich manche Kommentatoren ( so wie auch diese hier jetzt unter diesem Beitrag ) zu zig anderen Beiträgen nicht einbringen obwohl die Themen eigentlich auch ihre Themen sein müssten, sie sind halt nur von anderen geschrieben!?
Nur mal ein Beispiel, es gibt zig weitere, bei dem ich erwartet hätte, dass sich sofort die hier in der GZ angemeldeten Bürgerreporter der DKP oder deren Sympathisanten mit Kommentaren gemeldet hätten. Ich kenne die Gründe natürlich nicht, auch ein Martin Wagner hat schon mehrfach vergeblich nachgefragt.... Geht man bewusst tieferen Diskussionen aus dem Weg, oder beschäftigt man sich fast nur mit eigenen Beiträgen, oder was auch immer?
Falls du den Beitrag nicht kennst, darum geht es u.a.:
http://www.giessener-zeitung.de/heuchelheim/?page=content%2Farticle_detail.php&source_page=article_list.php&sitenr=1&docid=129317#comment
Kurt Wirth
2.370
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 25.06.2019 um 10:49 Uhr
Wie schon angedeutet, Stefan, nehme ich mir schon die Freiheit heraus, selbst zu entscheiden, wozu ich mich äußere und wozu nicht. Ich muß nicht überall mein "Einverstanden.K.W." oder "Nicht einverstanden.KW." drunter setzen. Und wenn ich mich äußere, so ist das nur meine persönliche Meinung, und nicht die der DKP. Deren vielleicht manchmal auch. Es finden sich meiner Erinnerung durchaus Beiträge, wo Du oder Martin bestimmte Kommentare vermißten, ich aber schon dabei bin. Für andere kann ich nicht sprechen.

Den gelinkten Beitrag habe ich schon gelesen. Das hatte ich aber auch 50 Jahre lang wortgleich einmal jährlich in den bürgerlichen Medien vernommen. Insofern hatte es mich nicht vom Hocker gerissen und es wäre für mich nicht erforderlich gewesen, mich vor dem Vergessen zu warnen. Wie Du weißt, kollaboriere ich immer wieder mit dem Pazifismus. Panzer gehören nicht in den öffentlichen Strassenverkehr. Man sollte alles tun, so etwas wie damals künftig zu verhindern. Das hatte ich als damals 9-jähriger natürlich nicht wissen können. 1955 war ich zum ersten Mal im Rahmen der "Aktion Frohe Ferien für alle Kinder" in einem DDR-Ferienlager, wo es mir sehr gut gefallen hat. Ich pflegte noch langjährige Brieffreundschaften mit meinen dortigen Bekanntschaften.

Damit sei für mich die vom obigen Beitrag wieder einmal weit weg führende und in marxistischen Lehrbuchweisheiten endende Diskussion aber auch beendet.
Stefan Walther
4.537
Stefan Walther aus Linden schrieb am 25.06.2019 um 13:41 Uhr
Niemand will irgend jemandem Vorschriften machen bzw. "die Freiheit nehmen" - aber man darf sich schon wundern, und diese Freiheit nehmen wir uns dann auch :-)
Nebenbei, nur um das zu erwähnen, es gibt nicht bei dem angesprochenen Thema auf der einen Seite die bürgerlichen Medien und auf der anderen Seite die u.a. DKP-Meinung etc.
Es gibt neben den bürgerlichen Medien auch viele andere, die sich kritisch mit den Ereignissen beschäftig(t)en. Richtig, hier an dieser Stelle wäre es falsch die Diskussion dazu weiter zu führen... marxistische Lehrbuchweisheiten? Nun, Marxismus bedeutet immer die Einheit von Theorie UND Praxis...
Christoph Schäfer
740
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 26.06.2019 um 10:22 Uhr
Um nochmal auf das Statement "Schläfer Dümpels" zurück zu kommen. Die drohende Klimakatastrophe ist die Folge globaler kapitalistischer Exzesse, denen ihre Partei leider bis heute in keiner Weise entgegen getreten ist! Eine kapitalistische Wirtschaftsordnung ergibt sich nicht aus dem Grundgesetz. Soll unsere Spezies eine Chance haben, gilt es diese schleunigst zu überwinden.
Michael Beltz
7.552
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 27.06.2019 um 12:47 Uhr
Danke. Endlich mal nicht die Frage diskutiert, wer wem mit einem Kommentar bedenkt. Übrigens kommt wieder der Gedanke auf, das GG so zu ändern, dass Kapitalismus Staatsdoktrin ist.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Michael Beltz

von:  Michael Beltz

offline
Interessensgebiet: Gießen
Michael Beltz
7.552
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
50 Jahre Ost-Schule
Mit Erlass vom 1.8.1968 durch das Hessische Kultusministerium wurde...
Mahngang und Demonstration zum Gedenken an die Reichspogromnacht, 9. November 1938
Beginn: Samstag, 9. November, 18 Uhr am Berliner Platz Mahngang...

Weitere Beiträge aus der Region

Katharina Thöndel (auf diesem Foto zu sehen), Mutter eines Kindes der Watzenborner Kita, sowie Dirk Oßwald (Vorstand der Lebenshilfe Gießen) haben sichtlich Freude am Bundesweiten Vorlesetag sowie an den positiven Reaktionen ihrer jungen Zuhörerschaft.
„Pommes im Urwald“ - Lebenshilfe-Kita in Watzenborn nahm am Bundesweiten Vorlesetag teil
Pohlheim (-). „Wisst Ihr, wie gut es riecht, wenn Ihr im Seltersweg...
St. Marien in Friesoythe
Musikalisches Wochenende in Friesoythe und Oldenburg
Am Samstag feierte der Motettenchor Friesoythe sein 50. Jubiläum und...
Keine andere Option
Wie die meisten deutschen Stromversorger müssen auch die Stadtwerke...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.