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Gut gerüstet für 3000 Essen pro Tag – Zentralküche der Lebenshilfe Gießen feierlich eröffnet

Das symbolische Band ist durchgeschnitten, nun kann es richtig losgehen. Von links: Udo Schöffmann, Maren Müller-Erichsen, Karl-Heinz Funck, Anita Schneider, Birgit Großhaus und Dirk Oßwald.
Das symbolische Band ist durchgeschnitten, nun kann es richtig losgehen. Von links: Udo Schöffmann, Maren Müller-Erichsen, Karl-Heinz Funck, Anita Schneider, Birgit Großhaus und Dirk Oßwald.
Gießen | Pohlheim (-). Sommerliche Temperaturen, angenehme Jazz-Klänge aus dem Saxofon – die Rahmenbedingungen für die offizielle und feierliche Eröffnung der neuen Zentralküche der Lebenshilfe Gießen passten perfekt. Zahlreiche Gäste – darunter Vertreter aus Politik und Wirtschaft, aber auch aus dem Aufsichtsrat der Lebenshilfe Gießen – ließen es sich nicht nehmen, an den Festlichkeiten in Pohlheim-Garbenteich teilzunehmen. Den offiziellen Teil, der unter anderem eine kleine Talkrunde bereithielt, moderierte Axel Schiel schwung- und humorvoll.

„Dies ist ein besonderer Tag für die Lebenshilfe Gießen mit ihren LiLo-Küchen und unserer Tochtergesellschaft proLiLo Gastrowelt gGmbH, die im gesamten Kreisgebiet Kantinen von Schulen, Kitas und Unternehmen betreibt. Rund neun Jahre nach den ersten Planungen kann die Zentralküche in Betrieb genommen werden und somit der gestiegenen Nachfrage an gastronomischen Dienstleistungen gerecht werden - sowohl was die Quantität, als auch die Qualität betrifft. Ich wünsche allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit und ohne Behinderung, dass sie dieses neue und moderne Arbeitsumfeld genießen
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werden, hier glücklich und zufrieden ihren Tätigkeiten nachgehen können. Zudem hoffe ich, dass wir die Zufriedenheit unserer Kunden dank moderner Technik noch einmal steigern können“, freute sich Dirk Oßwald, Vorstand der Lebenshilfe Gießen, über den offiziellen Startschuss der neuen Zentralküche.

Das neue gastronomische Prunkstück der Lebenshilfe Gießen, dessen Investitionsvolumen rund vier Millionen Euro betrug, ist seit Januar 2019 in Betrieb, zur offiziellen Einweihung mit rund 50 Gästen kam es allerdings erst jetzt. Die Kapazität der Zentralküche, die vom ehemaligen Lebenshilfe-Vorstand Magnus Schneider (bis 2018) auf den Weg gebracht wurde, ist auf insgesamt 3000 Essen ausgelegt, die im Laufe der Zeit sukzessive erreicht werden sollen. Derzeit verfügt die Küche über drei Produktlinien – mit Fleisch, ohne Schweinefleisch sowie vegetarisch -, zudem sind auch Bio-Menüvarianten in Planung.

Maren Müller-Erichsen (Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe Gießen) freute sich insbesondere über die Schaffung neuer Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung: „Es ist uns immer wichtig, dass wir den Mitarbeitern mit Behinderung neue Wege aufzeigen. Darum bin ich sehr froh, dass dies hier alles entstanden ist. Ich wünsche allen, die hier tätig sind, alles Gute und viel Erfolg – wir sind richtig stolz auf Sie.“

Zum Auftakt arbeiten 15 MitarbeiterInnen mit Behinderung in der modernen Zentralküche. „Wir sind aber auf einem guten Weg und können irgendwann bis zu 25 bis 30 Beschäftigte mit Behinderung hier aufnehmen. Dann wären hier insgesamt, mit dem weiteren Personal, 37 Personen beschäftigt“, erläuterte Marc Apfelbaum, Bereichsleiter Arbeit und Bildung bei der Lebenshilfe Gießen, im Rahmen Veranstaltung.

Besonders stolz zeigten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Lebenshilfe Gießen über das mit Eröffnung der Zentralküche eingeführte neue Kochverfahren „Cook and Chill“. Hierbei werden Mahlzeiten nicht wie auf konventionellem Weg sofort serviert oder zunächst warm gehalten, sondern nach ihrer Zubereitung zunächst binnen 90 Minuten auf unter 4° Grad gekühlt (Schnellkühlung). Anschließend können die Speisen rund 72 Stunden und ohne Qualitätsverlust gelagert werden, ehe sie unmittelbar vor der Ausgabe wieder auf Verzehrtemperatur regeneriert werden. „Das ist der entscheidende Punkt. Es handelt sich aufgrund des Verfahrens um ein sehr hochwertiges Essen bei der Ausgabe“, erklärte Magnus Schneider, der zudem hervorhob, dass diese Art der Zubereitung für die MitarbeiterInnen mit weniger zeitlichem Stress verbunden ist.

Freude über die neue Zentralküche äußerte auch Swen Groß, der seit Anfang des Jahres als Geschäftsführer der proLiLo Gastrowelt gGmbH, eine Inklusionsfirma der Lebenshilfe Gießen, tätig ist. „Wir können nun unser Feld erweitern und wollen versuchen, noch mehr Menschen mit Behinderung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu bringen. Wir möchten neue Arbeitsplätze schaffen und neue Kantinen mit zufriedenen Kunden hinzubekommen“, blickte Groß optimistisch in die Zukunft.

Ehe sich die Gäste der Eröffnungsfeier die Großküche im Rahmen einer Führung genauer anschauen und ausgelesene Produkte in Buffetform testen durften, erklangen noch einige Grußworte, unter anderem von der Landrätin Anita Schneider – die 2019 als Schirmherrin des 60. Geburtstages der Lebenshilfe Gießen sowie des 25. Geburtstages der Oldtimerspendenaktion fungiert – sowie von Pohlheims Bürgermeister Udo Schöffmann.

„Sie geben Menschen Arbeit, die auf dem normalen Arbeitsmarkt Schwierigkeiten hätten. Sie geben Menschen mit Behinderung eine echte Chance“, lobte Anita Schneider, die zugleich in Aussicht stellte, die Zusammenarbeit der Lebenshilfe mit dem Landkreis – im Rahmen seines Status als Öko-Modellregion – auch in gastronomischer Hinsicht weiter auszubauen. „Für den Landkreis ist es wichtig, Partner zu haben, auf die man sich verlassen kann.“

Auch Udo Schöffmann würdigte das Engagement der Lebenshilfe Gießen für die beruflichen Belange von Menschen mit Behinderung und versprach: „Ich kann nur sagen: Wir als Stadt Pohlheim stehen immer hinter Ihnen.“

Sie interessieren sich für das gastronomische Angebot der Lebenshilfe Gießen? Gerne erstellen wir Ihnen ein Angebot für die Verpflegung Ihres Betriebs, Ihrer Schule oder Ihres Kindergartens. Weitere Informationen erhalten Sie unter info@lilo-kuechen.de.

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