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Umfassende Hilfe für Boderline-Erkrankte

Das zertifizierte Team von Station 8 mit dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Michael Franz (2.v.rechts).
Das zertifizierte Team von Station 8 mit dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Michael Franz (2.v.rechts).
Gießen | Gießen. Die Schwerpunktstation für Borderline-Persönlichkeitsstörungen (BPS) an der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Gießen hat als erste Station in der Region eine Zertifizierung des Dachverbands Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) für ihr stationäres DBT-Programm erhalten.

Für Menschen mit einer Borderline-Störung ist die DBT eine hoch wirksame Form der Behandlung. An der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Gießen ist das DBT-Programm eingebettet in ein strukturiertes Wochenprogramm mit Einzeltherapie, Gruppentherapie und Körpertherapie. Grundsätzlich lässt sich die Therapieform auch gut mit anderen psychotherapeutischen Methoden kombinieren – Teile davon werden zunehmend in andere Verfahren übernommen.

Dass das Team der Station 8 in Gießen nun vom DBT-Dachverband zertifiziert worden ist, zeigt: „Da steht nicht nur DBT drauf, es ist auch DBT drin.“ Prof. Dr. Michael Franz, Ärztlicher Direktor am Vitos Klinikum Gießen-Marburg, erklärt: „DBT wird häufig nur in Teilen angewendet und dann falsch verstanden. Wir bieten unseren Patienten ein hochwertiges umfassendes Behandlungskonzept. Sie werden hier von einem qualifizierten und vor allem sehr motivierten Team betreut.“

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Zertifikat auch für einzelne Mitarbeiter

An der Arbeit für die Zertifizierung hatte das gesamte, multiprofessionelle Stationsteam seinen Anteil. Das hat seinen Grund: Dass Ärzte, Psychologen, Pflegekräfte und Therapeuten anderer Fachrichtungen eng im Team arbeiten und die gleiche Sprache sprechen, ist eine wichtige Voraussetzung für den Behandlungserfolg der DBT.

So wurden dann auch neben der Station als Behandlungseinheit einzelne Mitarbeiter zertifiziert: Julia Hofmann und Dr. Sara Lucke sind nun „Therapeutinnen für Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)“. Folgende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zudem „Therapeuten für Sozial- und Pflegeberufe in Dialektisch-Behavioraler Therapie“: Carina Hütter, Melanie Nell, Wenke Olbricht, Susanne Pohl-Reinold und Vladimir Rakitic.

„Hier wird die Psychiatrie vorangebracht“

Martin Bohus, der deutschlandweit als einer der führenden DBT-Experten gilt, gratulierte dem Ärztlichen Direktor und seinem Team zur erfolgreichen Zertifizierung: „Bei Vitos Gießen-Marburg wird mit der speziellen Art der Umsetzung der DBT sowohl auf der Station als auch in der Klinik eine Weiterentwicklung der Psychiatrie ermöglicht“, sagte er. Die Klinik hatte beim jüngsten Netzwerktreffen des DBT-Dachverbands auf dem Vitos-Gelände in Gießen ihr Konzept zum Einsatz der DBT in der Akutpsychiatrie vorgestellt.

Info: Borderline und DBT

Die Dialektisch Behaviorale Therapie wurde von einer Psychologin entwickelt, die selbst an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung litt. Sie gilt als gut wirksame Therapieform für diese Art der psychischen Störung. Mittlerweile gibt es auch Erweiterungen für andere Erkrankungen wie etwa Sucht, Depression oder ADHS.

Wer an einer Borderline-Störung erkrankt ist, kämpft mit extremen Gefühlsschwankungen, Selbstwertproblemen und zwischenmenschlichen Schwierigkeiten. In Momenten extremer Hochspannung kennen viele Betroffenen oft kein anderes Ventil für ihre Gefühle als riskantes Verhalten oder Selbstverletzungen. Beziehungen sind oft krisenhaft und instabil.

Ziel der DBT ist es, sich selbst und die eigenen Gefühle besser kennenzulernen und kontrollieren zu können. Dazu trägt unter anderem das Erlernen von Achtsamkeit bei. In der Therapie werden Fertigkeiten, sogenannte Skills, vermittelt, die helfen sollen, die eigene innere Hochspannung abzubauen, ohne sich selbst dabei zu schädigen. Weitere Therapieziele sind das Verbessern zwischenmenschlicher Fähigkeiten und eine Steigerung des Selbstwertgefühls.

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