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Marx wäre heute dabei gewesen

Gießen | Heute waren über 800 Schülerinnen und Schüler auf der Straße mit guten Reden, Beiträgen und Aktionen.
Laut, stimmungsvoll und voll echter Wut.
Wut kann man zur Kraft umwandeln und dann organisieren.

Karl Marx hätte sich der Demo heute angeschlossen!

Die DKP Gießen hat heute folgenden Flyer verteilt. (Siehe auch Foto Nr.5 und Nr. 7)

„Selbst eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja alle gleichzeitigen Gesellschaften zusammengenommen sind nicht Eigentümer der Erde. Sie sind nur ihre Besitzer, ihre Nutznießer, und haben sie als boni patres familias (gute Familienväter) den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen“
Dieses Zitat ist von Karl Marx- vor 150 Jahren!!!


Was die kapitalistischen Gesellschaften tun, ist genau das Gegenteil von „verbessert hinterlassen“. Wenn sich nicht bald alles entscheidend ändert, wird den kommenden Generationen eine überhitzte, artenarme und vermüllte Erde übergeben. Obwohl die verantwortlichen Politiker das wissen, machen sie seit 30 Jahren immer dasselbe: auf internationalen Konferenzen beschließen sie große Ziele, die in 10, 20 oder 30 Jahren erreicht werden sollen. Heute oder morgen tun sie aber fast nichts oder nur Symbolisches.

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Den wirklich Mächtigen, den internationalen Konzernen, geht es vor allem um kurzzeitigen Profit. Der ist am besten zu erreichen mit Wachstum – mehr Produktion, mehr Energie, mehr Rohstoffverbrauch. Ihre Geologen erschließen immer neue Lagerstätten, Kohle, Öl, Erdgas, Metalle, Seltene Erden und was die moderne Technik so braucht. Was erschlossen ist, wird auch gefördert, auch wenn längst klar ist, dass es besser für die Erde wäre, wenn das meiste davon dort bleibt wo es ist. Sie finden immer wieder Wissenschaftler, die das begründen und Politiker, die es zulassen.
Manche träumen von einem „Grünen Kapitalismus“. Natürlich lässt sich auch mit alternativen Energien, Recycling und ressourcenschonender Produktion Geld verdienen, clevere Manager planen sowas in ihr Programm ein. Profitgesteuert und wachstumsorientiert wird das aber auch nur zu Umweltzerstörungen führen.

Zu den größten Gefährdern der Zukunft der Erde gehören Rüstung und Krieg. Die ungehemmte Aufrüstung verschwendet nicht nur Unmengen Rohstoffe, Arbeitskraft und Wissen, sondern gefährdet die Zukunft der Menschheit.

Eigentlich müsste das ganze System grundlegend geändert werden. Aber auch wenn das noch unmöglich erscheint, ist das kein Grund aufzugeben. Mit genügend Druck lässt sich vielleicht doch etwas verbessern und ein Systemwechsel vorbereiten.


Deswegen: Immer weiter streiken und demonstrieren! Nicht mit Plänen für 2030 oder später zufrieden sein, sondern Änderungen für sofort fordern!
!! Ideen für eine bessere Welt gibt es genug !!

(Gernot Linhart)


Greta Thunberg
auf der UN-Klimakonferenz 2018:


„Sie sprechen immer davon weiterzumachen mit denselben schlechten Ideen, die uns in diese Misere gebracht haben. Sie sind nicht erwachsen genug, um das so zu formulieren. Selbst diese Bürde überlassen sie uns Kindern. Mir geht es nicht darum, bekannt zu sein. Mir geht es um Klimagerechtigkeit und um einen lebenswerten Planeten. Unsere Zivilisation wird für die Chancen einer kleinen Gruppe von Menschen geopfert, die immer mehr Geld verdienen wollen. Unsere Biosphäre wird geopfert, damit reiche Menschen in Ländern wie meinem in Luxus leben können. Es sind die Leiden der Vielen, die für den Luxus der Wenigen bezahlen. (...)
Wir können eine Krise nicht lösen, ohne sie als eine Krise zu behandeln. Wir müssen die fossilen Brennstoffe im Boden lassen. Wir müssen den Focus auf Gerechtigkeit lenken. Wenn es unmöglich ist, Lösungen im bestehenden System zu finden, sollten wir das System an sich ändern. Wir sind nicht hierhergekommen, um vor Weltpolitikern darum zu betteln, dass sie sich kümmern. Sie haben uns in der Vergangenheit ignoriert und sie werden uns wieder ignorieren. Uns gehen langsam die Ausreden aus, uns läuft die Zeit davon! Wir sind hierhergekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass ein Wandel kommen wird, egal ob sie es wollen oder nicht. Die wirkliche Macht gehört den Menschen.“


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Kommentare zum Beitrag

Michael Beltz
7.458
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 24.05.2019 um 16:35 Uhr
Ergänzung: Dieser Text stammt aus einem heute verteilten Flugblatt der DKP.
Kurt Wirth
1.968
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 24.05.2019 um 17:03 Uhr
Mit Marx und Greta Thunberg bin ich auch der Meinung, dass ein Systemwechsel erforderlich ist. Doch ein solcher a l l e i n e bringts auch nicht. Siehe die ökologischen Verhältnisse im seinerzeitigen realen Sozialismus.
342
Frauke Weber aus Gießen schrieb am 24.05.2019 um 18:04 Uhr
Für einen Kommunisten, falls Sie sich als einen solchen verstehen, Herr Wirth, geht Ihr Kommentar "ein solcher alleine bringts auch nicht" daneben. Und sei es nur wegen der unermesslich zerstörenden, vergiftenden und tötenden Kriege, die dem Kapitalismus/Imperialismus innewohnen.
Kurt Wirth
1.968
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 24.05.2019 um 19:57 Uhr
Nun ja, die sowjetischen Kommunisten sind am Amur gegen die chinesischen Kommunisten mit Waffen aufmarschiert (oder umgekehrt), die chinesischen Kommunisten auch gegen die vietnamesischen (oder umgekehrt). In dieser Frage bin ich in erster Linie Pazifist, und nicht Kommunist. Ohne kleine Leute keine grossen Kriege.
Christian Momberger
11.183
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 25.05.2019 um 00:24 Uhr
Trotz aller berechtigten Kritik an der Umweltpoltik in den früheren Ländern des existierenden Sozialismus von Kurt, der ich durchaus absolut zustimme, finde ich es ein gutes Flugblatt/einen guten Text.
Kurt Wirth
1.968
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 25.05.2019 um 09:22 Uhr
Ich stehe auch voll und ganz hinter diesen Informationen, bis auf die Unvollständigkeit in dem einen Punkt. Man sollte nicht den Eindruck erwecken, als wären durch einen Systemwechsel automatisch alle Probleme gelöst. Der Systemwechsel ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für gesellschaftlichen Fortschritt.
Bernt Nehmer
1.662
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 25.05.2019 um 10:02 Uhr
Warum Systemwechsel- ein I Punkt wäre vielleicht ein konzentrierter Versuch. Leider bin ich technisch nicht versiert, um eine Kampagne zu starten. Telekom dreht mir den Account ab.
Michael Beltz
7.458
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 25.05.2019 um 15:03 Uhr
Ein Systemwechsel ist die Voraussetzung für oben genanntes. Ohne diesen stehen wir am Abgrund. Ob und was dann alles besser wird liegt an uns.
Bernt Nehmer
1.662
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 27.05.2019 um 09:48 Uhr
Quo vadis, linke Gruppen Gießen? Zu einer Open Air Veranstaltung
möchte ich einladen. Ort und Zeit: Ab 15.45 Uhr Hungener Bahnhof,
Sonntag, der 2.6.2019
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von:  Martina Lennartz

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