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Sehen wie was gewachsen ist - Alfred Grummbt, Mitarbeiter der Reha Mitte und Aufsichtsratsmitglied der Lebenshilfe Gießen, wurde nach 29 Jahren in den Ruhestand verabschiedet

Alfred Grummbt (4. von rechts) im Kreis von Werkstatträten, Gruppenleitungen, Sozialdienstleitungen und Werkstattleitung der Reha Mitte.
Alfred Grummbt (4. von rechts) im Kreis von Werkstatträten, Gruppenleitungen, Sozialdienstleitungen und Werkstattleitung der Reha Mitte.
Gießen | Gießen (-). Alfred Grummbt hatte sich einen leisen Abschied in kleiner, überschaubarer Runde gewünscht. Gekommen waren ausgewählte WegbegleiterInnen aus drei Jahrzehnten, unter ihnen KollegInnen aus den Werkstatträten und dem Aufsichtsrat, Sozialdienstleitungen und Gruppenleitungen der Reha Mitte sowie Aufsichtsratsvorsitzende Maren Müller-Erichsen und Vorstand Dirk Oßwald, um Grummbt und sein Wirken zu würdigen. „Sie haben Ihre Spuren hinterlassen“, richtete Sebastian Ziegler, seit 2010 Werkstattleiter der Reha Mitte, sein Wort an Alfred Grummbt. Ziegler erzählte, dass er bei seinem Einstieg in die Reha Mitte gleichermaßen erfreut und aufgeregt gewesen sei, einen so erfahrenen Mitarbeiter im Team zu haben. Mit einem Augenzwinkern ergänzte Ziegler, dass er mit Alfred Grummbt als Aufsichtsratsmitglied auch die oberste Kontrolle des Unternehmens im eigenen Haus hatte.

„Ich kann sehen, wie was gewachsen ist“, sagte Alfred Grummbt in seiner leisen und gleichzeitig eindringlichen Art. „Diese Erfahrung dürfen nur wenige machen“, fügte er bei seiner Rede anlässlich seiner Verabschiedung in den Ruhestand hinzu. Seit
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1990 hat Grummbt in unterschiedlichen Werkstätten gearbeitet, die letzten Jahre im Bereich Bürodienstleistungen der Reha Mitte. Seit 1992 engagiert er sich in der Mitarbeitervertretung und hat dort diverse Funktionen als Werkstattrat und Sprecher des Gesamtwerkstattrats der Lebenshilfe wahrgenommen. Seit 2003 vertritt er im Aufsichtrat die Interessen der Menschen mit Behinderungen. Darüber hinaus brachte er sich auch in die überverbandliche Arbeit ein und vertritt u. a. die Interessen der Psychiatrieerfahrenen im Beirat für die Belange behinderter Menschen im Landkreis Gießen.

Grummbt hob in seiner Rede hervor, dass er bei der Lebenshilfe Gießen das stetige, konzentrierte Arbeiten gelernt habe. Dazu bedürfe es der richtigen Mischung aus Unterstützung und Forderung. Gleichzeitig habe er gelernt, dass jeder die Dinge anders anpackt und nicht über den gleichen Leisten geschlagen werden dürfe. „Jemand anderes muss es anders machen, sonst ist er nur die Kopie von einem selbst.“ Als ständiger Ermutiger seiner WerkstattkollegInnen, ihre Interessen zu vertreten, schätze er es sehr, dass seine Nachfolger im Werkstattrat ihren eigenen Stil gefunden hätten.

Alfred Grummbt ist über die knapp 30 Jahre seiner Zugehörigkeit zur Lebenshilfe Gießen so etwas wie eine moralische Instanz geworden. Maren Müller-Erichsen, Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe Gießen würdigte in ihrem Grußwort besonders seine Fähigkeit, kritische Fragen behutsam und dennoch zielsicher zu adressieren. Diese Kompetenz wird der Lebenshilfe auch nach Grummbts Einstieg ins Rentenalter erhalten bleiben – die nächsten zwei Jahre wird er den Aufsichtsrat weiterhin mit seiner Expertise und seinen kritischen Anmerkungen bereichern.

Gefragt, was Grummbt der Lebenshilfe im 60. Jahr ihres Bestehens wünsche, antwortete er: „Noch mehr Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen mit psychischen Behinderungen. Und die Fähigkeit, Etikettierungen abzulegen und neu zu denken.“

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