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Vitos Gießen-Marburg zeigt Ausstellung „Erfasst, verfolgt, vernichtet“

Plakat zur Ausstellung bei Vitos in Gießen
Plakat zur Ausstellung bei Vitos in Gießen
Gießen | Gießen, 8. Mai 2019. Von der Ausgrenzung über die Zwangssterilisation bis hin zur Massenvernichtung: Hunderttausende kranke und behinderte Menschen sind während des Nationalsozialismus der Selektion zwischen vermeintlich wertvollem und weniger wertvollem Leben zum Opfer gefallen. Das Schicksal dieser Menschen zeigt die Ausstellung „Erfasst, verfolgt, vernichtet“, die vom 22. Mai bis zum 25. Juni 2019 auf dem Gelände der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Gießen zu sehen ist.

Rund 400.000 Menschen wurden ab 1934 gegen ihren Willen sterilisiert, weil sie krank oder behindert waren. Rund 200.000 wurden ermordet – mehr als die Hälfte davon waren Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten.

Die Frage nach dem Wert des Lebens

Mit den persönlichen Geschichten einzelner Opfer, Täter, Tatbeteiligter und Gegner des Systems will die Ausstellung ihre Besucher sensibilisieren für das, was damals geschehen ist. In Wort und Bild werden die Beurteilungen derer, die an den Verbrechen beteiligt waren, den Äußerungen von Patienten gegenübergestellt. Die Ausstellung fasst das Geschehene zusammen, beschäftigt sich mit den gedanklichen und institutionellen Voraussetzungen für die Morde und – ganz zentral – mit der Frage nach dem Wert des Lebens.

Mehr über...
Konzipiert wurde „Erfasst, verfolgt, vernichtet“ von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) zusammen mit den Stiftungen „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ sowie „Topographie des Terrors“. 2014 wurde die Schau im Deutschen Bundestag unter der Schirmherrschaft des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck eröffnet. Seitdem tourt sie als Wanderausstellung durch Deutschland und Europa.

Spannendes Begleitprogramm

Jetzt macht sie in Gießen Station. Unter Mitwirkung des Fördervereins Psychiatriemuseum / Gedenkausstellung Gießen e.V. sowie des Instituts für Geschichte der Medizin der Justus-Liebig-Universität ist es Vitos Gießen-Marburg gelungen, die Ausstellung auf dem Vitos-Gelände in der Licher Straße zu präsentieren. „Dieses dunkle Kapitel der deutschen Psychiatriegeschichte und die Schicksale der Menschen dürfen nicht vergessen werden. Die Ausstellung hilft – zumindest im Nachhinein – den Opfern von damals Gehör zu verschaffen. Das ist uns ein großes Anliegen“, sagt Stefan Düvelmeyer, Geschäftsführer der Vitos Gießen-Marburg gGmbH.

„Erfasst, verfolgt, vernichtet“ wird am 21. Mai im Festsaal der Klinik offiziell mit einem Festakt eröffnet. Ab Mittwoch, 22. Mai 2019, ist sie dann täglich für Besucher geöffnet. Begleitend dazu gibt es ein spannendes Programm mit zahlreichen Vorträgen – etwa über die Opfer der Anstalt Kalmenhof in Idstein, die Krankentötungen in Hadamar und auch über die wissenschaftliche Forschung an kranken und behinderten Menschen. Auch eine Podiumsdiskussion zur Bedeutung des Nationalsozialismus für die Psychiatrie heute ist geplant. Die Veranstaltungen sind für alle Interessierten offen.

Ausstellungsort:
Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Gießen
Festsaal (Haus 125)
Licher Straße 106, 35394 Gießen
Die kostenlose App Vitos Navi enthält das komplette Begleitprogramm zur Ausstellung und führt Besucher im Vitos-Park Gießen zum richtigen Gebäude.

Öffnungszeiten:
Täglich außer mittwochs von 12 bis 18 Uhr; mittwochs 10 bis 15 Uhr
Vom 24. bis 26. Mai ist die Ausstellung geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Besuche von Gruppen sind nach Absprache und Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Kontakt: Ulrike Becker (Vitos Gießen-Marburg) unter Tel. 0151 – 17 20 22 06

Zur Ausstellung und dem Begleitprogramm gibt es einen Flyer im PDF-Format unter www.vitos-giessen-marburg.de/giessen-marburg/service/veranstaltungen

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Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.695
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 08.05.2019 um 11:55 Uhr
Hallo Herr Herold, zu dem Thema vielleicht ganz passend ein Merkblatt das 1936 von der evangelischen Kirche an Gehörlose Mitglieder ausgegeben wurde. Der Text lautete:

"Ein Wort an die erbkranken evangelischen Taubstummen

Die Obrigkeit hat befohlen: Wer erbkrank ist, soll in Zukunft keine Kinder mehr bekommen. Denn unser deutsches Vaterland braucht gesunde und tüchtige Menschen.

Viele Menschen haben von Geburt an ein schweres Gebrechen oder Leiden. Die einen haben keine gesunden Hände, Arme oder Füße. Die anderen sind am Geiste so schwach, daß sie die Schule nicht besuchen konnten. Wieder andere sind blind. - Und du selbst, lieber Freund, leidest an Taubheit. Wie schwer ist das doch! Du bist oft traurig darüber. Du hast wohl oft gefragt: "Warum muß ich taub sein?" Und wie traurig sind wohl auch Deine Eltern gewesen, als sie merkten, daß Du nicht hören konntest!

Es gibt taubstumme Kinder, deren Vater oder Mutter auch taubstumm ist. Es gibt auch Taubstumme, deren Großeltern ebenfalls taubstumm waren. Sie haben das Gebrechen ererbt. Sie sind erbkrank.

Zu diesen Menschen sagt die Obrigkeit: Du darfst Dein Gebrechen nicht noch weiter auf Kinder oder Großkinder vererben; Du mußt ohne Kinder bleiben.

Wenn Du an ererbter Taubheit leidest, bekommst Du wohl eine Vorladung vor das Erbgesundheitsgericht. Da geht es um die Frage, ob Du auch niemals Kinder haben sollst. - Vor allem eins: Nichtwahr, Du wirst die Wahrheit sagen, wenn Du gefragt wirst. Denn so will es Gott von Dir! Du wirst die Wahrheit sagen auch dann, wenn das unangenehm ist.

Vielleicht bestimmt das Erbgesundheitsgericht: Du sollst durch eine Operation unfruchtbar gemacht werden. Du wirst traurig. Du denkst: "Das möchte ich nicht. Ich möchte heiraten und Kinder haben. Denn ich habe Kinder lieb." Aber nun überlege einmal: Möchtest du Schuld daran sein, daß die Taubheit noch weiter vererbt wird? Würdest Du nicht sehr traurig werden, wenn Du sehen müßtest, daß Deine Kinder oder Enkelkinder auch wieder taub sind? Würdest Du Dir dann nicht selbst schwere Vorwürfe machen? Nein, das möchtest Du doch wohl nicht. Die Verantwortung ist zu groß.

Sieh, da will die Obrigkeit Dir helfen. Sie will Dich bewahren vor Vererbung Deines Gebrechens.

Aber, sagst Du, unangenehm, sehr unangenehm ist das doch. Denn die Menschen klatschen darüber, wenn ich unfruchtbar gemacht bin. Sie verachten mich. - Nein, so musst du nicht denken. Die Obrigkeit hat befohlen: Niemand darf über die Unfruchtbarmachung sprechen. Du selbst auch nicht. Merke wohl: Du darfst zu keinem Menschen darüber sprechen! Auch deine Angehörigen nicht! Und der Arzt, der Richter, sie alle müssen darüber schweigen!

Gehorche der Obrigkeit! Gehorche ihr auch, wenn es dir schwer wird! Denke an die Zukunft Deines Volkes und bringe ihr dieses Opfer, das von Dir gefordert wird! Vertraue auf Gott und vergiß nicht das Bibelwort: "Wir wissen, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen."

Reichsverband der evang. Taubst.-Seelsorger Deutschlands"
H. Peter Herold
27.990
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.05.2019 um 11:29 Uhr
Sie waren damals nicht da ich auch nicht. Aber ich war zumindest schon in der ständigen Ausstellung in der "HOPLA" in der Licherstr. und in Buchenwald. Habe versucht mich mit der damaligen Zeit auseinander zu setzen. Stolperstein in der Friedrichstraße. 8 für Elisabeth und Heinrich Will.
Ich weiß aber nur nicht warum Sie es nicht lassen mich anzuschreiben. Lege keinen Wert auf ihre Ergüsse. Tun Sie lieber was vernünftigeds für ihre Mitmenschen
Martin Wagner
2.539
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 09.05.2019 um 13:21 Uhr
Herr Schmidt und Herr Herold

Bürgerreporter, welche längere Zeit die verschiedensten Beiträge hier in der Onlineausgabe verfolgen, dürfte bekannt sein, dass Sie Beiden (wie soll ich das jetzt nur schreiben?) nicht gerade freundschaftlich miteinander verbunden sind.

Weit davon entfernt Ihnen vorzuschreiben was sie - und vor allen Dingen wie sie - eingestellte Beiträge kommentieren, möchte ich darauf hinweisen, dass den Erfahrungen nach es sehr entscheident ist, wie die ersten Kommentare zu einem frisch eingestellten Beiträgen "aussehen".

So werden oft einzelnen Aspekte aus den ersten Kommentaren von den weiteren Bürgerreportern aufgegriffen und diejenigen Bürgereporter, welche andere Aspekte in den Vordergrund stellen möchten, haben es schwer "durchzudringen".

Herr Schmidt inhaltlich haben sie voll recht in diesem Zusammenhang auf die unrühmliche Rolle beider großen Amtskirchen in der NS-Zeit hinzuweisen.

Ich persönlich sehe da aber eine andere Fragestellung eher im Fokus des öffentlichen Interesses.

Die Hopla war und ist staatlich. Warum dringen erst rund 70 Jahre nach Kriegsende die politischen Kräfte durch, welche die Verantwortung an den Vernichtungsprogrammen der Nazis dokumentieren wollen. Oder etwas schärfer formuliert: Mussten wirklich erst die letzten Nazis aus der Psychantrie weggestorben sein, bevor Ross und Reiter genannt werden durften? Hängt das damit zusammen, dass viele der Ärzte - nach zumeist sehr kurzem Berufsverbot direkt nach dem Krieg; ausgesprochen durch die Amis - in der neuen BRD ohne irgendwelche Einbussen finanzieller bzw. "ehrungstechnischer Weise" wieder ihre Arbeit aufnehmen durften? Welche politischen und gesellschaftlichen Kräfte deckten diese Entwicklung bis in die 70er Jahre hinein? (Danach gabe es von jungen Ärzten die ersten Nachfragen und Aktivitäten das Unrecht zu dokumentieren.)

Ich würde mich freuen, wenn die bzw. der eine oder andere Bürgerreporter / in dazu einen Kommentar abgeben würde.
Kurt Wirth
2.070
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 09.05.2019 um 13:32 Uhr
Im ersten Bundestag bildeten ehemalige NSDAP-Mitglieder die Mehrheit der Abgeordneten und im ersten Kabinett Adenauer sassen mehr NSDAP-Mitglieder als im ersten Kabinett Hitler. Es konnte eigentlich auch gar nicht anders sein. Die Mehrheit der Deutschen wählte Hitler und folgte ihm bis in den Untergang. So war es tatsächlich dazu gekommen, dass nach Kriegsende in vielen Bereichen auf die Arbeit und Erfahrung vieler Nazis nicht verzichtet werden konnte. So wurde das "Wegsterben" tatsächlich eine Voraussetzung für eine ehrliche Aufarbeitung der Vergangenheit.
H. Peter Herold
27.990
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.05.2019 um 13:38 Uhr
Ich weiß dazu nur dass ein Arzt der Vitis in der Vitos eine eindrucksvolle Ausstellung mit Führung über das Gelände initiiert hat an der ich vor Jahren teilgenommen habe. Darüber habe ich in der Zeitung im Zusammenhang mit den Stolpersteinen auch berichtet.
Herrn Schmidt habe ich des öfteren schon gebeten mich nicht zu belästigen. Auch in meinen Beiträgen seinen gegen mich gerichteten Müll nicht abzuladen
Florian Schmidt
4.695
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 09.05.2019 um 17:34 Uhr
Ich denke auch dass es viele Leute vielleicht garnicht wissen wollten. Ich meine die Deutschen waren ja sowieso sehr überrascht dass es bei uns Nazis gab. Das haben sie ja erst bemerkt nachdem uns die Amerikaner befreit haben.
Ilse Toth
36.923
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 09.05.2019 um 17:52 Uhr
Warum können Sie nicht aufhören, sich bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit anzugreifen. Der hier eingestellte Bericht sollte dazu dienen, dass wir alle dafür sorgen, dass sich solche Greueltaten nie mehr wiederholen. Es gab damals viele Schuldige, die Unschuldige umgebracht haben. Es gibt keine Entschuldigung. Es darf auch niemals in Vergessenheit geraten. Streit und gegenseitige Anschuldigungen haben noch niemals etwas bewirkt. Worte werden hin und her geworfen und plötzlich weiß niemand mehr, um was es geht.
Michael Beltz
7.494
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 09.05.2019 um 18:07 Uhr
Herr Schmidt, nicht richtig ist, "die Amerikaner" haben uns befreit. Es gab vier Siegermächte: USA, Sowjetunion, Frankreich und England. Die USA haben sich erst spät in den Kampf gegen Nazi-Deutschland eingeschaltet, die Sowjetunion erlitt durch den von Deutschland geführten Überfall 1941 und den folgenden Krieg die größten Verluste.
Zum Streit: Frau Toth hat nicht ganz Unrecht.

Zur Hopla: es muss heißen: Hupla, denn Heil- und Pflegeanstalt.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 10.05.2019 um 11:23 Uhr
Es ist eine Internetplattform und da ist diese Form des Austausches doch völlig normal. Angriffe gegen Personen kann ich nicht erkennen. Es geht doch hier und in den anderen Beiträgen um viel mehr als um Herrn Herold oder Herr Schmidt. Es geht doch darum ob Wissenschaft kommt von Wissen als Grundlage der Zukünftigen Betrachtung dient, oder weiter eine nicht bewiese Überlieferung die in den 2019 Jahren ihrer Existentes zu Not und Elend geführt hat oder zu solchen Auswüchsen wie oben beschrieben. 450 Millionen Tote durch Religionskriege ohne die Toten durch die Missionierung der Kirche in Süd Amerika und Afrika nun auch das Verhalten im dritten Reich beider Amtskirchen und das ja nicht nur im Fall von Tauben sondern von alle Menschen mit Einschränkung der Fall war, wird von einigen Glaubensfreunden völlig ignoriert. Aber an die Geburt eines Kindes durch eine Jungfrau und den Heiligen Geist wird geglaubt. Das ist doch schizophren oder nicht?

Die Sowjetunion hat die Menschen aus der einen Unrechtsherrschaft befreit Herr Beltz und Teile der Menschen der nächsten Unrechtsherrschaft zugeführt.
Das freie Deutschland wurde durch die Amerikaner befreit. Die Franzosen und Engländer gehörten zwar zu den Westmächten wären aber für die Befreiung gar nicht in der Lage gewesen.

In der Sowjetunion kamen die meisten Menschen durch die sogenannten Säuberungen der Kommunisten ums Leben ca. 22 Millionen. Dagegen ca. 17 Millionen durch den Krieg.
Kurt Wirth
2.070
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 10.05.2019 um 12:51 Uhr
Mit Zahlen ist das immer so eine Sache, vor allem bei grossen Dimensionen und wenn man auf Schätzungen angewiesen ist. Ich wollte mal die gesamten Toten des 2.Weltkriegs in Erfahrung bringen und fand alles mögliche zwischen 50 Millionen und 80 Millionen.

Die 22 Millionen Toten durch Säuberungen nehme ich Ihnen aber nicht ab. Unter "Grosser Terror" in wikipedia (ich weiß, dass jetzt wieder dieser und jene kommt, wikipedia sei keine wissenschaftliche Quelle) findet man 1,5 Millionen Verhaftungen, wovon etwa die Hälfte erschossen worden seien. Grover Furr, ein US-Wissenschaftler, der für sich in Anspruch nimmt, die Akten am gründlichsten gewälzt zu haben, schreibt von 1,9 Millionen Verhafteten und über 600.000 Todesopfern. Diese Grössenordnungen findet man auch in anderen Internetquellen.
Selbstverständlich waren auch fas zu viele.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 10.05.2019 um 13:33 Uhr
Stalins Biograf Dimitri Wolkogonow schreibt dagegen, dass 1929 bis 1953 19,5 bis 22 Millionen Menschen durch die so genannten Säuberungen zu Tode kamen. Gunnar Heinsohn gibt eine Zahl von mindestens 20 Millionen Opfern an, davon 4,4 Millionen in den Jahren des „Großen Terrors“ 1936–1939.

Daher habe ich die Zahlen. Es gibt dazu verschiedene Quellen auch Wikipedia.....
Ilse Toth
36.923
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 10.05.2019 um 13:48 Uhr
Um Zahlen zu diskutieren finde ich nicht passend. Jedes einzelne Opfer ist ein Opfer zu viel.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 10.05.2019 um 13:58 Uhr
Da haben Sie natürlich Recht Frau Toth, hier dient es aber der Traparenz der Aussagen.
Nicole Freeman
10.071
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 10.05.2019 um 18:48 Uhr
gerade diese ausstellung hat es verdient besucht zu werden. nur so können wir gegen das vergessen arbeiten. vielen jugendlichen ist es kaum bekannt, das auch menschen die nicht jüdischen glaubens waren in den kz um ihr leben gebracht worden sind. viele wissen nicht mehr das es reichte feindsender gehört zu haben, oder eben
eine behinderung zu haben. es gab viele möglichkeiten plötzlich zu den nicht lebenswerten zu gehören. eine depression konnte schon reichen. das sollten wir nicht vergessen. es waren nachbarn die sich gegenseitig meldeten. die menschen wurden dann , wie der name der ausstellung schon sagt erfasst, verfolgt und getötet.
Nicole Freeman
10.071
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 06.06.2019 um 12:28 Uhr
Ich habe mir die kleine Ausstellung angesehen. Sie ist es wert!!!
Man bekommt ein sehr komisches Gefühl in der Magengegend.
Besonders an den letzten Wänden sind schwer verdaulich. Nachdem man Briefe der Ermordeten und die Beurteilungen der Pfleger/Ärzte zu den Personen, sowie die Schreiben an die Hinterbliebenen gelesen hat schluckt man das erste mal. Wenn man dann die meiner Meinung nach schleppende Aufarbeitung lesen muss wird einem schon fast schlecht. Ich dachte nicht das wir erst am Anfang der Aufarbeitung stehen. Die Jahreszahlen zeigen es aber deutlich. Es wurde sehr viel unter den Teppich gekehrt. Es wird zeit das wir darüber stolpern!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Susanne Richter-Polig

von:  Susanne Richter-Polig

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