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HOCHkultur mit Klavier und Gesang am 12. Mai 2019 16 Uhr St. Thomas Morus

Sopranistin und studierte Altphilologin: Marion Clausen
Sopranistin und studierte Altphilologin: Marion Clausen
Gießen | #kulturkirche19 - powered by förderverein st. thomas morus e.v. +++ Sopranistin Marion Clausen und Bezirkskantor Peter Groß präsentieren den Liederzyklus „Das Marienleben“ von Paul Hindemith mit Texten von Rainer Maria Rilke.

Am kommenden Sonntag und Muttertag, den 12. Mai 2019 um 16 Uhr, wird der Bezirkskantor Peter Groß aus Stadtallendorf zusammen mit der Sopranistin Marion Clausen zu Gast in der St.-Thomas-Morus-Kirche sein. Passend dazu präsentiert das Duo den Liederzyklus „Marienleben“ des in Hanau geborenen Komponisten Paul Hindemith (1895-1963). Die Texte stammen aus der Feder des österreichischen Lyrikers Rainer Maria Rilke (1875-1926).

„Experimentelle Kraftprobe“

Paul Hindemith schrieb im Vorwort zu seinem Werk: „Vor 25 Jahren habe ich das Marienleben nach Texten von Rainer Maria Rilke zum ersten Male veröffentlicht. Damals erschien es mir als Experiment, eine Kraftprobe, ein Herumschlagen mit dem Unbekannten, das zu bewältigen war. (…) In der Gesamtvision des Werkes wird jedes Element durch Arbeiten vom Großen ins Kleine, vom Allgemeinen ins Besondere, vom Umriß zur Füllung, vom Kompakten zum Aufgespaltenen eingesetzt. Die Melodie bleibt nicht mehr im direkt wirkenden Intervallschritt stecken, sondern wird auf lange Strecken vorausdisponiert und dann unterteilt.“

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Der „Bürgerschreck“

Hindemith, in seiner frühen Schaffensperiode aufgrund seiner provozierend neuartigen Klänge (schroffe Rhythmen, grelle Dissonanzen, Einbezug von Jazz-Elementen) als „Bürgerschreck“ betitelt, musste vorallem während des Dritten Reichs starke Repressionen hinnehmen. Seine Musik wurde als „entartet“ aus dem Programm entfernt und mit einem Aufführungsverbot belegt. Er emigrierte in die Schweiz, später nach Amerika. Paul Hindemith stammt aus einer Arbeiterfamilie, gebürtig aus Naumburg am Queis/Schlesien. Er erhielt eine musikalische Ausbildung, lernte Violine und studierte am Frankfurter Konservatorium. Er gilt als Vertreter der sog. „Gebrauchsmusik“ als „ästhetischen Parole“ einer Komponistengeneration der 20er Jahre, die sich dem damaligen Konzertwesen widersetzten, das durch Arbeitsteilung und Professionalisierung zu lebensfern geworden sei. Hindemith sah es als Pflicht des Komponisten an, sich sozialen Herausforderungen zu stellen und nicht zum reinen Selbstzweck zu komponieren.

Marienmonat Mai

Der Monat Mai erfährt in der katholischen
Musikalischer Tausendsassa: Bezirkskantor Peter Groß (Stadtallendorf)
Musikalischer Tausendsassa: Bezirkskantor Peter Groß (Stadtallendorf)
Kirche als „Marienmonat“ besondere Verehrung für Maria als Mutter Gottes. Dies kennzeichnet sich durch eine starke Tradition der Volksfrömmigkeit, zum Beispiel in Form von Marienandachten, Vespern, Wallfahrten, Rosenkranzandachten. Auch in der Kirchenmusik haben immer wieder Komponisten aller Gattungen und Epochen Vertonungen am Beispiel des Magnificats als Lobpreis auf die Größe Marias komponiert.

„Klassische“ Sopranistin

Marion Clausen erhielt ihre Gesangsausbildung in Hannover bei Professor Charlotte Lehmann (Lehrerin unter anderem von Thomas Quasthoff), nachdem sie ersten Gesangsunterricht bei Kate Lewis in Canterbury und bei Brigitte Krey (Schülerin von Hilde Wesselmann) in Marburg bekommen hatte, wo sie außerdem das erste und zweite Staatsexamen in klassischer und anglistischer Philologie absolvierte und in der Gräzistik über Platonrezeption bei Cicero bei Professor Arbogast Schmitt promoviert wurde. Bei Dr. Ernst Huber-Contwig hat sie Musikkinästhesie studiert. Weitere gesangstechnische Anregungen auf Meisterkursen, unter anderem bei Krisztina Laki, Professor Peter Ziethen und Dr. Christiane Schumann, runden ihre sängerische Ausbildung ab.

Musikalischer Tausendsassa

Peter Groß studierte an der Westfälischen Landeskirchenmusikschule in Herford Kirchenmusik. Weitere Klavierstudien an der Musikakademie Detmold schlossen sich an. Seit 1988 ist er Bezirkskantor des Kirchenkreises Kirchhain. Neben seiner regen Tätigkeit als konzertierender Organist und Korrepetitor an der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte in Schlüchtern ist Peter Groß bekannt als Arrangeur von Kindermusicals, u.a. für diverse Kindergruppen in seinem Kirchenkreis. Als Pianist spielt er im Kammertrio Pulcinella. Außerdem leitet er die Kantorei der Martin-Luther-Kirche in Kirchhain, den Kirchenkreisgospelchor „Come Together“ und arbeitete zusammen mit Landeskirchenmusikdirektor Maibaum in Marburg, so z.B. beim Passionsoratorium Golgotha von Frank Martin. Meisterkurse in Gesang und Korrepetition bei den Professores Christa Köhler-Wellner und Burkhard Schaeffer ergänzen seine musikalische Ausbildung.

Das Konzert beginnt am Sonntag, den 12. Mai 2019 um 16 Uhr im Rahmen der kirchenmusikalischen Reihe #kulturkirche19 - powered by förderverein st. thomas morus e.v. Eintritt: 10 € Weitere Informationen unter www.morusfreunde.de oder facebook.de/morusverein

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