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Kein Gipfelkreuz - Fliegertod mit Starfighter

Gießen | Auf dem Weg vom Gipfel des Hochgrat (Allgäuer Nagelfluhkette, 1.834 m) ging ich heute die ca. 200 m auf dem Gratweg in Richtung Rindalphorn/Brunnenauscharte, wo sich links des Weges, ein paar Meter unter dem Grat ein Gedenkkreuz an einen Flugzeugabsturz befindet. Am 11.Juni 1968 raste dort der Bundeswehr-Oberleutnant Karl Oskar Klenk mit seinem Starfighter Lockheed F 104 gegen den Berg. Er gehörte zum Jagdbombergeschwader G 34 in Memmingen (auch "Edelweißgeschwader" genannt) und startete zu einem nächtlichen Übungsflug. Wenige Minuten nach dem Start meldete er den Ausfall des Navigationssystems LN3, ein sog. Trägheitsnavigationssystem. Um dieses wieder zu justieren flog er geradeaus weiter und geriet zu weit nach Süden. Im Raum Immenstadt erhielt er über einen hergestellten Radarkontakt eine Anweisung zu einer Kursänderung nach Norden. Zudem flog er nun auch noch in eine Wolke und zerschellte von Süden kommend am Hochgrat. Die in die nach Deutschland gelieferten Starfighter eingebauten Navigationssysteme funktionierten grundsätzlich anders, als die in der US-Version.

Insgesamt verlor die Bundeswehr 269 Starfighter (ohne jegliche Feindeinwirkung) und 116 Piloten verloren dabei ihr Leben. Ein Starfighter kostete seinerzeit 1,42 Mio USD, was nach heutiger Kaufkraft etwa 13 Mio Euro sein sollen.

Per Januar 2017 verloren laut Bekanngabe der Bundeswehr 3.200 Bundeswehrangehörige in Dienstausübung ihr Leben,

Die Anschaffung der Starfighter erfolgte durch den damaligen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß. Es kam später die Vermutung auf, dass dabei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein könnte und der Bundestag setzte einen Untersuchungsausschuss ein. Der konnte aber FJS nichts nachweisen.

So war auch meine heutige Wanderung über den Hochgratgipfel wieder einmal nicht frei von "Politik". Und morgen finden weitere Ostermärsche statt.

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Das ist das Gipfelkreuz auf dem Hochgrat
vom Gipfel zur Bergstation der Hochratbahn. Blick nach Südwesten nach Vorarlberg/Rätikon
Blick über Schneereste nach Norden ins Alpenvorland
Blick nach Südosten in Richtung Hochvogel, Zugspitze, Ammergauer Berge
Blick nach Westen über das Staufener Haus und Seelekopf nach Westen. Linke Bildhälfte am Horizont Säntis und Altmann (Schweiz) rechte Bildhälfte heller Streifen unter dem Horizont der Bodensee
Berge hinter Gittern: Fangnetz für Skifahrer
Der Hochgrat von Norden

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