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„Gegenseitige Inspiration und Motivation“ - Die Theotokos Stiftung aus Zypern besucht die Lebenshilfe Gießen

Von links: Thomas Katsionis, Magda Koulounti, Iakovos Valanidis und Anna Hadjittofi sammelten während ihres Aufenthalts in Mittelhessen zahlreiche Eindrücke von der Arbeit der Lebenshilfe Gießen.
Von links: Thomas Katsionis, Magda Koulounti, Iakovos Valanidis und Anna Hadjittofi sammelten während ihres Aufenthalts in Mittelhessen zahlreiche Eindrücke von der Arbeit der Lebenshilfe Gießen.
Gießen | Gießen (-). In der ersten Aprilwoche hatte die Lebenshilfe Gießen Besuch von zwei Behindertenhilfe-Organisationen aus Zypern. „Solche Besuche freuen uns und dienen der gegenseitigen Inspiration und Motivation. Ferner zeigen sie auf, dass Inklusion und die ihr dienlichen Kooperationen keine Grenzen kennen sollten – auch keine Staatsgrenzen“, resümierte Dirk Oßwald, Vorstand der Lebenshilfe Gießen.

Magda Koulounti, Anna Hadjittofi, Iakovos Valanidis und Thomas Katsionis aus Limassol besuchten unter anderem die Limeswerkstatt, das Kinder- und Familienzentrum Helen Keller, das Kompetenzzentrum für Berufliche Bildung und die Reha Mitte. Zum Auftakt der kollegialen Hospitation wurden die europäischen KollegInnen von Dirk Oßwald und Maren Müller-Erichsen (Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe Gießen) begrüßt und über die internationale Arbeit der Lebenshilfe Gießen informiert, zu der beispielweise ein Schulprojekt mit geistig behinderten Kindern in Uganda zählt.

Bei der kürzlich veranstalteten Einweihungsfeier der Gießener inklusiven „WG am Eck“ – dem Abschluss ihres Aufenthalts - hatten die BesucherInnen insgesamt
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15 Stationen der Lebenshilfe Gießen hinter sich. Befragt, was sie – vor dem Hintergrund ihres Alltags in der Behindertenhilfe auf Zypern – am meisten überrascht hat, müssen die Mitglieder der Gruppe eine Weile nachdenken. Für Magda Koulounti war es der Besuch in der Waldkita Rocky Hill am Schiffenberg. Waldkindergärten gäbe es auf Zypern nicht: „Den Eltern auf Zypern geht es darum, einen Kindergarten zu finden, der ihren Kindern ein geschütztes Umfeld bietet.“ In der Waldkita hat Koulounti eine für sich völlig neue Perspektive der Frühpädagogik erfahren – hier sei es das höchste Gut der ErzieherInnen und Eltern, die Kinder in größtmöglicher Natürlichkeit aufwachsen zu lassen.

Thomas Katsionis, Geschäftsführer der Theotokos Foundation, zeigt sich begeistert vom besonderen Profil der Lebenshilfe Gießen: „Einrichtungen wie die Koordinierungsstelle für Migration und Behinderung gibt es bei uns nicht. Ich bin beeindruckt von der dort präsentierten Arbeit. Das wünsche ich mir auch für Zypern!“ Auf die Frage, welche Funktion eine solche Auslandsreise zu Partnern der Behindertenhilfe für ihn persönlich habe, antwortet Katsionis: „Der Blick über den Tellerrand ist für mich auch eine Bestätigung der guten Arbeit, die wir in Zypern leisten. Um politischen Druck ausüben zu können, bräuchten wir allerdings einen Dachverband wie die Lebenshilfe. Um ein Beispiel zu nennen: In Zypern ist die Supervision kein anerkanntes Instrument, das vom Arbeitgeber bezahlt wird, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten. Bei uns leiden viele Kollegen unter Burn-out.“

Die Theotokos Foundation ist nach Bekunden von Thomas Katsionis so etwas wie die kleine Schwester der Lebenshilfe, die vor 50 Jahre gegründet wurde und mit 75 MitarbeiterInnen 220 KlientInnen in Kindergärten, Tagesförderstätten, Werkstätten und Wohnheimen betreut. In den Werkstätten der Theotokos Foundation werden vor allem Kunsthandwerk, Geschenkartikel und Souvenirs hergestellt – aber auch traditionell hergestellte Korbflechtstühle. Mit den Produkten ihrer Werkstätten muss die Theotokos Foundation rund 40 Prozent ihres Jahresbudgets selbst erwirtschaften. Deswegen sind die Mitglieder der Gruppe besonders beeindruckt von der Vielfalt und Professionalität der Produkte aus den Lebenshilfe-Werkstätten, wie zum Beispiel der Jugendmöbel-Serie aus der Tischlerei in der Reha Mitte. Thomas Katsionis bietet der Lebenshilfe an, ihre MitarbeiterInnen zu einem Austausch nach Zypern zu schicken, um ihnen das Korbflechten beizubringen. Traditionelle Korbflechtwaren aus Zypern seien sicher auch in Hessen sehr beliebt. Ein Gegenbesuch der Lebenshilfe Gießen in Limassol ist für 2021 angedacht.

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