Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

"Schreib mal wieder!"- Die Gießener Hauptpost im Wandel der Zeit.

Altes Hauptpostamt, Fassade mit Blick Richtung Bahnhof
Altes Hauptpostamt, Fassade mit Blick Richtung Bahnhof
Gießen | Gießen (vjh). Seitdem die Deutsche Post AG im Jahr 1994 ihr neues Domizil bezogen hat, ist das alte Postgebäude seinem Schicksal überlassen und bietet dem Zahn der Zeit viel Angriffsfläche.
Nicht nur das Samen-Hahn-Gebäude in der unteren Bahnhofsstraße ist ein Sorgenkind im Gießener Stadtbild. Auch das alte Postgebäude fristet sein Dasein neben seinem modernen Nachfolgerbau auf der gegenüberliegenden Straßenseite, der Haltestelle der Stadtbusse und dem Mathematikum, welches seinen Platz im alten Hauptzollamt gefunden hat. Wie durch ein unsichtbares Band verbunden erleiden das Gründerzeitbau in der unteren Bahnhofsstraße, Ecke Reichensand und dass erwürdigen Sandsteingebäude des ehemals „kaiserlichen“ Postamtes das gleiche Schicksal. Seit geraumer Zeit hat kein Postkunde das 1862/1863 erbaute Amt von innen gesehen. Zugenagelte Fenster im Erdgeschoss, dick mit Plakaten und sonstigen mehr oder weniger wichtigen Neuigkeiten eingepackt, ist auch sein äußerer Eindruck auf Passanten und Reisende mehr als abweisend. Dabei ist es doch eines der ersten Baudenkmäler, die der bahnreisende Besucher Gießens vor Augen
Mehr über...
Der Autor hat diesem Beitrag leider keine Tags (Stichwörter) zugeordnet!
hat, verlässt der das Portal des Bahnhofs und macht sich zu Fuß auf Erkundungstour Richtung Innenstadt. Wenig einladend sind die eingeworfenen Fenster und der bröckelnde Sandstein am Sockel des 146 Jahre alten Bauwerkes. Dabei bildete doch die Hauptpost zur Zeit ihres Baus gemeinsam mit dem Bahnhof eine infrastrukturelle Achse, spiegelte Fortschritt und Modernität im aufstrebenden Gießen des 19. Jahrhunderts wieder.

Einschreiben an die eigene Vergangenheit – 146 Jahre Postgebäude
Im Jahr 1862 begannen die Bauarbeiten zur Errichtung des „Großherzoglichen Postamtes der Fürstlich Thurn und Taxis`schen Postverwaltung“. Bereits im Folgejahr konnte das im neugotischen Stil angelegte Amt seine Pforten öffnen. Das ursprüngliche Gebäude bestand aus einem Mittelteil und zwei symmetrisch hervorragend angelegten Seitenteilen, die von sogenannten Giebelrisaliten (stufenförmig ansteigender Giebel) bekrönt wurden. In spätere Zeit trug man dem wachsenden Postaufkommen genüge und erweiterte in nordöstlicher Richtung unter Beibehaltung der ursprünglichen Architektur. Der Anbau erfolgte 1898 für die Kaiserliche Ober-Postdirektion Darmstadt. Der ältere Teil liegt des Gebäudes an der heutigen Freifläche der Haltestelle der Stadtbusse.
Zufahrtstor neben dem 18__ errichteten Anbau. Blick auf das Telagraphenamt von 1925.
Zufahrtstor neben dem 18__ errichteten Anbau. Blick auf das Telagraphenamt von 1925.
Obwohl die Fassade und besonders die Fensterreihen einer klaren Linie folgen, lassen sich verspielte Elemente wie das Rautenrelief in Höhe des ersten Stockwerkes oder die sogenannten Bekrönungselemente auf dem Giebel ausmachen. Die Kosten für den Bau beliefen sich auf 80 274 Gulden. Bauherr war 1862 die „Fürstlich Thurn und Taxis`sche Postverwaltung. Das Geschlecht derer von Thurn und Taxis ist seit 1748 in Regensburg ansässig und konnte sich im Zuge der europäischen Restauration (Wiener Kongress 1815) das kaiserliche Postlehen sichern. Monopolist in seinem Gebiet, bediente das Geschlecht postalisch als „Erb-Landpostmeister“ nun alle unabhängige Staaten des Deutschen Reiches. So war auch das Großherzogtum Hessen-Darmstadt vertraglich an Thurn und Taxis gebunden. Ein jähes Ende dieser Vormachtstellung bereitete die preußische Besatzung der „Freien Reichsstadt Frankfurt“: Der preußische Staat zwang am 28. Januar 1867 das Fürstenhaus derer von Thurn und Taxis das Postlehnen zum 1.Juli des gleichen Jahres abzutreten und übernahm somit das Gießener Postamt zum Preis von 83 540 Gulden. Der Bau der Postamtes erfolgte gleichzeitig mit der allgemeinen Erschließung des Seltersberges und dem Anschluss der Lahnstadt an das rasend anwachsende
Im Herzen jung geblieben!? Mit Brettern versehenes Fenster an der Fassadenseite zum Mathematikum hin.
Im Herzen jung geblieben!? Mit Brettern versehenes Fenster an der Fassadenseite zum Mathematikum hin.
Schienennetz. 1848 erreichte die Main-Weser-Bahn Gießen und ließ neben dem notwendigen Bahnhofsbau (1853/1854) etliche Neubauten für die Reisenden aber auch die bescheunigte Industrialisierung der Stadt aus dem Boden wachsen. Mit der Etablierung des neuen Verkehrsmittel der Eisenbahn wurden auf Fernstrecken zunehmend die bis zu diesem Zeitpunkt eingesetzten Pferdedroschken im Postdienst zurückgedrängt. Dennoch hielt sich im innerstädtischen Postverkehr die Droschke als Beförderungsmittel bis ins Jahr 1932.

„Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“ – Technische Neuerungen im Kommunikationsbereich
Der Winter 1881/82 brachte wesentliche technische Neuerungen und Umbauten mit sich: In dem Hauptpost wurde eine zentrale Telegraphenbetriebsstelle eingerichtet, die die überlasteten angemieteten Räumlichkeiten in der Stadt ablöste. 30000 Mark kostete die Einrichtung der Technik im zweiten Obergeschoss. Am 1. November 1889 wurde dem Gießener Nachrichtenwesen ein weiterer moderner Baustein hinzugefügt: Mit 55 sogenannten Fernsprechstellen erreichte auch das Telefon den Gießener Raum. Zuerst, wie so oft, als technische Spielerei abgetan, wurde die Kommunikation über Sprecher und Hörmuschel immer beliebter. Allerdings diente das
Bahnhofsstraße 91 - Schreib mal wieder!? Zuplakatierter Eingang.
Bahnhofsstraße 91 - Schreib mal wieder!? Zuplakatierter Eingang.
Netz bis zu seiner Verknüpfung mit anderen Netzen im in den 90er Jahre des 19. Jahrhunderts ein stadtinterner Kommunikationsweg. Um die Jahrhundertwende übernahm das „Fräulein vom Amt“ die Verstellung von Telefonverbindungen. Zwischen 1896 und 1899 wurde das Hauptpostamt um die Hälfte des bestehenden Baumasse erweitert. Auch die klassische Telegraphie wurde für Wirtschaft und Eisenbahn immer wichtiger, so dass 1925 wiederum ein Anbau an die Hauptpost fällig wurde. Hinzu kam das Telegraphenamt für die Oberpostdirektion Darmstadt. Die Einweihung in Jahr 1929 fiel in eine Zeit, in der die Bedeutung des Telegrammverkehrs zugunsten des Fernsprechverkehrs sank. Während des II. Weltkrieges wurde das Hauptpostgebäude in Folge seiner relativen Nähe zum Bahnhofsareal von Brand- und Sprengbomben in Mitleidenschaft gezogen.

Sie werden verbunden – Die letzten Jahre
Besonders die Telekommunikation entpuppte sich nach dem II. Weltkrieg als ein Geschäft mit Zukunft. So war es nur eine Frage der Zeit, bei die vorhandenen Räumlichkeiten des Telegraphenamtes an seine Kapazitätsgrenze gestoßen war. So entstand auf dem Gelände des alten Klinik in der Liebigstraße in den Jahren 1964 bis 1967 das neue Fernmeldeamt, der „Technik-Bau“. Mit seine
Ein Gruß aus Kaisers Zeiten - Wappenadler Preußens an der Fassade der mittleren Gebäudes.
Ein Gruß aus Kaisers Zeiten - Wappenadler Preußens an der Fassade der mittleren Gebäudes.
typischen Parabolantennen prägte das Gebäude als Kind seiner Zeit das Bild des Seltersberges. In der Nachkriegszeit erweiterte die Deutsche Bundespost systematisch ihren Besitz, kaufte einige umliegende Gründstücke. 1988 wurde in der Philipp-Reis-Straße im Gewerbegebiet West ein neues Fernmeldeamt eingerichtet. Damit sollte mit der bis zum diesem Zeitpunkt vorherrschenden Zersplitterung der postalischen Dienstleistungen ein Ende bereitet werden. Als „kleine, eigenständige Stadt“ geplant, grub der Neubau rasch seinem Vorgängerbau das Wasser ab. Die alte Hauptpost konnte sich noch bis 1994 halten. Danach zog die Filiale der Deutsche Bundespost in einen postmodernen Neubau auf der gegenüberliegenden Straßenseite um. Damit war die lange Geschichte des Gebäudes in der Bahnhofsstraße erst einmal gezählt.


Kein Anschluss unter dieser Nummer – Ideen und Pläne zur Umnutzung
Auch heute noch können Besucher und Einheimische auf ein Stück Postgeschichte blicken, wenn sie denn wollen. Denn zugegeben: Manchem Mitbürger entfaltet sich der Charme des erwürdigen Gebäudes erst bei längeren Blicken. Beruhigend ist der allgemeine Zustand des Bauwerkes nicht, wenn es auch nicht der einzige Fleck auf der mittlerweile ergrauten Weste des
Die Rückseite der ehemaligen Hauptpost. Links die Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, rechts das Anbau für das Telegraphenamt von 1925.
Die Rückseite der ehemaligen Hauptpost. Links die Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, rechts das Anbau für das Telegraphenamt von 1925.
Bahnhofsvorplatzes und der näheren Umgebung ist. Karl Marx drückte es so aus : "Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er aht vergessen hinzuzufügen: das einen Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. (Marx: Der 18. Bruimaire des Louis Bonaparte.) So wiederholte sich ein Gießener Possenspiel mit den selben Schauspielern an einem anderen Ort: Der stadtbekannte Spekulant Habibollah Shobeiri erwarb das Gebäude vor rund zehn Jahren und kündigte nach Jahren des Stillstandes und des schleichenden Verfalls 2003 an, eine Großgastronomie in der alten Hauptpost einzurichten. Schnell zerschlugen sich die Träume wegen der zu erwartenden hohen Kosten. Ende der 90er Jahre war auch der Umbau zu einem Einkaufszentrum oder der Bau eines Kulturzentrums angedacht gewesen. Nutzungspläne gibt es Auch heute noch einige: So schlug der mittlerweile ausgeschiedene Kulturdezernent Dr. Reinhard Kaufmann dort diverse naturwissenschaftliche Sammlungen oder auch ein „Criminalium“ unterzubringen. Erst in diesem Frühjahr hatte Bau- und Planungsdezernent Thomas Rausch vorgeschlagen, dass die Stadt einen Teil der 350 Stellplätze übernehmen soll, die ein Privatinvestor als Parkhaus
Strahlende Zukunft für die neue Filiale - der Vorgängerbau im Schatten der Aufmerksamkeit?!
Strahlende Zukunft für die neue Filiale - der Vorgängerbau im Schatten der Aufmerksamkeit?!
hinter der alten Hauptpost plant. Vorgestellt werden diese Ideen im Bebauungsplan Nr. GI 01/30 „An der Alten Post 2“. Auch ein Antrag der SPD-Stadtverordnetenfraktion zwecks „Überprüfung des baulichen Zustands „Alte Post“ durch die Denkmalschutzbehörde“ befasst sich mit dem erwürdigen Gebäude. Wie man hört, liest und sieht mangelt es nicht an mehr oder weniger sinnvollen Projekte und Lösungsvorschlägen für ein siechendes Problem.
Interessant ist dabei die Variante der Museumsmeile in der Bahnhofsstraße. Ein weiteres (naturwissenschaftliches) Museum würde den Publikumsmagneten Mathematikum und das traditionsreiche Liebigmuseum ergänzen und einen weiteren Beitrag zum Ausbau der städtischen Kultur- und Bildungslandschaft bilden. Die neue Nutzung des alten Hauptpost muss dabei mit einer Umgestaltung des abweisenden und verkehrstechnisch katastrophal angelegten Bahnhofsvorplatz und -umfeld erfolgen. Es muss verstärkt der Mensch im Mittelpunkt der städtischen Bauplanung stehen. Für Spekulationen mit ehemals öffentlichen Eigentum darf es keine Gelegenheit geben. Solch zentrale Plätze und Straße, wie wir sie am Bahnhof vorfinden, sind eine Visitenkarte der Stadt. Was nutzen Glasbauten auf der Grünen Wiese, wenn sich Bahnreisende am liebsten wieder in ihren Zug begeben möchten, lassen sie ihren Blick auf Gebäude wie die alte Post schweifen? Die Gegend hat Potential, die Menschen müssen sie sich allerdings in ihren Alltag zurückholen.

Altes Hauptpostamt, Fassade mit Blick Richtung Bahnhof
Altes Hauptpostamt,... 
Zufahrtstor neben dem 18__ errichteten Anbau. Blick auf das Telagraphenamt von 1925.
Zufahrtstor neben dem... 
Im Herzen jung geblieben!? Mit Brettern versehenes Fenster an der Fassadenseite zum Mathematikum hin.
Im Herzen jung... 
Bahnhofsstraße 91 - Schreib mal wieder!? Zuplakatierter Eingang.
Bahnhofsstraße 91 -... 
Ein Gruß aus Kaisers Zeiten - Wappenadler Preußens an der Fassade der mittleren Gebäudes.
Ein Gruß aus Kaisers... 
Die Rückseite der ehemaligen Hauptpost. Links die Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, rechts das Anbau für das Telegraphenamt von 1925.
Die Rückseite der... 
Strahlende Zukunft für die neue Filiale - der Vorgängerbau im Schatten der Aufmerksamkeit?!
Strahlende Zukunft für... 
Treffen der Gnerationen. Drei Epochen der Nachrichtentechnik in Gießen.
Treffen der Gnerationen.... 
Altes Hauptpostamt - Blick Richtung Innenstadt. 1
Altes Hauptpostamt -... 

Kommentare zum Beitrag

Ilse Toth
36.292
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 20.05.2009 um 20:38 Uhr
Mit großem Interesse haben ich Ihren Artikel gelesen.
Sie schreiben mir aus der Seele.
Christian Momberger
11.116
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 20.05.2009 um 23:30 Uhr
In der Tat ein sehr interessanter und sehr guter Artikel!
H. Peter Herold
27.226
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 21.05.2009 um 11:27 Uhr
Wieder ein sehr gut recherchierter Beitrag zur Gießener "Blickpunkten". Ich selber sehe sie nicht, denn in diesen Teil der Bahnhofstraße komme ich so gut wie nie. Anscheinend geht es den für den Zuatnd dieser Gebäude zuständigen Personen genauso, denn sonst würden sie doch an diesen Zuständen etwas ändern. Solche Schmuckstücke sollte sich gerade an solch einem Tor zur Stadt, die Stadtverwaltung nicht leisten. Da werden großartige Planungen für die Kongresshalle im Hinblick auf Tagungen in der Universitätsstadt gemacht und dann erlaubt man sich solche Zustände an einer Stelle, an der Bahnreisende den ersten Eindruck einer Stadt vermittelt bekommen. Der kann keinesfalls positiv sein!
Wielange will sich die Stadt Gießen eigentlich von dem Investor, Grundstücksbesitzer und was auch sonst noch, an der Nae herumführen lassen. Steht da nicht irgendwo geschrieben der schöne Satz:

Eigentum verpflichtet.

Lieber Herr Hemberger, danke für solche Beiträge.
Thomas Kriebs
689
Thomas Kriebs aus Gießen schrieb am 21.05.2009 um 13:00 Uhr
Zu meiner Studienzeit war das "alte" Postamt noch in Betrieb. Die kleine graue Tür (links, auf dem letzten Bild) war für mich und sicherlich auch für andere einige Male buchstäblich die Rettung in letzter Minute.
Hinter dieser Tür lag der Nachtschalter, an dem man bis Schlag Mitternacht seine Post abgeben und stempeln lassen konnte.
Freitagabend, fünf vor Zwölf konnte man immer eine Schlange Studenten vor dieser Tür anstehen sehen. Und bei allen Vorurteilen gegenüber Beamten kam ich aus eigener Erfahrung sagen, dass der Nachtschalterbeamte ein großes Herz für seine jungen Kunden hatte und so die eine oder andere Hausarbeit auch noch fünf nach Zwölf den rettenden Stempel des Vortages erhielt.

Vielen Dank für die tolle Recherche und noch ein Dankeschön für die Zuordnung zur Gruppe der IG-Bahnhofstrasse.
Valentin Hemberger
104
Valentin Hemberger aus Gießen schrieb am 06.06.2009 um 12:47 Uhr
Vielen Dank für das Lob, ich freue mich, wenn der Beitrag gut angekommen ist!
Für Forscher und Interessierte werde ich noch die verwandten Quellen einstellen, damit jeder selbstständig die Gießener "Postgeschichte" erfoschen kann.

Eine schöne Begebenheit, Herr Kriebs, die sie uns hier schildern. Der "rettende Stempel vom Vortag": Ob es den heutzutage noch gibt? Ich denke doch mal, dass es auch heute noch Postangestellte mit Herz für die Kundschaft gibt! Leider ist die Post besonders auf dem platten Land, aber auch in den Städten dabei, sich selbst wegzurationalisieren. Bald muss man die Filialen von einem Detektivbüro ausfindig machen lassen!
H. Peter Herold
27.226
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.07.2009 um 17:50 Uhr
Lieber Herr Hemberger,
heute las ich in der Zeitung etwas über die Alte Post und den abgeblitzten Denkmalschutz.
Die "Eigentümer" haben scheints etwas zu verbergen. Warum auch sonst lassen sie die Unteree Denkmalschutzbehörde nicht das Gebäude besichtigen. Sie behaupten wohl das Gebäude sei in einem guten Zustand, aber warum weigern sie sich dann. Auch unser Magistrat ist besorgt um den Zustand, vermag es aber nicht sich von diesem duch Augenschein zu überzeugen. Die Haltung der künftigen Bürgermeisterin in der Sache kann mich aber nicht befriedigen. Wenn sie jezt als Fraktionsführerin der SPD schon so zaghaft argumentiert, lt. Aussage des Bauderzernenten sei sie mit der Auskunft der Eigentümer zufrieden. Die wollen schon seit Jahren bauen, fragt sich nur was und wann. Den neuesten Aussagen nach wird sogar vob einem Verkauf gesprochen.
Ich sage nur Samen-Hahn die unendliche Geschichte.
Schönes Wochenende,
Gruß Peter Herold
Hans Lind
1.682
Hans Lind aus Grünberg schrieb am 05.07.2009 um 11:29 Uhr
In dieser alten Post habe ich 1959 eine Lehre bei der Post angefangen.
Bin 1994 auch in das neue Gebäude der Post eingezogen.Im Jahre 2002 bin ic h dann in Pension gegangen.Es ist Schade um das alte Gebäude,wenn man sieht wie es verfällt.
H. Peter Herold
27.226
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.11.2009 um 14:46 Uhr
Dieses Wochenende wurde die Alte Post von einer Guppe von etwa 30 - 40 Personen besetzt. So heute in Zeitung und hier gelesen. Anscheinend wurde das haus jetzt für irgendwelche Zwecke entdeckt. Wäre Zeit etwas richtiges daraus zu machen.
Valentin Hemberger
104
Valentin Hemberger aus Gießen schrieb am 17.11.2009 um 21:46 Uhr
Spannende Sache - es scheint Bewegung in die Sache zu kommen.
Die Politik sollte sich mit den Nöten der Menschen vor Ort auseinandersetzen. Die Alte Post als Spekulationsopfer ist ein Thema, welches viele Menschen beschäftigt. Die Besetzung darf dabei nur ein erster Schritt sein, um das Gebäude den Gießenern und seinen Gästen zurückzuerobern!!!
H. Peter Herold
27.226
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.11.2009 um 09:45 Uhr
Wird ja Zeit, denn was sollen die Besucher die zur Landesgartenschau mit dem Zug ankommen denken. Ich hoffe zumindest, dass bis dahin wenigstens Bahnhof und Vorplatz vorzeigefähig sind
Thorsten Lux
906
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 29.04.2010 um 02:54 Uhr
"(...) was sollen die Besucher die zur Landesgartenschau mit dem Zug ankommen denken."

Am besten wohl: "Das ist ein Beispiel einer Stadt, in der viel bewegt werden sollte und sicherlich auch könnte, sofern der ernsthafte Wille vorhanden sei." Und hierfür bietet Gießen in der Tat manigfaltige Beispiele.
H. Peter Herold
27.226
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 29.04.2010 um 09:58 Uhr
Sehen Sie sich meinen letzten Beitrag zu Samenhahn an. Dort bietet sich für die Besucher ein noch "besseres" Bild von Gießen.
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/28327/samenhahn-in-der-bahnhofstrasse-verfaellt-und-alle-schauen-nur-zu/
Thorsten Lux
906
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 29.04.2010 um 14:45 Uhr
In der Tat gut geschrieben und gut fotografiert. Und solange ich mich zurückerinnern kann, war dieses Haus (Samen Hahn) in einem immer erbärmlicheren Zustand.

Da ich 1981 gerade mal zehn Jahre alt war, ist es vermutlich auch verständlich, dass ich keine anderen Erinnerungen daran habe. Hat eventuell irgendwer ein Bild, oder deren gar mehrere, wie das Haus vor 1981 mal aussah?
H. Peter Herold
27.226
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 30.04.2010 um 10:21 Uhr
Hallo Herr Lux, schreiben Sie doch mal Herrn Hemberger an. Ich nehme an er kann vielleicht weiterhelfen.
Gruß Peter Herold
H. Peter Herold
27.226
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.05.2011 um 10:28 Uhr
Heute in der Tageszeitung ein Bericht über Parkplatz-Wirrwarr vor dem Bahnhof bis zur Neuen Post. Dort ist auch ein Bild von der Alten Post mit der Unterschrift: Stillstand und weiterem Hinweis auf den Denkmalschutz(?welcher Schutz soll das sein?) und dass es mehr und mehr verkommt.
Warum wird denn hier nichts getan? Muss man wirklich zusehen wie das Gebäude verkommt und verfällt? Denkt denn von der Stadt keiner daran, dass für jede Stadt der Bahnhof und angrenzendes Gebiet für jeden Ankömmling so etwas wie die Visitenkarte dieser Stadt darstellt?
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Valentin Hemberger

von:  Valentin Hemberger

offline
Interessensgebiet: Gießen
Valentin Hemberger
104
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Wilhelm Liebknecht
„Nennen Sie mich meinethalben einen Soldaten der Revolution“ – Wilhelm Liebknecht, ein gebürtiger Gießener
Teil 4: Londoner Lehrjahre und die Rückkehr nach...
Die deutsche Stadt Lorrach betraten die Aufständigen um Struve im September 1848.
„Nennen Sie mich meinethalben einen Soldaten der Revolution“ – Wilhelm Liebknecht, ein gebürtiger Gießener
Teil 3: Schulmeister und 48er Revolutionär Liebknechts Amerika...

Veröffentlicht in der Gruppe

IG-Bahnhofstraße Gießen

IG-Bahnhofstraße Gießen
Mitglieder: 12
Aktuellste Beiträge der Gruppe:
Christian Lugerth
Christian Lugerth liest "Die Feuerzangenbowle"
In einer Kooperationsveranstaltung der Buchhandlung Miss Marple´s mit...
Die Grande Dame des Theaters liest in der Pankratiuskapelle
Nicole Heesters liest weihnachliche Texte in der Pankratiuskapelle
Sie ist und bleibt die Mutter aller Tatort - Kommissarinnen: Als...

Weitere Beiträge aus der Region

Gästeführer Paul-Martin Lied.
Den Gießener Bahnhof entdecken: GZ-KULTTour führte Leser in alte Zeiten
„Ich steige doch nicht in eiserne Käfige, die sich über´s Land...
Viel Bewunderung und Lob…
…gab es beim Basteln: Frau Zimmermann-Schröder brachte eine tolle...
Um zu einem besseren Verständnis zwischen der BRD und Eritrea beizutragen, hat sich vor einem Jahr die Deutsch-Eritreische Gesellschaft gegründet. - Kontakt: info@deutsch-eritreische-gesellschaft.de,  Am Hauptbahnhof 8, 60329 Frankfurt
Eritrea – das Kuba Afrikas*)
Am 14.11.2018 beschlossen die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.