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Die Bahnhofsmission Gießen: Hilfe für viele Menschen

Gießen | Bei meinem Besuch der Bahnhofsmission Gießen begrüßen mich die Leiterin Christine Wessely und ihre Stellvertreterin Margret Keuler, die seit zwanzig Jahren hier arbeitet, sehr herzlich. Bei einer Tasse Tee berichten sie mir von ihrer Arbeit. Frau Wessely ist die einzige hauptamtliche Mitarbeiterin, alle anderen 21 „Engel in Blau“ engagieren sich ehrenamtlich. Kann jeder mitmachen? Ja, aber es gibt zunächst einige Hospitationstage, an denen der/die „Neue“ sich ein Bild von der Arbeit machen kann und nach der Einarbeitungszeit sollten Fortbildungen besucht werden. Wie gehe ich mit psychisch kranken Besuchern um? Was mache ich, wenn plötzlich jemand aggressiv wird? Die Arbeit umfasst Hilfen aller Art, von einer einfachen Auskunft über eine Tasse Kaffee oder ein belegtes Brot bis hin zu Kleiderspenden oder Unterstützung beim Umsteigen. Einige Ehrenamtliche kommen zweimal in der Woche, andere helfen einmal im Monat mit – das kann jeder selbst entscheiden.
Oft kommen Menschen täglich vorbei, zum Beispiel Obdachlose, die sich aufwärmen und etwas essen wollen oder ältere Menschen, die einsam sind und ein Gespräch suchen.
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So gibt es Stammkunden, die über Jahre hinweg vorbei schauen. Stündlich gehen die Helfer auf die Bahnsteige um aufsuchende Arbeit zu leisten, zum Beispiel Menschen mit Behinderungen oder auch Familien mit kleinen Kindern beim Umsteigen zu helfen. Zum Glück gibt es Menschen, die diese Arbeit der Bahnhofsmission unterstützen, durch Sachspenden wie Kleidung, Geldspenden oder auch Essensspenden durch die Tafel. Leider berichtet mir Frau Wessely auch davon, dass zunehmend im Seltersweg in Gießen Fremde Spenden sammeln, die angeblich für die Bahnhofsmission sein sollen, aber in die eigene Tasche gesteckt werden.
Frau Keuler bezeichnet ihre Arbeit als „Gelebte Kirche am Bahnhof“ und praktizierendes Christentum. Zuhören sei oft ihre wichtigste Aufgabe, sich Zeit zu nehmen für seelsorgerische Gespräche. Aber sie behandeln auch Verletzte (sie nehmen regelmäßig an Erste-Hilfe-Kursen teil) und haben so schon einmal einem Mann das Leben gerettet, der einen Herzinfarkt hatte. Gut klappt auch die Zusammenarbeit vor Ort mit der Bahn und der Bundespolizei.
Im letzten Jahr gab es über 19.000 Kontakte, da erlebt man so viel, dass man ein Buch darüber schreiben könnte. Dabei ist die regelmäßige Supervision wichtig, die zum ersten Mal stattfand als man lernen wollte, richtig mit Flüchtlingen umzugehen.
Wenn es nicht mehr weiter zu gehen scheint, weiß die Bahnhofsmission oft einen Weg. Sie helfen jedem, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion.
Die Bahnhofsmission in Gießen gibt es seit dem ersten Weltkrieg. Träger ist das Diakonische Werk Gießen. Bis 2011 wurden sie auch noch von der Caritas unterstützt. Da diese Hilfe jetzt fehlt, sind sie noch mehr auf Spenden angewiesen. Wer etwas dazu beitragen möchte, kann dies auf diesem Wege tun:
Spendenkonto Diakonisches Werk, Sparkasse Gießen, IBAN DE58 5135 0025 0200 5135 08, Kennwort „Bahnhofsmission“
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8.00 bis 16.30 Uhr, Samstag 8.00 bis 12.00 Uhr

 
 
 
 
 
 

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von:  Thekla Schulz-Nigmann

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Interessensgebiet: Gießen
Thekla Schulz-Nigmann
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