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BC Marburg siegt zum Hauptrundenfinale

Die gebürtige Marburgerin Finja Schaake bestritt gegen Göttingen ihr 250. Bundesligaspiel, alle für das Pharmaserv-Team, und baute ihren Vereinsrekord weiter aus.
Die gebürtige Marburgerin Finja Schaake bestritt gegen Göttingen ihr 250. Bundesligaspiel, alle für das Pharmaserv-Team, und baute ihren Vereinsrekord weiter aus.
Gießen | Locker flockig vor großer Kulisse

Damen-Basketball-Bundesliga: BC Pharmaserv Marburg – Flippo Baskets BG 74 Göttingen 89:58.

Mit einem beeindruckenden Heimsieg hat der BC Pharmaserv Marburg die Hauptrunde in der Bundesliga beendet. Obwohl der dritte Tabellenplatz schon vorher feststand, boten die Hessinnen den rund 650 Zuschauern über weite Strecken schnellen und attraktiven Basketball. Topscorerin des Abends war BC-Centerin Alex Kiss-Rusk.

Gegner Göttingen hielt trotz der Niederlage den siebten Platz. Den achten Playoff-Platz eroberte sich das bis zuletzt abstiegsbedrohte Braunschweig, das im „Abstiegsendspiel“ in Saarlouis gewann. Da Chemnitz in eigener Halle Nördlingen besiegte und aus den Playoffs kickte, rutschten die Saarländerinnen auf den Abstiegsplatz ab.

Die Playoff-Paarungen (ab 30. März) lauten: Herne (1) – Braunschweig (8), Keltern (2) – Göttingen (7), Marburg (3) – Hannover (6) und Wasserburg (4) – Freiburg (5).

In Marburg gab es weniger Drama, da das Pharmaserv-Team von Beginn an das Kommando übernahm (16:2, 5. Minute). Knapper als 20:11 (8.) wurde es nicht mehr. Spektakuläre und kuriose Aktionen gab es dennoch. Einige Beispiele:

8. Minute: Mali Sola trifft einen Freiwurf, verlegt den Zweiten, holt sich aber den Rebound und vollendet zum 23:11.

10. Minute: Obwohl der Schiedsrichter keine Freigabe zum Spielerwechsel erteilt hat, stehen bei laufendem Spiel plötzlich sechs Göttingerinnen auf dem Feld. Folge: Technisches Foul. Paige Bradley verwandelt den fälligen Freiwurf, Alex Kiss-Rusk trifft im folgenden Angriff zum 26:12.

27. Minute: Katie Yohn blockt einen Göttinger Dreier-Versuch, rettet den Ball im Sprung vor dem Aus und versenkt zehn Sekunden später vorne selber einen Dreier zum 66:43, ihrem 46. der Saison. Damit teilt sie sich mit Braunschweigs Matilda Claesson die Krone in der Liga-Statistik. Yohn bestritt allerdings ein Spiel weniger und brauchte sechs Versuche weniger als die Schwedin.

Nächste Woche geht’s für das BC-Team nach Herne zum Pokal-Top-Four. Am Wochenende darauf beginnen die Playoffs.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Wir sind glücklich, dass wir wenigstens eine ausgeglichene Rückrunde hingelegt haben. Ende des zweiten Viertels haben wir uns den Schneid abkaufen lassen und nicht aufgepasst. In der zweiten Halbzeit haben wir uns aber nochmal zusammengerissen und insgesamt ein tolles Spiel abgeliefert. Man merkt, dass wir zuletzt mehr Leute im Training und Selbstvertrauen haben. Aber wir könnten noch ein bisschen smarter sein und müssen am defensiven Brett noch besser arbeiten. Jetzt kommen die entscheidenden Spiele, da wird uns alles abverlangt. Da müssen wir die Intensität hochhalten und brauchen jede Spielerinnen, vor allem bei den kurzen Pausen zwischen den Spielen. Alex Wilke sollte eigentlich heute noch nicht spielen, aber der Kurzeinsatz hat ihr auch mental gutgetan. Mali Sola hat viel Selbstvertrauen und kommt immer besser in den Rhythmus. Wir freuen uns aufs Top-Four und die Playoff und gucken, was geht.“

Finja Schaake (Jubilarin Marburg):
„Wir haben schon beim Aufwärmen gemerkt, dass sich die Beine locker flockig anfühlen. Wir haben Göttingen von Beginn an total überrannt und viele Fastbreak-Punkte gemacht. Gegen die Zone hatten wir Ende des zweiten Viertels Schwierigkeiten, haben uns aber in der Halbzeit gut drauf eingestellt und wieder besser getroffen. Es ist sehr wichtig, mit einem Sieg aus der Hauptrunde rauszugehen, vor allem nach einigen blöden Niederlagen. So können wir die negativen Gedanken abstreifen. Wir haben ja auch unter der Woche was zum Team-Building gemacht. Das war gut. Auch die Kulisse heute hat uns gutgetan. Dass die Halle so voll war, obwohl es für uns um nichts mehr ging, war schön. Und wir haben ja auch nicht so gespielt, als ob es um nichts mehr ging.“

Klaudia Grudzien (Spielertrainerin Göttingen):
„Zufrieden bin ich eigentlich nur mit dem Ende des zweiten Viertels. Da haben wir dagegengehalten. Marburg hat deutlich besser gespielt und verdient gewonnen. Das spielfreie Wochenende vor den Playoffs ist gut für uns. Wir haben so mehr Zeit für Umstellungen im Spiel, um wieder frisch zu werden und um uns zu verbessern, zum Beispiel in der Kommunikation in der Defense. Daran hat es heute oft gehapert, Marburg hatte oft freie Würfe. Wir hatten auf ein besseres Spiel und auf einen Schub für die Playoffs gehofft. Aber wir werden uns gegen Keltern nicht verstecken und uns nicht so einfach geschlagen geben. Wir haben gegen sie zu Hause gewonnen und auswärts auch nicht so schlecht gespielt.“


Statistik
Viertel: 26:12, 20:21, 28:14, 15:11.
Marburg: Baker 10 Punkte/2 Dreier (4 Assists), Bertholdt 11/1 (11 Rebounds), Bradley 10/1 (7 Ass.), Kiss-Rusk 15/1 (8 Reb.), Klug 4 (8 Reb.), Reeh, Schaake 9/1 (3 Ass.), Sola 8/1, Wagner 9/1 (3 Ass.), Wilke, Winterhoff, Yohn 13/3 (6 Reb.).
Göttingen: Coleman 14/2 (3 Steals), Crowder 3 (6 Ass.), Grudzien 4, Karambatsa 7, Keune, Lücken 2, Nguyen 4/1, Pierce 8, Simon 11/1, Warner 5 (7 Reb.).
SR: D.Bejaoui, D.Lagudka; Z: 650.

Fun Facts: Finja Schaake bestreitet ihr 250. Bundesligaspiel (bereits Team-Rekord). / 6:0-Heimbilanz gegen Göttingen in der Georg-Gaßmann-Halle. / 15:5 ist beste die Hauptrunden-Bilanz der Team-Historie in einer Saison mit nur elf Teams in der Wertung. / +31 ist der höchste Sieg in der Bundesliga seit 17.01.2016 (+41 im Heimspiel gegen Oberhausen). / Zum ersten Mal in der Hauptrunde mindestens zwei Viertel mit zweistelligem Abstand gewonnen seit 29.10.2016 (Heimspiel gegen Rotenburg/S., damals ebenfalls das 1. und 3.). / Selbe Bilanz aus dem Zwei-Punkte-Bereich wie vorige Woche in Freiburg (23/43). / Elf Dreier sind die meisten in eigener Halle seit 14.10.2017 (13 gegen Bad Aibling). / +25 Rebounds ist die beste Bilanz seit 29.10.2016 (+25 im Heimspiel gegen Rotenburg/S.). / 24 Assists sind die meisten seit 03.02.2018 (25 im Heimspiel gegen Heidelberg).

Fail Facts: 5:17-Lauf in den letzten 5:07 Minuten des zweiten Viertels. / Bilanz von 5:5 Siegen in der Rückrunde ist die schlechteste seit 2012/13, liegt allerdings auch nur knapp hinter den letzten drei Jahre (jeweils 6:5). / Die Ergebnistipps von Patrick Unger (Saarlouis-Braunschweig: Tipp +5, Ergebnis -5; Chemnitz-Nördlingen: Tipp: -12; Ergebnis +17). Sein Kommentar: „Entweder ich wurde falsch verstanden und meinte es anders herum, und dann wäre es schon fast auf den Punkt gewesen. Oder ich habe einfach keine Ahnung. Schade, dass Saarlouis absteigt.“


Alle Infos zum Pharmaserv-Team aktuell sowie exklusive Inhalte gibt’s direkt aufs Smartphone über die kostenlose offizielle Blue-Dolphins-App, bei Google Play und im App Store.


Termine im Pokal-Top-Four:
H2K-Arena, Mont-Cenis-Straße 180, Herne
Samstag, 23. März, 16 Uhr: Halbfinale: Herner TC – BC Phamaserv Marburg
Sonntag, 24. März, 12 / 15 Uhr: um Platz 3 / Finale: Freiburg / Osnabrück – Marburg


Termine im Playoff-Viertelfinale:
Spiel 1: Sonntag, 31. März, 16 Uhr: BC Pharmaserv Marburg – TK Hannover (GGH)
Spiel 2: Mittwoch, 3. April, 19 Uhr: TK Hannover – BC Pharmaserv Marburg (Birkenstraße)
Spiel 3: Sonntag, 7. April, 16 Uhr: BC Pharmaserv Marburg – TK Hannover (falls nötig, GGH)

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von:  Marcus Richter

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