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Aufgeschobener Kaffee - Was iss’n das schoo wieder???

Kaffeebohnen - blueby78 - pixelio.de
Kaffeebohnen - blueby78 - pixelio.de
Gießen | Der „aufgeschobene Kaffee“ hat unter dem Namen „Caffè Sospeso“ bereits eine lange Tradition in der neapolitanischen Kultur. Seit über 100 Jahren ist es in den dortigen Cafés und Bars möglich einen Kaffee doppelt zu bezahlen. Den zweiten, noch nicht getrunkenen Kaffee, notiert der Barista (Bediener der Kaffeemaschine) und schenkt diesen auf Anfrage an Bedürftige aus. So können auch Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer einen Kaffee nicht leisten können, einen Kaffee in einer Bar oder einem Café genießen.

Der soziale Gedanke dahinter findet inzwischen, bedingt durch die Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Jahre, immer mehr Anhänger auf der ganzen Welt. Die Zahl der Menschen, die sich einen Café-Besuch nicht mehr leisten können (oder wollen) steigt ständig. * Dabei geht es nicht nur um das nicht konsumierte Heißgetränk, sondern darüber hinaus vielfach um „verpatzte Gelegenheiten“ am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. (Kaffeetrinker an einem Tisch kommen meist ins Gespräch miteinander.) Dieser Brauch kann die ursächlichen Probleme natürlich nicht lösen. Aber er soll, wenn auch nur im Kleinen, ein Zeichen setzen. **

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Wird dieses System in Bäckereien (mit Kaffeeausschank) bzw. Cafes angeboten, bittet es die Möglichkeit, wenn Sie sich einen zweiten Kaffee leisten können, darüber nachzudenken ihren Kaffee doppelt zu bezahlen. Es wird dann ein Gutschein erstellt, der für die Ausgabestelle ausgestellt wird und von anderen genutzt werden kann, damit sich eine andere Person einen Kaffee leisten kann. Irgendjemand wird sich darüber sicherlich freuen. ***

Technisch sieht es so aus: Beim Zahlen des eigenen Getränkes wird einfach ein „aufgeschobener Kaffee“ mehr bezahlt. Der diesbezügliche Kassenbon bin wird gut sichtbar im Cafe bzw. Bäckerei aufgehängt. Kommt danach ein Bedürftiger in das Geschäft erkennt er oder sie, dass für ihn schon ein Kaffee bezahlt worden ist und kann bei Bedarf diesen beim Personal erbitten. Die Frau oder der Mann gibt das Getränk heraus und entfernt den betreffenden Kassenbon vom Aushang. Mit anderen Worten, das System funktioniert ohne jegliche Bedürftigkeitsprüfung. Oder anders ausgedrückt auch eine Oberbürgermeister, ein Universitätspräsident, ein Klinikchef …oder wer auch immer horrende Bezüge erhält …. könnte sich selber zum Bedürftigen erklären und käme so zu seinem kostenlosen Kaffee. Wer darin eine ernste Gefahr sieht; für den ist der „aufgeschobene Kaffee“ nicht sinnvoll, denn eine Kontrolle ist keinesfalls darin einzuführen.

Kaffee mit Haube - Sandra Nabbefeld - pixelio.de
Kaffee mit Haube - Sandra Nabbefeld - pixelio.de
Laut Lokalpresse soll in Marburg das Cafe Vetter sich beteiligen. Dass ein Cafe oder eine Bäckerei mit Kaffeeausschank sich in Giessen an „aufgeschobenen Kaffee“ beteiligt, habe ich nicht gehört. Was noch nicht ist, kann ja noch werden! Mir schwebt im Kopf herum, dass vielleicht - bei positiver Rückmeldung aus dem Kreis der Bürgerreporter – es sich lohnen könnte in Giessen eine Art Feldversuch zu starten.

Bei mir um die Ecke ist die Bäckerei +++ (Stammgeschäft). Bäcker +++ verkauft an fünf Standorte in Giessen (plus Vorort) und in zwei Verkaufswagen. Das Stammgeschäft halte ich für den Feldversuch besonders gut geeignet, denn die Struktur des Viertels bzw. seiner Kundschaft ist stark gemischt (reichere Leute von der Uni, viele Studenten, aber auch ältere Alteingesessene …..); also da müssten Sponsoren und Nehmer genug da sein. Es erscheint mir auch für den Anfang besonders günstig, da dieser Bäcker einen Becher Filterkaffee für 1.60 Euro verkauft. Das ist deutlich billiger als die Konkurrenz in anderen Cafes bzw. Bäckereien und dürfte die Bereitschaft bei potentiellen Sponsoren steigern einen „aufgeschobenen Kaffee“ mit zu bezahlen. Der Chef ist sozial engagiert. Ich denke er wäre für die Idee (wenn sie konkretere Formen angenommen hat) zu begeistern.

Kaffeeherz - Simona Hainz - pixelio.de
Kaffeeherz - Simona Hainz - pixelio.de
Frage in die Runde:
1. Sind Bürgerreporter bereit bei ihrem Cafe- bzw. Bäckereibesuch einen Kaffee für Bedürftige zu spenden?
2. Sind Bürgerreporter bereit beim Cafe- bzw. Bäckereibesuch einen „aufgeschobenen Kaffee“ zu bestellen?
3. Welcher Bürgerreporter würde in einer kleinen Ad – hoc - Arbeitsgruppe dazu mitarbeiten?
Falls genug Leute rufen ".... ich bin dabei ...." könnte ja Probelauf gestartet werden.

Ich bitte um zahlreiche Kommentare zum Artikel. Sollte ein Bürgerreporter bei der AG (3 bis 5 Leute würden ja reichen) mitmachen wollen, bitte ich um eine Benachrichtigung per „Persönliche Nachricht“ zwecks weiterer Absprachen.


(Quelle und mehr Informationen)

https://suspendedcoffee.de/…

*
Ich erspare mir hier statistische Zahlen anzugeben. Ich denke es ist allgemein anerkannt, dass immer größere Bevölkerungsteile in der BRD in den letzten Jahrzehnten „den Gürtel enger schnallen“ müssen. „Genug zu essen und zu trinken“ ist zumeist gewährleistet. Der Kaffee zu Hause kostet nur ein Bruchteil von dem was im Cafe oder in der Bäckerei auf den Tresen gelegt werden muss. Deswegen ist für viele Mitbürger eine schöne heiße Tasse Kaffee im Cafe oder in der Bäckerei um die Ecke einfach Luxus, den mann / frau sich nur ab und an leisten kann (oder will).

Kaffeetasse - Simone Hainz - pixelio.de
Kaffeetasse - Simone Hainz - pixelio.de
**
„Zeichen setzen“ ist recht allgemein ausgedrückt. Im Speziellen erwarte ich, dass nach erfolgreichem Start (Es finden sich Sponsoren und es finden sich beschenkte lassen Wollende) das Problembewusstsein bei Sponsoren geweckt werden kann, dass es in unserer Gesellschaft kaum sichtbare, aber massenhaft vorhandene Armut gibt. Denn ich habe den Eindruck, dass zwar in breiten Bevölkerungskreisen das Wissen über die sich verbreitende Armut vorhanden ist, dass aber mangels eigenen Erlebens nicht klar ist, dass die Armut nicht in irgendwelchen sozialen Brennpunkten sich bündelt, sondern dass die Armut die „nette ältere Dame vom Nachbarhaus zwei Nummern weiter“ erreicht hat. ((Diese Erfahrung konnte ich mehrmals machen, denn „mein“ Bäcker um die Ecke bietet am Sonntagmorgen das Brot vom Samstag zum halben Preis an. Schon kurz nach Ladenöffnung ist die Nachfrage danach recht hoch.))

***
„Irgendjemand“ ist recht allgemein ausgedrückt. Ich denke es sollte schon deutlich sein, dass nicht nur Bedürftige den aufgeschobenen Kaffee nachfragen. Es gibt – Prozentsatz unmöglich auch nur zu schätzen – immer „liebe“ Mitbürger, welche trotz mangelnder Bedürftigkeit „Alles abgreifen“ was ihnen angeboten wird.

Kaffeebohnen - blueby78 - pixelio.de
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Kaffee mit Haube - Sandra Nabbefeld - pixelio.de
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Kaffeeherz - Simona Hainz - pixelio.de
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Kaffeetasse - Simone Hainz - pixelio.de
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Kaffeemaschine - Petra Bork - pixelio.de
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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
11.084
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 11.03.2019 um 21:09 Uhr
Zwiespältige Sache, einerseits gut gemeint, andererseits stigmatisiert es die, die es in Anspruch nehmen, als Almosenempfänger. Jeder sollte so viel haben, dass er sich ab und an einen Cafébesuch leisten kann.
Christian Momberger
11.166
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 11.03.2019 um 22:23 Uhr
> Jeder sollte so viel haben, dass er sich ab und an einen Cafébesuch leisten kann.

Das wäre natürlich das Beste, Bernd.
Stefan Walther
4.446
Stefan Walther aus Linden schrieb am 11.03.2019 um 22:41 Uhr
Martin, ich kann mich Bernd`s Kommentar nur anschliessen. Was ich auch nicht verstehe = auf der einen Seite verurteilst du die Tafeln auf`s Schärfste und dann solch eine "Almosenaktion"? Wäre es nicht sinnvoller diese Zeit und Kraft die du da reinstecken willst anders zu verwenden!?
Nicole Freeman
9.809
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 12.03.2019 um 13:26 Uhr
sehe ich als wenig sinnvoll- dann lieber die einkaufstüte für die tafel
Martin Wagner
2.526
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 12.03.2019 um 14:46 Uhr
Ganz kurz zum Kommentar von Bernd Zeun:

Ein "outen" als Almosenempfänger muss in diesem Vorschlag nicht zwingend notwendig sein. Nach genauen Absprache mit dem Verkaufspersonal kann die Nutzung eines aufgeschobenen Kaffees sehr diskret erfolgen. (Also konkret: Kein Verkäufer darf quer durch den Bäckerei brüllen: Anne-Lies mach eemal aan uffgeschobenen Kaffee am Automaat fertisch ...!)


Ganz kurz zum Kommentar von Stefan:

Wie du aus diesem Artikel heraus lesen willst, dass es sich bei dem "aufgeschobenen Kaffee" um eine "Almosenaktion" handeln soll, ist mir völlig schleierhaft.

Natürlich bin ich prinzipiell gegen die Tafeln, weil hier der in den letzten Jahren sich eingestellte massenhafte gesellschaftliche Zustand dokumentiert wird, dass die Gesellschaft (genauer der dieses System tragende Kapitalismus) nicht in der Lage ist, einen Rechtsanspruch auf ein Minimum zum Überleben zu sichern.

Bestenfalls alle paar Tage eine "gesponserte" Tasse Kaffee mit dem zum Überleben notwendigen Zuwendungen der Tafel zu vergleichen, halte ich - um es vornehm auszudrücken - schon sehr abenteuerlich.

In meinem Artikel steht ausdrücklich drin, dass es mir in erster Linie um das - was neumodisch so bezeichnet wird - "Teilhabe am gesellschaftlichen Leben" geht. Gut ich bin nicht verarmt, aber seit über 13 Jahren gehe ich regelmäßig zu der örtlichen Montagsdemonstration. Mir ist dadurch schon klar geworden, warum die Stigmatisierung der arm Gemachten in der BRD so prima funktioniert. Die in eine immer schneller sich drehende Abwärtsspirale sich befindende "Ausgekotzten des Kapitalismus" (vornehm: Menschen, die zwar das Einzige was sie besitzen verkaufen wollen, aber im System keine Abnehmer für ihre Ware "Arbeitskraft" finden) werden immer stärker isoliert bzw. isolieren sich selber. Bei der MoDe gab und gibt es Menschen, die ausser den Mitstreitern am Montagabend keine oder kaum Menschen kennen, mit denen sie kommunizieren können oder wollen. Das geht teilweise soweit, dass die betroffenen Menschen immer seltener aus dem Haus gehen, weil sie Angst davor haben, dass sie anhand der getragenen Kleidung als "arm" identifiziert werden können.

Woher kommt diese Angst? Ist die Einschätzung überzogen?
Ich denke nicht. Grunderfahrung in unserer Gesellschaft ist der Mangel an Solidarität mit den Unterdrückten (hier: arm Gemachten). Durch mangelnden Wissen - so meine Einschätzung - ist die Meinung unter den noch nicht Deklassierten weit verbreitet: Wer in einer solchen Lage ist, ist irgendwo selber dran schuld. Dass dies in den meisten Fällen eben nicht der Grund ist, ist nur durch Kommunikation zwischen arm Gemachten und Noch-nicht-arm-Gemachten klar zu stellen. (Die Medien sind nicht in der Lage - oder willens - das "rüber" zu bekommen.)

Auch deswegen ist der "Kaffee um die Ecke" weit mehr als eine geringfügiges Almosen, sondern ein Beitrag zu der dringend nötigen Diskussion aller Gesellschaftskreisen miteinander. (Und nicht, wie die Stadt das propagiert: Diskussionen im Stadttheater.)

Oder noch kürzer ausgedrückt: Sollte sich diese Form der Nachbarschaftshilfe etablieren, könnte ich mir vorstellen, dass beide Seiten (der Sponsor und der Gesponsorte) einen auch immateriellen Nutzen davon trägt.

Sponsor:
Weil er sich immer wieder klar macht, auch in der Nachbarschaft gibt es versteckte Armut. (Vielleicht denkt er auch darüber nach, warum das so ist.)

Gesponsorter:
Ich gehe doch aus dem Haus und "wage" mich unter die Leute. (Vielleicht nimmt er irgendwann auch an politischen Aktionen teil.)

Stefan, ich kann mir deine Gegenrede schon gut vorstellen. Natürlich ist so etwas "klein - klein". Ob ich darin meine Zeit und Kraft verschwende, ist und bleibt sicher meine Entscheidung. Zugegeben der in meinen Augen wenig attraktive Zustand politisch links stehender Gruppen (Parteien sind ja nicht mein Ding) in Giessen hat dieses klein - klein gefördert. Die Notwendigkeit gesellschaftliche Probleme an der Wurzel zu packen (radikal zu sein) sehe ich schon, aber im Moment finde ich in Giessen keine passende Gruppe dafür (und für die Gründung einer eigenen Gruppe bin ich zu faul).
Stefan Walther
4.446
Stefan Walther aus Linden schrieb am 12.03.2019 um 20:07 Uhr
Gut Martin, klar ist das allein deine Entscheidung, aber was ich etwas abenteuerlich finde, ist, was du alles so in meine kurze Antwort hinein interpretierst.

Du kennst schon meine Gegenrede? Nun, "klein-klein" und notwendige Kleinarbeit sind verschiedene Dinge, stimmt.
Du findest in Gießen keine passende Gruppe? Vielleicht scheust du auch nur ein wenig die inhaltliche Auseinandersetzung, gehst evt. mancher Argumentation und Diskussion aus dem Weg oder ignorierst zutreffende Meinungen und Tatsachen weil sie ggf. nicht in dein politisches Schema passen? Es sind nur Vermutungen, wer aber meint keine "passende Gruppe" zu finden, muss sich natürlich auch die Frage gefallen lassen "liegt es vielleicht auch an dir und nicht ( nur ) an einer fehlenden passenden Gruppe"?
Karl-Ludwig Büttel
3.699
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 13.03.2019 um 22:28 Uhr
Diese Art der Kaffees gibt es ja schon ein paar Jahre. Ich selbst habe in meinem Arbeitsbereich drei Kaffees die mitmachen. Es ist leider nicht so wie Herr Wagner es vermutet. Die etwas besser sortierten unterschwelligen Hilfeempfänger sind die Nutzer. Auf gut Deutsch diejenigen Obdachlosen die noch ein minimales Selbstwertgefühl besitzen und auch sonst keine Hilfe verweigern. Als ein Ort der Kommunikation würde ich es nicht bezeichnen. In der Regel wenn sie Alleine /Einzel kommen, dann nehmen sie den Kaffee gerne mit und scheuen den Aufenthalt in dieser Umgebung. Wenn sie zu Zweit oder Dritt kommen und gerade im Winter sich aufwärmen wollen, verziehen sie sich in eine sichere Ecke. In den Großstädten neigt man deshalb dazu eigene Kaffees und Treffs zu eröffnen und zu betreiben. Natürlich haben Sie Recht Herr Wagner wenn Sie schreiben, das Personal könnte das diskret machen, leider sieht man aber den Menschen zumindest in Kaffees die Bedürftigkeit noch mehr an , als bei den Tafeln. Vielleicht ist es in Marburg etwas anders, da ist ja im Vergleich zu Frankfurt eher Ländlich.(Nicht negativ gemeint aber sicherlich in Bezug auf die Betroffenen). Meine Erfahrung ist wer Lust auf einem Kaffee hat und keine andere Möglichkeit nimmt das Gebotene an auch wenn eine Stigmatisierung erfolgt durch die anderen Gäste. Diese Menschen sind tatsächlich in dieser Beziehung leider schon abgestumpft. Viel mehr wäre geholfen, wenn man diese Menschen anspricht und ihnen dabei in die Augen schaut. Das ist ein Fprm der Wertschätzung. Leider wird weggeschaut und in der Regel anonym gespendet. Das Projekt insgesamt ist ein gute Idee. Alles was den Menschen hilft findet meine Unterstützung.
Christine Stapf
7.153
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 14.03.2019 um 09:09 Uhr
Die Blicke derer, die Im Cafe sitzen, und die Abstumpfung einiger Menschen wird es denen, für die der "Aufgeschobene Kaffee" gedacht ist nicht leicht machen dieses Angebot anzunehmen.

Herr Büttel ich kann Ihren Kommentar nur unterstreichen !
Martin Wagner
2.526
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 16.03.2019 um 20:59 Uhr
Danke Herr Büttel für ihren Hinweis. Es fehlt offensichtlich in der Liste meiner Fragen ein Punkt 4.

Ich reiche ihn nach!

(alt 3 wird neu 4)

3. Gibt es aus anderen Gemeinden oder Städten in der BRD schriftlich formulierte Erfahrungen mit dem Angebot "aufgeschobener Kaffee", ins Besonders was die Frequenz der Nachfrage bzw. der "gesellschaftlichen Breite" der Sponsoring - Annehmer betrifft?

(Hintergrund der Frage: Ist überhaupt ein nennenswerte Anzahl von Nehmern der "aufgeschobenen Kafees zu erwarten und / oder sind die Nachfragenden nur in einem bestimmten gesellschaftlichen Spektrum zu verorten?)
Christine Stapf
7.153
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 17.03.2019 um 13:13 Uhr
Es ist keine Idee der deutschen Cafebesitzer;

Einen Weg zeigt die Initiative „Suspended Coffee“ aus. Sie wurde von der damals 17-jährigen Saskia Rüdiger 2013 aus England nach Deutschland geholt. Das Prinzip ist einfach: In Cafés, die an der Aktion teilnehmen, können zwei statt einen Kaffee kaufen, obwohl sie nur einen trinken. Das Café vermerkt den zweiten Kaffee dann als bereits bezahlt. Sobald dann jemand einen Kaffee haben möchte, ihn sich aber nicht leisten kann, bekommt er den bereits bezahlten Kaffee.

Laut der Liste machen diese Cafes in Gießen mit:
Café Frankfurt Frankfurter Straße 45 35390 Gießen
Café Marktplatz Mäusburg 4 35390 Gießen

Hier der Link mit den Informationen;

http://www.focus.de/finanzen/news/aufgeschobener-kaffee-zwei-bezahlen-einen-trinken-wie-sie-beim-naechsten-cafe-besuch-etwas-gutes-tun-koennen_id_8587386.html
Martin Wagner
2.526
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 17.03.2019 um 15:17 Uhr
Danke Frau Stapf für die Informationen.

Bei Gelegenheit frage ich einmal bei Siebenkorn (Betreiber der zwei genannten Cafes) nach.
Martin Wagner
2.526
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 27.03.2019 um 07:36 Uhr
Ich habe die Betreiber von Siebenkorn angeschrieben und warte auf Antwort.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Martin Wagner

von:  Martin Wagner

offline
Interessensgebiet: Gießen
Martin Wagner
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