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Skitour über den Wannenkopf auf das Riedberger Horn

von Kurt Wirtham 08.03.2019994 mal gelesen11 Kommentare
Auf dem Gipfel des Riedberger Horns. Blick nach Süden über den Besler auf den Allgäuer Hauptkamm
Auf dem Gipfel des Riedberger Horns. Blick nach Süden über den Besler auf den Allgäuer Hauptkamm
Gießen | Zum Ende der Faschingsferien hat es in den Allgäuer Bergen noch gut Schnee. Man wird dieses Jahr auch an Ostern noch die Bretter anschnallen können.

Dieser Tage stürzte ein Baum unter Schneelast und Wind in ein Stromkabel der Tiroler Zugspitzbahn. Durch den abrupten Stop sprang das Zugseil aus einer Rolle und 82 Fahrgäste mussten mit einem Rettungskorb zur Gipfelstation gebracht werden, um von da mit der bayrischen Zugspitzbahn nach unten gebracht zu werden.

Abseits solcher Tücken ging ich (eingescannte Dias, ein paar Jahre zurück) mit meinen Tourenskiern vom Riedbergpass (1.420 m) auf den Wannenkopf (1.712 m), wo mich ein schöner Blick über das Nebelmeer auf die Oberstdorfer Bergkulisse erwartete. Weiter gings über den Bolgen und Bolgengrat auf das Riedberger Horn (1.787 m). Der Gipfel, ohne grössere alpine Anforderungen zu erreichen, ist das Ziel vieler Fusswanderer, Schneeschuhgeher und Skitourengeher. Nach Norden zu hat sich das Nebelmeer gehalten, Richtung Süden hat es etwas aufgelockert und auf dem Gipfel und bei der Abfahrt nach Grasgehren scheinte schließlich die Sonne.

Das Riedberger Horn hatte
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ja die letzten Jahre zumindest in Bayern heftigen Wirbel ausgelöst. Die Gemeinden Obermaiselstein und Balderschwang wollten eine sog. "Skischaukel" zwischen zwei bestehenden Lifttrassen bauen. Diese sollte aber wenig unterhalb des Gipfels durch die seit über 45 Jahren gemäss bayrischem Alpenplan eingerichtete Schutzzone C führen, in der keinerlei Bauten und weitere Wege gestattet sind. Nachdem sich die CSU-Landesregierung (unter MP Seehofer) für eine Ausnahmeregelung stark machte, änderte der bayrische Landtag den Landesentwicklungsplan und damit den Alpenplan. Die Skischaukel war beschlossene Sache. Doch die bekannten Umweltschutzverbände (Alpenverein, BUND, NABU und vor allem örtliche Umweltaktivisten kämpften unverdrossen weiter und zogen vor Gericht. Nachdem Markus Söder Ministerpräsident geworden war, kippte er als eine seiner ersten Massnahmen den Bau der Skischaukel, obgleich auch er zuvor vehement dafür eingetreten war. Stattdessen schanzte er den Gemeinden Obermaiselstein und Balderschwang 20 Millionen Euro zu, zur Förderung von nachhaltigem Tourismus.

Prompt hatten jedoch die Skiliftbetreiber in Grasgehren zu Beginn der diesjährigen Saison eine finanzielle Liquiditätsklemme bekanntgemacht und die Gemeinden Obermaiselstein und Balderschwang mussten mit einer Finanzspritze die diesjährige Saison sichern.

Meinerseits kann ich mich am Riedberger Horn auch ohne Lift erfreuen.

Auf dem Gipfel des Riedberger Horns. Blick nach Süden über den Besler auf den Allgäuer Hauptkamm
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Auf dem Gipfel vom Wannenkopf. Unter dem Nebelmeer liegt Oberstdorf
auf dem Bolgengrat zum Riedberger Horn. Da hat schon jemand vor mir "gespurt".
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Über dem Riedberger Horn hängt eine Wächte
das Gipfelkreuz erreicht
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Blick vom Gipfel nach Norden auf die Allgäuer Nagelfluhkette
Blick nach Südwesten - Richtung Bregenzer Wald
meine "Fiass" über der bevorstehenden Abfahrt
den Gipfelhang gut bewältigt. Kurze Rast am Hauschober

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.157
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.03.2019 um 22:58 Uhr
Dann hat die Söder Spritze ja ihr Ziel erreicht;-)
Kurt Wirth
2.237
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 09.03.2019 um 10:50 Uhr
Noch nicht. Man weiss wohl nicht so recht, wie man das Geld ausgeben soll. Konkrete Pläne und Vorschläge gibt es nicht, abgesehen von einem "alpinen Erlebniszentrum".
H. Peter Herold
28.157
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.03.2019 um 10:53 Uhr
Was das wohl ist?
Kurt Wirth
2.237
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 09.03.2019 um 11:07 Uhr
Das ist im Kern eine "multimediale Ausstellung", um die herum Vorträge und Wanderungen organisiert werden und regional typische Produkte verkauft werden. Man kennt so was auch an verschiedenen Orten am Wattenmeer.

Siehe:
http://www.nez-allgaeu.de/
sowie:
http://www.br.de/nachrichten/bayern/streit-um-die-zukunft-des-tourismus-im-allgaeu,R5ZVOfw
(auf dem Foto bei letzterem Bericht sieht man übrigens die völlig allgäuuntypischen tibetischen Gebetsfahnen flattern)
H. Peter Herold
28.157
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.03.2019 um 11:16 Uhr
Heute muss alles Event heißen und organisiert werden. Ich weiß nicht wie deine Jugend war. Wir haben uns selber organisiert und allein oder mit unserer Clique, jetzt sagt man eventuell Gang, was in der Natur unternommen.
H. Peter Herold
28.157
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.03.2019 um 11:30 Uhr
Zum 2. Link. Was soll das" in Skigebiete zu investieren"?

In einigen Jahren ist Skifahren allenfalls noch oben auf der Zugspitze möglich. Ist das den Planern nicht bekannt? Oder geht es wieder nur um "kurzsichtiges Geld" verdienen?
Kurt Wirth
2.237
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 09.03.2019 um 19:07 Uhr
Ganz meine Meinung, auch was die "Events" angeht.

Die Tourismusindustrie am deutschen Alpenrand geht wohl von einem Planungshorizont von ca. 30 Jahren aus. Dieser Zeitraum verkürzt sich aber faktisch von Jahr zu Jahr. Es ist natürlich völlig sinnlos, in Sachen Skipisten mit den zentralalpinen Gebieten in Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich konkurrieren zu wollen. Und auch da wird es dünne.

Die Gegend um das Riedberger Horn brauchte bis dato, trotz der der relativ niedrigen Höhenlage, kaum Unterstützung durch Schneekanonen. Das hängt mit der geografischen Lage zusammen: Hier knickt der Alpenverlauf von der Ost-West-Richtung der deutschen Alpen am Bodensee in Richtung Südwesten ab. Das führt zu besonders ausgeprägten Stau-Wetterlagen. Feuchte Luft strömt vom Atlantik heran und wird hier aufgehalten bzw. zum Aufsteigen gezwungen, was zu besonders vielen Niederschlägen führt.

Ich denke, die Tourismusinvestoren gehen auch davon aus: Erfahrungsgemäss ist es so, dass bei einer Pleite mit höheren Summen eher damit zu rechnen ist, dass die öffentliche Hand unter die Arme greift, als bei Kleinbeträgen.
H. Peter Herold
28.157
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.03.2019 um 21:09 Uhr
Die öffentliche Hand wird vom Steuerzahler gesponsert :-(
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Kurt Wirth
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