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Die Bahn auf dem Kopf- sieht man den Kunden


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Kommentare zum Beitrag

DLRG Kreisgruppe Gießen e.V.
377
DLRG Kreisgruppe Gießen e.V. aus Gießen schrieb am 06.02.2019 um 00:05 Uhr
.
Christian Momberger
11.217
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.02.2019 um 00:07 Uhr
Interessant, wusste ich auch noch nicht.
H. Peter Herold
28.315
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 06.02.2019 um 00:09 Uhr
Man kann nicht alles wissen. Das weiß die Bahn ja selber nicht:-) Sie würde es sonst ändern.
Martina Lennartz
6.066
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 06.02.2019 um 00:11 Uhr
Vielleicht ist es Absicht :D
Kurt Wirth
2.424
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 06.02.2019 um 11:15 Uhr
Dabei geht es nicht nur um die "Bahn" als solche. Die "Bayerische Eisenbahngesellschaft" z.B. muss den Nahverkehr in Bayern sichern. Dieserhalb schreibt sie alle paar Jahre die Vergabe zur Bedienung der Strecken neu aus. Da ist die DB ein Bewerber unter vielen. Seit dieses System in Betrieb ist (d.h. seit der juristischen Privatisierung der Bahn) hat sie immer mehr Strecken an Privatbahnen verloren. Hinter diesen stecken vor allem der Transdev-Konzern (gehörte seinerseits bis 2016 dem französischen Trinkwasser-, Müll-etc. Konzern Veolia) und neuerdings das britische Unternehmen Go Ahead.

Heute meldet die Presse, dass die Bayerische Eisenbahngesellschaft die Bayerische Oberlandbahn und Meridian (beide Transdev) zu einem Krisengespräch gebeten hat. Sie haben beim kürzlichen Wintereinbruch südlich von München den Bahnverkehr eingestellt. Generell arbeiten die Privatbahnen mit zu wenig Reserven an Personal und Material. So führte beim ALEX (Allgäu-Express zwischen München und Oberstdorf/Lindau), über die Deutsche Länderbahn ebenfalls zu Transdev gehörig, in jüngerer Zeit die Krankheit von Lokführern ständig zu Schienenersatzverkehr zwischen Kempten und Oberstdorf und Lindau. Während des heissen Sommers wurden kürzere Wartungsintervalle von Lokomotiven und Waggons erforderlich, was ALEX nicht auf die Reihe bekam und ebenfalls laufende Zugausfälle nach sich zog. Die seit Dezember verkehrende "Ostallgäu-Lechfeldbahn" zwischen Augsburg und dem Ostallgäu hat ebenfalls mit Qualitätsproblemen zu kämpfen.

Der Profit geht vor Versorgungsauftrag!
Martina Lennartz
6.066
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 06.02.2019 um 11:24 Uhr
Lieber Kurt, da hast du völlig Recht. Im Kapitalismus ist das nun mal so.
H. Peter Herold
28.315
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 06.02.2019 um 17:16 Uhr
Nicht alles auf das Kapital schieben. Die jeweiligen Landes- und Bundesregierungen tragen da einen Teil dazu bei.
Martina Lennartz
6.066
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 06.02.2019 um 17:48 Uhr
.....und du meinst, dass dort der Sozialismus herrscht:D
Kurt Wirth
2.424
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 06.02.2019 um 17:49 Uhr
Aber in einer Sache haben die Privatbahnen manchmal ihren Charme:

Der ALEX bietet im Gegensatz zur DB im Nahverkehr auch Fahrkarten im Zug an. Bei der DB sind beim Einstieg ohne Fahrkarte 60,00 Euro fällig. Außerdem hat der ALEX ein Bistro. Aber er hat hauptsächlich alte, von der DB ausrangierte Waggons, ein bisschen aufgemöbelt: Sitze frisch überzogen - aber beim Hinsetzen versinkt man oft in ungeahnten Tiefen. Einiges frisch lackiert.

Und man kann seinen Kindern bzw. Enkeln einmalige Erlebnisse bieten: Die Toiletten werden nach verrichtetem Geschäft zwar nicht mehr wie vor 100 Jahren mit einem Fußhebel und Öffnen einer Klappe in der Schüssel entleert. Nein, man hat einen Leuchtknopf zum Drücken vor sich. Aber dann öffnet sich wie vor 100 Jahren die Klappe und man sieht unten die Basaltsteine des Bahndamms vorbeirauschen. Echte Nostalgie!
Kurt Wirth
2.424
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 07.02.2019 um 10:46 Uhr
was das Kapital in dieser Frage angeht:
100 und mehr Jahre kam es diesem zu Pass, dass der Staat eine optimale Infrastruktur zur Verfügung stellt. Das war quasi eine Selbstverständlichkeit. Selbst kleine Manufakturbetriebe hatten ihren eigenen Gleisanschluss. Selbst in kleineren Orten gab es Bahnhöfe, damit die Arbeitenden an ihre Arbeitsorte gelangen konnten. Dann kam das Kapital auf die Idee, das alles selbst in die Hand zu nehmen und damit Geld zu verdienen. Unrentable Strecken und Bahnhöfe wurden geschlossen. Stattdessen Autobahnen privat finanziert und die Bahn mehr und mehr privatisiert. Bekanntlich verkauft das Kapital auch noch den Strick, an dem es aufgehängt wird.

Und das alles betrifft ja nicht nur die Verkehrs- und Transportwege. Ebenso den Gesundheits- und Bildungssektor. Das hat nun interessanterweise dazu geführt, dass linke und fortschrittliche Leute sozusagen den Zustand des früheren Kapitalismus verteidigen müssen. Und natürlich die Beseitigung des Kapitalismus. Das ist nun auch keine neue Erkenntnis. Wie: der Ball ist rund.
H. Peter Herold
28.315
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.02.2019 um 11:23 Uhr
Also doch die Politiker und Parteien bzw. die Regierungen schuldig, denn die haben privatisiert.
Kurt Wirth
2.424
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 07.02.2019 um 12:29 Uhr
Von Ausnahmen abgesehen können die herrschenden politischen Kräfte gar nichts gegen das Kapital entscheiden oder unternehmen.
Friedel Steinmueller
3.574
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 07.02.2019 um 15:24 Uhr
@Herr Wirth!
"Aber beim Hinsetzen versinkt man oft in ungeahnten Tiefen!"
Wie ist das wohl gemeint? Etwa mit Schnorchel?
Kurt Wirth
2.424
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 07.02.2019 um 17:32 Uhr
Die Sitze sind arg "durchgesessen".
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Martina Lennartz

von:  Martina Lennartz

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Martina Lennartz
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