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Katakomben platzten aus allen Nähten! Jazz hat's aus Lauterbach zu Gast in St. Thomas Morus

Zu Gast in den Katakomben: Jazz hat's aus Lauterbach
Zu Gast in den Katakomben: Jazz hat's aus Lauterbach
Gießen | In den übervollen Katakomben von St. Thomas Morus präsentiert das a capella Ensemble „Jazz hat’s“ anspruchsvolle moderne Arrangements mit tiefer Überzeugung und erntet dafür frenetischen Beifall.
Ein Gemeindesaal in Gießens Osten. Tagsüber lernen hier Immigranten die deutsche Sprache, machen sich vertraut mit einer für sie fremden Kultur. Ein multifunktioneller Raum aus den 90ern: Lamellen vor den Fenstern, lange weiße Resopaltische, ein grauer Linoleumbodenbelag, es staubt aus den bereits verblichenen Sitzpolstern der in die Jahre gekommenen Saalbestuhlung. Tiefe Abdrücke graben sich in das Polster und hinterlassen Spuren. Dieser Raum hat schon viel gesehen.
Mehr als „ehrfürchtige Sakralkultur“
Wie aus einem grauen und tristen Pfarrsaal der St. Thomas Morus Gemeinde eine „kultiger“ Ort wird, eine Szene, wo Kultur und Mensch sich begegnen, bewies der Förderverein jener Gemeinde am vergangenen Samstag. „In die Katakomben“ hatte dieser eingeladen und sah sich fragenden Gesichtern ausgesetzt. Wo sind denn die Katakomben? Uralte steinerne Gemäuer sucht man in der gerade erst 50 Jahre alten Kirche vergeblich. Wer
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sich aber die Mühe macht von der Kirche aus die Stufen hinabzusteigen direkt an der Grünberger Straße gelegen und schräg nach hinten weitergeht, begegnet diesem Ort, wo seit nun einem Jahr unter dem Label „Katakombenkonzerte“ Kirche beweist, dass sie mehr zu bieten hat als „ehrfürchtige Sakralkultur“.
Im Schatten der Spitzbunker
Die Lage ist dabei entscheidend, am Stadtrand, an einer der Hauptausfallstraßen Gießens. Die Lichter der Straße, Autos und Häuser spiegeln urbanes Lebensgefühl. Die weite Fensterfront dient als Kulisse und verstärkt dies: Katakomben in modernem Gewand.
Die „Jazz hat’s“ aus Lauterbach singen seit vielen Jahren. Man spürt, dieses Ensemble hat sich gefunden und beschwört eine Einheit auf und neben der Bühne. Wöchentliche Proben sorgen für einen auswendigen Vortrag, perfekte Einsätze bei rhythmisch anspruchsvollen Arrangements und einem charakteristischen Ensembleklang. Dazu kommt der Spaß, den die 15 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne versprühen. Kraftvoll und mit Überzeugung treten sie auf.
Mut, Vertrauen und Stärke
Ihr neuestes Programm nennt sich „How fragile we are…von Zerbrechlichkeit und Mut“. Es steckt voll Poesie und Anmut. Lyrische, zuweilen nachdenkliche, Textpassagen wechseln sich mit Gesangsvorträgen ab. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt. Die Texte ernten wie die Lieder Applaus. Sie handeln von Mut, Vertrauen und innerer Stärke.
Die Arrangements sind klug durchdacht und bergen musikalische Raffinesse. Leonard Cohens Halleluja-Klassiker – oft kopiert, selten überzeugt – überrascht durch eine transparente rhythmische Grundierung in den Background-Stimmen, die Solo-Stimme besticht mit Klarheit und Präsenz.
Das Fazit: ein überwältigendes Klangerlebnis vor begeisternder Kulisse. Wer die „Jazz hat’s“ verpasst hat, kann sie u.a. am 7. April live erleben in der Kulturschmiede Lautertal in 36369 Eichenrod. Weitere Informationen unter www.jazzhats.de.

Nächste Veranstaltung: Samstag, den 9. Februar 2019 um 17 Uhr Konzert für Orgel und Trompete, Eintritt frei.

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von:  Jakob Handrack

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