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Weg mit § 219 a- für ein Recht auf Information zum Schwangerschaftsabbruch

Gießen | Große Solidarität erfuhr die Frauenärztin Kristina Hänel am 26.01.2019 in Gießen. Durch die Anzeige der Gießener Ärztin, die ihren Fall öffentlich machte, wurde die schlechte Versorgungslage in Deutschland unübersehbar. Schuld daran ist der § 219 a.

Etwa 500 Menschen demonstrierten für die Abschaffung des §219 a, für das Recht auf Information zum Schwangerschaftsabbruch. Die Route ging durch den Seltersweg zum Kirchenplatz und die Demonstrantinnen und Demonstranten forderten gemeinsam: Sicherer Zugang und Information zum Schwangerschaftsabbruch, Zugang zu Verhütungsmittel, für eine kindgerechte Gesellschaft, Freiheit von sexueller Gewalt, für sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung des Menschen.

Auf der Abschlusskundgebung am Kirchenplatz forderte sie, dass der § 219a aus dem Jahre 1933 endlich abgeschafft werden müsse. Es scheine aktuell die Mehrheit der Politiker für die Abschaffung zu sein, es sind die Linken, die Grünen, die FDP und sogar die SPD. Sie würden aber nicht so handeln.

Die GroKo hat einen Vorschlag eingereicht, in welchem an dem Paragraphen festgehalten werden soll. Das sei jedenfalls nicht sicher, sicher aber sei, dass ihre Homepage strafbar bleibe.

Originalredebeiträge von ihr sind folgend in Satzzeichen (Gänsefüßchen) und fett markiert.

„….Wir leben nicht mehr im Mittelalter.. Keine Regierung ist verpflichtet die Interessen einer kleinen fundamentalen, religiösen ideologisch agierenden Minderheiten der Mehrheit der Bevölkerung aufzuzwingen….
Die Interessen des Papstes, der mich und die Hälfte der Menschheit der Bevölkerung potentielle Auftragsmörder nennt, haben in der deutschen Gesetzgebung nichts zu suchen. Davon mal abgesehen, dass diese radikale frauenverachtende Haltung ja nicht mal bei den katholischen Gläubigern geteilt wird.…
Der Entwurf der GroKo soll Ende Januar Anfang Februar in den Bundestag. Es könnte zu einer Abstimmung kommen. Argumente der sogenannten Abtreibungsgegner, man müsse nun mal endlich die seelische Folge des Abbruchs erforschen, was längst erforscht ist- es gibt so viele Studien dazu- sind unzensiert ins Papier übernommen worden…“


Das Programm und Konzept aus Bayern soll wohl für ganz Deutschland abgekupfert werden.
(Siehe sogar hier:)
http://www.deutschlandfunk.de/paragraf-219a-werbeverbot-fuer-abtreibungen-niederbayerns.1773.de.html?dram:article_id=414755
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-12/paragraf-219a-werbeverbot-kompromiss-schwangerschaftsabbrueche
http://www.bayernkurier.de/inland/30624-csu-verteidigt-werbeverbot/

„..Wir Frauen wissen sehr genau, ob wir Mutter werden wollen oder nicht.
Wir wissen sehr genau wie lange unsere Kräfte reichen um Kinder, Angehörige und Kranke zu pflegen, denn wir sind es ja, die das überwiegend tun.
Niemand hat ein Anrecht auf unseren Körper. Niemand. Weder um sich dort ungewollt oder gekauften Sex zu holen, noch um uns ungewollt seinen Samen einzupflanzen, noch um uns im Falle einer ungewollten Schwangerschaft als unbezahlte Leihmutter im Auftrag des Staates oder einer Kraft zu benutzen.
Wir durften lesen und schreiben lernen, also gibt es keinen Grund uns Informationen, die für unsere Gesundheit und unseren Körperwichtig sind, vorzuenthalten…“


Die Vereinten Nationen setzen sich für eine weltweite Entkriminalisierung von Abtreibungen ein. Die Staaten müssten jetzt handeln, damit Frauen und Mädchen in Sachen Schwangerschaft selbst entscheiden könnten, forderte eine UN-Expertengruppe heute in Genf. Schätzungsweise 225 Millionen Frauen hätten keinen Zugang zu modernen Verhütungsmethoden. Und unsichere Abtreibungen führten Jahr für Jahr zum Tod von etwa 47.000 Frauen.

Aus diesem Grund fordert Hänel die Regierung auf, die Empfehlung der UN, die sie selbst unterzeichnet haben, auch endlich mal umzusetzen.

„…In diesen Tagen geht ein besonderer Appell an die SPD aufzuhören mit dem ambivalenten Rumgeeiere. Das kann sich übrigens keine einzige Frau im Falle einer ungewollten Schwangerschaft erlauben ein derartiges Rumgeeiere. Endlich Schluss machen mit Heuchelei, Doppelmoral und fundamentalistischem Irrsinn. Weg mit §219 a und ran an die Arbeit.“

Das Bündnis 8. März ruft auch aus diesem Grund zu der Demo zum internationalen Frauenkampftag am 8.3.2019 auf.
Keine Kompromisse. Weg mit § 218 und § 219 a.
17.30 Uhr Start am Kirchenplatz in Gießen

 
 
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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 26.01.2019 um 16:35 Uhr
Ist denn nicht die neue Vorsitzende der CDU gegen Aufhebung ?
Florian Schmidt
4.693
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 26.01.2019 um 18:44 Uhr
AKK ist ja auch ein religiöser Wirrkopf. Da sieht man was passiert wenn Menschen Politik gestalten deren geistiger Horizont in den Märchen und Sagen sowie gesellschaftlichen und moralischen Vorstellungen archaischer Hirtenvölker gefangen ist.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 26.01.2019 um 20:55 Uhr
;-)
Florian Schmidt
4.693
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 27.01.2019 um 18:35 Uhr
Herr Herold, wo meinen sie liegt ihre Ablehnung sonst begründet? Wenn sie sich an die Empfehlungen der UN und der WHO halten würde wäre der §219a Geschichte?
Michael Beltz
7.494
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 27.01.2019 um 18:39 Uhr
Da das Gesetz von 1933 stammt, muss es nach Ansicht einiger wohl im Gedenken an Adolf erhalten bleiben.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.01.2019 um 11:04 Uhr
und nachdem so mancher in einer Partei tätig war, wird es wohl so bleiben. Der Widerstand in den C-Parteien ist unverkennbar auch religiös begründet.
Florian Schmidt
4.693
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 28.01.2019 um 19:18 Uhr
Und eignet sich eine derart primitive Weltanschauung um der Lebenswirklichkeit des 21 Jahrhundert gerecht zu werden? Frau Nahles ist ja in der SPD hat aber den gleichen Querbalken des Kreutzes vor den Augen.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 29.01.2019 um 18:05 Uhr
So lange daran nicht die bewussten Haken sind ;-)
Florian Schmidt
4.693
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 29.01.2019 um 20:25 Uhr
Wieder eine typische Heroldsche Ausweichantwort.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 29.01.2019 um 20:33 Uhr
Und wieder ein typischer Kommentar des Herrn Schmid. Ohne Aussage nur ein Ankotzen anderer. Auch nicht zielführend. Daher bitte keinen weiteren
Kommentar der nicht zur Sache gehört und nur gegen .meine Person gerichtet ist.
Florian Schmidt
4.693
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 29.01.2019 um 22:59 Uhr
Was ist denn an der Feststellung, dass sowohl Annegret Krampf-Karrenbauer und Andrea Nahles hier aus ihrem verschrobenem christlichen Weltbild hinaus handeln irreführend? Selbst Irland ist mittlerweile liberaler in Fragen der Abtreibung.
Uwe Lennartz
186
Uwe Lennartz aus Gießen schrieb am 31.01.2019 um 11:47 Uhr
Die Rede von Kristina Hänel am 26.01. auf dem Kirchenplatz in Gießen ist hier zu sehen:
http://youtu.be/5F-eGYSZYA0
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