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Dr. Lars Witteck: "Ich trete nicht nur fachlich in große Fußstapfen"

von Sabine Glinkeam 18.05.20093264 mal gelesen2 Kommentare
Volker Bouffier, Dr. Lars Witteck und Wilfried Schmied.
Volker Bouffier, Dr. Lars Witteck und Wilfried Schmied.
Gießen | "Ihnen allen ein herzliches Adieu - und auf Wiedersehen!" Die Stimme zittert, bricht fast weg, als der scheidende Regierungspräsident Wilfried Schmied sich am Montagvormittag in der Kongresshalle von Kollegen, Amtsvertretern und vor allem Gönnern verabschiedet hat. Zehn Jahre lang hatte der 65-jährige Schmied das Amt geleitet - so lange wie kein anderer Regierungspräsident zuvor. Schmied war keiner, der mit "Feuer und Schwert" umhergezogen sei, sondern er habe immer versucht, Brücken zu bauen und Kompromisse zu finden, wo immer dies möglich gewesen sei, betonte der Hessische Innenminister Volker Bouffier. Der "Neue", Richter Dr. Lars Witteck, tritt in große Fußstapfen. Er wurde am Montag direkt ins Amt eingeführt.
Bei der Feier platzte die Kongresshalle aus allen Nähten - rund 800 Gäste waren gekommen, 350 aus Politik und Wirtschaft, außerdem 450 Mitarbeiter des Regierungspräsidiums. Wie gut und geschätzt die Zusammenarbeit mit dem RP unter Schmied sei, zeige sich daran, dass "86 der 98 Bürgermeister aus Mittelhessen" anwesend seien, so Hans-Otto Kneip, Vizepräsident des RP. Unter Schmied sei das Regierungspräsidium
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zu einer "Ermöglichungsbehörde", also einer Verwaltung, die Kundenwünsche aufgreift, geworden, betonte Kneip. Mit seiner verbindlichen Art sei es Schmied gelungen, unterschiedlichste Interessen auszugleichen, in dem er allen Mitarbeitern zunächst einmal Vertrauen entgegengebracht habe.
Schmied sei "das Gesicht Mittelhessens" und ein "Anwalt" für dessen Belange, betonte Volker Bouffier. "Die Behörde ist zusehends zusammengewachsen", lobte der Minister die Arbeit des RP. "Man kann mit gutem Gewissen sagen: Du hast dich um die Region verdient gemacht". Den Vorwurf, das RP sei eine "Verhinderungsbehörde" höre er nur noch selten, so Bouffier. Schmied habe mit seinen Mitarbeitern immer daran gearbeitet, Genehmigungsverfahren zügig zum Abschluss zu bringen. Gleichzeitig sei Schmied auch ein Regierungspräsident zum Anfassen gewesen: Er habe sich auf vielen Veranstaltungen blicken lassen, seine Präsenz sei legendär. "Wer ihn einmal auf seinem Rennrad erlebt hat, weiß, dass man ihn bremsen muss", spielte Bouffier auf die regelmäßige Teilnahme Schmieds bei der "Tour der Hoffnung" an. Dies sei keine Amtsverpflichtung, sondern pure Leidenschaft.
Für die Städte und Gemeinden sprachen Gießens Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann (CDU)
und Wetzlars Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP). Haumann lobte Schmieds Arbeit und richtete sich an Witteck: "Wir können das, was Wilfried Schmied vorgelegt hat, gemeinsam noch ein gutes Stück weiterentwickeln", setzt der Rathauschef auf weiterhin gute Zusammenarbeit mit der übergeordneten Behörde. Nicht nur mit dem "Regionalmanagement MitteHessen", dem Schmied auch nach seiner Amtszeit weiter vorstehen wird, habe man eine Plattform geschaffen, auf der die wesentlichen Akteure aus Wirtschaft, Politik und Verbänden zusammenfinden könnten, lobte Wetzlars Rathauschef Dette. Nur so sei es möglich gewesen, das Clustermanagement in der Medizintechnik und im Bereich Optik/Feinmechanik voranzubringen.
Sichtlich schwer fiel es Schmied, Abschied zu nehmen von "einer mir ans Herz gewachsenen Aufgabe". "Ich verabschiede mich von diesem Amt, nicht aber von Ihnen", versprach der scheidende Amtsinhaber. In einer bewegten und bewegenden Rede ließ der 65-Jährige noch einmal die vergangenen zehn Jahre Revue passieren und er berichtete von Höhen und Tiefen, von Erreichtem und gemeinsamen Festen. Er zeigte sich stolz auf die Region Mittelhessen und darauf, dass es gelungen sei, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln. Einen Mehrwert für die
Region könne man nur durch die Verknüpfung gemeinsamer Interessen und Ziele erreichen. Seinem Nachfolger wünschte er alles Gute und bot ihm auch seine Hilfe an: "Ich bin für Sie jederzeit zu sprechen", wendete er sich Lars Witteck. Der in Marburg geborene und im Kreis Gießen aufgewachsene Jurist tritt mit einer gehörigen Portion Ehrfurcht das neue Amt an. "Die Mitarbeiter bekommen keinen fertigen Regierungspräsidenten", betonte er. Keinen, "der sich mit seinen 35 Jahren hinstellt und alles besser weiß". Er werde sicherlich viele Fehler machen, sei jederzeit ansprechbar und bereit, in der Sache zu diskutieren. "Ich kann auch Kritik vertragen". Selbstbewusst, aber nicht arrogant wolle er die Behörde in Zukunft vertreten. "Ich trete nicht nur fachlich, sondern auch menschlich in große Fußstapfen und hoffe, dass ich sie eines Tages ausfüllen kann". An seine Freunde appelierte er, ihn, sollte der Tag kommen, an dem er abhebe und tatsächlich anfange zu glauben, dass er so großartig sei, wie ihm das oft nachgesagt werde, bitte zurück auf den Fußboden zu holen. "Erinnert mich daran, dass ich immer noch derselbe bin".

Volker Bouffier, Dr. Lars Witteck und Wilfried Schmied.
Volker Bouffier, Dr.... 
 
 

Kommentare zum Beitrag

6
Werner Garbers aus Allendorf (Lumda) schrieb am 26.05.2010 um 18:34 Uhr
Über Lernfähigkeit würde ich gern mit
Herrn Dr. Lars Witteck sprechen.
Werner.Garbers@yahoo.de
Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 27.05.2010 um 10:32 Uhr
Da sollten Sie sich besser an sein Vorzimmer wenden und einen Termin ausmachen. Dieser Weg hier dürfte nicht der Richtige sein.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Sabine Glinke
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