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Arbeitsagentur unterstützt Inklusions-Engagement von Arbeitgebern

Gießen | Dass sich Menschen ideal auf dem Arbeitsmarkt einbringen können, dafür engagiert sich die Bundesagentur für Arbeit (BA). Um Menschen mit Behinderung mehr in den Fokus der Arbeitgeber zu rücken, veranstaltet die BA vom 3. Dezember zum achten Mal die „Woche der Menschen mit Behinderung“. An der bundesweiten Aktionswoche beteiligt sich auch die Gießener Agentur für Arbeit.

Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen bringen genauso Kompetenzen und Qualifikationen mit, wie Menschen ohne Handicaps, ist ein oft zitierter Satz von den Technischen Beratern bei der Arbeitsagentur. Dennoch sei der Einstieg in den regulären Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oft schwieriger. Auch drohen Beschäftigungsverhältnisse zu enden, weil das Leistungsvermögen der Beschäftigten wegen gesundheitlicher Einschränkungen nicht den Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatzanforderungen entspricht. Die Technischen Berater sind mit vertiefter Praxiserfahrung und gleichzeitig als Fachkraft für Arbeitssicherheit tätig. Gemeinsam mit allen ausbildungs- und arbeitsseitig Betroffenen, beispielsweise Menschen mit Behinderungen, Arbeitgebern oder Bildungseinrichtungen, erarbeiten sie tragbare technische Lösungen. Immer orientiert am Stand der Technik und unter Berücksichtigung arbeitswissenschaftlicher und ergonomischer Erkenntnisse. Zudem suchen sie nach wirtschaftlich vertretbaren und individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Sie unterstützen Arbeitgeber bei Fragen zu technischen Veränderungen im Betrieb, die sich direkt oder indirekt auf ihre Mitarbeiter auswirken. Sei es im Rahmen der Prävention zur Erhaltung von Arbeitsplätzen oder der Integration von neuen Mitarbeitern auf behinderungsgerechte Arbeitsplätze. Im Rahmen dieser Einschaltung wird eine Arbeitsplatzanalyse durchgeführt und die Anforderungen am Arbeitsplatz ermittelt. Aufgrund vorhandener Kenntnisse der Auswirkungen vieler gesundheitlicher Beeinträchtigungen, kann das verfügbare Leistungsangebot der betroffenen Person in Einklang gebracht werden. Dies erfolgt im Rahmen des Abgleichs mit den Anforderungen am Arbeitsplatz, z.B. durch Anpassung der Arbeitsorganisation beziehungsweise den Einsatz von technischen Arbeitshilfen. Dadurch kann der gehandicapte Mensch in die Lage versetzt werden, eine Arbeitsleistung zu erbringen, die mit nicht beeinträchtigten Menschen vergleichbar sei.

Welchen Service kann der Technische Berater anbieten?
• Erhalt des Arbeitsplatzes (Prävention), allgemeine Beratung zu Gestaltungsmöglichkeiten und auch Fördermöglichkeiten
• Hilfe bei der Beschaffung eines Kraftfahrzeuges und dessen behinderungsgerechte Umrüstung für Menschen mit Behinderungen, die behinderungsbedingt keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können
• Umfassende und passgenaue Beratung über die behindertengerechte und barrierefreie Gestaltung von Arbeitsplätzen im konkreten Einzelfall
• Betriebliches Eingliederungsmanagement
• Mitwirkung bei Aufgaben nach dem Schwerbehindertenrecht
Die Kontaktaufnahme zum Berater erfolgt über den örtlichen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur unter der bekannten Durchwahl oder über die kostenlose Service-Rufnummer 0800 4 5555 20.

Hintergrundinfos
Die BA unterstützt mit der Woche der Menschen mit Behinderung den Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Sie hat als Träger der aktiven Arbeitsförderung und der beruflichen Rehabilitation den internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, der am 3. Dezember gedacht wird, zum Anlass genommen, eine Aktionswoche für Menschen mit Behinderung einzuführen. Die Arbeitsvermittler der Agenturen für Arbeit machen bundesweit verstärkt auf die Beschäftigungspotenziale dieses Personenkreises aufmerksam.

Wichtige Fakten
Behindert ist ein Mensch im Sinne des Gesetzes, wenn seine körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit nicht nur vorübergehend wesentlich gemindert ist, wenn er dadurch Hilfen, z.B. für die Teilhabe am Arbeitsleben, benötigt.
Schwerbehindert ist ein Mensch nach dem SGB IX (SozialGesetzBuch), wenn vom Versorgungsamt ein Grad der Behinderung von 50 oder mehr festgestellt wird. Der Behinderungsgrad allein sagt nichts über die berufliche Leistungsfähigkeit eines Menschen aus.
Gleichgestellt mit schwerbehinderten Menschen werden Personen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 30 aber unter 50 von der zuständigen Agentur für Arbeit, wenn die Aufnahme oder der Erhalt des Arbeitsplatzes behinderungsbedingt gefährdet ist.
Beschäftigungspflicht: Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich monatlich mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, wenigstens 5 Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Menschen mit Schwerbehinderung oder ihnen gleichgestellten Menschen zu besetzen. In der Regel wird die Beschäftigung eines Menschen mit einer Schwerbehinderung auf einen Pflichtplatz angerechnet. Eine Mehrfachnennung ist auf Antrag möglich, wenn die Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt behinderungsbedingt besonders schwierig ist, oder wenn Jugendliche mit einer Schwerbehinderung ausgebildet werden.
Ausgleichsabgabe: Erfüllen Arbeitgeber ihre Beschäftigungspflicht nicht, müssen sie monatlich eine Ausgleichsabgabe entrichten. Diese wird von den Integrationsämtern erhoben und verwendet, um die Beschäftigungschancen und -bedingungen von Menschen mit Schwerbehinderung zu verbessern. Sie soll einen Ausgleich unter den Arbeitgebern herbeiführen. Die schuldhafte Nichterfüllung der Beschäftigungspflicht wird hingegen als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße geahndet.

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